{"id":83588,"date":"2011-01-04T00:01:47","date_gmt":"2011-01-03T23:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83588"},"modified":"2022-05-02T15:52:08","modified_gmt":"2022-05-02T13:52:08","slug":"die-dreifalzgikeit-der-nonkonformistischen-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/01\/04\/die-dreifalzgikeit-der-nonkonformistischen-literatur\/","title":{"rendered":"Die Dreifalzgikeit der Nonkonformistischen Literatur"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Victor Otto Stomps, 72. Der Knittel-Poet, Fabel-Dichter und Verleger ohne Mehrwert (so sein Autor Horst Bingel), als VauO unter Deutschlands Literaten l\u00e4ngst legend\u00e4r, hat fast ein halbes Jahrhundert lang in seinen Kleinverlagen (Rabenpresse, Eremiten-Presse, Neue Rabenpresse) junge Talente, von G\u00fcnter Eich bis G\u00fcnter Bruno Fuchs, entdeckt, gef\u00f6rdert und von Hand gedruckt \u2013 um sie dann ohne Harm zu gr\u00f6\u00dferen H\u00e4usern ziehen zu lassen: Wenn ein Autor uns wegrennt, so lautete das Stomps-Credo, ist unser Ziel erreicht. Der den Nazis als Verleger j\u00fcdischer und linker Autoren mi\u00dfliebige Bohemien aus einer Krefelder B\u00fcrgerfamilie, der im Ersten Weltkrieg Oberleutnant gewesen war, wich im Zweiten in die Wehrmacht aus und brachte es zum Oberstleutnant und Regimentskommandeur bei der Artillerie. Die letzte Zeit seiner zeitlebens \u00bbbewu\u00dft auf Erfolglosigkeit fixierten Existenz\u00ab (Stomps-Autor Peter Hamm) verbrachte der Fontane-Preistr\u00e4ger von 1965 im st\u00e4dtischen Altersheim zu Berlin-Kreuzberg, wo ihn kaum einer kannte.\u00ab<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Spiegel, 13.04.1970<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_83532\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2000\/04\/VOStomps.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83532\" class=\"wp-image-83532 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2000\/04\/VOStomps.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"205\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2000\/04\/VOStomps.jpg 224w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2000\/04\/VOStomps-160x146.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-83532\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4t V.O. Stomps \u00a9\u00a0Minipressen-Archiv<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Rabenpresse<\/em> war der Name des Verlages, der 1926 von Victor Otto Stomps und Hans Gebser in Berlin zusammen mit der Druckerei <i>Stomps &amp; Gebser. Buch- und Kunstdruckerei \u2013 Verlagsanstalt<\/i> gegr\u00fcndet wurde. Sie bot zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus einen gewissen Freiraum f\u00fcr einige Autoren, die den Machthabern missliebig waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zu den etablierten Gro\u00dfverlagen konzentrierte sich die Rabenpresse auf die kleine Form und produzierte geringe Auflagen in hoher handwerklicher Qualit\u00e4t. Sie wandte sich besonders der Lyrik und Erstlingswerken junger Autoren zu.<span id=\"Vorgeschichte_und_Anf\u00e4nge\" class=\"mw-headline\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eigentliche Verlagsproduktion der Rabenpresse begann erst 1932, bis dahin hatte der Verlag nur neun B\u00fccher herausgebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele der in der Rabenpresse erschienenen Werke stammen von expressionistisch gepr\u00e4gten Autoren. Stomps sah als Verleger sein Vorbild in Alfred Richard Meyer, genannt \u201eMunkepunke\u201c, der seit 1907 in eigenen Verlagen und Zeitschriften insbesondere die expressionistische Lyrik gef\u00f6rdert hatte. Meyers Werk <i>Munkepunkes f\u00fcnfzig t\u00f6richte Jungfrauen<\/i> erschien in der Rabenpresse, ein weiteres Beispiel ist <i>Terzinen f\u00fcr Thino<\/i> von Paul Zech, wobei mit <i>Thino<\/i> Else Lasker-Sch\u00fcler gemeint ist. Insgesamt war der Verlag aber keiner bestimmten literarischen Tendenz verpflichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem besonders gepflegten \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild der Ausgaben der Rabenpresse geh\u00f6rte auch, dass die meisten B\u00e4nde mit Illustrationen oder wenigstens einer Titelzeichnung von teilweise bekannten K\u00fcnstlern ausgestattet waren, die diese unentgeltlich zur Verf\u00fcgung stellten. F\u00fcr Oschilewskis <i>Gesang der Sterne<\/i> stellte Frans Masereel einen Holzschnitt her, Hannah H\u00f6ch lieferte Illustrationen zu <i>Scheingehacktes<\/i> 1935 von Til Brugmann, ihrer langj\u00e4hrigen Lebensgef\u00e4hrtin. 