{"id":85962,"date":"2023-04-15T00:01:13","date_gmt":"2023-04-14T22:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=85962"},"modified":"2022-04-22T13:49:25","modified_gmt":"2022-04-22T11:49:25","slug":"rsd","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/04\/15\/rsd\/","title":{"rendered":"RSD"},"content":{"rendered":"<div id=\"CalendarText\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Record Store Day (kurz: RSD) ist der internationale Tag unabh\u00e4ngiger Plattenl\u00e4den und findet am dritten Samstag im April des jeweiligen Jahres statt.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer im digitalen Zeitalter nach 1991 geboren wurde, und in den Genu\u00df des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/12\/10\/press-play-25-jahre-literaturclips\/\">sterephonen H\u00f6hepunkts<\/a> kam, wird noch an ein Nebenprodukt des oelverarbeitenden Industrie erinnern. Gleichwohl erlebt dieser Tontr\u00e4ger im Retrotopia dieser Tage ein nostaligisches Revival.<\/p>\n<div id=\"attachment_100898\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100898\" class=\"wp-image-100898 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/02\/dickeKopp-e1645893786529.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" \/><p id=\"caption-attachment-100898\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr alle H\u00f6rer, die noch wissen, dass man die Laufgeschwindigkeit auch umstellen kann: Covermotiv der Karnevalssingle \u201eMan han isch ne dicke Kopp\u201c. Photo: Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Schallplatte ist eine in der Regel kreisf\u00f6rmige und meistens schwarze Scheibe mit einem Mittelloch, deren heute beidseitige Rillen als \u00a0f\u00fcr Schallsignale dienen. Umgangssprachlich wird die Schallplatte auch als &#8220;Platte&#8220; oder mit den aus der Jugendsprache stammenden Begriffen &#8220;Scheibe&#8220; beziehungsweise &#8220;Vinyl&#8220; bezeichnet. Das Wort &#8220;Schallplatte&#8220; wurde bereits zur Zeit der Grammophon-\u00c4ra gepr\u00e4gt. Der seit dem Produktionsende der Grammophonplatten wesentlich gel\u00e4ufigere Begriff &#8220;Schellackplatte&#8220; grenzt diesen \u00e4lteren Tontr\u00e4ger deutlich von der sp\u00e4teren, noch heute \u00fcblichen Schallplatte aus Polyvinylchlorid ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Signale sind in einer \u00fcblicherweise vom Rand der Platte nach innen verlaufenden Rille gespeichert, deren Flanken die Schallschwingung des gespeicherten Signals abbilden. Bei der Wiedergabe wird die Abtastspitze eines Tonabnehmers entsprechend ausgelenkt. Die R\u00fcckverwandlung in h\u00f6rbare Schallsignale kann rein mechanisch \u00fcber eine Schwingungsmembran\u00a0 und einen Lautsprecher als Schalltrichter oder bei heute \u00fcblichen Plattenspielern auf elektromechanischem Weg mit anschlie\u00dfender elektronischer Verst\u00e4rkung durch einen Audioverst\u00e4rker erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Edison und der Phonographen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im M\u00e4rz 1857 meldete der Franzose \u00c9douard-L\u00e9on Scott de Martinville den Phonographen als Patent (Nummer 17,897\/31,470) an. Ihm gelang es 1860, das franz\u00f6sische Kinderlied &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IYLTc3tGdzc\">Au clair de la lune<\/a>&#8220; mit Hilfe eines gro\u00dfen Trichters einzufangen und mit einer Membran, die die Schwingungen auf eine Schweineborste \u00fcbertrug, auf eine ru\u00dfgeschw\u00e4rzte Walze zu kratzen. Das machte die Schwingung sichtbar, allerdings war es dabei noch nicht m\u00f6glich, den aufgezeichneten Schall auch wiederzugeben. Das schaffte erst die 1877 von John Kruesi gebaute Erfindung des Amerikaners Thomas Alva Edison, der mit dem ebenfalls patentierten Phonautographen weltber\u00fchmt wurde. Auch dessen erste Aufzeichnung war ein Kinderlied &#8220;(<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aTrtKikAW6E\">Mary had a little lamb<\/a>\u2026)&#8220;. Die T\u00f6ne wurden zun\u00e4chst in eine Zinnfolie geritzt, sp\u00e4ter auf einer Phonographenwalze mit wendelf\u00f6rmiger Tonspur in H\u00f6henschrift gespeichert, wobei das Prinzip der Amplitudenauslenkung auch hier unmittelbar akustisch (Membran\/Trichter) genutzt wurde. Wichtige theoretische Grundlagen entwickelte auch der Franzose Charles Cros, der seine Arbeiten ebenfalls im Jahr 1877 bei der Acad\u00e9mie des sciences in Paris einreichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Vom Wachszylinder zur Schallplatte<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Jahre 1880 machte der US-amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter (Columbia Graphophone Company) die Entdeckung, dass viele technische Nachteile