{"id":83305,"date":"2022-02-15T00:01:46","date_gmt":"2022-02-14T23:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83305"},"modified":"2022-02-17T14:18:43","modified_gmt":"2022-02-17T13:18:43","slug":"ende-und-anfang-sind-derselbe-punkt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/02\/15\/ende-und-anfang-sind-derselbe-punkt\/","title":{"rendered":"Ende und Anfang sind derselbe Punkt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich lasse mich von den Ideen finden. Deshalb gehe ich niemals ohne Notizbuch aus dem Haus. Mein Notizbuch sieht f\u00fcr die meisten Menschen sehr kryptisch aus.<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_91538\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-91538\" class=\"wp-image-91538 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-560x747.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-260x347.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul-160x213.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Julia_Kulewatz_M._Paul.jpg 1488w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-91538\" class=\"wp-caption-text\">Julia Kulewatz auf der Leipziger Buchmesse 2019. Photo: M. Paul<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die umtriebige Erfurter Autorin Julia Kulewatz hat das tiefe Bed\u00fcrfnis, auf eine neue Art zu schreiben, sie folgt einer originellen Art, in der Welt zu sein, dies auch mit diversen Aktivit\u00e4ten in den sogenannten &#8222;sozialen Medien&#8220;. Sie schreibt Kurzprosa, literarische Miniaturen und Lyrik. Im Netz stolpert man sogleich \u00fcber die folgende Kurzbeschreibung zur Autorin:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Julia Kulewatz wurde in einer st\u00fcrmischen Oktobernacht unter einem roten J\u00e4germond von einer ziemlich wilden Erfurterin in der N\u00e4he von Berlin in die Welt gesetzt. Seit Blut dicker als Wasser ist, kehrt sie abwechselnd nach Berlin und Erfurt heim. Unterwegs hat sie ihr Herz an Seoul verloren. Nur das Herzverlieren hat sie mit einigen ihrer Figuren gemeinsam, denn auf ihren Kopf achtet sie streng.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Themen, die in den Texten von Kulewatz stets wiederkehren, sind etwa Heimat und Heimkehr, Innenraum und Au\u00dfenwelt, Krieg, Sprachlosigkeit, Traum und Traumata. Dar\u00fcber hinaus tauchen in ihren Texten h\u00e4ufig Motive des Surrealismus und des Absurden auf. Es scheint, als w\u00fcrde von Erfurt eine geistige Bewegung ausgehen, die sich als Lebenshaltung und Lebenskunst gegen traditionelle Normen \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">\u00a0\u201eMuttersprache\u201c ist eines der W\u00f6rter, \u00fcber das ich viel nachdenke und derzeit auch schreibe.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-58996 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1-195x300.jpg 195w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1-260x400.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1-160x246.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sudanka\u0308fer_Cover-1.jpg 324w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a>Diese Autorin sucht nach einer neuen Sprache, nach literarischen Texten, die um vieles kl\u00fcger als die Sachverhalte im Leben. <em>Vom lustvollen Seufzer des Sudank\u00e4fers<\/em> war das Deb\u00fct von Kulewatz, ein literarisches Arrangement, das in zw\u00f6lf Kurzgeschichten und zwei Miniaturen augenzwinkernd allerlei Einf\u00fchlsames, Tragisches, Erotisches, Groteskes, Traumhaftes und surreal Verspieltes bereith\u00e4lt. Angesiedelt hinter fremden Zeiten und (un)wirklichen R\u00e4umen, irgendwo zwischen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/02\/13\/duna\/\">Duna<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/10\/21\/wadi\/\">Wadi<\/a>, verschmelzen in ihren Texten Sehnsucht, Liebe und Hoffnung, Verlust, Freude und Schmerz, Willk\u00fcr, Wahrheit und poetische Notwendigkeit. Sie