{"id":82396,"date":"1997-09-06T00:01:54","date_gmt":"1997-09-05T22:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=82396"},"modified":"2022-02-21T13:43:41","modified_gmt":"2022-02-21T12:43:41","slug":"kahlschlag-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/09\/06\/kahlschlag-literatur\/","title":{"rendered":"Kahlschlag\u2013Literatur"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Gruppe 47 werden die Teilnehmer an den deutschsprachigen Schriftstellertreffen bezeichnet, zu denen Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 einlud. Die Treffen dienten der gegenseitigen Kritik der vorgelesenen Texte und der F\u00f6rderung junger, noch unbekannter Autoren. Der in demokratischer Abstimmung ermittelte <em>Preis der Gruppe\u00a047<\/em> erwies sich f\u00fcr viele Ausgezeichnete als Beginn ihrer literarischen Karriere. Die Gruppe 47 besa\u00df keine Organisationsform, keine feste Mitgliederliste und kein literarisches Programm, wurde aber stark durch Richters Einladungspraxis gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrer Anfangszeit bot die Gruppe\u00a047 jungen Schriftstellern eine Plattform zur Erneuerung der deutschen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg. Sp\u00e4ter avancierte sie zu einer einflussreichen Institution im Kulturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland, an deren Tagungen bedeutende zeitgen\u00f6ssische Autoren und Literaturkritiker teilnahmen. Der kulturelle und politische Einfluss der Gruppe 47 wurde Gegenstand zahlreicher Debatten. Auch nach dem Ende ihrer Tagungen 1967 blieben ehemalige Teilnehmer der Gruppe richtungsweisend f\u00fcr die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorgeschichte: <em>Der Ruf<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fr\u00fchjahr 1945 entstand im Kriegsgefangenenlager <em>Fort Philip Kearney<\/em> in Rhode Island als Teil des amerikanischen Reeducation-Programms f\u00fcr die deutschen Kriegsgefangenen die Zeitschrift <em>Der Ruf: Zeitung der deutschen Kriegsgefangenen.<\/em> Sie wurde von Curt Vinz herausgegeben, zu ihren Mitarbeitern geh\u00f6rten Alfred Andersch und Hans Werner Richter. Nach ihrer R\u00fcckkehr nach Deutschland planten sie in Vinz\u2019 Verlag eine Nachfolgezeitschrift unter dem Titel <em>Der Ruf \u2013 unabh\u00e4ngige Bl\u00e4tter der jungen Generation,<\/em> die erstmals am 15. August 1946 erschien. Die Zeitschrift druckte auch literarische Texte ab, aber die Herausgeber Andersch und Richter verstanden sie vor allem als politisches Organ, in dem sie f\u00fcr ein freies Deutschland als Br\u00fccke zwischen Ost und West und eine sozialistische Gesellschaftsform eintraten. Dabei \u00fcbten sie auch Kritik an der amerikanischen Besatzungsmacht, was im April 1947 zum Verbot des <em>Rufs<\/em> durch die Information Control Division der amerikanischen Besatzungszone f\u00fchrte. Erst nach der Absetzung der beiden Herausgeber konnte die Zeitschrift unter Leitung von Erich Kuby und mit ver\u00e4nderter politischer Ausrichtung wieder erscheinen. Sie verlor indessen an Bedeutung und wurde schlie\u00dflich eingestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Ende der T\u00e4tigkeit beim <em>Ruf<\/em> plante Hans Werner Richter eine Nachfolgezeitschrift, die er <em>Der Skorpion<\/em> betiteln wollte. Als eine Art von Redaktionssitzung lud Richter Autoren aus dem Umfeld der geplanten Zeitung am 6. und 7. September 1947 zu einem Treffen am Bannwaldsee bei F\u00fcssen ins Haus Ilse Schneider-Lengyels ein. Dort sollten Manuskripte vorgelesen und gemeinsam diskutiert werden. Daneben stand der private und unterhaltende Charakter der Zusammenkunft im Vordergrund. W\u00e4hrend die Zeitschrift <em>Der Skorpion<\/em> nie \u00fcber ihre Nullnummer herauskam, entwickelte sich aus dem Treffen am Bannwaldsee die erste Tagung der Gruppe 47. Im Hinblick auf die Vorgeschichte erl\u00e4uterte Richter sp\u00e4ter: \u201eDer Ursprung der Gruppe 47 ist politisch-publizistischer Natur. Nicht Literaten schufen sie, sondern politisch engagierte Publizisten mit literarischen Ambitionen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Historische Periodisierung<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Treffen beim Bannwaldsee nahmen 16 Personen teil. Zum Auftakt las Wolfdietrich Schnurre seine Kurzgeschichte <em>Das Begr\u00e4bnis.