{"id":84223,"date":"2008-03-08T00:01:54","date_gmt":"2008-03-07T23:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=84223"},"modified":"2022-02-18T14:14:18","modified_gmt":"2022-02-18T13:14:18","slug":"grenzen-der-kunst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/08\/grenzen-der-kunst\/","title":{"rendered":"Grenzen der Kunst"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die\u00a0merkw\u00fcrdigste Erscheinung ist die selbstgewollte Unfreiheit der K\u00fcnstler. Alles spezifisch K\u00fcnstlerische in der Malerei ist heute streng verboten; nur ganz verstohlen und verdeckt d\u00fcrfen die Maler die k\u00fcnstlerische Note in ihre Bilder einschmuggeln; das Publikum, selbst der Kenner \u00fcbersieht es dann gn\u00e4dig; besonders raffinierte Meister in diesem Schmuggel waren die Impressionisten, nicht zum wenigsten C\u00e9zanne. Und die ganze Kunstwelt ging auf die Kom\u00f6die ein. \u00bbBeobachten [Sie] die Naturwahrheit dieser Pfirsiche oder des Wintertags\u00ab; \u00bbwie wunderbar ist dieser Akt, diese Bewegung, diese H\u00fcfte!\u00ab Es gilt n\u00e4mlich als besondere Meisterschaft, was eine ganz und gar nebens\u00e4chliche Sache ist, unk\u00fcnstlerische K\u00f6pfe zu interessieren, ohne ganz unk\u00fcnstlerisch zu werden, \u2013 ein selbstgew\u00e4hltes Martyrium.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Am freiesten arbeiten glaub ich die zwar \u00e4u\u00dferst seltenen Dichter; wenigstens haben die Schriftsteller es beim Publikum durchgesetzt, da\u00df bei ihnen der Mond in das Zimmer spazieren darf; man darf sogar eine Sonne im Herzen tragen, Sterne herunterholen und so weiter. Aber lassen Sie einmal einen Maler den Mond in einer Stube aufh\u00e4ngen oder auf den Tisch legen und so weiter. Manches ist auf Verordnungswegen erlaubt worden, z.B. einem Pferde Fl\u00fcgel ansetzen; aber man mu\u00df das Patent \u00bbPegasus\u00ab darunter schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-e1621242809104.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84086 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-159x300.jpg\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"300\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/01\/in-eigener-sache\/\">In eigener Sache<\/a>), der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013 <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die\u00a0merkw\u00fcrdigste Erscheinung ist die selbstgewollte Unfreiheit der K\u00fcnstler. 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