{"id":82331,"date":"2023-04-16T00:01:54","date_gmt":"2023-04-15T22:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=82331"},"modified":"2024-02-29T15:40:34","modified_gmt":"2024-02-29T14:40:34","slug":"dirty-speech-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/04\/16\/dirty-speech-revisited\/","title":{"rendered":"Dirty Speech Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Gelber schmutziger Himmel. Gelbschmutziger Himmel. Ein gelbschmutziger Himmel. Ein gelbschmutziger Himmel \u00fcber mir. \u2026 Ein verdammter Schei\u00dfdreck von Himmel. Ein mieser gelber schmutziger K\u00f6lner verfluchter elender Kackhimmel. Ein von Lichtfetzen verkackter Himmel. Ein mieses St\u00fcck von Himmel. Ein Kackhimmel. Ein riesiger Schei\u00dfdreck von Himmel jetzt in diesem Moment, an dieser Bahnstelle, entlang der Bahn, zwischen diesen toten B\u00e4umen.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Rolf Dieter Brinkmann<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_99899\" style=\"width: 228px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-99899\" class=\"wp-image-99899\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Rolf-Dieter-Brinkmann.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"294\" \/><p id=\"caption-attachment-99899\" class=\"wp-caption-text\">The Notorious R.D.B<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Erinnerung an die <span style=\"color: #ff0000;\"><em><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/09\/11\/dirty-speech\/\">Dirty Speech<\/a><\/em><\/span>-Bewegung in der BRD, die 1969 mit der Rolf Dieter Brinkmanns \u201eAcid\u201c zu verorten ist. Es war eine Anthologie amerikanischer Beatliteratur, gesammelt und damit den Versuch er\u00f6ffnend, auch in der deutschen Dichtung die b\u00fcrgerliche Moral zu br\u00fcskieren, lyrische Formen zu banalisieren, den Alltag zum Thema zu machen und Sex, Brutalit\u00e4t, Perversion als Sujets zu akzeptieren. Zum Helden des Underground wurde auch Heinrich Karl Bukowski, das war sein Taufname, als er am 16. August 1920 in Andernach, 15 Minuten nordwestlich von Koblenz, als Sohn eines US-amerikanischen Besatzungssoldaten geboren wurde. Aus Heinrich Karl wurde Charles, Charles Bukowski, Dichter und Schriftsteller, der <em>Mann mit der Ledertasche<\/em>, der schlechte Verlierer und derjenige, der detailliert bestimmte M\u00e4nnerfantasien beschrieb: ungehemmter Junggeselle, schlampig, unsozial und frei \u2013 ob in Gedichten, Kurzgeschichten oder Romanen. Er ist ein erfolgreicher Vertreter des Undergroundstils und drastischer Beobachter st\u00e4dtischer Unterschichten und gesellschaftlicher Au\u00dfenseiter. Er befindet sich zeitlich und geografisch irgendwo zwischen Beat Generation und Gonzo-Journalismus, ist diesen Stilen aber nicht zuzurechnen. KUNO sieht ihn in der Tradition des <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Trash<\/span><\/a><\/em>. In der alten BRD feierte Bukowski seinen H\u00f6hepunkt als er 1978 die Bundesrepublik besuchte; bei seiner Lesung in Hamburg wurde er gefeiert wie ein Popstar. Diese Deutschlandreise f\u00fchrt ihn auch nach Andernach, wo er seinen Onkel besucht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich bleibe dabei \u2013 und ihr kennt mich gut genug um das jetzt nicht in die falsche Kehle zu kriegen \u2013: Personenkult ist Schei\u00dfe.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_105103\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-105103\" class=\"wp-image-105103 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Freakout_Cover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-105103\" class=\"wp-caption-text\">Das erste Konzept-Album der Rockgeschichte von den Mothers of Invention im Dirigat von Frank Zappa, Die Ver\u00f6ffentlichen der DoLP war am 27. Juni 1966 &#8211; zum Mitschreiben: Ein Jahr vor <i>Sgt. Pepper <\/i>von einer englischen Band;-)<i><br \/><\/i><\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann die Geschichte des Underground in Deutschland nicht ohne Hadayatullah H\u00fcbsch erz\u00e4hlen, den Urvater des Social-Beat. H\u00fcbschs literarische Laufbahn begann mit einer Ver\u00f6ffentlichung in der von Peter R\u00fchmkorf herausgegebenen, viel beachteten Sammlung <em>Primanerlyrik \u2013 Primanerprosa<\/em>. 