<\/em> Danach ergab sich ungeplant die Form von offener, teilweise scharfer, spontan ge\u00e4u\u00dferter Kritik der anderen Teilnehmer, die zum sp\u00e4teren Ritual der Gruppenkritik werden sollte. Auch die Form der Lesung, bei der sich der vortragende Autor stets auf den freien Stuhl neben Richter setzte, scherzhaft \u201eelektrischer Stuhl\u201c getauft, blieb konstant. Zur wichtigen Maxime wurde, dass der Vortragende sich nicht verteidigen durfte, sowie dass die Kritik der konkreten Texte im Mittelpunkt stand. Grundsatzdiskussionen literarischer oder politischer Art, die die Gruppe h\u00e4tten spalten k\u00f6nnen, unterband Richter konsequent. Trotz seiner eigenen Pr\u00e4ferenz f\u00fcr die realistische Tr\u00fcmmerliteratur gab es kein literarisches Programm der Gruppe, keine gemeinsame Poetologie und nur wenige Grunds\u00e4tze, etwa keine faschistischen oder militaristischen Texte zuzulassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Name <em>Gruppe 47<\/em> entstand erst im Anschluss an das erste Treffen, als Hans Werner Richter plante, die Veranstaltung regelm\u00e4\u00dfig zu wiederholen. Der Schriftsteller und Kritiker Hans Georg Brenner schlug den Namen in Analogie zur spanischen <em>Generaci\u00f3n del 98<\/em> vor. Richter, der jede Organisationsform der Treffen ablehnte, ob \u201eVerein, Club, Verband, Akademie\u201c stimmte dem Vorschlag zu: \u201e\u201aGruppe 47\u2018, das ist ja v\u00f6llig unverbindlich und besagt eigentlich gar nichts.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst 1962, zum 15. Jahrestag der Entstehung, formulierte Richter r\u00fcckblickend die \u201eideellen Ausgangspunkte\u201c der Gruppe 47:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201edemokratische Elitenbildung auf dem Gebiet der Literatur und der Publizistik;\u201c<\/li>\n<li>\u201edie praktisch angewandte Methode der Demokratie einem Kreis von Individualisten immer wieder zu demonstrieren mit der Hoffnung der Fernwirkung und der vielleicht sehr viel sp\u00e4teren Breiten- und Massenwirkung;\u201c<\/li>\n<li>\u201ebeide Ziele zu erreichen ohne Programm, ohne Verein, ohne Organisation und ohne irgendeinem kollektiven Denken Vorschub zu leisten.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wen er zu den Treffen der Gruppe einlud, entschied Richter pers\u00f6nlich: \u201eEs ist mein Freundeskreis. [\u2026] jetzt gebe ich einmal im Jahr ein Fest, [\u2026] das nennt man die Gruppe 47 [\u2026]. Und ich lade alle Leute ein, die mir passen, die mit mir befreundet sind.\u201c Damit lie\u00df er Einflussnahme von au\u00dfen auf die sp\u00e4ter kritisierte Einladungspraxis von vornherein gar nicht zu. Nach Heinz Ludwig Arnold, der mehrfach \u00fcber die Gruppe 47 publizierte, war die St\u00e4rke Richters, der weder als Schriftsteller noch als Kritiker gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangt habe und bei seinen beiden eigenen Lesungen in der Kritik der Gruppe durchfiel, sein Organisationstalent. Der Erfolg der Gruppe 47 wurde f\u00fcr Richter zur Lebensaufgabe.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">Die ersten Jahre<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Monate nach der Auftaktveranstaltung fand das zweite Treffen der Gruppe 47 in Herrlingen bei Ulm statt, bei dem sich die Teilnehmerzahl bereits verdoppelt hatte. Zu den erstmaligen Teilnehmern geh\u00f6rte Richters Mitstreiter beim <em>Ruf<\/em> Alfred Andersch, dessen Essay <em>Deutsche Literatur in der Entscheidung<\/em> f\u00fcr die Gruppe eine programmatische Bedeutung erhielt. Ausgehend von der These, \u201eechte K\u00fcnstlerschaft\u201c sei stets \u201eidentisch mit der Gegnerschaft zum Nationalsozialismus\u201c, konstatierte Andersch, dass \u201edie junge Generation vor einer tabula rasa\u201c stehe, \u201evor der Notwendigkeit, in einem originalen Sch\u00f6pfungsakt eine Erneuerung des deutschen geistigen Lebens zu vollbringen.