der Edisonischen Walzen (umst\u00e4ndliche Handhabung und aufw\u00e4ndige Vervielf\u00e4ltigung) beseitigt werden k\u00f6nnten, wenn man die Tonspur spiralf\u00f6rmig in die Oberfl\u00e4che einer flachen, runden Scheibe eingraviert. Tainter entwickelte den Prototyp eines entsprechenden Aufnahmeapparates und stellte einige bespielte Wachsplatten her, gab die Versuche aber infolge technischer Probleme nach kurzer Zeit wieder auf. Tainters Wachsplatten befinden sich heute im Smithsonian Institute in Washington. Sie gelten als die ersten Schallplatten der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig von Tainter, der seine Ideen nicht publiziert hatte, gelangte im Jahre 1887 der deutsch-amerikanische Erfinder und Industrielle Emil Berliner bei seinen Versuchen mit dem Edison-Phonographen zu einem \u00e4hnlichen Verbesserungskonzept. Er hatte sich mehrere Jahre lang mit dem Edison-Phonographen befasst und fr\u00fcher als Edison erkannt, dass die Zukunft der Tonaufzeichnung in erster Linie im Unterhaltungsbereich lag. Als Gesch\u00e4ftsmann sah auch er in der umst\u00e4ndlichen und damit teuren Vervielf\u00e4ltigung der Walzen den entscheidenden Schwachpunkt des Phonographen und verwendete seine Zeit und M\u00fche vorrangig auf die L\u00f6sung dieses Problems.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berliner gelang 1887 der entscheidende Durchbruch. Er konstruierte ein Ger\u00e4t, das die Schallwellen nicht wie bei Edisons H\u00f6henschrift-Phonographen in vertikaler, durch Auf-und-ab-Bewegung des Schneidstichels entstehender Modulation speicherte, sondern die Rille horizontal auslenkte; die mechanischen Schwingungen lie\u00df er eine Stahlnadel schneckenf\u00f6rmig in eine dick mit Ru\u00df \u00fcberzogene Glasplatte einritzen. Nach chemischer H\u00e4rtung des Ru\u00dfes war er in der Lage, auf galvanoplastischem Wege ein Zink-Positiv und von diesem ein Negativ der Platte anzufertigen, das als Stempel zur Pressung beliebig vieler Positive genutzt werden konnte die Schallplatte war erfunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Heureka<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00e4lteste bis heute erhaltene Berliner-Schallplatte ist ein am 25. Oktober 1887 von Berliner selbst angefertigtes Zink-Positiv. Der \u00d6ffentlichkeit wurde das neue Aufzeichnungsverfahren erstmals in einem Bericht der Zeitschrift &#8220;Electrical World&#8220; vom 12. November des gleichen Jahres vorgestellt; die fr\u00fchesten zu Demonstrationszwecken angefertigten Zinkplatten hatten einen Durchmesser von 28 cm und bei etwa 30 cm eine Spieldauer von vier Minuten.<\/p>\n<div id=\"attachment_98419\" style=\"width: 292px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98419\" class=\"wp-image-98419 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/TopCover.gif\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"142\" \/><p id=\"caption-attachment-98419\" class=\"wp-caption-text\">Geschriebene Laute<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den folgenden Monaten entwickelte Berliner in Zusammenarbeit mit dem Techniker Werner Suess sein Verfahren weiter, indem er das ru\u00dfbeschichtete Glas durch eine mit Wachs \u00fcberzogene Zink- oder Kupferplatte ersetzte. Nach der Gravur der Schallrille in die Wachsschicht wurde die Platte einem S\u00e4urebad ausgesetzt, das die noch mit Wachs bedeckten Teile der Platte nicht angriff, die freigelegten Rillen aber in das Metall ein\u00e4tzte, sodass nach Entfernung des Wachses eine haltbare metallene Urplatte entstand, die zur Herstellung der Pressmatrizen verwendet werden konnte. Am 16. Mai 1888 pr\u00e4sentierte Berliner ein erstes funktionsf\u00e4higes Ger\u00e4t den Wissenschaftlern des &#8220;Franklin Institute&#8220; in Philadelphia. Der zeittypischen Vorliebe f\u00fcr Gr\u00e4zismus nannte er es &#8220;Grammophon&#8220; (sinngem\u00e4\u00df: \u201egeschriebener Laut\u201c), ein Vorl\u00e4ufer der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/01\/18\/literaturclips-2\/\">LiteraturClips<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im August 1888 begann er erstmals, die eigentlich von Anfang an vorgesehene Vervielf\u00e4ltigung seiner Zinkplatten durch Pressen der Negative in weiches Material zu erproben. Zun\u00e4chst verwendete er als Pressmasse Zelluloid, das er unmittelbar vom Erfinder dieses Werkstoffs, John W. Hyatt, bezog und das sich bald als technisch ungeeignet erwies. Von diesen als &#8220;Hyatt Disks&#8220; bekannten ersten experimentellen Zelluloidplatten sind nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juli 1889 kam Berliner aufgrund materialkundlicher Versuche zu dem Schluss, dass vulkanisiertes Hartgummi als Pressmaterial die g\u00fcnstigsten Eigenschaften aufweise, und erachtete seine Erfindung f\u00fcr ausgereift genug, um den Beginn der Serienproduktion einzuleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Erste Serienfertigung<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Emil Berliner ging auf Investorensuche, stie\u00df aber bei der US-amerikanischen Industrie auf wenig Resonanz. Daher reiste er im August 1889 nach Deutschland, um das Grammophon potentiellen Interessenten vorzuf\u00fchren. Am 26. November 1889 demonstrierte er das Ger\u00e4t den staunenden Experten der Berliner &#8220;Elektrotechnischen Gesellschaft&#8220;, die ihn sofort als Mitglied aufnahm.