{"id":83685,"date":"2023-09-30T00:01:37","date_gmt":"2023-09-29T22:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83685"},"modified":"2022-08-06T16:21:53","modified_gmt":"2022-08-06T14:21:53","slug":"die-analoge-mail-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/09\/30\/die-analoge-mail-revisited\/","title":{"rendered":"Die analoge mail \u2022 Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ein <em>Briefwechsel<\/em> ist ein <em>Gespr\u00e4ch unter Abwesenden.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wahrscheinlich erste rhetorische Brieftheorie \u00fcber diesen Austausch stammt vermutlich von Artemon aus dem 1. Jahrhundert. Im Vorwort seiner Aristoteles-Briefausgabe nennt er den Brief die eine H\u00e4lfte eines Dialoges, den Briefwechsel \u201eein Gespr\u00e4ch unter Abwesenden\u201c. Seit jeher dienen Briefe der Kommunikation, der Selbst- und Fremdinszenierung, der Selbstaussprache und Reflexion oder der Beziehungsarbeit. Sie sind komplex, \u00fcberstrukturiert \u2013 und zuweilen ist es eine Freude sie zu lesen. Die Funktionen, die Briefe \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, sind von ihrer \u00c4sthetik nicht zu trennen, dies beschreibt der Band \u201eBriefKunst. Der andere Blick auf Korrespondenzen\u201c eindr\u00fccklich. Augenf\u00e4llig wird die \u00c4sthetik, wenn die Briefe beispielsweise Zeichnungen enthalten oder wenn sie Teil eines fiktionalen Werks sind. Sie k\u00f6nnen aber auch einen Imaginationsraum entwerfen und so zu Sprachkunstwerken werden. Jeder Brief der hier untersucht wird, hat seine eigene sprachliche oder ph\u00e4notypische \u00c4sthetik.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Eine Wechselrede unter Freunden in Abwesenheit.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Cicero<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-103904 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/BriefKunst-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" \/>KUNO betrachtet die die Sonderstellung des Briefes als Medium der Kommunikation. Diesem Medium wird die F\u00e4higkeit zuerkannt, <em>Spiegel der Seele<\/em> zu sein oder eine Pr\u00e4senz zwischen den Briefpartnern herzustellen, die deren r\u00e4umliche Trennung nachgerade aufzuheben vermag. Zu diesen, in der Theorie genannten Aspekten, treten noch vielf\u00e4ltige Formen der Selbstrepr\u00e4sentation, die h\u00e4ufig bereits ein \u00fcber den prim\u00e4ren Adressaten hinausgehendes breiteres Publikum im Blick hatten. Der Band \u201eBriefKunst\u201c versammelt Beitr\u00e4ge, die die Verbindung von Brief und Kunst ernst nehmen und die Briefe als eigenst\u00e4ndige \u201aWerke\u2018 beschreiben. In kurzen Essays, die an die Liebesbriefforschung von Renate Stauf anschlie\u00dfen, tritt diese \u00c4sthetik von Briefen hervor, er schreitet ein weites Feld ab, das vom Mittelalter bis in die Moderne reicht. Die in diesem Buch angedeuteten vielf\u00e4ltigen kommunikativen M\u00f6glichkeiten des Briefs werden hier dargelegt. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei die grundlegenden Konstituenten eines Briefs, n\u00e4mlich \u201aAdressant\u2018 bzw. Absender und \u201aAdressat. Gefragt wird nach dem Verh\u00e4ltnis von Personenkonstellation, Kontext und Kommunikationsstruktur eines Briefs, aber auch wie sich die verschiedenen im Brief zu greifenden kommunikativen Strategien in der textinternen Modellierung von Adressant und Adressat niederschlagen. Die Frage nach der Literarizit\u00e4t von Briefen schlie\u00dft sich unmittelbar an diesen Aspekt der Briefkultur an. Gerade bei Schriftstellern k\u00f6nnen Briefe oder Briefwechsel nicht nur wichtige biografische Details liefern. Sie k\u00f6nnen \u00fcberdies zur hermeneutischen Handreichung werden, neben der Werkerkl\u00e4rung mitunter gleichberechtigt neben das Werk treten, im gelingenden Fall zu einem <em>Kollegengespr\u00e4ch<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Augenblicklichkeit und Fl\u00fcchtigkeit gehen auch beim <em>elektronischen Brief<\/em> eine untrennbare Verbindung ein. Die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> demonstrieren die kommunikative Bedeutung einer untergegangenen