\u201c Anderschs Zukunftsentwurf blieb f\u00fcr lange Zeit der einzige Essay, der in der Gruppe gelesen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Treffen fanden in den Folgejahren zumeist halbj\u00e4hrlich im Fr\u00fchjahr und Herbst an wechselnden Orten statt. Auf der siebten Tagung 1950 in Inzigkofen wurde erstmals der <em>Preis der Gruppe 47<\/em> ins Leben gerufen, der im Unterschied zu den etablierten Literaturpreisen als F\u00f6rderpreis f\u00fcr noch unbekannte Autoren gedacht war. Franz Joseph Schneider, der seit dem Vorjahr der Gruppe angeh\u00f6rte, hatte eine Spende von 1000 DM beschafft. Nach Abschluss der Lesungen k\u00fcrten die anwesenden Mitglieder der Gruppe den Preistr\u00e4ger in einer demokratischen Wahl. Als Erster wurde der Lyriker G\u00fcnter Eich ausgezeichnet. Er war mit dem dritten Treffen in Jugenheim zur Gruppe gesto\u00dfen und galt in den Anfangsjahren als ihr profiliertester Autor. In den folgenden Jahren organisierte Richter Preisgelder unterschiedlicher H\u00f6he bei Verlagen und Rundfunkanstalten, vergab sie aber nur unregelm\u00e4\u00dfig. Ob bei der jeweiligen Tagung ein Preis ausgelobt wurde, gab er den Teilnehmern erst zum Abschluss bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch Empfehlungen Dritter, jedoch stets erst mittels pers\u00f6nlicher Einladung durch Hans Werner Richter kamen immer neue Autoren zu den Treffen der Gruppe 47. So deb\u00fctierte im Jahr 1951 bei der Tagung in Bad D\u00fcrkheim auf Vorschlag Alfred Anderschs Heinrich B\u00f6ll, der zu diesem Zeitpunkt zwar schon zwei Erz\u00e4hlungen und einen Roman ver\u00f6ffentlicht hatte, allerdings ohne dass diese auf breite Resonanz gesto\u00dfen waren. B\u00f6ll erhielt gleich bei seiner ersten Lesung der Satire <em>Die schwarzen Schafe<\/em> den Preis der Gruppe\u00a047, ein damals noch umstrittener Wahlerfolg des erstmaligen Teilnehmers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur acht Monate und 16 Ausgaben \u00fcberlebte 1952 die Literaturzeitschrift <em>Die Literatur,<\/em> ein Versuch, unter Richters Herausgeberschaft ein Sprachrohr der Gruppe 47 zu etablieren, das einige Texte aus dem Kreis der Teilnehmer erstver\u00f6ffentlichte. Rolf Schroers urteilte nach der Einstellung:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Literatur<\/em> war ein rohes, oft w\u00fcstes Blatt, unausgeglichen, marktschreierisch,\u201c und enthalte \u201eblasses Zeug mehr als genug [\u2026], schlecht gezielte Angriffe, aber man nahm die Zeit w\u00fctend ernst.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit steigender Bekanntheit der Gruppe wurden vermehrt G\u00e4ste aus dem In- und Ausland zu den Tagungen eingeladen. Das 10. Treffen fand im Mai 1952 in Niendorf statt, ma\u00dfgeblich unterst\u00fctzt von Ernst Schnabel, dem Intendanten des Hamburger Funkhauses des Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR). Die Tagung in Niendorf f\u00fchrte nach Einsch\u00e4tzung Arnolds zu einem literarischen Paradigmenwechsel in der Gruppe: der schlichte Realismus der Tr\u00fcmmerliteratur, der in den Anfangsjahren bestimmend gewesen war, wich allm\u00e4hlich komplexeren Texten. Die literarische Moderne, die sich in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts entwickelt hatte, ehe sie w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus verbannt und verbrannt worden war, lebte in der Gruppe 47 neu auf. Die Entwicklung war insbesondere mit den Namen Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann verkn\u00fcpft, die 1952 und 1953 den Preis der Gruppe 47 erhielten. F\u00fcr den Germanisten Peter Demetz wurde in Niendorf \u201eder literarische Realismus\u201c vom \u201eSurrealismus\u201c als einem \u201ewirksamen stilistischen Grundprinzip\u201c verdr\u00e4ngt. Elisabeth Endres sah in ihrer Publikation zur Literatur der Adenauerzeit ab dem Jahr 1952 in den Werken der Gruppenmitglieder nicht mehr das \u201eTypische\u201c im Mittelpunkt, sondern das \u201eSingul\u00e4re\u201c, Einzelne. Joachim Kaiser best\u00e4tigte \u00fcber das Jahr, in dem er selbst zur Gruppe gesto\u00dfen war: \u201eTr\u00fcmmerliteratur und Kahlschlag-Heftigkeiten kamen 1953 kaum mehr vor.