<\/p>\n<div id=\"attachment_100099\" style=\"width: 308px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100099\" class=\"wp-image-100099 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/476px-Schallplatte_Deutsche_Grammophon_Stimme_seines_Herrn-e1645680247221.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-100099\" class=\"wp-caption-text\">Schellackplatte \u201eGrammophon\u201c, Quelle: Landesmuseum W\u00fcrttemberg.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von diesem Erfolg ermutigt entschloss er sich Ende 1889, die Serienfertigung der Platten zun\u00e4chst auf eigene Rechnung in die Wege zu leiten. Die renommierte Spielwarenfabrik K\u00e4mmer &amp; Reinhardt in Waltershausen (Th\u00fcringen) fertigte f\u00fcr ihn \u2013 vermutlich ab Juli 1890 \u2013 sehr einfache Grammophone mit Handkurbelantrieb und entwickelte auch eine sprechende Puppe mit Miniatur-Grammophon im Rumpf. Die passenden Platten wurden bei zwei deutschen Firmen in Auftrag gegeben. Einer der beiden Hersteller war die &#8220;Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik&#8220; (sp\u00e4ter &#8220;Schildkr\u00f6t&#8220;) in Mannheim. Ein weiterer Hersteller war die Grammophon-Fabrik K\u00e4mmer. Hergestellt wurden Platten mit 8-cm-Durchmesser f\u00fcr die Sprechpuppe und 12,5-cm-Durchmesser f\u00fcr das Grammophon; zumindest teilweise kamen dabei wohl in den USA entstandene Matrizen zur Verwendung. Die Pressungen waren in Gummi-, Zelluloid- und Zink-Ausf\u00fchrung erh\u00e4ltlich, wobei nicht bekannt ist, inwieweit Zelluloid und Gummi zueinander in zeitlicher Abfolge standen; die Zinkplatten wurden offenbar gegen Aufpreis verkauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese ersten Serienschallplatten der Welt waren von so minderwertiger Klangqualit\u00e4t, dass Zettel mit dem vollst\u00e4ndigen Text der jeweiligen Aufnahme auf die Plattenr\u00fcckseite geklebt wurden, damit der K\u00e4ufer den Inhalt der Platte nachvollziehen konnte. Insgesamt wurden 1889\/1890 in Deutschland etwa 25.000 Platten gepresst, von denen heute weltweit nur noch sehr wenige Exemplare bekannt sind. Die einzige erhaltene Berliner-Sprechpuppe befindet sich im Heimatmuseum Schloss Tenneberg in Waltershausen. Kurzzeitig wurden die deutschen Berliner-Produkte auch nach England exportiert; das Gesch\u00e4ft mit dem unausgereiften System erwies sich aber als wenig lukrativ, weshalb Berliner 1891 die Fertigung einstellen lie\u00df und in die Vereinigte Staaten zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 23. April 1889 gr\u00fcndete er die &#8220;American Gramophone Co.&#8220;, die die Verwertung seiner Erfindung \u00fcbernehmen sollte, aber nach kurzer Zeit zusammenbrach. Die folgenden zwei Jahre verbrachte Berliner damit, das Grammophon technisch zu verbessern. Er lie\u00df von einem New Yorker Uhrmacher einen Federantrieb entwickeln, der sich allerdings als nicht praxistauglich erwies, und engagierte einen Techniker namens Edward L. Wilson, der f\u00fcr ihn ein Grammophon mit M\u00fcnzmechanik konstruierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst im April 1893 wagte Berliner zusammen mit den Br\u00fcdern Fred Gaisberg|Fred und Will Gaisberg, die zuvor schon bei der Columbia Records t\u00e4tig gewesen waren, eine neue Firmengr\u00fcndung. Es entstand die &#8220;United States Gramophone Company&#8220; mit Sitz in Washington, D.C., die die Erfindung kommerziell verwerten sollte und an die er seine Patente abtreten musste. Die Firma produzierte einige wenige Grammophone und Schallplatten aus &#8220;Vulcanite&#8220; beziehungsweise Hartgummi, geriet allerdings bald in finanzielle Schwierigkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1895 gelang es Berliner, eine Gruppe von Investoren aus Philadelphia f\u00fcr seine Erfindung zu begeistern. Es kam zur Gr\u00fcndung der &#8220;Berliner Gramophone Company&#8220;, deren Anteile allerdings nur zum kleineren Teil Berliner selbst geh\u00f6rten. Die &#8220;United States Gramophone Co.