Kulturtechnik<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4279\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"257\" \/><\/a>Zwischen 1995 und 1999 hat A.J. Weigoni im Rahmen seiner Arbeit f\u00fcr den VS (Verband Deutscher Schriftsteller in der IG Druck und Papier) <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> mit Schriftstellern aus Belgien, Deutschland, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich und der Schweiz gef\u00fchrt. Sie arbeiteten am gleichen \u201eProdukt\u201c, an der deutschen Sprache. Die Publikation ist zum 30. Jahrestag des VS erschienen. Eines der wichtigsten Medien, die Aufschlu\u00df \u00fcber Intentionen, Erfahrungen und Einstellungen von Autorinnen und Autoren gibt, ist heute beinahe v\u00f6llig verschwunden. An die Stelle der Briefpost ist weitgehend die elektronische Mail getreten. Der Briefwechsel aus der Reihe <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kollegen.htm\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a> demonstriert die kommunikative Bedeutung einer untergegangenen Kulturtechnik. Diese Dialoge sind zugleich literarische Dialoge und dialogische Literatur, wir lesen Dialoge der Schriftsteller auf die Spur dieser Beziehungen und Interaktionen in doppeltem Sinne. Die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> sind eine lesenswerte Parallelerz\u00e4hlung zu Biografie und literarischem \u0152uvre.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Gef\u00e4hrliche Briefschaften<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_98410\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-image-98410 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/RomanCoverMotiv-e1645710376253.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-caption-text\">Postwertzeichen erschienen zum 20. Jahrestag der DDR. Entwertet am 9. November 1989<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Schriftstellern ein Interview zu f\u00fchren, ist &#8211; um es diplomatisch zu sagen: schwierig. A.J. Weigoni ist \u00fcberzeugt davon, da\u00df ein Gespr\u00e4ch zwischen Menschen, die sich nicht kennen, unm\u00f6glich ist, Menschen die ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren wollen, sind bereits verd\u00e4chtig. Der Leser, der solche Kollegengespr\u00e4che liest, m\u00f6chte vor allem eines: sein Augenmerk f\u00fcr die Interviewten sch\u00e4rfen; ihre Texte mit neuer Intensit\u00e4t oder neuem Hintergrundwissen (wieder)lesen. Der Briefwechsel ist eine Realistion der Distanzkommunikation, der Textsorte <em>Brief<\/em> ging die Individualisierung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft voraus. In kaum einem anderen Ph\u00e4nomen wie dem weit verzweigten Briefverkehr spiegeln sich wesentliche sozial-, literatur-, kultur- und geistesgeschichtliche Prozesse. Selbstreflexion und subjektive Wirklichkeitswahrnehmung wurden zu Kommunikationsinhalten, \u00fcber deren Thematisierung sich eigene Identit\u00e4t und soziale Beziehung zur Umwelt manifestierten. Man verabschiedete sich im 18. Jahrhundert von den Vorgaben der weit verbreiteten Briefsteller. Daher betrachtet Weigoni das Projekt <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> als eine eigenst\u00e4ndige literarische Form, die sich auch als Inszenierung oder Ritual beschreiben l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Schreibe wie du redest, so schreibst du sch\u00f6n.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Lessing<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_4671\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Briefmarke-05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4671\" class=\"wp-image-4671 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Briefmarke-05.