1969 ver\u00f6ffentlichte H\u00fcbsch seinen ersten Gedichtband <em>Mach was du willst<\/em> bei Luchterhand. Der ebenfalls bei Luchterhand ver\u00f6ffentlichte sp\u00e4tere Literaturnobelpreistr\u00e4ger G\u00fcnter Grass prophezeite H\u00fcbsch daraufhin eine gro\u00dfe Karriere als Lyriker; H\u00fcbsch bevorzugte es jedoch, Undergroundpoet jenseits der \u201eHauptstra\u00dfen\u201c zu bleiben. Seine Lyrik war inspiriert von experimenteller Literatur, dem Dadaismus und expressionistischer Lyrik. Sp\u00e4ter haben ihn die Beatliteraten gepr\u00e4gt, vor allem Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Jack Kerouac. Nach seiner Konversion zum Islam war seine Lyrik zus\u00e4tzlich von der mystischen Poesie Persiens, von Hafis, Rumi und Sadi beeinflusst. H\u00fcbsch war ein \u201eSpoken-Word-Dichter\u201c, der die literarische Str\u00f6mung des deutschen Poetry Slam mitbegr\u00fcndete und Namensvater des ersten Social-Beat Festivals in Berlin war. Er gilt als \u201eUrgestein\u201c und \u201eLegende\u201c der Social-Beat-Szene und der \u201eLyrik Performance\u201c. Er war deutschlandweit unterwegs auf Lesetouren und f\u00f6rderte junge Nachwuchsliteraten. 1996 wurde er zum \u201eDeutschen Literatur-Meister\u201c beim internationalen Poetry Slam gew\u00e4hlt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Sprache besitzen hei\u00dft: sich im sozialen Raum bewegen und sich dessen bewusst sein.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Taylor in <em>Das sprachbegabte Tier. <\/em><\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_97950\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-97950\" class=\"wp-image-97950 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Zombies-207x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-97950\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1992 erschien im Essener Isabel-Rox-Verlag die Underground-Anthologie &#8222;Downtown Deutschland&#8220;, sie steht am Anfang dessen, was in den darauffolgenden Jahren als Social-Beat-Bewegung von sich Reden machen sollte. Die Geschichten sind durchzogen von einem grundlegenden Fatalismus, in dem sich keine Vorstellung einer besseren Welt finden l\u00e4sst. Darin finden sich auch Autoren, die man dem <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\"><em>Social Beat<\/em><\/a><\/span> nicht zwingend zurechnet, wie Enno Stahl und A.J. Weigoni die aus dem KRASH-Umfeld kamen. Im Herbst 1989 erschien im Krash-Verlag das erste <i>Gossenheft<\/i> mit dem Titel <i><span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/08\/11\/gossenhefte\/\">Jaguar<\/a><\/span>, <\/i>der Verlag aus der Domstadt griff auf die Tradition des <em>pulp magazines<\/em> zur\u00fcck. Weigoni regte den Verleger Dietmar Pokoyski dazu an, das von ihm entwickelte Konzept <i>Gossenhefte<\/i> ins Programm aufzunehmen. Mit <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/stahl\/trash_me.htm\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Trash me!<\/span><\/em><\/a> hatte Enno Stahl 1992 Gossenstories vorgelegt. Bereits in 1995 betrachtete KUNO den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/08\/17\/umschlagsmoment-der-lebensentwuerfe\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Umschlagsmoment der Lebensentw\u00fcrfe in der alten BRD<\/span><\/a>. Die Redaktion verortete in 2003 den Beginn der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/09\/11\/dirty-speech\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Dirty Speech<\/span><\/a><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>\u2013<\/strong>Bewegung<\/span> in der BRD 1969 mit der Rolf Dieter Brinkmanns \u201eAcid\u201c und zieht Parallelen zu eben dieser <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/11\/perlen-des-trash-%c2%b7-revisited\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gossenheftreihe<\/span><\/a> des KRASH-Verlags. In 2013 betrachtete die Redaktion in <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/16\/dirty-speech-ein-recap\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Dirty Speech, ein Recap<\/span><\/a> Parallelen zwischen Brinkmann, Handke und Weigoni. F\u00fcr Weigoni war die Story aus &#8222;Downtown Deutschland&#8220; so wichtig, dass er sie als <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/10\/13\/exchange\/\">Erz\u00e4hlung<\/a><\/span> f\u00fcr den Band <em>Zombies<\/em> \u00fcberarbeite.