erz\u00e4hlen von surrenden Frauenh\u00e4uptern, mit K\u00e4fertieren gef\u00fcllten Badewannen, Spieluhrenpanoramen, stimmlosen T\u00f6nen, ertraglosen Apfelb\u00e4umen im Restsommerhauch, Kellerglaspal\u00e4sten in der Unber\u00fchrbarkeit des Augenblicks und Leuchtk\u00e4fern am Rande der Einbildung. Der Leser schlie\u00dft Bekanntschaft mit koreanischen Wasserm\u00e4dchen, einer Femme fatale, die Aphrodisiaka aus Skarab\u00e4enm\u00e4nnchen herstellt, der Schuhe verkaufenden Magierin Grey, dem von Sturzregen und Kreidestaub eingerahmten M\u00e4dchen am Fenster, mit Aylin, die nahe bei Gott ist, und mit Irene, die zur Wand steht. Schlussendlich vernimmt der Leser, der Spur einer Ameise folgend, mit ein wenig Gl\u00fcck und Neugier einen Laut, den er im Gew\u00fchl des Alltags nur allzu leicht \u00fcberh\u00f6ren kann &#8211; den lustvollen Seufzer des Sudank\u00e4fers.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich kann oft mit einem einzelnen Wort sehr viel anfangen, so ist das f\u00fcr mich auch mit meinen (Mit-)Menschen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Blass_blau_Cover-e1581961520460.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-61702 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Blass_blau_Cover-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/09\/17\/isolde\/\"><em>Jenseits BlassBlau<\/em><\/a> erschafft Kulewatz eine literarische \u201eBlaupause\u201c der Zwischenwelten, in denen wir uns durch konservierte Paradiese bewegen, unter bedrohten Schwarzpappeln vor zertr\u00fcmmerten Erinnerungen auf verwundete Soldaten warten oder in der Sprachlosigkeit des eigenen, pl\u00f6tzlich fremd gewordenen Spiegelbildes verharren. Die hier versammelten Kurzgeschichten sprechen mit der Weisheit siebenj\u00e4hriger Kinder, lassen die Liebe durchsichtig werden und erwecken zartgr\u00fcne Jungfrauen aus den Leibern uralter Drachen, die \u00fcber die Menschen wachen. Wir werden auf abenteuerliche Entdeckungsreisen geschickt, bei denen es nicht weniger zu verlieren und zu gewinnen gibt als eine neue Perspektive auf uns selbst und die uns umgebende, fantastische Wirklichkeit. Dabei verfl\u00fcssigen sich Raum und Zeit in den Schritten barf\u00fc\u00dfiger Nixen. Wir fliegen und wir fallen im Wimpernschlag einer Amsel, der das Auge \u00f6ffnet oder f\u00fcr immer schlie\u00dft. Mit der Virtuosit\u00e4t ihrer bildgewaltigen Sprache entf\u00fchrt uns die Autorin in die allumfassenden Tiefen des Ozeans, der zugleich Rettung und Vernichtung ist. Sie l\u00e4sst uns tauchen in den fernen Weiten surrealer Wolkenformationen vor Himmelblau, die nichts anderes mehr sein k\u00f6nnen als ein blassblaues Jenseits. Die Leser sollten selbst urteilen, ob die M\u00f6glichkeiten ihrer Kurzgeschichten wirklich genutzt wurden, ob es der Autorin gelang, etwas \u00fcber unsere Zeit zu wagen, \u00fcber unsere Art, das Leben zu sehen, \u00fcber Menschen, die uns begegnen, die uns weiter bringen oder zur\u00fcckwerfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ich stehe Wortneusch\u00f6pfungen, also Neologismen (oft ohne Logik) eher kritisch gegen\u00fcber, wenn man nicht einmal mehr die so genannten Archaismen der eigenen Muttersprache kennt, ihre Wurzeln bespricht und denkt, dann wird es finster in einer Welt aus Bildworten und Wortbildung.<\/span><\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_83180\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Orkaniden-e1619613594679.