{"id":84192,"date":"2014-09-26T00:01:52","date_gmt":"2014-09-25T22:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=84192"},"modified":"2022-02-18T13:08:04","modified_gmt":"2022-02-18T12:08:04","slug":"august-macke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/09\/26\/august-macke\/","title":{"rendered":"August Macke"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"aCOpRe\" style=\"color: #999999;\">Vor 100 Jahren ist der aus Meschede im Sauerland stammende\u00a0August Macke in einem sinnlosen Krieg bei Perthes-l\u00e8s-Hurlus gefallen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Blutopfer, das die erregte Natur den V\u00f6lkern in gro\u00dfen Kriegen abfordert, bringen diese in tragischer [Begeisterung], reueloser Begeisterung.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Die Gesamtheit reicht sich in Treue die H\u00e4nde und tr\u00e4gt stolz, [und ohne Klage] unter Siegeskl\u00e4ngen den Verlust.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Der Einzelne, dem der Krieg das liebste Menschengut gemordet hat, w\u00fcrgt in der Stille die Thr\u00e4nen hinunter; der Jammer kriecht wie der Schatten hinter den Mauern. Das Licht der \u00d6ffentlichkeit kann und soll ihn nicht sehen; denn die Gesundheit des Ganzen will es so.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Aber die gro\u00dfe Rechnung des Krieges ist [da] mit allem dem nicht beglichen. Das grausame Ende kommt schleichend, langsam, sicher nach, in Zeiten, in denen der Quell des Leides nur mehr langsam rinnt.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Dieses Furchtbare ist der Zufall des Einzeltodes, der mit jeder t\u00f6tlichen Kugel das sp\u00e4tere Geschick des Volkes [beeinflu\u00dft] unerbittlich bestimmt und verschiebt. Im Kriege sind wir alle gleich. Aber unter tausend Braven trifft eine Kugel einen <i>Unersetzlichen.<\/i> Mit seinem Tode wird der Kultur eines Volkes eine Hand abgeschlagen, ein Auge blind gemacht.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wie viele und [gro\u00dfe] schreckliche Verst\u00fcmmelungen mag dieser grausame Krieg unserer zuk\u00fcnftigen Kultur gebracht haben! Wie mancher junge Geist mag gemordet sein, den wir nicht kannten und der unsre Zukunft in sich trug.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Und manchen kannten wir gut, ach nur zu gut!<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">August Macke, der \u00bbjunge Macke\u00ab ist tot.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wer sich in diesen letzten, ereignisvollen Jahren um die neue deutsche Kunst gesorgt hat, wer etwas von unsrer k\u00fcnstlerischen Zukunft ahnte, der kannte Macke. Und die [ihn kannten wie] mit ihm arbeiteten, wir, seine Freunde, [die] wir wu\u00dften, welche heimliche Zukunft dieser geniale Mensch in sich trug. Mit seinem Tode knickt eine der sch\u00f6nsten und k\u00fchnsten Kurven unsrer deutschen k\u00fcnstlerischen Entwicklung ja \u3008sic!\u3009 ab; keiner von uns ist im Stande, sie fortzuf\u00fchren. Jeder zieht seine eigene Bahn; und wo wir uns begegnen werden, wird er immer fehlen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wir Maler wissen gut, da\u00df mit [seinem Wegscheiden] dem Ausscheiden seiner Harmonien die <i>Farbe<\/i> in der deutschen Kunst [verblassen] um mehrere Tonfolgen verblassen mu\u00df und einen stumpferen, trockeneren [Klang] Ton bekommen wird. Er hat vor uns allen der Farbe den hellsten und reinsten Klang gegeben, so [hell] klar und hell als sein ganzes Wesen war. Gewi\u00df ahnt das Deutschland von heute [noch] nicht, was alles es diesem jungen, toten Maler schon verdankt, wieviel er gewirkt und wieviel ihm gegl\u00fcckt ist. Alles was [er] seine geschickten H\u00e4nde anfa\u00dften und [dem er] wer ihm nahe kam, wurde lebendig, jede Materie und am meisten die Menschen, die er magisch in den Bann seiner Ideen zog. Wie viel verdanken wir Maler [selbst] in Deutschland ihm! Was er nach au\u00dfen ges\u00e4t, wird noch Frucht tragen und wir als seine Freunde wollen sorgen, da\u00df sie nicht heimlich bleibt.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Aber sein Werk ist abgebrochen, trostlos, ohne Wiederkehr. Der gierige Krieg ist um einen Heldentod reicher, aber die deutsche Kunst ist [zugleich] um einen Helden \u00e4rmer geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-e1621242809104.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84086 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/FranzMarc-159x300.jpg\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"300\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/01\/in-eigener-sache\/\">In eigener Sache<\/a>), der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013 <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 100 Jahren ist der aus Meschede im Sauerland stammende\u00a0August Macke in einem sinnlosen Krieg bei Perthes-l\u00e8s-Hurlus gefallen Das Blutopfer, das die erregte Natur den V\u00f6lkern in gro\u00dfen Kriegen abfordert, bringen diese in tragischer [Begeisterung], reueloser Begeisterung. 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