1933 erschien Horst Langes Erz\u00e4hlung <i>Die Gepeinigten<\/i> mit Original-Holzschnitten des mit ihm befreundeten schlesischen Bildhauers Joachim Karsch, und 1936 trug Alfred Kubin die Titelzeichnung zu Stomps\u2019 <i>Fabel von Paul und Maria<\/i> bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stomps experimentierte au\u00dferdem gerne mit Schriften und anderen typographischen Elementen, zum Beispiel mit ungew\u00f6hnlichen Papiersorten. So druckte er von Zechs <i>Terzinen f\u00fcr Thino<\/i> eine Sonderausgabe auf B\u00fcttenpapier, und die beiden Nummern der Reihe <i>Das Mundtuch<\/i> sogar titelgerecht auf Serviettenpapier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die ersten B\u00fccher des Schriftstellers Werner Helwig erschienen bei ihm (<i>Die \u00c4tna Ballade<\/i> 1934 und <i>Nords\u00fcdliche Hymnen<\/i> 1935).<span id=\"Wachsende_Probleme_ab_Mitte_der_30er_Jahre\" class=\"mw-headline\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Deutschland w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus hatte der Verlag in der Berliner Literaturszene eine besondere Bedeutung, da er anfangs noch einen begrenzten Freiraum bieten konnte. Stomps passte sich nicht dem Geschmack der Machthaber an und k\u00fcmmerte sich auch nicht darum, ob die Werke seiner Autoren bereits den B\u00fccherverbrennungen anheimgefallen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 1931 veranstaltete die Rabenpresse regelm\u00e4\u00dfig Leseabende mit Autoren wie Horst Lange, dessen Roman <i>Ulanenpatrouille<\/i> sp\u00e4ter durch die Nationalsozialisten verboten werden sollte, Hermann Kasack, Oskar Loerke, Paul Zech, Werner Bergengruen, Herbert Fritsche, George A. Goldschlag, A. N. Stenzel, Max Herrmann-Nei\u00dfe und vielen anderen. Diese Veranstaltungen waren den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge und ein Grund f\u00fcr den zunehmenden Druck, den diese auf die Rabenpresse aus\u00fcbten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1933 erschien die Erz\u00e4hlung <i>Die Gepeinigten<\/i> und 1935 ein weiterer Text von Horst Lange, 1934 der Gedichtband <i>Preu\u00dfische Wappen<\/i> der J\u00fcdin Gertrud Kolmar, die 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die finanzielle Situation der Rabenpresse war stets prek\u00e4r, selbst nach der sehr erfolgreichen Ver\u00f6ffentlichung im Jahre 1934 der <i>Briefe an R. M. Rilke<\/i> von Lisa Heise, deren Erstauflage von eintausend Exemplaren bereits weit \u00fcber den f\u00fcr die Rabenpresse normalen drei- bis f\u00fcnfhundert lag. Im Mai 1937 musste Stomps auf Druck der Nationalsozialisten und aus finanziellen Gr\u00fcnden den Verlag verkaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in der Rabenpresse 112 B\u00fccher erschienen. Der Verlag wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges von Ernst Winkler weitergef\u00fchrt. Diese B\u00fccher haben dann nicht mehr das eckige Rabenpressensignet, sondern ein kursives R in einem Kreis. Victor Otto Stomps stellte bis 1943 noch Privatdrucke her, wie zum Beispiel zwei kleine Ver\u00f6ffentlichungen von Oskar Loerke 1938 und 1939.