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83180\" class=\"wp-image-83180 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Orkaniden-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-83180\" class=\"wp-caption-text\">Illustriation: Jantien Sturm<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lyrik ist eine Gattung, die zwischen den Zeilen Zeit und Raum gibt, weil diese Leerstellen dann ihrerseits vom Leser Raum und Zeit einfordern. Gedichte dehnen sich aus, wenn man sie liest. Und wiederliest. Die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83121\"><em>Orkaniden<\/em><\/a> versammeln insgesamt 30 Gedichte von Kulewatz. Die zweisprachige Ausgabe wird komplettiert durch die englische \u00dcbersetzung von Bianca Katharina Mohr. Die Gedichte werden zudem von zehn farbenfrohen Illustrationen der K\u00fcnstlerin Jantien Sturm begleitet. Das Wort &#8222;Orkaniden&#8220; ist eine von der Autorin geschaffene Bezeichnung. Titelgebend ist dabei das \u00e4lteste Gedicht im Buch, &#8222;Orkanide&#8220;, das bereits 2012 entstand. Bei den Orkaniden handelt es sich um weibliche Sturmwesen. Kulewatz betrachtet damit das vordergr\u00fcndig m\u00e4nnliche Element der Luft von neuer poetischer Seite. In ihren Gedichten finden sich Themen wie Transformation von Schmerz, weibliche Kraft, das Erheben der eigenen Stimme, aber auch das Dichten und Schreiben als Selbstvergewisserung des Lebens sowie das Atmen und Eintauchen in das Lebendige der Welt. Die in den Gedichten auftretenden Motive Wind und Wasser \u00f6ffnen jenseitige Gedankenr\u00e4ume, ein geradezu verhei\u00dfungsvolles Land. Die Verse singen von Liebe und Sch\u00f6nheit, malen Sehnsucht und Erwartung, sprechen von Abschied und Verlust. Und dennoch ist diese Lyrik ein Gewinn. Ein Gewinn f\u00fcr die Leser.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Elster geh\u00f6rt zu den intelligentesten V\u00f6geln, und es wird angenommen, dass sie eines der intelligentesten nichtmenschlichen Tiere \u00fcberhaupt ist.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in 2021 gibt es noch einen Nachschlag. <em>counting magpies<\/em> ist ein zweisprachiger Gedichtzyklus in 24 Fl\u00fcgelschl\u00e4gen, ein Perlenspiel der Worte. Der Name Elster ist etymologisch abgeleitet vom althochdeutschen Wort Agalstra, bei welchem im Laufe der Sprachentwicklung der Anfang und das Ende weggefallen sind. Im Englischen wird sie \u201eMagpie\u201c genannt. Dabei ist die Vorsilbe \u201emag\u201c als die Kurzform f\u00fcr \u201eMargaret\u201c zu verstehen, die als Spitzname f\u00fcr eine geschw\u00e4tzige Person verwendet wird, und spielt sicher auf das Sch\u00e4ckern (eng.: \u201emag-mag-mag\u201c) des Vogels an. Den Beinamen \u201ediebisch\u201c tragen die V\u00f6gel wegen der Vorstellung, Elstern tr\u00fcgen gerne gl\u00e4nzende Gegenst\u00e4nde in ihre Nester ein. Rossini hat 1817 sogar eine Oper <i>La gazza ladra<\/i> (\u201eDie diebische Elster\u201c) zur Auff\u00fchrung gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Das Vorspiel zur Diebischen Elster habe ich am Tag der Urauff\u00fchrung unter dem Dach der Scala geschrieben, wo mich der Direktor gefangengesetzt hatte. Ich wurde von vier Maschinisten bewacht, die die Anweisung hatten, meinen Originaltext Blatt f\u00fcr Blatt den Kopisten aus dem Fenster zuzuwerfen, die ihn unten zur Abschrift erwarteten. Falls das Notenpapier ausbleiben sollte, hatten sie die Anweisung, mich selbst aus dem Fenster zu werfen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"Person\" style=\"color: #999999;\">Gioachino Rossini<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_91847\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-91847\" class=\"wp-image-91847 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-300x179.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"179\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-300x179.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-1024x611.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-768x458.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-560x334.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-260x155.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster-160x95.