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"257\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Briefmarke-05.jpg 340w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Briefmarke-05-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4671\" class=\"wp-caption-text\">Aus der Reihe post . WERT : [zeichen I von Adolf Tuma<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni hielt dem jeweiligen Interview-Partner zwischen 1995 und 1999 nicht einfach ein Mikrofon entgegen, er brachte in das Gespr\u00e4ch vor allem seine eigenen Erfahrungen mit ein. Ausgangspunkt war die Rezeption von Literatur im neuen Deutschland. Mit seinen Gespr\u00e4chspartnern stimmte Weigoni weitestgehend darin \u00fcberein, da\u00df man Literatur nicht nur den &#8222;Fachleuten&#8220; \u00fcberlassen sollte. Der Begriff \u2018Immunit\u00e4t\u2019 hat unsere Weltanschauung, das Selbst- und Weltbild des modernen Menschen, nachhaltig gepr\u00e4gt. Sprache ist demzufolge ein Virus, das sich \u2013 von Mund zu Mund, von Buch zu Buch, von Website zu Website \u2013 schneller vermehrt, als die Diskurspolizei erlaubt. Das scheint ganz besonders f\u00fcr die Sprache der Infektion selbst zu gelten, von der Semantik der Ansteckung. Dies geschieht umso leichter, wenn die fraglichen W\u00f6rter ihrerseits bereits mit Bildern infiziert sind, die urspr\u00fcnglich nicht der wissenschaftlichen Sph\u00e4re entstammen, sondern der poetischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Kann es eigentlich eine Sprache geben, die den Lesern nicht auf die Nerven geht?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diese Form von Gespr\u00e4chen nahmen sich die Schriftsteller Zeit. Viel Zeit. Oft mehrere Monate. Mit einem etwas veralteten Medium \u2013 dem Briefeschreiben? &#8211; stellten sie sich Fragen, die auch eine breitere \u00d6ffentlichkeit interessierte. Im Laufe der Zeit ergab das allm\u00e4hlich die Form einer journalistischen Gattung, des Interviews, bei dem im g\u00fcnstigsten Fall zwei Insider \u00fcber das reden, von dem sie mehr verstehen als &#8222;Literatur\u2013Wissenschaftler&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Deutschsprachige Literatur als demoskopisches K\u00fcchenst\u00fcck?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obzwar unter den Zeltschr\u00e4gen eines gemeinsamen Umschlages, bilden die Schriftsteller dieses Projekts keine einheitliche Gruppe. Es gibt keinen gemeinsamen arspoeticagleichen Ansatzpunkt als den, Literatur anders einzuordnen, um schlie\u00dflich eine Art literaturkritischer Mutation hervorzuzaubern. Eben durch die Unterschiedlichkeit der Texte, durch die Unvereinbarkeit der gezielten Darlegungen und dank dieser Inkompatibilit\u00e4t wird an den Autoren die gegenw\u00e4rtigen Lage der kulturellen Gesellschaft deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">A.J. Weigoni treibt die Neugierde in Sachen Literatur, nicht\u00a0 akademische Meriten<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Literaturbetrieb gleicht einem Adler, der in die L\u00fcfte aufsteigt, obzwar er gebrochene F\u00fc\u00dfe hat, die ihm jedwede Landung verwehren. Heutzutage scheint Literatur der Inbegriff des Fragmentarismus, der unsere Zeit ansteckt, dadurch charakterisiert und die typisch fin-de-si\u00e8cle-belastete Verwirrung und Fassungslosigkeit der Methoden, der existentiellen Werkzeuge zum Ausdruck bringt. Diese Autoren wagen, jeder auf seine Art und Weise, eine Berufung der Methode einzulegen, indem sie eine Berufung der Rhetorik heraufbeschw\u00f6ren. Die alten Fragen der Literatur bleiben erhalten, wie die nach dem Geschlechterverh\u00e4ltnis oder dem Rest Unerkl\u00e4rlichem, das sich der menschlichen Erkenntnis entzieht. Deshalb sollte sich die neue Literatur nicht frontal gegen die Religionen stellen. Aber sie muss die sogar bei Atheisten bislang unzureichend ausgebildete Anschauung st\u00e4rken, da\u00df Moral und Ethik keineswegs nur \u00fcber religi\u00f6se \u00dcberzeugungen funktionsf\u00e4hig werden. Es geht um eine Erweiterung des literarisches Feldes.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die Kunst des Fragens und die Kunst des Antwortens<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Briefmarke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16698 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Briefmarke.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"134\" \/><\/a>In den Gespr\u00e4chen mit den Autoren: Karlheinz Barwasser \/ Holger Benkel \/ Patricia Brooks \/ Barbara Ester \/ Klas Ewert Everwyn \/ GRAF\u2013X \/ Wolfgang Kammer \/ Bruno Kartheuser \/ Axel Kutsch \/ Jens Neumann \/ Ulrich Peters \/ Andr\u00e9 Ronca \/ Ioona Rauschan \/ Dieter Scherr \/ Robert Stauffer \/ Angelika Voigt \/ Dieter Walter \/ Eva Weissweiler wird ein Blick in die Arbeitszimmer der Schriftsteller der 1990er-Jahre geworfen. Man erf\u00e4hrt viel \u00fcber ihre Arbeit an Lyrik, Prosa, Drama und \u00fcber Arbeitstechniken im Studio, auf der B\u00fchne oder im Internet. Und das aus erster Hand.