{"id":84516,"date":"2009-12-11T00:01:39","date_gmt":"2009-12-10T23:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=84516"},"modified":"2022-02-17T17:53:11","modified_gmt":"2022-02-17T16:53:11","slug":"kleines-intermezzo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/12\/11\/kleines-intermezzo\/","title":{"rendered":"KLEINES INTERMEZZO"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen\u00fcber der oper, im Heinrichshof, hat die franz\u00f6sische metallwarenfabrik Christofle ihre filiale. Ich mu\u00df t\u00e4glich daran vor\u00fcber. Zum stehenbleiben zwingen die schaufenster nie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einem jahr geschah nun etwas besonderes. Ich wollte wieder vor\u00fcber eilen. Und da gab es mir einen ruck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitten unter den silbernen tafelaufs\u00e4tzen und e\u00dfbestecken \u2013 e\u00dfbestecke f\u00fcr leute, die essen k\u00f6nnen, nach englischem muster, und solche f\u00fcr leute, die nicht essen k\u00f6nnen, nach den entw\u00fcrfen Olbrichs \u2013 befand sich ein pinscher in lebensgr\u00f6\u00dfe. Wei\u00dfes porzellan, glasiert. Nur die augen und die schnauze waren gef\u00e4rbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein erster gedanke war: Kopenhagen. Und ich begann mein urteil \u00fcber Kopenhagen zu mildern. Diesen hund w\u00fcnschte ich wohl zu besitzen. Also: es gibt k\u00fcnstler, die dinge in dieser art schaffen k\u00f6nnen, welche man zu besitzen w\u00fcnscht. Wie hei\u00dft der k\u00fcnstler? Wo lebt er?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich ging hinein. Und frug. Da h\u00f6rte ich, da\u00df der mann vielleicht schon hundertf\u00fcnfzig jahre tot sei. Es war eine kopie aus der fabrik S\u00e8vres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaufen konnte ich mir sie nicht. Aber ich blieb nun t\u00e4glich bei meinem hund stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ging es ein jahr. Aber neulich wurde meine freude zu wasser. Der hund war weg. Ich ging hinein und sagte: Wo ist mein hund?\u00a0Ein amerikaner hatte ihn gekauft. Aber man versprach mir, wieder einen solchen hund kommen zu lassen und in die auslage zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich hoffe, da\u00df die amerikaner das gegen\u00fcberliegende trottoir ben\u00fctzen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84374 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg 201w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-687x1024.jpg 687w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-768x1144.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-1031x1536.jpg 1031w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-560x834.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-260x387.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-160x238.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Adolf Loos war ein \u00f6sterreichischer Architekt, Architekturkritiker und Kulturpublizist. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Seine bekanteste Schrift ist der Vortrag <em>Ornament und Verbrechen<\/em> (1910). Darin wird argumentiert, dass Funktionalit\u00e4t und Abwesenheit von Ornamenten im Sinne menschlicher Kraftersparnis ein Zeichen hoher Kulturentwicklung seien und dass der moderne Mensch wirkliche Kunst allein im Sinne der Bildenden Kunst erschaffen k\u00f6nne. Ornamentale Verzierungen oder andere besondere k\u00fcnstlerische Gestaltungsversuche an einem Gebrauchsgegenstand seien eine ebenso unangemessene wie \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur.<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gegen\u00fcber der oper, im Heinrichshof, hat die franz\u00f6sische metallwarenfabrik Christofle ihre filiale. 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