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elster.jpg 1349w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-91847\" class=\"wp-caption-text\">Illustration: Chris W. Jany<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man merkt den Band <em>counting magpies<\/em> an, da\u00df Kulewatz nicht ganz so unter Druck gestanden hat, wie <span class=\"Person\">Rossini. <\/span>Das Z\u00e4hlen der Schl\u00e4ge beginnt, wo die Sprache versagt und das F\u00fchlen \u00fcberm\u00e4chtig wird. Das Gehirn der Elster z\u00e4hlt zu den h\u00f6chstentwickelten unter den Singv\u00f6geln. Die F\u00e4higkeit zur Objektpermanenz, die sich relativ schnell entwickelt, ist sehr ausgepr\u00e4gt, was im Zusammenhang mit der Entwicklung des Futterhortens steht. Sie k\u00f6nnen also die Ortsverlagerung eines Objekts nachvollziehen, das vorher nicht zu sehen war. Mit ihrer <em>Elsterlyrik<\/em> schl\u00e4gt Kulewatz gemeinsam mit dem diebischen Vogel Himmelsbr\u00fccken. Wenn die Elster ihre Stimme erhebt, wird sie uns nicht von eigener Liebe sprechen. Vielleicht wird sie sich zu einem Kommentar aus dem Fundus ihres Schatznestes herablassen oder die geraubten Gegenst\u00e4nde darin z\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Mit ihrer <em>Elsterlyrik<\/em> schl\u00e4gt Julia Kulewatz gemeinsam mit dem diebischen Vogel Himmelsbr\u00fccken. Sie sind den Liebenden ein \u00dcbergang zu allem, was von den zur Lyrik augenscheinlich geeigneteren V\u00f6geln nicht besungen werden kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Finanzverwaltung hat die Online-Steuer-Software <i>Elektronische Steuererkl\u00e4rung<\/i> mit dem Namen dieses Vogels als ELSTER abgek\u00fcrzt. Das dazugeh\u00f6rige Programm Elster-Formular tr\u00e4gt den Dateinamen <i>pica<\/i> entsprechend dem wissenschaftlichen Gattungsnamen der echten Elstern. Dr\u00fccken wir dem neu gegr\u00fcndeten Verlag &#8222;kul-ja&#8220; aus Erfurt die Daumen, da\u00df sich ihre Arbeit auch f\u00fcr das Finanzamt rechnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom lustvollen Seufzer des Sudank\u00e4fers, <\/strong>Kurzgeschichten von Julia Kulewatz, ed(dition)-cetera, 2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jenseits BlassBlau<\/strong>, von Julia Kulewatz. Edition Roter Drache, 2020<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Orkaniden<\/strong>, Sturmgedichte von Julia Kulewatz. kul-ja, 2021<\/p>\n<p><strong>counting magpies<\/strong>, von Julia Kulewatz, kul-ja, 2021<\/p>\n<div id=\"attachment_91457\" style=\"width: 213px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-91457\" class=\"wp-image-91457 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover-203x300.jpg\" alt=\"\" width=\"203\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover-203x300.jpg 203w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover-260x384.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover-160x237.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/counting_magpies_Cover.jpg 443w\" sizes=\"auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-91457\" class=\"wp-caption-text\">Illustration: Chris W. Jany<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen R\u00fcckblick auf die Verlagsgr\u00fcndung von kul-ja finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/10\/19\/der-kulibri-schluepft\/\">hier<\/a>. Ein Verlagsportr\u00e4t von kul-ja findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/05\/07\/kul-ja-schon-cool\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die Stadt Neu-Ulm hat eine neue Stadtschreiberein: Julia Kulewatz wird vom 1. Mai bis zum 31. Juli 2022 in der Donaustadt wohnen und sie soll in dieser Funktion drei Monate lang einen unvoreingenommenen Blick auf das Leben, die Menschen und die Kultur in Neu-Ulm werfen. Am Ende soll ein Werk \u00fcber die Stadt und ihre Menschen entstehen. Da sins wir alle mal sehr gespannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lasse mich von den Ideen finden. Deshalb gehe ich niemals ohne Notizbuch aus dem Haus. Mein Notizbuch sieht f\u00fcr die meisten Menschen sehr kryptisch aus. 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