&#8220; bestand allerdings parallel dazu als Inhaberin der Patente weiter. Das neue Unternehmen er\u00f6ffnete in Baltimore (109 North Charles Street) eine Fabrik nebst &#8220;Ausstellungsraum&#8220; und begann mit der Fertigung von Ger\u00e4ten und Tontr\u00e4gern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Durchmesser der Platten wurde 1894 auf zehn Zoll festgelegt. Bis zum Herbst 1894 verlie\u00dfen etwa 1000 Grammophone und 25.000 Platten die Fabrik. Berliner ver\u00f6ffentlichte die erste gedruckte Bestellliste der verf\u00fcgbaren Aufnahmen. Das Unternehmen bot neben den handbetriebenen Grammophonen auch zwei Luxusmodelle mit Elektromotoren an. 1895 \u00e4nderte man den Plattendurchmesser auf 17,5cm; im selben Jahr erhielt Berliner nach langen juristischen Auseinandersetzungen jenes US-Patent f\u00fcr sein Horizontalschrift-Aufnahmeverfahren, dessen Existenz sp\u00e4ter die jahrzehntelange monopolartige Position der &#8220;Victor Talking Machine Company&#8220; (sp\u00e4ter Teil von Radio Corporation of America) auf dem nordamerikanischen Plattenmarkt begr\u00fcnden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Kommerzieller Durchbruch mit Federbetrieb und Schellackplatten<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ums\u00e4tze der Firma waren zun\u00e4chst bescheiden, da die potentiellen Kunden in Berliners primitivem, handkurbelbetriebenem Grammophon noch immer eher ein Kinderspielzeug als ein ernstzunehmendes Unterhaltungsger\u00e4t sahen. Angeregt durch entsprechende Entwicklungen auf dem Phonographen-Sektor besch\u00e4ftigte sich Berliner erneut mit dem Gedanken, seine Ger\u00e4te mit Federmotoren auszustatten. Er beauftragte den Mechaniker Eldridge R. Johnson aus Camden (New Jersey) mit der Entwicklung und Serienfertigung eines passenden Federwerk-Motors, dessen Markteinf\u00fchrung 1896 erfolgte und dem Produkt tats\u00e4chlich zu einer enormen Umsatzsteigerung verhalf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Oktober 1896 gab Berliner die Verwendung von Hartgummi als Plattenmaterial auf und ersetzte die Substanz durch eine von der &#8220;Duranoid&#8220; Newark, New Jersey, hergestellte Pressmasse, die im Wesentlichen aus Schieferpulver, Baumwollflock und Schellack bestand, das sich beim hei\u00dfen Pressvorgang kurz verfl\u00fcssigte, sich auch an die Oberfl\u00e4che der Scheibe dr\u00fcckte und damit ein strapazierf\u00e4higes Material f\u00fcr die Rillen bildete. Das verbesserte die Klangqualit\u00e4t und Haltbarkeit der Platten enorm. Die Schellackplatte war geboren.<\/p>\n<div id=\"attachment_101581\" style=\"width: 283px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101581\" class=\"wp-image-101581 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Smile.jpeg\" alt=\"\" width=\"273\" height=\"270\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Smile.jpeg 273w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Smile-160x158.jpeg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><p id=\"caption-attachment-101581\" class=\"wp-caption-text\">L\u00e4cheln, es geht aufw\u00e4rts<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im selben Jahr engagierte Berliner den Werbefachmann Frank Seaman, dessen Aufgabe es sein sollte, den Vertrieb der Berliner-Produkte zu \u00fcbernehmen. Seaman gr\u00fcndete unter dem Namen &#8220;National Gramophone Company&#8220; ein eigenes Unternehmen und schloss mit der &#8220;Berliner Gramophone Company&#8220; einen auf 15 Jahre Laufzeit ausgelegten Vertrag, der ihm die Exklusivrechte am Vertrieb aller Berliner-Erzeugnisse sicherte. Seamans brillante Werbekampagnen machten das Grammophon binnen k\u00fcrzester Zeit weltweit bekannt und lie\u00dfen die Verkaufszahlen der Platten und Ger\u00e4te f\u00f6rmlich explodieren. Im Gesch\u00e4ftsjahr 1898 konnte Berliner bereits 713.753 Schellackplatten absetzen. Berliners Erfindung lag nun in den H\u00e4nden dreier voneinander unabh\u00e4ngiger Firmen. Die &#8220;United States Gramophone Company&#8220; hielt noch immer die Patente, die &#8220;Berliner Gramophone Company&#8220; produzierte Platten und Abspielger\u00e4te, die &#8220;National Gramophone Company&#8220; beherrschte die Vermarktung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berliner expandierte durch Gr\u00fcndung ausl\u00e4ndischer Tochtergesellschaften, als deren wichtigste im Jahre 1898 die britische &#8220;Gramophone Company&#8220; entstand. Diese gr\u00fcndete ihrerseits als Tochter-Tochterunternehmen die &#8220;Deutsche Grammophon-Gesellschaft&#8220; mit Sitz in Hannover, geleitet von Berliners Bruder Joseph.