{"id":85813,"date":"2011-03-02T00:01:05","date_gmt":"2011-03-01T23:01:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=85813"},"modified":"2024-09-22T10:55:07","modified_gmt":"2024-09-22T08:55:07","slug":"kasbachtal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/03\/02\/kasbachtal\/","title":{"rendered":"Das Kasbachtal als Sehnsuchtort betrachtet"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorrede<\/span>: Es gibt Menschen, die einmal im Leben die Chinesische Mauer, Machu Picchu, das Taj Mahal oder die antike Felsenstadt Petra besuchen m\u00f6chten, mein Sehnsuchtort ist ein naheliegender, das Kasbachtal. Als Einsenbahnromantiker m\u00f6chte ich von Linz am Rhein mit der Museumsbahn (einem Schienenbus) nach Kalenborn fahren. Diese Strecke ist eine ingineurstechnische Meisterleistung, denn bis Kalenborn gilt es 300 H\u00f6henmeter zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">wir fahn fahn fahn<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Berufswunsch war nicht sonderlich originell. Mein Grossvater hatte mich auf die Fahrt mit einer <em>Preu\u00dfischen P8<\/em> mitgenommen. Da er den Lokf\u00fchrer kannte, durfte ich mir das F\u00fchrerhaus und die <em>Feuerb\u00fcchse<\/em> anschauen. Er erkl\u00e4rte mir die Steuerung, die Regler und das F\u00fchrerbremsventil. Erl\u00e4uterte die Signale und wie die Feuerung, Dampferzeugung durch das Einbringen von Brennstoff in die Feuerb\u00fcchse das Eisenross letztlich auf Schienen fortbewegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wo die W\u00e4lder noch rauschen, die Nachtigall singt,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Beruf stellte ich mich als nicht geeignet heraus. Der kreuzungsfreie Schienenverkehr geh\u00f6rt immer noch zu meinen bevorzugten Fortbewegungsmitteln. Am Fensterplatz geniesse ich die impressionistischen Bildfolgen, weil sie zuweilen der Geschwindigkeit des Gedachten entsprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wo der rauchende Schlot und der R\u00e4der Gebraus,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>die flammende Esse, der H\u00e4mmer Gesaus<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die raue Klangsinnlichkeit der Lokomotive hatte bald ausgedient, weil der Schienenbus, als vorgeblicher &#8222;Retter der Nebenbahnen&#8220;, der \u00d6PNV wirtschaftlicher betreiben werden sollte. Regelm\u00e4ssig nutzte ich den VT 95, der zwischen D\u00fcsseldorf und Wichlinghausen fuhr. Die &#8222;Nordbahntrasse&#8220; war eine ingineurstechnische Meisterleitung, auf der Strecke befinden sich Br\u00fccken und Viadukte sowie f\u00fcnf Tunnel, die durch das Bergische Land gefr\u00e4st wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wo so wunderbar wonnig der Morgen erwacht,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>im bl\u00fchenden Tale das D\u00f6rfchen mir lacht<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haltepunkt <em>Ostersbaum<\/em>, direkt in der N\u00e4he des \u201eheiligen Bergs\u201c. Mein Einsatzort, die Thomaskirche in der Nordstadt, dort habe ich meinen Zivildienst abgeleistet. Wohnte direkt unter dem Glockenstuhl. Morgens um 7:00 Uhr wurde ich nicht durch das Glockengel\u00e4ut geweckt, sondern durch die Schwingungen, die sich durch den Holzboden ank\u00fcndigten.<\/p>\n<div id=\"attachment_85814\" style=\"width: 967px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85814\" class=\"wp-image-85814 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen.jpg\" alt=\"\" width=\"957\" height=\"697\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen.jpg 957w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen-300x218.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen-768x559.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen-560x408.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen-260x189.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Die-Baureihen-VT-95-Waggonfabrik-Uerdingen-160x117.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 957px) 100vw, 957px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-85814\" class=\"wp-caption-text\">Die Baureihe VT 95, Waggonfabrik Uerdingen. Photo: A.Savin<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es die Arbeit zulies, fuhr ich mit dem <em>Samba<\/em> nach Cronenberg. Gleichfalls ein Schienenbus, dem der Volksmund seinen Namen gab, weil sich die Passagiere durch das Schaukeln und Schwanken in den Kurven an den s\u00fcdamerikanischen Tanz erinnert f\u00fchlten. Eine &#8222;Reise&#8220; mit dem Samba gab der Sch\u00f6nheit analoger Sch\u00e4bigkeit eine besondere Patina. Die Haltestellen der offiziell so genannten \u201eBurgholzbahn\u201c