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span class=\"d2edcug0 hpfvmrgz qv66sw1b c1et5uql oi732d6d ik7dh3pa ht8s03o8 a8c37x1j keod5gw0 nxhoafnm aigsh9s9 d3f4x2em fe6kdd0r mau55g9w c8b282yb iv3no6db jq4qci2q a3bd9o3v knj5qynh oo9gr5id\" dir=\"auto\" lang=\"de_DE\" style=\"color: #999999;\">In vieler Hinsicht war SB Epigonalliteratur und Plagiat. Die Liste der Vorbilder, denen man nachklingen wollte, war lang: Kerouac, Ginsberg, Rimbaud, Baudelaire, Villon, Ploog, H\u00fcbsch, Brinkmann, Fauser und immer wieder Bukowski, Bukowski, Bukowski. Die Autoren, die jenseits des Imitierens eigenes Format entwickelten, taten dies nicht durch, sondern trotz der Bewegung SB. Imitieren und nachklingen ist ja eigentlich normal f\u00fcr jeden Jungdichter, der mit Schreiben anf\u00e4ngt, daher sehe ich den SB auch prim\u00e4r als Ausprobierfeld.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">N\u00ed Gudix<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-75940 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-154x300.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-154x300.jpg 154w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-527x1024.jpg 527w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-768x1491.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-791x1536.jpg 791w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-1055x2048.jpg 1055w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-514x999.jpg 514w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-260x505.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat-160x311.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/SocialBeat.jpg 1101w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 100vw, 154px\" \/><\/a>Eine kleine Gruppe von Autoren als \u201eGeneration\u201c zu bezeichnen, soll den Anspruch verst\u00e4rken, da\u00df sie repr\u00e4sentativ und wichtig f\u00fcr die Entwicklung einer neuen Stilrichtung sind. Der Pressetext aus dem Literaturhaus Stuttgart kam etwas vollmundig daher und nennt den sogenannten &#8222;Social Beat&#8220; mit dem Beat-Bewegung in einem Atemzug:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;In den 1940er bis 1960er Jahren lie\u00df eine Gruppe von amerikanischen Autor*innen die moderne Literatur erbeben \u2013 mit Schockwellen rund um den Globus. Die Beats revolutionierten die literarische Sprache: Stra\u00dfenslang und spontanes Schreiben wurden en vogue, ihre Themen waren existenzieller Nomadismus und moderne Sinnsuche, sie stellten ihre Werke in umgebauten Garagen und Musikclubs vor. In den 1980er\/90er Jahren kam es in der Bundesrepublik zu einem Nachbeben: Junge, wilde Schriftsteller*innen loteten die Grenzen der Literatur aus: mit Texten, gespeist von ihrem unmittelbaren Erleben, inspiriert von Dada und den Beats, mit Formen zwischen Happening, Performance und Lesung, jenseits der etablierten Orte der Literatur. Sie nannten sich: Social Beat und waren die Impulsgeber f\u00fcr die heutige Slam Poetry.&#8220;<\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Begriff <em>Beat<\/em> wurde von Jack Kerouac gepr\u00e4gt und ist die Kurzform von <em>beatitude<\/em> &#8211; Gl\u00fcckseligkeit. Ferner bezeichnet Beat einen speziellen Rhythmus im Jazz, der Musik die die jungen Intellektuellen Amerikas in ihren Bann zog.