{"id":85500,"date":"2009-02-28T00:01:26","date_gmt":"2009-02-27T23:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=85500"},"modified":"2021-06-08T13:27:46","modified_gmt":"2021-06-08T11:27:46","slug":"ein-geflecht-aus-perspektiven-und-eindruecken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/28\/ein-geflecht-aus-perspektiven-und-eindruecken\/","title":{"rendered":"Ein Geflecht aus Perspektiven und Eindr\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Es lohnt sich, mit Wiplinger mitzugehen. Pl\u00f6tzlich befindet man sich in einem Kontinuum, in einer aus der empfindsamen Perspektive dargestellten Lebensgeschichte des Autors, die zugleich auch die Lebensgeschichte der Autorinnen und Autoren ist, die Wiplinger in seine man Begegnungen sehr reichem Leben kennen gelernt hat.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Lev Detela<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Paul Wiplinger ist ein jovialer und schalkhafter Grandseigneur. Ein geistreicher und augenzwinkernder Zeitkritiker. Ein souver\u00e4ner und am\u00fcsanter Causeur. Ein skeptischer B\u00fcrger mit Grandezza und Temperament. Ein weiser Patrizier, etwas burschikos und sehr tolerant. Wiplinger ist eine Genie der Freundschaft, und er legt Zeugnis davon ab. In den \u201eSchriftstellerbegegnungen 1960 &#8211; 2010\u201c betrachten wir einen kaleidoskopartiger Text- und Bilderbogen, der von den Begegnungen des Autors und Photografen mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, auch auf internationaler Ebene, erz\u00e4hlt. Der Zeithorizont reicht von den fr\u00fchen Sechzigerjahren bis in dieses Jahr. Vieles, was bisher wenig bekannt war, wie zum Beispiel die existentialistische Anarchistenszene im legend\u00e4ren Caf\u00e9 Sport in Wien, wird aus der Vergangenheit zur\u00fcckgeholt und ins Licht ger\u00fcckt. Es handelt sich hier keinesfalls um eine germanistisch-wissenschaftliche Arbeit, sondern um einen v\u00f6llig subjektiven Erlebnisbericht, wobei die Abbildung und Charakteristik einer Person eher dem gleichkommt, was Wiplinger durch das Objektiv seiner Kamera sieht. Es ist im wahrsten Sinn des Wortes oft nur ein Festhalten eines Augenblicks. Wenn dieser Augenblick der Begegnung zu einer Beziehung gef\u00fchrt hat, dann widerspiegelt sich diese in einer ausf\u00fchrlichen Schilderung der Person und ihrer Charaktere.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wie jede Geschichte ist auch die Literaturgeschichte etwas \u00e4u\u00dferst Unruhiges, das st\u00e4ndig neu geschrieben werden muss. Eine recht aufregende Form, sich dem literarischen Geschehen einer Epoche zu n\u00e4hern, ist die Pr\u00e4sentation von Insider-Wissen mit pers\u00f6nlicher Note.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Helmuth Sch\u00f6nauer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Folgenden eine kleine Auswahl der im Buch beschriebenen \u201eBegegnungen\u201c: Gerhard Amanshauser, H.C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Alois Brandstetter, Christine Busta, Elias Canetti, Milo Dor, Jeannie Ebner, Herbert Eisenreich, Fried, Gertrud Fussenegger, Elfriede Gerstl, Alfred Gesswein, Alexander Giese, Friedrich Heer, Peter Henisch, Gert Jonke, Maria-Therese Kerschbaumer, Kurt Kramer, Christine Lavant, Viktor Matejka, Peter Marginter, Friederike Mayr\u00f6cker, Menasse, G\u00fcnther Nenning, Heidi Pataki, Valery Popov, Heinz Pototschnig, Erwin Ringel, Gy\u00f6rgy Sebestyen, Manes Sperber, Hilde Spiel, Ilse Tielsch, Friedrich Torberg, Heinz Rudolf Unger, Alois Vogel, Adam Zielinski.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Peter Paul Wiplingers \u0084Schriftstellerbegegnungen ist eine wundersam individuelle Schatzkiste aus einem literarischen Halbjahrhundert. Jeder Eintrag regt dazu an, loszulegen im Nachlesen, Nachforschen und Wieder-zu-Gem\u00fcte-F\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die KUNO-Redaktion erinnert dies an ein Projekt des rheinischen Ungarn A.J. Weigoni. Zwischen 1995 und 1999 im Rahmen seiner Arbeit f\u00fcr den VS <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25436\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a><\/span> mit Schriftstellern aus Belgien, Deutschland, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich und der Schweiz gef\u00fchrt. Sie arbeiteten am gleichen \u201eProdukt\u201c, an der deutschen Sprache. Die Publikation ist zum 30. Jahrestag des VS erschienen. Die Autoren haben sich auf den H\u00f6rspieltagen in Rust auf Vermittlung von Margit Hahn kennengelernt, leider ist daraus kein Kollegengespr\u00e4ch entstanden, daf\u00fcr vermittelte Weigoni den Wiener an KUNO weiter. Jeder, der sich in Zukunft mit dem Ph\u00e4nomen der modernen \u00f6sterreichischen Literatur, aus der Perspektive der Sprachvirtuosit\u00e4t der jeweiligen Autoren und als Reaktion auf eine als zunehmend problematisch empfundene gesellschaftliche Wirklichkeit dieses historisch komplexen Landes auseinandersetzen m\u00f6chte, kommt an den \u201eSchriftstellerbegegnungen 1960-2010\u201c von Peter Paul Wiplinger nicht vorbei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schriftstellerbegegnungen<\/strong> 1960-2010, von Peter Paul Wiplinger. Kitab-Verlag, Klagenfurt, 2010<\/p>\n<div id=\"attachment_19169\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19169\" class=\"wp-image-19169 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-725x1024.jpg 725w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19169\" class=\"wp-caption-text\">Wiplinger Peter Paul 2013, Photo: Margit Hahn<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Weitere Ausk\u00fcnfte gibt der Autor im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/24\/epilog-zu-schriftstellerbegegnungen-1960-2010\/\">Epilog<\/a> zu den <em>Schriftstellerbegegnungen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch die Essays <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28754\">\u00dcber den Zustand der Liebe in lyrischen Texten<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676\">Poetik des Humanen<\/a> \u00fcber Peter Paul Wiplinger.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) setzen die Reihe Kollegengespr\u00e4che in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es lohnt sich, mit Wiplinger mitzugehen. 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