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die jungen Schriftsteller einer moderaten Moderne in den 1950er Jahren das literarische Bild der Gruppe 47 pr\u00e4gten, hatte es eine weitergehende experimentelle Literatur schwer, sich in der Gruppe zu etablieren. An Helmut Hei\u00dfenb\u00fcttels Sprachdemonstrationen entz\u00fcndete sich im Jubil\u00e4umsjahr 1957 auf der Tagung in Niederp\u00f6cking am Starnberger See ein Konflikt, der zu einem ersten Riss in der Gruppe f\u00fchrte. Richter beschrieb: \u201eDas erste Mal zeigen sich zwei Fraktionen, die sich in der Beurteilung zeitweise feindlich gegen\u00fcberstehen. Die Artisten, die \u00c4stheten, die Formalisten auf der einen Seite und auf der anderen die Erz\u00e4hler [\u2026], die Realisten.\u201c Die Gruppe drohte sich zu spalten. Doch Richter gelang es, ganz nach seiner Maxime, eine poetologische Grundsatzdebatte und den m\u00f6glichen Bruch zu verhindern. Hei\u00dfenb\u00fcttel wurde zuk\u00fcnftig ein Sonderstatus zuteil: Seine Lesungen fanden au\u00dferhalb des Wettbewerbs statt. Der 1964 zur Gruppe gekommene Peter Bichsel erinnerte sich: \u201eAm Schlu\u00df las Hei\u00dfenb\u00fcttel zur Unterhaltung der Leute. [\u2026] Er hatte eine Alibi-Funktion.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die Gruppe 47 als Institution<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Beginn der 1950er Jahre war die Gruppe immer st\u00e4rker in den \u00f6ffentlichen Fokus ger\u00fcckt. W\u00e4hrend zu Beginn die Teilnehmer selbst in Reportagen \u00fcber die Treffen berichtet hatten, wurden die seit 1956 nur noch j\u00e4hrlich im Herbst veranstalteten Tagungen \u2013\u00a0abgesehen von einer zus\u00e4tzlichen H\u00f6rspiel- und Fernsehspieltagung im Fr\u00fchjahr 1960 und 1961\u00a0\u2013 inzwischen als \u00f6ffentliche Ereignisse wahrgenommen und von den Medien verbreitet. Zu den gruppenfremden Journalisten, die von den Tagungen berichteten, geh\u00f6rte 1951 auch Martin Walser. Er erhielt eine Einladung in die Gruppe auf seine selbstbewusste Einsch\u00e4tzung hin: \u201eAber die Lesungen sind sehr schlecht, das taugt alles nichts, das kann ich viel besser.\u201c Tats\u00e4chlich wurde 1955 in Berlin seine Erz\u00e4hlung <em>Templones Ende<\/em> mit dem Preis der Gruppe pr\u00e4miert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem der gr\u00f6\u00dften Erfolge der Gruppe 47 wurde der n\u00e4chste Preistr\u00e4ger, G\u00fcnter Grass, der 1958 in Gro\u00dfholzleute im Allg\u00e4u das erste Kapitel seines noch unver\u00f6ffentlichten Romans <em>Die Blechtrommel<\/em> las. Die Lesung machte den bis dahin unbekannten Autor schlagartig ber\u00fchmt, die Verlage wetteiferten um das unfertige Manuskript. Richter lobte nach drei Jahren Pause wieder einen Preis der Gruppe aus, der Grass zuerkannt wurde. Nachdem Grass durch die Gruppe in die Wahrnehmung der \u00d6ffentlichkeit gelangt war, fiel im Gegenzug sein anschlie\u00dfender literarischer Erfolg auf die Gruppe 47 zur\u00fcck, deren Einfluss im Literaturbetrieb stieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Folge dr\u00e4ngten Autoren, Kritiker und Verlage in die Gruppe, um von ihrem Ruf zu profitieren. Der Ablauf der Veranstaltungen wurde professioneller und verlor die kameradschaftliche Atmosph\u00e4re der fr\u00fchen Treffen. Die Teilnehmer sah Richter sich in drei Gruppierungen spalten: einige wenige junge Autoren, die noch lasen, die reinen Kritiker, \u201edie alles besser wissen\u201c, und eine gro\u00dfe Gruppe derjenigen, die nur noch zuh\u00f6rten. Die fr\u00fcheren Mitglieder blieben immer \u00f6fter den Treffen fern. So bekundete Heinrich B\u00f6ll: \u201eTagungen, an denen 150 Autoren, Kritiker, Verleger, Filmleute, Fernsehen und so weiter teilnehmen, bereiten mir eine solche Qual, da\u00df ich nur sehr ungern dorthin gehe. [Die Gruppe 47] ist ein bi\u00dfchen in Gefahr zur Institution zu werden.