<\/p>\n<p class=\"rez\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Briefe geh\u00f6ren unter die wichtigsten Denkm\u00e4ler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"rez\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Goethe<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verflechtungen von Poesie, Kunsttheorie, pers\u00f6nlicher Biographie und politischen Ereignissen, von Leben, Film und Literatur, von Querverweisen zwischen Literatur und Kunst und von Bezugslinien zwischen Vergangenheit, Gegenwart und schlie\u00dflich sogar der Zukunft machen die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> zu einer komplexen Lekt\u00fcre. Die Unmittelbarkeit und Dringlichkeit des Schreibens aber wiegen die Beschwernis der labyrinthischen Gedankenwege, die lesend nachvollzogen werden m\u00fcssen, wieder auf. Die Literatur er\u00f6ffnet eine Dimension, die f\u00fcr die Gesellschaft v\u00f6llig unverzichtbar ist. Literatur ist nicht nur Dekor des Lebens, das neue Gesellschaftsmodell ben\u00f6tigt neue Literaturformen. \u00dcber Verfremdungen dr\u00fcckt Literatur die Befindlichkeiten, W\u00fcnsche, Hoffnungen und Bef\u00fcrchtungen der Menschen aus. In Zeiten tiefgreifender Ver\u00e4nderungen verschwimmen deshalb auch die Grenzen zwischen den so genannten Literaturproduzenten und dem so genannten Publikum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BriefKunst<\/strong>. Der andere Blick auf Korrespondenzen<strong><em>. <\/em><\/strong>Gesammelte Essays f\u00fcr Renate Stauf, von Carolin Bohn, Maria Frommhold und Christian Wiebe (Hg.) Universit\u00e4tsverlag Winter, Heidelberg 2021.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4614 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke-03-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke-03-300x226.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Briefmarke-03.jpg 414w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den B\u00fccherberg nicht zu vergr\u00f6ssern waren die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> Buch als Print on demand erh\u00e4ltlich. Aus Recherchegr\u00fcnden hat der vordenker die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> ins Netz gestellt. Sie k\u00f6nnen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kollegen.htm\">hier<\/a> abgerufen werden. Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) setzen diese Reihe in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Briefwechsel ist ein Gespr\u00e4ch unter Abwesenden. Die wahrscheinlich erste rhetorische Brieftheorie \u00fcber diesen Austausch stammt vermutlich von Artemon aus dem 1. Jahrhundert. Im Vorwort seiner Aristoteles-Briefausgabe nennt er den Brief die eine H\u00e4lfte eines Dialoges, den Briefwechsel \u201eein Gespr\u00e4ch&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/09\/30\/die-analoge-mail-revisited\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":98948,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,106,115,104,1118,108,3756,3758,110,111,105,1933,94,36,60,1570,3757,107,116,1569,1568],"class_list":["post-83685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-andre-ronca","tag-angelika-voigt","tag-axel-kutsch","tag-barbara-ester","tag-bruno-kartheuser","tag-carolin-bohn","tag-christian-wiebe","tag-dieter-scherr","tag-dieter-walter","tag-eva-weissweiler","tag-graf-x","tag-holger-benkel","tag-ioona-rauschan","tag-jens-neumann","tag-karlheinz-barwasser","tag-maria-frommhold","tag-patricia-brooks","tag-robert-stauffer","tag-ulrich-peters","tag-wolfgang-kammer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83685"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83685\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103906,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83685\/revisions\/103906"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98948"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}