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der nonkonformistische Geist der <em>Rabenpresse<\/em> wurde von Josef \u201eBiby\u201c Wintjes in die BRD transferiert<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-image-65501 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Josef \u201eBiby Wintjes. Portr\u00e4t: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Urzelle der <em>Nonkonformistischen Literatur<\/em> in der BRD ist das INFO. Noch als Angestellter in der EDV-Abteilung der Firma Krupp gr\u00fcndete er 1969 in Bottrop das \u201eLiterarische Informationszentrum\u201c (urspr\u00fcnglich: <i>Nonkonformistisches Literarisches Informationszentrum<\/i>), das er \u2013\u00a0\u00fcberwiegend als Einmannbetrieb, zeitweise unterst\u00fctzt von seiner jeweiligen Ehefrau\u00a0\u2013 bis zu seinem Lebensende f\u00fchrte. Das <i>Literarische Informationszentrum<\/i> funktionierte als Versand- und Vertriebsstelle f\u00fcr Zeitschriften und B\u00fccher aus der <em>Nonkonformistischen Literatur. <\/em>1974 k\u00fcndigte Wintjes seine Stellung bei Krupp und machte das <i>Literarische Informationszentrum<\/i> sowie die Herausgabe seiner Zeitschriften zu seiner <i>\u201eFulltime-Aufgabe\u201c<\/i>. Von 1969 bis 1990 gab er erst monatlich, die l\u00e4ngste Zeit dann jedoch zweimonatlich, die Zeitschrift <i>Ulcus Molle Info<\/i> heraus, die sich als Mitteilungsblatt und Diskussionsforum der literarischen, spirituellen und politischen Gegenkulturszene verstand. Ab 1987 legte Wintjes zudem die ebenfalls zweimonatlich (sp\u00e4ter viertelj\u00e4hrlich) erscheinende Zeitschrift <i>Impressum<\/i> vor, die sich in erster Linie der F\u00f6rderung von Nachwuchsautoren verschrieben hatte und nach seinem Tod von Bruno Runzheimer und Monika Laakes bis Ende 1999 weitergef\u00fchrt wurde. Daneben stemmte Wintjes auch noch die Herausgabe verschiedener Buchanthologien zur Underground- und Alternativpresse der 1970er Jahre (<i>Szene-Reader<\/i> 1972 ff.). In der Literaturszene der 1970er und 1980er Jahre galt er vielen als Integrationsfigur, bildete Wintjes mit seinem Versanddienst eine wichtige Anlaufstelle f\u00fcr ihre Angebote und Nachfragen. Sein umfangreicher Nachlass an der <em>Nonkonformistischer Literatur<\/em> aus dieser Zeit wird im Archiv f\u00fcr Alternativkultur an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin verwahrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Urvater des Social-Beat<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_65815\" style=\"width: 288px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-image-65815 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-278x300.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-278x300.jpg 278w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-949x1024.jpg 949w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-768x829.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-560x604.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-260x281.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-160x173.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah.jpg 1112w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-caption-text\">Der Urvater des Social-Beat. Hadayatullah H\u00fcbsch. Photo: Masroor-ahmad<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul-Gerhard H\u00fcbsch besuchte in Laubach die Paul-Gerhardt-Schule, aus der sp\u00e4ter das Laubach-Kolleg hervorging. Zwischen 1965 und 1967 war er als Mitglied im Hessischen Ausschuss des Ostermarschs politisch aktiv und leitete Ostermarsch-Gruppen sowie Anti-Vietnamkrieg-Demonstrationen. H\u00fcbsch verweigerte den Kriegsdienst und war w\u00e4hrend der Studentenunruhen der APO in der linken Szene aktiv, unter anderem in der Kommune\u00a0I, und machte in dieser Zeit zahlreiche Drogenerfahrungen, vor allem mit LSD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1969 trat Paul-Gerhard H\u00fcbsch \u2013 nach einer spirituellen Erfahrung w\u00e4hrend einer Reise nach Marokko \u2013 in die islamische Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat ein und hie\u00df fortan <i>Hadayatullah<\/i> (<bdo dir=\"ltr\"><bdi class=\"arabic spanAr\" dir=\"rtl\" lang=\"ar\">\u06be\u062f\u0627\u06cc\u06c3 \ufdf2<\/bdi><\/bdo> \u201ader von Allah geleitete\u2018). Als Imam Dschuma wirkte er an der Nuur-Moschee in Frankfurt-Sachsenhausen, wo er die Freitagspredigt auf Deutsch hielt. H\u00fcbsch galt als einer der bekanntesten deutschen Konvertiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 1970 erschienen noch unter dem Namen Paul-Gerhard H\u00fcbsch mehrere Gedichtb\u00e4nde bei Luchterhand, im Maro Verlag und in der Verlagsedition Dittmer. Acht Jahre war H\u00fcbsch f\u00fcr das Feuilleton der <i>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/i> t\u00e4tig, die auch seine Gedichte ver\u00f6ffentlichte, bis er 1979 nach seiner Konversion zum Ahmadiyya-Islam eine bekannt gewordene K\u00fcndigung bekam, in der es zur Begr\u00fcndung hei\u00dft, H\u00fcbsch sei \u201eeine au\u00dfergew\u00f6hnliche, jeglichen b\u00fcrgerlichen Rahmen des Abendlands sprengende Erscheinung\u201c.