\u201c Auch Alfred Andersch kritisierte: \u201edie Gruppe wurde zum literarischen Markt.\u201c Manuskripte wurden gehandelt, die Autoren bereiteten sich speziell auf die Gruppenlesungen vor. Erfolg oder Misserfolg der Lesung vor der Riege der anwesenden Verlagsvertreter konnte \u00fcber ihre literarische Karriere entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kritik an den Texten kam inzwischen nicht mehr von anderen Autoren, sondern wurde fast ausschlie\u00dflich von der Riege der anwesenden Berufskritiker ge\u00fcbt, die in den Vortragss\u00e4len zumeist die erste Reihe belegten: Walter H\u00f6llerer, Joachim Kaiser, Walter Jens, Walter Mannzen, Marcel Reich-Ranicki und Hans Mayer. Letzterer urteilte, die \u201eKritik dementierte zur Marktexpertise, empfand sich selbst als solche und verhielt sich von nun an marktgerecht.\u201c Im Jahr 1961 kam es zu internen Debatten um den Fortbestand der Gruppe 47. Die Kritik an der Kritik entz\u00fcndete sich besonders an der Person Reich-Ranickis, dessen Sch\u00e4rfe im Urteil gef\u00fcrchtet war. Verschiedene, vor allem \u00e4ltere Mitglieder der Gruppe forderten seine Ausladung, gegen die sich Richter aber letztendlich aussprach.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Gruppe, Politik und Gesellschaft<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zunehmende Politisierung der Gesellschaft in den 1960er Jahren strahlte auch auf die Gruppe 47 aus. Obwohl Richters Motivation urspr\u00fcnglich eine gesellschaftspolitische gewesen war, blieb die Gruppe 47 \u00fcber den Zeitraum ihrer Existenz politisch inhomogen. So kam es nie zu einer politischen Resolution im Namen der gesamten Gruppe. Es wurden allerdings aus der Gruppe heraus insgesamt elf Resolutionen Einzelner angesto\u00dfen, die immer nur von einer Minderheit der Teilnehmer unterschrieben, in der \u00d6ffentlichkeit aber dennoch oft als Protestnoten der gesamten Gruppe wahrgenommen wurden. Sie reichten von Protesten gegen die Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands 1956, Protesten gegen den Vietnamkrieg 1965 bis zu einer Resolution gegen die Springer-Presse w\u00e4hrend der letzten Tagung 1967.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der wachsenden \u00d6ffentlichkeitswirkung der Gruppe 47 wurde sie im Inland wie im Ausland verst\u00e4rkt als Repr\u00e4sentant der deutschen Literatur wahrgenommen. 1964 im schwedischen Sigtuna und 1966 im amerikanischen Princeton trat sie in Auslandstagungen in Erscheinung. Diese waren als Veranstaltungen erfolgreich, wie etwa der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson notierte: \u201eDie Gruppe machte den ungeheuer imponierenden Eindruck einer riesigen, manchmal nahezu perfekten Kritikmaschinerie.\u201c Sie f\u00fchrten aber im Inland zu Diskussionen und in der Gruppe selbst zu immer st\u00e4rker aufbrandenden Reformdebatten. Richter erkannte einen \u201eschleichenden Krebs, der da pl\u00f6tzlich die Gruppe bef\u00e4llt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Beschreibungsimpotenz<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martin Walsers ironische Entgegnung auf Kritik an der Gruppe wurde 1964 zu einer Bestandsaufnahme: \u201eDie Gruppe ist in vielen Augen eine herrschs\u00fcchtige Clique geworden. Und der literarische Jahrmarkt, der da einmal im Jahr stattfindet, [\u2026] wird beurteilt als eine monopolistische imperialistische Veranstaltung zur Einsch\u00fcchterung der Kritik, der Leser, der \u00d6ffentlichkeit. [\u2026] Ich glaube, es ist wirklich die h\u00f6chste Zeit zur Sozialisierung. F\u00e4ngt die Gruppe n\u00e4mlich erst an, im Ausland aufzutreten, dann ist es ganz unvermeidlich, da\u00df etwas Offizielles passiert und noch schlimmere Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse entstehen als im Inland.