{"id":84502,"date":"2023-10-10T00:01:23","date_gmt":"2023-10-09T22:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=84502"},"modified":"2021-05-23T17:45:55","modified_gmt":"2021-05-23T15:45:55","slug":"kurze-haare","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/10\/10\/kurze-haare\/","title":{"rendered":"KURZE HAARE"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: right\">Beantwortung einer rundfrage<\/div>\n<div style=\"text-align: justify\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Drehen wir die frage um. Fragen wir die frauen, was sie zu den kurzen haaren der m\u00e4nner sagen. Sie werden wahrscheinlich antworten, da\u00df das eine sache ist, die die m\u00e4nner allein angeht. In Z\u00fcrich hat der leiter eines krankenhauses eine w\u00e4rterin entlassen, weil sie sich die haare schneiden lie\u00df. W\u00e4re es m\u00f6glich, da\u00df eine frau als leiterin eines krankenhauses eine m\u00e4nnliche hilfskraft aus diesem grunde entlassen w\u00fcrde? Denn die m\u00e4nnerhaare sind lang, sie wurden bei den alten germanen in einem schopf zusammengebunden, fielen im mittelalter \u00fcber die schultern und wurden erst zur renaissancezeit, in erinnerung an die r\u00f6mische sitte, geschoren. Zur zeit Ludwigs XIV. wurden sie wieder \u00fcber die schulter getragen, dann zu z\u00f6pfen geflochten (ich rede immer von m\u00e4nnerhaaren), um nach und w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen revolution wieder in langen Schiller-locken \u00fcber die schulter zu fallen. Napoleon trug den c\u00e4sarenkopf. Heute w\u00fcrde man das bubikopf nennen. Auch die frauen lie\u00dfen ihr haar schneiden \u2013 ja, warum denn nicht? \u2013 und nannten diese haartracht tituskopf. Weshalb aber lange haare weiblich und kurze m\u00e4nnlich sein sollen \u2013 dar\u00fcber m\u00f6gen sich die alten weiber unter den m\u00e4nnern den leeren kopf zerbrechen. Den frauen vorschreiben zu wollen, sie m\u00fc\u00dften ihr haar lang tragen, da das lange haar lustgef\u00fchle erzeuge, und die frauen nur dazu da sind, diese erotische spannung zu verschaffen \u2013 das ist eine frechheit! Keine frau w\u00fcrde die schamlosigkeit aufbringen, solche geheimnisse ihres erotischen innenlebens zur moralforderung\u00a0zu erheben. Die frauen tragen hosen, die m\u00e4nner tragen r\u00f6cke \u2013 bei den chinesen. Im abendland ist es umgekehrt. Aber l\u00e4cherlich erscheint es, solche nebens\u00e4chlichkeiten mit der g\u00f6ttlichen weltordnung, mit natur und moral in verbindung zu bringen. Arbeitende frauen tragen hosen oder kurze r\u00f6cke: unsere b\u00e4uerinnen und sennerinnen. Die frauen, die gar nichts zu tun haben, k\u00f6nnen leicht ihre kleider herumschleppen. Aber ein mann, der den frauen vorschriften machen will, sagt damit, da\u00df er die frau als sexualh\u00f6rige betrachtet. Er m\u00f6ge sich lieber mit seiner eigenen kleidung besch\u00e4ftigen. Die frauen werden mit ihrer schon fertig werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84374 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg 201w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-687x1024.jpg 687w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-768x1144.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-1031x1536.jpg 1031w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-560x834.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-260x387.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-160x238.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Adolf Loos war ein \u00f6sterreichischer Architekt, Architekturkritiker und Kulturpublizist. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Seine bekanteste Schrift ist der Vortrag <em>Ornament und Verbrechen<\/em> (1910). Darin wird argumentiert, dass Funktionalit\u00e4t und Abwesenheit von Ornamenten im Sinne menschlicher Kraftersparnis ein Zeichen hoher Kulturentwicklung seien und dass der moderne Mensch wirkliche Kunst allein im Sinne der Bildenden Kunst erschaffen k\u00f6nne. Ornamentale Verzierungen oder andere besondere k\u00fcnstlerische Gestaltungsversuche an einem Gebrauchsgegenstand seien eine ebenso unangemessene wie \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur.<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beantwortung einer rundfrage Drehen wir die frage um. Fragen wir die frauen, was sie zu den kurzen haaren der m\u00e4nner sagen. Sie werden wahrscheinlich antworten, da\u00df das eine sache ist, die die m\u00e4nner allein angeht. In Z\u00fcrich hat der leiter&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/10\/10\/kurze-haare\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":222,"featured_media":84376,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2939],"class_list":["post-84502","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-adolf-loos"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/222"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84502"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84502\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}