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zun\u00e4chst sehr erfolgreiche unternehmerische Konzept sollte sich f\u00fcr Berliner bald als fatal erweisen, denn Seaman, der als wenig vertrauensw\u00fcrdiger Charakter galt, war angesichts der enormen Gewinne, die in Berliners Kassen flossen, mit seinem langfristigen Vertrag unzufrieden. Er begann 1898 heimlich mit der Herstellung seiner &#8220;Zonophone&#8220;, die technisch lediglich Plagiate der Berliner-Ger\u00e4te darstellten. Seaman bot Berliner an, er m\u00f6ge k\u00fcnftig die Zonophone kaufen und unter seinem Namen vertreiben lassen. Berliner lehnte das emp\u00f6rt ab, zumal er den Vertrag mit Johnson nicht gef\u00e4hrden wollte und Seaman allgemein misstraute; \u00fcberdies waren die Zonophone von schlechterer Qualit\u00e4t als Berliners Erzeugnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seaman wertete die Ablehnung Berliners als Aufhebung seines Vertrags, benannte seine Firma in &#8220;United Talking Machine Company&#8220; (UTMC) um und begann, auf eigene Rechnung Platten und &#8220;Zonophone&#8220; zu fertigen. Berliner verklagte Seaman wegen Vertragsbruchs. Daraufhin nahm dieser vertrauliche Verhandlungen mit dem Walzenhersteller Columbia auf, der die Patente an den Erfindungen von Chichester Bell und Charles Sumner Tainter hielt. 1899 erhob Columbia auf Seamans Betreiben Klage gegen Berliner mit der Begr\u00fcndung, die Berliner-Patente von 1887 w\u00e4ren unter Verletzung \u00e4lterer Bell- und Tainter-Patente erteilt worden und damit nichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die komplizierten juristischen Auseinandersetzungen, in die auch Eldridge R. Johnson verwickelt war und in denen der von Columbia engagierte Star-Anwalt Philipp Mauro eine entscheidende Rolle spielte, endeten f\u00fcr Seaman erfolgreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das f\u00fchrte dazu, dass Berliner ab dem 25. Juni 1900 die Verwendung des Namens &#8220;Gramophone&#8220; in den USA verboten war und er auch sonst f\u00fcr sein amerikanisches Unternehmen keine Zukunft mehr sah. Er l\u00f6ste seine Firmen auf, verkaufte alle seine US-amerikanischen Patente an Eldridge Johnson, mit dem er sich wieder vers\u00f6hnt hatte, und siedelte nach Montreal \u00fcber. In den folgenden Jahrzehnten leitete er sehr erfolgreich die kanadische Niederlassung seines Imperiums und nahm auch ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der aus seiner britischen Filiale entstandenen &#8220;Gramophone Company&#8220;. Nebenbei besch\u00e4ftigte er sich mit Aeronautik|aeronautischen Problemen und war an der Entwicklung eines der ersten brauchbaren Hubschrauber beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Entstehung der Schallplattenindustrie ab 1900<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gro\u00dfe kommerzielle Erfolg der Berliner-Schallplatte und der relativ schlechte patentrechtliche Schutz der Erfindung ermunterten ab etwa 1900 vor allem in Europa zahlreiche Unternehmer, die Produktion eigener Schallplatten und Abspielger\u00e4te aufzunehmen. Binnen weniger Jahre entwickelte sich so ein \u00e4u\u00dferst innovativer, schnelllebiger Industriezweig, als dessen Zentren London, Paris, Hannover, Berlin und Wien galten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum damaligen Zeitpunkt konkurrierten noch einige Systeme, die untereinander oft nicht kompatibel waren. Vor dem Ersten Weltkrieg war beispielsweise die franz\u00f6sische Firma &#8220;Path\u00e9 Records&#8220; sehr dominant am Weltmarkt. Ihre Platten konnten nur mit einer abgerundeten Saphirnadel abgespielt werden, liefen immer von innen nach au\u00dfen und waren mit der sogenannten Vertikalschrift aufgenommen worden. Da Path\u00e9 zum Zeitpunkt des Aufkommens der Schellackplatten bereits \u00fcber einen gro\u00dfen Fundus \u00e4lterer Walzenaufnahmen verf\u00fcgte, deren Grundlage ebenfalls die Tiefenschrift war, konnte die Firma mit einem f\u00fcr die damalige Zeit unerwartet gro\u00dfen Sortiment an Musiktiteln ins Gesch\u00e4ft einsteigen. Die mit Tiefenschrift aufgenommenen Platten durften niemals mit einer Grammophonnadel abgespielt werden, da diese die Platte sofort zerst\u00f6rten. F\u00fcr diese Platten gab es das Path\u00e9phone oder als Adapter f\u00fcr Grammophone eine Path\u00e9-Schalldose, welche jedoch nur mit Fachkenntnis installiert werden durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zwischen 1904 und 1908 kamen die ersten doppelseitig bespielten Schallplatten auf den Markt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere fr\u00fche Variante stellte die nordamerikanische Edison-Diamond-Disc dar, die der \u00d6ffentlichkeit 1911 pr\u00e4sentiert wurde. Auch diese Schallplatten waren mit Tiefenschrift bespielt und konnten ebenfalls nur mit speziellen Plattenspielern abgespielt werden. Die etwa f\u00fcnf Millimeter dicken Tontr\u00e4ger bestanden nicht aus Schellack, sondern einer Mischung aus Phenol, Formaldehyd, Holzmehl und