{"id":8295,"date":"2012-11-19T00:26:47","date_gmt":"2012-11-18T23:26:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8295"},"modified":"2019-10-05T14:58:48","modified_gmt":"2019-10-05T12:58:48","slug":"ein-meisterliches-hohelied-auf-ein-liebesgluck-ohne-erfullung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/19\/ein-meisterliches-hohelied-auf-ein-liebesgluck-ohne-erfullung\/","title":{"rendered":"Hohelied auf ein Liebesgl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-8296\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover2.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"240\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover2.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a>Bei ca. 100.000 Neuerscheinungen im Jahr stellen wir bei KUNO immer wieder gern jene Preziosen vor, die der Literaturbetrieb in hastvoller Eile vergi\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im neuen Prosabuch <em>Die Liebe eines Dichters<\/em> ist Julian Schutting als Troubadour am Werk und schreibt\u00a0eine Poesie der Verehrung. Die fl\u00fcchtigen Gesten, die kleinen und die gro\u00dfen Dramen, hier ein Wink, da eine Kr\u00e4nkung, dort ein unerf\u00fcllter Traum \u2013 dieser Autor versteht es, aus all dem ein <em>Liebesbuch<\/em> entstehen zu lassen, das die Leser noch einmal an die gro\u00dfen Gef\u00fchle erinnert, die keinen Alltag kennen. Und daran, wie aus dem Alltag das Unallt\u00e4gliche werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcber die Namensfrage habe ich mich mit Andr\u00e9 Heller beraten. Ich habe ihm gesagt: \u203aVielleicht Johann.\u2039 Und der Heller hat mir ganz witzig zur Antwort gegeben, dann w\u00fcrden sich alle fragen, ob jetzt auch ein Onkel aus der Familie Schutting schreiben w\u00fcrde. Judas kam nicht in Frage, weil Verr\u00e4ter an den Frauen bin ich nicht. Was blieb denn da noch. Julius Meinl? Man sieht an dem Namen Julian, was war<\/em>. (Zitiert nach <em>profil,<\/em> 1989)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schutting behandelt die eigene Sozialisation, Begegnungen mit sterbenden Menschen und die komplexen Strukturen, in denen sich Zuneigung \u00e4u\u00dfert. <em>Die Liebe eines Dichters<\/em> erweckt leicht den Anschein, in ihm w\u00e4ren die Herzensergie\u00dfungen eines zum Leiden entschlossenen Heiligen gesammelt. Nichts w\u00e4re weniger wahr. Schuttings\u00a0Prosa verr\u00e4t mitunter das Kalk\u00fcl des Lyrikers, eine Mischung, die l\u00e4ngst nicht immer so gut funktioniert wie hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0Die Lyrik ist mittlerweile die Dom\u00e4ne der Dummen. In der Lyrik wird heute so beschr\u00e4nkt geschrieben wie auf keinem anderen Gebiet. Wann das begonnen hat, wei\u00df ich nicht. Wahrscheinlich nach der Bachmann.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Dichter hat keinen hastig zusammengeschnittenen \u203aBooktrailer\u2039 n\u00f6tig, er h\u00e4lt akribisch das Verrinnen der Zeit fest und beschreibt das Wechselspiel der Medien: Indem das erz\u00e4hlende Ich unter vernehmlichem Z\u00e4hneknirschen die Hoffnung auf Erf\u00fcllung preisgibt, er\u00f6ffnet\u00a0 uns Julian Schutting\u00a0das Reich poetischer Freiheit.<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #000000;\">* * *<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Julian Schutting, <\/span><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die<\/strong><strong> Liebe eines Dichters<\/strong>, <\/span><span style=\"color: #000000;\">Jung und Jung<\/span><span style=\"color: #000000;\">, Salzburg\/Wien\u00a0 2012.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei ca. 100.000 Neuerscheinungen im Jahr stellen wir bei KUNO immer wieder gern jene Preziosen vor, die der Literaturbetrieb in hastvoller Eile vergi\u00dft. 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