<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"> <\/sup>Er war Mitbegr\u00fcnder des linksalternativen Club Voltaire in Frankfurt<sup id=\"cite_ref-5\" class=\"reference\"> <\/sup>und er\u00f6ffnete im Mai 1968 den \u201eHeidi loves you shop\u201c in Frankfurt-Bockenheim, einen Headshop f\u00fcr die Hippie-Szene,<sup id=\"cite_ref-6\" class=\"reference\"> <\/sup> der allerdings nach wenigen Monaten von den Beh\u00f6rden wieder geschlossen wurde.<sup id=\"cite_ref-8\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00fcbsch ver\u00f6ffentlichte weiterhin in diversen \u00fcberregionalen Tageszeitungen wie <i>Die Welt<\/i>, <i>taz<\/i>, <i>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/i> und <i>junge Welt<\/i> sowie diversen alternativen Literaturzeitschriften wie <i>Ulcus Molle Info<\/i>, <i>Der Metzger<\/i> und <i>Die Br\u00fccke \u2013 Forum f\u00fcr antirassistische Politik und Kultur<\/i>. Von 1991 bis 1998 war er Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller in Hessen und arbeitete f\u00fcr den Ethikrat des Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben Lyrik schrieb H\u00fcbsch auch Prosa, Essays, Romane, mehrere H\u00f6rspiele und Satiren sowie Sachb\u00fccher zum Ahmadiyya-Islam, zur Pop- und Rockmusik und widmete sich der Collage-Kunst, die er ausstellte. Insgesamt ver\u00f6ffentlichte er \u00fcber 100 B\u00fccher, haupts\u00e4chlich Gedichtb\u00e4nde und Sachb\u00fccher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Lebenserinnerungen erschienen 1991 unter dem Titel <i>Keine Zeit f\u00fcr Trips<\/i>. 1998 ver\u00f6ffentlichte er eine Zusammenfassung seines Lebens unter dem Titel \u201eAlles war Geheimnis\u201c in der Anthologie <i>Bye-bye \u201968<\/i> des neurechten Anti-Antifa- und <i>Junge Freiheit<\/i>-Stammautors Claus Wolfschlag. Er arbeitete zuletzt an seinem Buch <i>Der muslimische Witz<\/i>. Schwer vorstellbar, dass er nun verstummt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_83582\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83582\" class=\"wp-image-83582 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover-251x300.png\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover-251x300.png 251w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover-260x311.png 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover-160x191.png 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Stomps_Cover.png 502w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-83582\" class=\"wp-caption-text\">Zum 50. Todestag von V.O. Stomps erschien sein Lebenswerk im axel dielmann<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Victor Otto Stomps, 72. Der Knittel-Poet, Fabel-Dichter und Verleger ohne Mehrwert (so sein Autor Horst Bingel), als VauO unter Deutschlands Literaten l\u00e4ngst legend\u00e4r, hat fast ein halbes Jahrhundert lang in seinen Kleinverlagen (Rabenpresse, Eremiten-Presse, Neue Rabenpresse) junge Talente, von G\u00fcnter&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/01\/04\/die-dreifalzgikeit-der-nonkonformistischen-literatur\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":97921,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[249,2585,1063],"class_list":["post-83588","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-hadayatullah-hubsch","tag-josef-wintjes","tag-victor-otto-stomps"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83588"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83588\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102956,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83588\/revisions\/102956"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97921"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}