lesen sich fast wie ein Gedicht:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Steinbeck<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Boltenberg<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Burgholz<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00fcllenhahn<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Neuenhof<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Neukuchhausen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach \u00dcberwindung der 140 H\u00f6henmeter ging es von Cronenberg auf Schusters Rappen talw\u00e4rts zur Kohlfurth und an\u2019ne Wupper entlang nach M\u00fcngsten. Hierher f\u00fchrte mich der vorhin erw\u00e4hnte Ausflug, der ich in Begleitung meines Grossvaters mit der Dampflok gemacht hatte.<\/p>\n<div id=\"attachment_85828\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-85828\" class=\"size-full wp-image-85828\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1715\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-scaled.jpg 2560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-1024x686.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-768x515.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-1536x1029.jpg 1536w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-2048x1372.jpg 2048w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-560x375.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-260x174.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Solingen-Muengstener_Breucke-160x107.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-85828\" class=\"wp-caption-text\">Die st\u00e4hlerne Bogenbr\u00fccke zwischen G\u00fcldenwerth und Schaberg, Photo: Akshathrajan<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich sie das erste Mal sah, wirkte die M\u00fcngstener Br\u00fccke auf mich, wie ein in die Waagerechte gekippter Eiffelturm. Gleichfalls stahlvernietet zeigt sich, dass 5000 Tonnen Stahl im Freiverbau sehr grazil aussehen k\u00f6nnen, wenn es der gestalterische Wille so schl\u00fcssig f\u00fcgt. Sofern man das Gl\u00fcck hat, diese Querung im Nebel, nebst der Zug\u00fcberfahrung einer Dampflokomotive zu sehen, bekommt der Begriff <em>schwebend<\/em> eine v\u00f6llig neue Dimension.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Keine Rebe wohl ranket am felsigen Hang,<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">kein m\u00e4chtiger Strom flie\u00dft die T\u00e4ler entlang.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4lt man sich nicht an den empfohlenen Weg des <i>SGV<\/i>, gestaltet sich der Anstieg von der Wupper zum Bahnhof Schaberg etwas m\u00fchsam. Der Wanderer wird jedoch mit einem Blick in das Bergische Land belohnt. Auf dieser Anh\u00f6he kann man die W\u00e4lder noch rauschen h\u00f6ren; nur die Nachtigallen singen l\u00e4ngst nicht mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Die einger\u00fcckten Zitate stammen aus dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qBQpaezkljg\"><em>Bergischen Heimatlied<\/em><\/a>. Der Text stammt von Rudolf Hartkopf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sauerl\u00e4ndische Gebirgsverein, kurz <i>SGV<\/i>, gegr\u00fcndet durch den Forstrat Ernst Ehmsen, ist seit 1891 ein Verein f\u00fcr Wandersport.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u00f6ffentlicher Personennahverkehr (\u00d6PNV) wird der Personenverkehr als Teil des \u00f6ffentlichen Verkehrs (\u00d6V) im Rahmen der Grundversorgung auf Stra\u00dfe, Schiene, Wasser und mittels Luftseilbahn der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_xE7BPCey68\">Schwebebahn<\/a> oder einer Museumsbahn bezeichnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_106342\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-106342\" class=\"wp-image-106342 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1989\/10\/Kasbachtalbahn_Bahnviadukt_Kasbach-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><p id=\"caption-attachment-106342\" class=\"wp-caption-text\">Zug der Kasbachtalbahn auf dem Bahnviadukt in Kasbach. Photo: Jules1202<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #99cc00;\"><strong>Fahrplan Kasbachtalbahn<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verkehrstage: Samstag, Sonntag und an Feiertagen, ab dem 02.03.2011\u00a0bis zum 22.12.2011. Fahrtzeiten: im Stundentakt von 10 &#8211; 18 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vorrede: Es gibt Menschen, die einmal im Leben die Chinesische Mauer, Machu Picchu, das Taj Mahal oder die antike Felsenstadt Petra besuchen m\u00f6chten, mein Sehnsuchtort ist ein naheliegender, das Kasbachtal. 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