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"right\",\"id\":66009,\"width\":372,\"height\":375,\"sizeSlug\":\"large\"} --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-image-65501 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Josef &#8222;Biby&#8220; Wintjes, Photo: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der unerm\u00fcdliche Aktivist Michael Sch\u00f6nauer hat f\u00fcr den <em>Social Beat<\/em> in etwa die Bedeutung, die Josef \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/09\/24\/bye-bye-biby\/\">Biby<\/a>\u201c Wintjes f\u00fcr das <em>Nonkonfirmistische Literarisches Informationszentrum<\/em> hatte. Die &#8222;Underground-Anthologie&#8220; <em>Downtown Deutschland<\/em> wird, nach allen verl\u00e4sslichen Quellen, als die Geburtsstunde des <em>Social Beat<\/em> angesehen. Diese Cover-Version einer &#8222;Jugendbewegung&#8220; wurde 1993 als Schlagwort des Berliner Literaturfestivals \u201e<em>T\u00f6te den Affen<\/em>\u201c von J\u00f6rg A. Dahlmeyer und Thomas N\u00f6ske, abgeleitet von der amerikanischen <em>Beat Generation<\/em>, Charles Bukowski ist gleichfalls ein Vorbild. Der Aktivist Michael Sch\u00f6nauer schuf sodann wesentliche Strukturen f\u00fcr die <em>Social Beat<\/em>-Szene. Die Interaktion mit verschiedensten K\u00fcnstlern r\u00fcckte er in den Vordergrund. Literatur wurde wieder zur Performance. Bildende Kunst, Tanz, Musik und Dichtung als Elemente des Events. 1993 hatten sich w\u00e4hrend der <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Mainzer Minipressenmesse<\/a><\/em> Protagonisten, die zum Teil in <em>Downtown Deutschland<\/em>, (erschien 1992 im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/25\/schwanzlutscher\/\">Verlag von Isabel Rox<\/a>), getroffen, um ein Magazin herauszugeben. Darunter befanden sich Roland Adelmann, Oliver Bopp, Hardy Crueger, Kersten Flenter, Hadayatullah H\u00fcbsch, Ingo Lahr, Andi L\u00fcck, Thorsten Nesch, Robsie Richter, Mario Todisco und besagte Dahlmeyer und N\u00f6ske.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Sie sind Talente, um die niemand herumkommt, der wissen will, was Social Beat ist \u2013 nachdem es so schwierig ist, die, die sich unter das Label SOCIAL BEAT subsumieren lassen so rasch und eindeutig in den Griff zu kriegen, da\u00df wir stolz die Schublade zumachen k\u00f6nnten, um aufatmend zu sagen: das isses und das wars.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Hadayatullah H\u00fcbsch<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Leicht zeitversetzt wurde die <em>Asperger Autorenwerkstatt<\/em> 1994 in der Kleinstadt Asperg, die im Einzugsbereich der Landeshauptstadt Stuttgart liegt, auf Initiative des Autors, Herausgebers und Verlegers Michael Sch\u00f6nauer gegr\u00fcndet. Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ludwigsburg erfolgte Anfang 1995. Zuvor hatte Sch\u00f6nauer, der aus der benachbarten Kreisstadt Ludwigsburg stammt, von 1984 bis 1994 im Selbstverlag das alternative Literaturmagazin <em>einblick\u00a0\u2013 Das Magazin f\u00fcr Literatur und Kunst<\/em> herausgegeben, das sich der F\u00f6rderung der Literatur der 1990er Jahre verschrieben hatte. Der gut organisierte Sch\u00f6nauer geh\u00f6rte 1993\/1994 zu den Wegbereitern des Social Beat, wirkte ma\u00dfgeblich bei mehreren bundesweiten Literaturfestivals der <em>Social-Beat<\/em>-Szene und der sich parallel entwickelnden <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/13\/slam-poetry\/\">Slam-Poetry<\/a><\/em>-Bewegung mit und wurde zu einem der f\u00fchrenden Protagonisten der links-alternativen Literaturszene der 1990er Jahre.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Am Anfang haben wir ja alle beim Slam mitgemacht: Kersten Flenter, Hadayatullah H\u00fcbsch, Jan Off, Alexander Pfeiffer, an Robert Richters Auftritt im Substanz erinnere ich mich immer noch .<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"pq6dq46d\" style=\"color: #999999;\"><span class=\"d2edcug0 hpfvmrgz qv66sw1b c1et5uql oi732d6d ik7dh3pa ht8s03o8 a8c37x1j keod5gw0 nxhoafnm aigsh9s9 d9wwppkn fe6kdd0r mau55g9w c8b282yb mdeji52x e9vueds3 j5wam9gi lrazzd5p oo9gr5id\" dir=\"auto\">Jaromir Konecny<\/span><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/SocoalBeat-e1618051271228.