{"id":86442,"date":"2017-07-25T00:01:52","date_gmt":"2017-07-24T22:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=86442"},"modified":"2022-02-24T14:14:44","modified_gmt":"2022-02-24T13:14:44","slug":"oben-am-berg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/07\/25\/oben-am-berg\/","title":{"rendered":"Oben am Berg"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kein Baum gl\u00e4nzte im Abend mehr, alle Bl\u00e4tter l\u00f6schten aus.<\/p>\n<p>Ein paar Stimmen im Feld gingen nebenher, sprachen vom Wetter und zogen nach Haus.<\/p>\n<p>Oben am Berg, auf einem offenen Acker frisch gepfl\u00fcgt,<\/p>\n<p>Stand ein Leiterwagen und war schwarz an den gelblichen Himmel gef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Drinnen im Wagen, rot wie ein Rostklumpen, die Sonne als Fracht.<\/p>\n<p>Ein Bauer hat mit der Peitsche laut geschlagen, die Deichsel hat gekracht,<\/p>\n<p>Zwei G\u00e4ule haben angezogen und fuhren die Sonne in die Nacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-100190\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Max_Dauthendey-e1645708408981.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 150 Jahren wurde Max Dauthendey geboren. Die von Farben und T\u00f6nen bestimmte ungebundene und rhythmische Lyrik machte Dauthendey zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Seine Werke sind bestimmt von der Liebe zur Natur und deren \u00c4sthetik. Mit virtuoser Sprachbegabung setzte er seine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr sinnenhafte Eindr\u00fccke in impressionistische Wortkunstwerke um. Bereits seine erste Gedichtsammlung von 1893 mit dem Titel \u201eUltra-Violett\u201c l\u00e4sst die Ans\u00e4tze einer impressionistischen Bildkraft erkennen, die dichterisch gestaltete Wahrnehmung von Farben, D\u00fcften, T\u00f6nen und Stimmungen offenbart. In seiner sp\u00e4teren Natur- und Liebenslyrik steigerte sich dies bis zur Verherrlichung des Sinnenhaften und Erotischen und traf sich mit seiner Philosophie, die das Leben und die Welt als Fest, als panpsychische \u201eWeltfestlichkeit\u201c begriff. Rilke bezeichnete ihn als einen \u201eunserer sinnlichsten Dichter, in einem fast \u00f6stlichen Begriffe\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Kein Baum gl\u00e4nzte im Abend mehr, alle Bl\u00e4tter l\u00f6schten aus. Ein paar Stimmen im Feld gingen nebenher, sprachen vom Wetter und zogen nach Haus. 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