{"id":83028,"date":"2001-03-21T00:01:37","date_gmt":"2001-03-20T23:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=83028"},"modified":"2022-03-26T09:27:10","modified_gmt":"2022-03-26T08:27:10","slug":"2-welttag-der-poesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/03\/21\/2-welttag-der-poesie\/","title":{"rendered":"2. Welttag der Poesie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 21. M\u00e4rz wird jedes Jahr der <em>Welttag der Poesie<\/em> gefeiert. Er soll an \u201edie Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung m\u00fcndlicher Traditionen erinnern\u201c. Die KUNO-Redaktion empfiehlt an diesem Tag daher <span class=\"aCOpRe\"><em>Preziose<\/em><\/span>n aus dem Bereich H\u00f6rbuch.<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><i>&#8222;Se\u00f1ora Nada ist ein lyrisches Monodram \u00fcber das \u00dcberwinden von Trauma und Schmerz durch Erkenntnis dank des Eindringens in die unoffenbarte Zwischenwelt. Die Welt zwischen Haben und Sein, zwischen Bestimmung und Freiheit, zwischen Jetzt und Immer.&#8220;<\/i> <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">(Ioona Rauschan, Regisseurin des H\u00f6rspiels)<\/span><\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Die Produktion <em>Se\u00f1ora Nada<\/em> provoziert mit einem stream\u2013of\u2013consciousness durch Inhalte und nicht durch Dolby\u2013Surround. Darin begleitet Tom T\u00e4ger die Schauspielerin Marina Rother mit einer Musik der befreiten Melodien. Seine Komposition zu \u201cSe\u00f1ora Nada\u201d ist durchsetzt von minimalistischen und improvisatorischen Erfahrungen, das Klangbild wird von experimentellen Kl\u00e4ngen zu Trivialkl\u00e4ngen in Bezug gesetzt. Die Vertonung ist rasch im Grundtempo. Crescendo\u2013 und Decrescendo\u2013Verl\u00e4ufe schaffen fiebrig\u2013erregte Ausdruckszonen wie die buchst\u00e4blich hervorbrechenden Forte\u2013 und Fortissimo\u2013Attacken. T\u00e4gers Klanglichkeit bleibt Weigonis Exaltiertheit nichts schuldig. Es gibt Momente, da ber\u00fchren sich Musik und Sprache, wie eine Fingerkuppe vorsichtig in eine gespannte Wasseroberfl\u00e4che eintaucht, ohne sie zerst\u00f6ren zu wollen. Diese behutsamen Momente sind die Augenblicke, in denen f\u00fcr ein paar Takte kaum etwas zu h\u00f6ren ist. Es sind Sekunden von viel gr\u00f6\u00dferer Kraft als jedes Crescendo. Das Angebot, das in dieser Musik liegt, ist eine Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Wenn sich gegen Ende von \u00bbSe\u00f1ora Nada\u00ab, die Komposition zu einem leeren Quintklang zusammenzieht in der Pianissimo\u2013Dynamik, haben die Takte dieses H\u00f6rst\u00fccks Welten an Ausdruck, Dynamik, Ambitus durchschritten. Man wei\u00df es nicht so genau, ob die Ruhe nach dem Sturm nachklingt oder eine im statischen Quintklang erstarrte Ersch\u00f6pfung. Die Vertonung Tom T\u00e4gers f\u00fcgt sie \u2013 mit allen Kontrasten von Tempoverl\u00e4ufen, Klangdichten, dynamischen Abstufungen \u2013 \u00fcber die Wortbedeutungen hinweg zu einer einleuchtenden Zyklik. Die Kl\u00e4nge und Strukturen sind eigenartig: \u00e4hnlich und doch immer wieder neu, streng und doch offen. Das Zuh\u00f6ren f\u00fchrte an ein Zeitempfinden heran, wie es in dieser Weise selten zu erleben ist. Jedes Kunstwerk erinnert an den Geist und die Erweiterbarkeit des menschlichen Horizonts. Jedes bedeutende Werk hat das Bewu\u00dftsein ge\u00f6ffnet und nicht einfach nur die \u00f6ffentliche Nachfrage nach Sch\u00f6nheit bedient.<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Ioona Rauschans wachsame, im Erz\u00e4hl-Augenblick so genau beobachtende Regie vergegenw\u00e4rtigt jedes dieser literarisch m\u00f6glichen Leben so intensiv, da\u00df sich niemals das Gef\u00fchl eines blo\u00df spielerischen Als ob einstellt. Jedes m\u00f6gliche Leben ist in dem Moment wahr, da es erz\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ioona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9071\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ioona.jpg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"140\" \/><\/a>Se\u00f1ora Nada<\/strong> ist zuerst erschienen auf \u00bb1\/4 Fund\u00ab, H\u00f6rbuch von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2011<\/p>\n<p class=\"fliesstext1\" style=\"text-align: justify;\">Die Aufnahme ist in HiFi-Stereo-Qualit\u00e4t erh\u00e4ltlich \u00fcber:<br \/>\n<a href=\"mailto:info@tonstudio-an-der-ruhr.de\"> info@tonstudio-an-der-ruhr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 21. 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