\u201c In Princeton griff der erstmals eingeladene Peter Handke, der zuvor mit seiner Lesung durchgefallen war, die Gruppe direkt an. Handke verurteilte im Stile seiner <em>Publikumsbeschimpfung<\/em> Autoren f\u00fcr die \u201eBeschreibungsimpotenz\u201c ihrer \u201eganz dummen und l\u00e4ppischen Prosa\u201c und Kritiker f\u00fcr \u201eihr \u00fcberkommenes Instrumentarium\u201c gleicherma\u00dfen. Als Handke von Hans Mayer Unterst\u00fctzung erfuhr, kam es zum ersten Mal zu der von Richter stets vermiedenen Grundsatzdiskussion. G\u00fcnter Grass nannte Handkes Kritik sp\u00e4ter einen \u201eBlattschuss\u201c f\u00fcr die Gruppe 47. In der Folge wandte sich Erich Fried in einem Brief mit Reformvorschl\u00e4gen an Hans Werner Richter, doch dieser nahm die Gruppe 47 noch immer als <em>seine<\/em> Gruppe wahr und blockte alle Reformbestrebungen ab:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eIch brauche nur nicht mehr einzuladen, dann gibt es [die Gruppe 47] nicht mehr.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die politischen Angriffe auf die Gruppe kamen inzwischen nicht mehr nur aus konservativer Richtung, wie dies bereits seit ihren Anfangstagen, insbesondere aber seit der Wahlwerbung einiger Autoren f\u00fcr die SPD der Fall gewesen war. Im Mai 1966 startete Klaus Rainer R\u00f6hl in der Zeitschrift <em>konkret<\/em> einen \u201eFeldzug von links\u201c gegen die Gruppe 47, der in den folgenden Ausgaben mit immer neuen Attacken gegen, so Robert Neumann, die \u201eAttrappe einer engagierten Literatur, engagiert f\u00fcr die Attrappe einer Oppositionspartei\u201c fortgesetzt wurde. In seiner ebenfalls in <em>konkret<\/em> abgedruckten Antwort konzedierte Joachim Kaiser im August des Jahres: \u201eIch finde, die Gruppe sollte sich langsam aufl\u00f6sen, weil sie durch viele unvern\u00fcnftige Angriffe und infolge vieler unvern\u00fcnftiger tadelnder oder lobender Berichte [\u2026], weil also die Gruppe durch diese halb-verschuldeten, halb-unverschuldeten Neben-Effekte ihre Unschuld verloren hat, zu einem Politikum geworden ist\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Letzte Treffen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum letzten regul\u00e4ren Treffen kam es 1967 im oberfr\u00e4nkischen Waischenfeld in der Pulverm\u00fchle. Die Tagung wurde von Protesten einiger Studenten des Erlanger SDS gest\u00f6rt. Sie warfen der Gruppe eine unpolitische Haltung vor und skandierten Parolen wie \u201eDie Gruppe 47 ist ein Papiertiger\u201c und h\u00f6hnische Rufe \u201eDichter! Dichter!\u201c Die Reaktionen der Gruppenmitglieder fielen unterschiedlich aus. W\u00e4hrend manche ver\u00e4rgert auf die St\u00f6rung reagierten, suchten andere den Dialog mit den Studenten. Innerhalb der Gruppe brachen ideologische Differenzen auf, insbesondere zwischen den beiden Protagonisten G\u00fcnter Grass und Reinhard Lettau. Der damalige Teilnehmer Yaak Karsunke erinnerte sich, er sei \u201esehr erschrocken gewesen, mit welcher Aggressivit\u00e4t ein gro\u00dfer Teil der Gruppenmitglieder auf diesen harmlosen Studenten-Ulk reagiert\u201c habe, und er zog das Fazit: \u201eIn gewisser Weise ist diese Gruppe 47 \u2013\u00a0oder der Traum, den Hans Werner Richter davon hatte\u00a0\u2013 tats\u00e4chlich in der Pulverm\u00fchle zerbrochen, weil pl\u00f6tzlich die Au\u00dfenwelt eindrang. F\u00fcr meine Begriffe ist sie aber nicht am Eindringen der Au\u00dfenwelt zerbrochen, sondern an der Unf\u00e4higkeit der Gruppe, darauf angemessen zu reagieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Das geplante Aufl\u00f6sungstreffen auf Schloss Dob\u0159\u00ed\u0161 konnte erst 1990 nachgeholt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hans Werner Richter