L\u00f6sungsmittel, die mit einer Lackschicht aus phenolhaltigem Kunstharz \u00fcberzogen war. Diese Platten sind in Europa \u00e4u\u00dferst selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztendlich setzte sich die Schellackplatte mit einer Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen pro Minute durch, f\u00fcr die es spezielle Nadeln zu kaufen gab, die nach verschiedenen damaligen Empfehlungen nach jeder Platte ausgewechselt werden sollten. Preiswerte Grammophone einfacher Bauart kamen in vielf\u00e4ltigen Formen auf den Markt und lie\u00dfen die Schallplatte zu einem auch f\u00fcr die unteren sozialen Schichten erschwinglichen Unterhaltungsmedium werden. Bis 1914 entstanden allein in Deutschland etwa 500 konkurrierende Schallplattenmarken. Durch technische Verbesserungen konnte die Klangqualit\u00e4t stetig steigen. Allm\u00e4hlich begannen sich auch gro\u00dfe Musiker wie Enrico Caruso, Nellie Melba und Hermann Jadlowker f\u00fcr das Medium Schallplatte zu interessieren und verhalfen mit ihren Einspielungen den Plattenkonzernen zu betr\u00e4chtlichen Gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders das zun\u00e4chst eigenst\u00e4ndige, sp\u00e4ter vom Konzern des schwedischen Schallplattenproduzenten Carl Lindstr\u00f6m \u00fcbernommene Label &#8220;OdeonOdeon&#8220; tat sich mit technischen Innovationen hervor und brachte die ersten gro\u00dfformatigen Platten (25, 27 und 30 cm Durchmesser) sowie die ersten doppelseitigen Pressungen auf den Markt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erste Weltkrieg lie\u00df die Schallplattenproduktion weltweit stark zur\u00fcckgehen, was prim\u00e4r durch den vor\u00fcbergehenden Zusammenbruch des internationalen Handelsnetzes f\u00fcr Rohschellack bedingt war. Nach Kriegsende erholte sich die Schallplattenindustrie zun\u00e4chst nur langsam. Die weltweiten Wirtschaftskrisen der 1920er Jahre und auch die Entstehung der ersten Rundfunksender beeintr\u00e4chtigten die Plattenabs\u00e4tze weltweit erheblich. Ins Gegenteil verkehrte sich diese Entwicklung allerdings, als ab 1925 mehrere US-amerikanische, niederl\u00e4ndische und deutsche Firmen ann\u00e4hernd gleichzeitig elektrische Aufnahmeverfahren pr\u00e4sentierten, die die alten akustisch-mechanischen Aufnahmeapparate binnen kurzer Zeit v\u00f6llig verdr\u00e4ngten, die Kosten der Schallplattenaufnahme dramatisch reduzierten und die Klangqualit\u00e4t enorm verbesserten. Die Einf\u00fchrung der elektrischen Aufnahme lie\u00df in Deutschland erneut eine gro\u00dfe Zahl kurzlebiger kleiner Plattenfirmen entstehen, die technisch und musikalisch oft sehr experimentierfreudig waren. Das 1928 von dem Erfinderkollektiv Tri Ergon entwickelte Lichttonverfahren erlaubte erstmals das Schneiden und Nachbearbeiten von Aufnahmen. Erste elektrische Plattenspieler kamen auf den Markt. Die Musikbegeisterung der sp\u00e4ten 1920er Jahre garantierte den Schallplattenkonzernen ausgezeichnete Ums\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein technischer Fortschritt in den fr\u00fchen 1930er Jahren war die Einf\u00fchrung des Selbstschneidens von Grammophonplatten. Anfangs schnitt man in weiche Folien ohne Nachbehandlung, sp\u00e4ter in &#8220;Decelith&#8220;-Rohlinge mit den \u00fcblichen 78 Umdrehungen pro Minute. Die Haltbarkeit der geschnittenen Decelithscheibe wurde durch eine h\u00e4rtende Nachbehandlung der Oberfl\u00e4chenschicht verbessert, die aber ein nachtr\u00e4gliches Einsenden der fertigen Platte an den Hersteller der Rohlinge erforderte. Dieses Aufzeichnungsverfahren war noch bis zur Serienreife des Magnetophons in den fr\u00fchen 1950er Jahren auch in professionellen Rundfunkstudios in Gebrauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Jahr 1933 brachte f\u00fcr die deutsche Schallplattenindustrie dramatische Ver\u00e4nderungen: Zahlreiche bis dahin in j\u00fcdischem Besitz gewesene Unternehmen wurden in den ersten Jahren der Zeit des NS-Diktatur gegen den Willen der Eigent\u00fcmer zwangsenteignet und teilweise aufgel\u00f6st. Diese staatskriminellen und nach dem Krieg gro\u00dfteils \u2013 soweit m\u00f6glich \u2013 r\u00fcckg\u00e4ngig gemachten oder kompensierten Aktivit\u00e4ten wurden unter dem Euphemismus bzw. propagandistischen Begriff \u201eArisierung\u201c betrieben. Gegen viele prominente Plattenk\u00fcnstler, wie die Comedian Harmonists, ergingen aus rassischen und politischen Gr\u00fcnden durch die N\u00fcrnberger Rassengesetze Berufsverbote. Die Einfuhr ausl\u00e4ndischer Platten nach Deutschland war kaum noch m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1939 reduzierte sich die Zahl der auf dem deutschen Markt pr\u00e4senten Schallplattenmarken daher betr\u00e4chtlich. Da deutsche Plattenfirmen jedoch im