{"id":83065,"date":"2008-03-21T00:01:03","date_gmt":"2008-03-20T23:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83065"},"modified":"2022-03-06T07:40:48","modified_gmt":"2022-03-06T06:40:48","slug":"9-welttag-der-poesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/21\/9-welttag-der-poesie\/","title":{"rendered":"9. Welttag der Poesie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span> Am 21. M\u00e4rz wird jedes Jahr der <em>Welttag der Poesie<\/em> gefeiert. Er soll an \u201edie Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung m\u00fcndlicher Traditionen erinnern\u201c. Die KUNO-Redaktion empfiehlt an diesem Tag daher <span class=\"aCOpRe\"><em>Preziose<\/em><\/span>n aus dem Bereich H\u00f6rbuch.<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Einen Remix zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der &#8222;Letternmusik&#8220; von A.J. Weigoni gemacht, herausgekommen ist die aktuelle Variante eines drama giocoso. Die Fertigstellung seines Remix ist gebunden an den Umstand, da\u00df das Ganze wiederum &#8222;Sinn&#8220; macht, das unterscheidet den Remix von Stephan Flommersfeld von einem Remake und vom Recycling: Remixen ist hier auch eine Autorenangelegenheit. Die ideale Form f\u00fcr den Remix ist der Clip: ein audiophones Geschehen, das sowohl in der L\u00e4nge als auch im inneren Aufbau (Refrain, Strophe, Bridge) einem Popsong \u00e4hnelt. Tats\u00e4chlich benutzt Stephan Flommersfeld gern einen solchen als Grundlage f\u00fcr die Montage.<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Dieser Remix der \u00bbLetternmusik\u00ab ist ein Platz f\u00fcr den artistischen Bau autarker Sprachkonstrukte au\u00dferhalb der allt\u00e4glichen Rede und normierter Sprachregularien. Dieses Freigelassene, Str\u00f6mende entsteht durch Pr\u00e4zision, Klarheit und Konzentration. Diese Gedichte oszillieren zwischen dem lyrischen Protestgedicht und dem politischen Liebesgedicht. Sie sollen daran erinnern, was Poesie urspr\u00fcnglich war: Gesang, Melodie und Rhythmus, Reim und Versmass, Litanei und Mythos. In einem best\u00e4ndigen Remix der T\u00f6ne wird die entzweite Welt neu zusammengef\u00fcgt. Mit ihrem parlandoartigen Konversationston changiert Flommersfelds neue Komposition zwischen Kom\u00f6die und Trag\u00f6die. Die Klangbilder sind scharf konturiert, agogische und dynamische Verl\u00e4ufe oft abrupt, die Farben abwechselnd grell und d\u00fcster. Die Wahl der Tempi macht die unerbittliche Dringlichkeit der Verl\u00e4ufe sp\u00fcrbar, und manchmal \u00fcberst\u00fcrzen sich die Dinge und die Musik mit ihnen. Sie ist immer mitten im Kern des Geschehens und tr\u00e4gt auch immer zu dessen Deutung bei. Diese Komposition ist von hypnotischer Wirkung, minimalistisch und doch komplex, hochgradig virtuos, ungeheuer rauschhaft in den Ausbr\u00fcchen, getragen von einer tiefen Spiritualit\u00e4t und Innerlichkeit. Es ist schwer, sich den Reizen dieser Klangwelten zu entziehen. Flommersfelds Komposition hat viele eindrucksvolle Momente, vor allem im Lyrischen. Nach Spielerei klingt das nicht, alles findet wie selbstverst\u00e4ndlich zueinander. Mal hallen d\u00fcstere Akkorde wie von weit her, mal flirren Melodien in seltsam schillernden Farben. Die Kompositionen von Stephan Flommersfeld entspringen einem emotionalen Kontext. Am Anfang ist das f\u00fchlende Subjekt. In ihm entsteht die Musik, die dann nach au\u00dfen tritt. Ihr Klang ist reine \u00c4sthetik, abh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><strong>Gedichte<\/strong>, H\u00f6rbuch von A.J. Weigoni mit den lyrischen Gesamtaufnahmen, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2015<\/p>\n<div id=\"attachment_98422\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98422\" class=\"wp-image-98422 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Gedichte_Cover-187x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98422\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Leonard Billeke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6rproben \u2192 <\/strong>Probeh\u00f6ren kann man die <em>Pr\u00e6gnarien<\/em> auf <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/clips\/prae_last7.mp3\">MetaPhon<\/a>. Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_xE7BPCey68\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0\u2192 <\/strong>Lesen Sie auch die W\u00fcrdigung von Jens Pacholsky: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-cke-saved-href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16348\">H\u00f6rb\u00fccher sind die herausgestreckte Zunge des Medienzeitalters<\/a>.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong>Jeder Band aus dem <em>Schuber<\/em> von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Am 21. M\u00e4rz wird jedes Jahr der Welttag der Poesie gefeiert. Er soll an \u201edie Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung m\u00fcndlicher Traditionen erinnern\u201c. Die KUNO-Redaktion empfiehlt an diesem Tag daher Preziosen aus dem Bereich&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/21\/9-welttag-der-poesie\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":101575,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,83],"class_list":["post-83065","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-stephan-flommersfeld"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83065"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101577,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83065\/revisions\/101577"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101575"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}