{"id":84235,"date":"2010-02-08T00:01:34","date_gmt":"2010-02-07T23:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=84235"},"modified":"2022-02-18T14:12:10","modified_gmt":"2022-02-18T13:12:10","slug":"zur-sache","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/08\/zur-sache\/","title":{"rendered":"Zur Sache"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Ideen nach allen Seiten zu verteidigen hat nicht viel mehr Sinn, als sich \u00fcberallhin entschuldigen, da\u00df man geboren ist. Ich schrieb in der vorigen Nummer ein paar sehr einfache Worte, um zu sagen, was wir vom heutigen Ausstellungswesen erhoffen. Die Folge ist nat\u00fcrlich Widerspruch.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Ideen verdr\u00e4ngen Raum; sie dr\u00e4ngen in die vorhandenen Ideen hinein, stocken, werden verstellt, aber wirken heimlich, bis der Tag kommt, an dem sie herrschen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Aber auf eine Sache lohnt es sich, nochmals den Finger zu legen: Ich schrieb: \u00bbWir Maler schaffen nicht so sehr Bilder als Ideen\u00ab und schrieb diesen Satz mit gutem Bewu\u00dftsein. Warum nimmt man Ansto\u00df an dieser Sache? Warum wird man beschworen, sie nicht zu sagen? Will man leugnen, da\u00df unsre gegenw\u00e4rtige Zeit unter diesem Zeichen der \u00bbneuen Ideen\u00ab steht? Wer unsre Zeit kennt und liebt, sieht hierin ihre Pracht und trunkene Sch\u00f6nheit. Nicht die einzelnen Bilder sind dem Gegenwartsmenschen Selbstzweck und Hauptsache, sondern die Ideen, der Ideenkomplex, den die einzelnen Werke bilden.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Es wird eine neue Welt gebaut. Das einzelne Bild wird einem sp\u00e4teren Beschauer einmal Hauptsache, Einzelprodukt sein; dann geh\u00f6rt es, etikettiert, in das \u00bbMuseum des zwanzigsten Jahrhunderts\u00ab. Wir aber wollen unsern Zeitgenossen \u00bbIdeen\u00ab zeigen, den G\u00e4rstoff der neuen Zeit, um die wir ringen. Das allein ist uns Hauptsache und mu\u00df es uns sein. Wir sind in der Tat keine gro\u00dfen Kunsthandwerker, wie sie manche reifen Zeiten kannten, sondern J\u00e4ger auf neuen Spuren.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wo heute handwerklich im alten Sinne Bilder \u3008,\u3009 \u00bbnur Bilder\u00ab gemalt werden, handelt es sich gar nicht mehr um Kunst. Diese Kunst gibt es heute nicht und kann es nicht geben. Wir haben heute keine Basis, auf der handwerkliches Kunstschaffen erbl\u00fchen kann. Wir leben in der Zeit eines ungeheuren Umschwunges aller Dinge, aller Ideen. Es gibt heute Menschen, die wie die ersten Christen, Jahrtausende vor sich tanzen sehen. Ideen schwirren in der Luft wie Geschosse im Gefecht. Wir haben keine Zeit, die Kn\u00f6pfe an unserer Uniform zu putzen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wer dies nicht f\u00fchlt, wer diese fruchtbare und heilige Zeit nicht liebt, geh\u00f6rt nicht zu ihr und ihrem Werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-e1621242809104.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84086 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-159x300.jpg\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"300\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/01\/in-eigener-sache\/\">In eigener Sache<\/a>), der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013 <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die K\u00fcnstlerbucher sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Seine Ideen nach allen Seiten zu verteidigen hat nicht viel mehr Sinn, als sich \u00fcberallhin entschuldigen, da\u00df man geboren ist. 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