Ausland Aufnahmen mit bekannten K\u00fcnstlern machten, waren diese am Inlandsmarkt durchaus bekannt. Gerade die in den sp\u00e4ten 1930er Jahren in Deutschland popul\u00e4r werdende Swing (Musikrichtung)|Swing-Musik profitierte von dieser Praxis. Unabh\u00e4ngig von den Ma\u00dfregelungen der Reichsmusikkammer gegen ausl\u00e4ndische Musikstr\u00f6mungen leistete sich beispielsweise Telefunken mit Heinz Wehners \u201eTelefunken-Swing-Orchester\u201c eine Swing-Kapelle amerikanischer Pr\u00e4gung. In der Ausgabe 12\/1937 bezeichnete das amerikanische Jazz-Magazin &#8220;Down Beat&#8220; das Telefunken-Swing-Orchester \u201eals beste Band im Nazireich\u201c. Auch internationale Swing-Bands wie die von Teddy Stauffer und Fud Candrix wurden zun\u00e4chst \u00fcber ihre Platten bekannt, bevor sie beispielsweise Engagements im damals bekanntesten deutschen Jazz-Club, dem Berliner Delphi Filmpalast, bekamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs sollte ein gro\u00df angelegtes Altplatten-Verwertungssystem sichergestellt werden, tats\u00e4chlich brach ab etwa 1943 die deutsche Schallplattenproduktion trotzdem weitgehend zusammen. Nur f\u00fcr den Bedarf von Rundfunk und Lichtspieltheatern wurde bis zum Kriegsende weiter produziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 1945 nahmen die Schallplattenfabriken, soweit unzerst\u00f6rt geblieben, ihre Arbeit recht bald wieder auf, wobei zun\u00e4chst die Schellack-Technik beibehalten wurde. Im Westen Deutschlands entstanden viele neue Plattenmarken, die besonders den neu entstandenen Bedarf nach US-amerikanisch gepr\u00e4gtem Swing und Jazz zu decken versuchten. In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Schallplattenfabrikation dagegen als einer der ersten Industriezweige komplett verstaatlicht. Es verblieb als einziger Schallplattenhersteller der VEB Lied der Zeit, sp\u00e4ter VEB Deutsche Schallplatten, mit dem Label &#8220;Amiga&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Bundesrepublik und den meisten anderen westlichen L\u00e4ndern wurde die Fertigung von Schellackplatten im Juli 1958 aufgegeben. Die Deutsche Demokratische Republik|DDR vollzog diesen Schritt im Jahr 1961.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Entwicklung und Durchbruch der \u201eVinyl\u201c-Schallplatte<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits in den Anf\u00e4ngen der Schallplattenherstellung hatte es \u2013 etwa in Gro\u00dfbritannien durch &#8220;Nicole Records&#8220; \u2013 erfolglose Versuche gegeben, das teure Naturprodukt Schellack durch preiswertere synthetische Kunststoffe zu ersetzen. Dazu wurden unter anderem Tontr\u00e4ger aus Polyvinylchlorid (PVC) erprobt. Man spricht bei Schallplatten meist vereinfachend von \u201eVinyl\u201c statt von PVC.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">RCA Records brachte 1930 die erste langspielende Vinylschallplatte heraus, vermarktet als \u201eProgram Transcription Discs\u201c. Diese revolution\u00e4re Platte war gedacht f\u00fcr 33|1|3 Umdrehungen pro Minute, hatte einen Durchmesser von 30 cm und war nahezu unzerbrechlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Vintage Schallplatten<\/span><\/p>\n<p class=\"detail_lead\" style=\"text-align: justify;\">Im Trend der Manufaktum-Bewegung sind Schallplatten wieder im Trend. Auf den Vinyl-Boom folgte jedoch die Vinyl-Krise. Denn einerseits steigt die Nachfrage nach Schallplatten, andererseits fehlen die Rohstoffe. Das bedroht vor allem die kleinen Labels in ihrer Existenz. Wir sollten jedoch nicht ausser acht lassen, dass auch die CD wegen der eingeschr\u00e4nkten klanglichen M\u00f6glichkeiten der mp3 einen Aufwind erlebt und vor allem bei H\u00f6rer der sogenannten &#8222;klassischen Musik&#8220; beliebt ist. <span class=\"ILfuVd\"><span class=\"hgKElc\">CDs sind gegen\u00fcber Schallplatten wesentlich einfacher in ihrer Handhabung, unempfindlicher gegen\u00fcber Verschmutzung, robuster und pflegeleichter. Vor allem aber produzieren sie im Gegensatz zur Platte keine St\u00f6rger\u00e4usche beim Abspielen, wie Rauschen oder Knacken.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztendlich ist H\u00f6rempfinden, wie jedes andere Gef\u00fchl jedoch rein subjektiv und so haben beide Bewahrer des stereophonen Klangs mit ihrer Meinung immer Recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"attachment_100526\" style=\"width: 179px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100526\" class=\"wp-image-100526 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/PlattenCover-e1645794068961.