plante noch ein abschlie\u00dfendes Treffen 1968 auf Schloss Dob\u0159\u00ed\u0161 bei Prag, auf dem er die Gruppe aufl\u00f6sen und sich selbst wieder in den politischen Journalismus eines neu aufgelegten <em>Rufs<\/em> zur\u00fcckziehen wollte. Doch zu beidem kam es nicht. Die Niederschlagung des Prager Fr\u00fchlings durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts verhinderte die Aufl\u00f6sungstagung. Die Gruppe 47, die laut Richter nie wirklich gegr\u00fcndet wurde, l\u00f6ste sich somit auch nie offiziell auf. Wie gegen\u00fcber Erich Fried angek\u00fcndigt, lud Richter einfach nicht mehr ein. In der Folge kam es zu einigen kleineren Treffen ehemaliger Mitglieder, so 1972 in Berlin zum 25-j\u00e4hrigen und 1977 in Saulgau zum 30-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um. Auf Einladung V\u00e1clav Havels holte Richter im Mai 1990 unter ge\u00e4nderten politischen Rahmenbedingungen auch noch das ausgefallene Treffen in Schloss Dob\u0159\u00ed\u0161 nach, das zu einer Begegnung der ehemaligen Gruppenmitglieder mit tschechischen Autoren wurde. Joachim Kaiser zog das Fazit: \u201eZum Ende der Gruppe 47 f\u00fchrte haupts\u00e4chlich der Umstand, da\u00df sie zu alt wurde. So kam einiges zusammen: \u00dcberalterung der Gruppe, heftige Politisierung ihrer Mitglieder und der Umstand, da\u00df die Gruppe nicht mehr das gewesen ist, was sie am Anfang war.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<div id=\"attachment_53079\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Kollegen_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-53079\" class=\"wp-image-53079 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Kollegen_Cover-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Kollegen_Cover-250x300.jpg 250w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Kollegen_Cover.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-53079\" class=\"wp-caption-text\">Coverart: Almuth Hickl<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1995 und 1999 hat A.J. Weigoni im Rahmen seiner Arbeit f\u00fcr den VS <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25436\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a> mit Schriftstellern aus Belgien, Deutschland, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich und der Schweiz gef\u00fchrt. Sie arbeiteten am gleichen \u201eProdukt\u201c, an der deutschen Sprache. Die Publikation ist zum 30. Jahrestag des VS erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Band war als bibliophile, limitierte Vorzugsausgabe erh\u00e4ltlich \u00fcber: Ventil-Verlag, 55116 Mainz. Aus Recherchegr\u00fcnden hat der vordenker die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> zuerst ins Netz gestellt. Sie k\u00f6nnen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kollegen.htm\">hier<\/a> abgerufen werden. Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) haben diese Reihe in loser Folge ab 2011 fortgesetzt. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Als Gruppe 47 werden die Teilnehmer an den deutschsprachigen Schriftstellertreffen bezeichnet, zu denen Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 einlud. Die Treffen dienten der gegenseitigen Kritik der vorgelesenen Texte und der F\u00f6rderung junger, noch unbekannter Autoren. Der in&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/09\/06\/kahlschlag-literatur\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98944,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2901,189,137,413],"class_list":["post-82396","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-henrich-boell","tag-ingeborg-bachmann","tag-paul-celan","tag-peter-handke"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82396"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99195,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82396\/revisions\/99195"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98944"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}