{"id":83950,"date":"1993-02-17T00:01:20","date_gmt":"1993-02-16T23:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83950"},"modified":"2021-05-12T10:17:36","modified_gmt":"2021-05-12T08:17:36","slug":"das-forellenquintett","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/02\/17\/das-forellenquintett\/","title":{"rendered":"das Forellenquintett"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">M\u00fcnchen, 17.2.1943<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Lisa!<br \/>\nIch lasse mir gerade das Forellenquintett vom Grammophon vorspielen. Am liebsten m\u00f6chte ich da selbst eine Forelle sein, wenn ich mir das Andantino anh\u00f6re. Man kann ja nicht anders als sich freuen und lachen, sowenig man unbewegten oder traurigen Herzens die Fr\u00fchlingswolken am Himmel und die vom Wind bewegten knospenden Zweige in der gl\u00e4nzenden jungen Sonne sich wiegen sehen kann. O, ich freue mich wieder so sehr auf den Fr\u00fchling. Man sp\u00fcrt und riecht in diesem Ding von Schubert f\u00f6rmlich die L\u00fcfte und D\u00fcfte und vernimmt den ganzen Jubel der V\u00f6gel und der ganzen Kreatur. Die Wiederholung des Themas durch das Klavier \u2013 wie kaltes klares perlendes Wasser, oh, es kann einen entz\u00fccken.<br \/>\nLass doch bald von Dir h\u00f6ren.<br \/>\nHerzlichst!<br \/>\nDeine Sophie<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-83952 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover-197x300.jpg 197w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover-260x396.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover-160x243.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1993\/02\/Scholl_Cover.jpg 328w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Die Namen Hans und Sophie Scholl sind mit der studentischen Widerstandsgruppe \u00bbDie Wei\u00dfe Rose\u00ab untrennbar verbunden. Die von Inge Jens besorgte Edition ihrer Briefe und Aufzeichnungen enth\u00e4lt eine F\u00fclle bisher unver\u00f6ffentlichter Seiten, die das Bild von Hans und Sophie Scholl vertiefen, Ursprung, Zusammenh\u00e4nge und Motivationen ans Licht heben. Hans und Sophie Scholl selber bekunden, wie sie sind und sich bilden.<br \/>\nBestimmend f\u00fcr die Geschwister sind Elternhaus, s\u00fcddeutsche Art, Elemente der Jugendbewegung, reifende Religiosit\u00e4t und mit ihr die Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr Lehre und Umgang der den Nationalsozialismus verdammenden katholischen Schriftsteller Carl Muth und Theodor Haecker. Die ernsthafte Besch\u00e4ftigung mit bildenden K\u00fcnsten und Musik; Freundschaften, Wandern und Sport, die Erfahrung von Fr\u00f6belschule, Reichsarbeitsdienst, Studium, Kriegsdienst an West- und Ostfront tragen bei zur Auflehnung gegen die Unterdr\u00fccker. Keine Todessehnsucht, aber Todesbereitschaft inmitten von Lebensbejahung und Zuversicht, immer auf der Suche nach der Wahrheit, nach Gott, immer im Zeichen dessen, was dieser Menschen Leitendes und ihre letzte Botschaft war: Freiheit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen, 17.2.1943 Liebe Lisa! Ich lasse mir gerade das Forellenquintett vom Grammophon vorspielen. Am liebsten m\u00f6chte ich da selbst eine Forelle sein, wenn ich mir das Andantino anh\u00f6re. 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