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-100526\" class=\"wp-caption-text\">Haimo Hieronymus pr\u00e4sentiert frische gedruckte Plattencover<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"ecm0bbzt e5nlhep0 a8c37x1j\">\n<div class=\"kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql\">\n<div dir=\"auto\" style=\"text-align: justify;\">Meine erste Schallplatte: \u201eHeart of glass\u201c von Blondie, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/30\/6282\/\">vorgestellt<\/a> von Martina Haimerl. <span data-offset-key=\"eaie5-0-0\">Life circles at 33rpm!, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/16\/meine-erste-schallplatte-2\/\">postulierte<\/a> Mischa Kuball. <\/span><span data-offset-key=\"3f7gr-0-0\">Wer sich hinter \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/09\/meine-erste-schallplatte-oder-mister-b\/\">Mister B<\/a>\u201c verbirgt, beschreibt Christine Kappe. Erg\u00e4nzend ein Artikel zum <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/05\/01\/kassettenuntergrund\/\">Kassettenuntergrund<\/a>. <\/span><span data-offset-key=\"ajv9h-0-0\">\u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/18\/meine-erste-schallplatte-%e2%80%9edon-juan-von-dave-dee-dozy-beaky-mick-and-tich\/\">Don Juan<\/a>\u00ab von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich, vorgestellt von Joachim Feldmann. <\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/02\/5165\/\">Eine Reise ins Gl\u00fcck<\/a> von den Lilians, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ju Sophie Kerschbaumer<\/span><\/span>. \u201eThis charming man\u201c von den Smiths <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/01\/meine-erste-platte-this-charming-man-von-den-schmidts\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Haimo Hieronymus<\/span><\/span>. The Fall \u2013 Big New Prince <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/08\/25\/mein-klassiker-the-fall-big-new-prince\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Enno Stahl.\u00a0<\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/04\/12\/dschaeaeaezz\/\">Dsch\u00e4\u00e4\u00e4zz<\/a>!!!, geh\u00f6rt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Eva Kurowski. Helge Schneider ist wahrscheinlich der bislang einzige Solo-K\u00fcnstler, der gleich mit seiner ersten Platte den Titel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/04\/02\/die-singende-herrentorte\/\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a> gab. Begleitet wurde er bei den Aufnahmen durch Tonmeister Tom T\u00e4ger im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tonstudio an der Ruhr<\/a>.<\/span><\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/12\/28\/meine-ersten-drei-platten\/\">Meine ersten drei Platten<\/a>, vorgestellt von\u00a0<span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Marcus Baltzer. <\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/06\/meine-musik\/\">Meine Musik<\/a>, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ulrich Bergmann. <\/span><\/span><span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Mit etwas Versp\u00e4tung erschien <\/span><\/span>Pia Lunds zweites Solo-Album <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/10\/21\/ein-geschenk-von-pia-lund\/\">Gift<\/a>. <\/em><em>Smile<\/em> war f\u00fcr A.J. Weigoni ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/12\/meine-erste-schallplatte\/\">Versprechen<\/a>. Eine Generation sp\u00e4ter wurde es eingel\u00f6st. Selbstverst\u00e4ndlich auf Vinyl. Und in Mono. Eine Wiederver\u00f6ffentlichung der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/21\/das-herz-des-motorik-beats\/\"><em>Neu!<\/em>-Studioalben<\/a> ist auf dem Label Gr\u00f6nland erschienen. in 1999 ging KUNO der Frage <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\">Label oder available?<\/a> nach. Einen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/letternmusik.htm\">Remix<\/a> zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der \u201cLetternmusik\u201d gemacht. \u201e<em>Wenn es Videoclips gibt, muss auch die Literatur auf die ver\u00e4nderten <\/em><em>medialen Verh\u00e4ltnisse reagieren.\u201c, <\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/01\/18\/literaturclips-2\/\">postulierte<\/a> A.J. Weigoni 1991 und erfand mit Frank Michaelis das H\u00f6rbuch. Erweiternd zum Medium der <em><span lang=\"en\">Compact Disc<\/span><\/em> auch der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=33102\">Press\/Play<\/a>. Dar\u00fcber hinaus eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6P4dXJ_Tvns\">Film-Empfehlung<\/a>, wenn die L\u00e4den zumachen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Record Store Day (kurz: RSD) ist der internationale Tag unabh\u00e4ngiger Plattenl\u00e4den und findet am dritten Samstag im April des jeweiligen Jahres statt. 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