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-82437 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/SocoalBeat-229x300.jpg\" alt=\"\" width=\"229\" height=\"300\" \/><\/a>Die deutsche Subliteraturszene formierte sich zum Teil ab 1993 unter dem Label \u201eSocial Beat\u201c. Wie bei jeder k\u00fcnstlerischen Bewegung gab es Auf-und-Austritte, Fragen nach dem (inhaltlichen) Programm, nach der Definition von dem Headliner und wer denn nun eigentlich alles ein Social Beatnik sei und wer nicht. Tom de Toys geh\u00f6rte zum Movement, seine Texte aus der damaligen Zeit belegen das, zudem finden sich auch diverse Fotos von SB-Events \u2013 auf dem R\u00fcckcover: der junge Toys im Adamskost\u00fcm mit zensierten Hinterbacken. In kurzen Manifesten und in den knapp 70 ausgew\u00e4hlten Gedichten bekommt man einen sehr guten Eindruck dieser dynamischen Sub-Szene. Im lyrischen Schaffen dieses Performers vergegenw\u00e4rtigen sich die nonkonformistischen Rituale einer antib\u00fcrgerlichen Subkultur. Er wurde inspiriert von Autoren, die Risiken eingegangen sind, die sich immer wieder erneuert haben und nicht nur harmlose Variationen ihrer selbst anboten wie etwa <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29114\">Rolf Dieter Brinkmann<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=2038\">Enno Stahl<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=2261\">Hadayatullah H\u00fcbsch<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1889\">Stan Lafleur<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29056\">Thomas Kling<\/a>. Toys verzichtet bei den meisten seiner Gedichte auf traditionelle Metren oder Reime, stattdessen sind sie in Versgruppen unterschiedlicher L\u00e4nge arrangiert. H\u00e4ufig findet man Staccatos\u00e4tze, Enjambements und Wortwiederholungen \u2013 Alliteration, Reim und Tautologie, die wahlweise als rhetorisch, topisch oder poetisch verwendet werden, viele seiner Gedichte verweisen auf eine M\u00fcndlichkeit, die meist erst sp\u00e4ter verschriftlicht wurde. In bester Erinnerung geblieben ist der Redaktion seine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\">Trash-Lyrik<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO hat ein Faible f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Trash<\/a>. Dem Begriff Trash haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. In der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/11\/perlen-des-trash-%c2%b7-revisited\/\">Gossenhefte<\/a> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Vertiefend dazu beschreibt Constanze Schmidt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">meine erinnerung an die mainzer minipressenmesse, im wagen gepennt mit GrIngo, und dann hat Mario Todisco die ganze Bande eingeladen&#8230;<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"pq6dq46d\" style=\"color: #999999;\"><span class=\"d2edcug0 hpfvmrgz qv66sw1b c1et5uql oi732d6d ik7dh3pa ht8s03o8 a8c37x1j keod5gw0 nxhoafnm aigsh9s9 d9wwppkn fe6kdd0r mau55g9w c8b282yb mdeji52x e9vueds3 j5wam9gi lrazzd5p oo9gr5id\" dir=\"auto\">Thorsten Nesch<\/span><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In unterschiedlichen Bundesl\u00e4ndern fanden nach 1993 Lesungen und Festivals statt, an denen sowohl Underground-Veteranen wie Daniel Dubbe, J\u00fcrgen Ploog oder Kiev Stingl als auch unz\u00e4hlige j\u00fcngere Autoren aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Die Bewegung ging zum Teil dann in der sich parallel entwickelnden Slam-Poetry-Szene, mit der es seit Mitte der 1990er starke Verflechtungen gab, auf &#8211; und flaute gegen Ende des Jahrzehnts ab. Als vorl\u00e4ufiger Endpunkt kann zu diesem Zeitpunkt die letzte <em>Buchfrust<\/em>, die 1995 erstmals von Kersten Flenter und Henning Chadde veranstaltet wurde und einmal im Jahr stattfand, angesehen werden, die im Jahr 2000 zum letzten Mal organisiert wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Von 1987 bis 1996 ver\u00f6ffentlichte Robsie Richter das Literatur-Fanzine <em>Kopfzerschmettern<\/em>, das f\u00fcr viele andere <em>Social-Beat-<\/em> und Literatur-Fanzines richtungsweisend war.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Roberto_bolan\u0303o-scaled-e1592296169939.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-65491\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Roberto_bolan\u0303o-scaled-e1592296169939.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"280\" \/><\/a>Die ersten Zeitschriften dieser Underground-Bewegung waren drei so genannte Lit(eratur)-Fanzines: Die seit Mitte der 1980er Jahre herausgegebenen <em>Ikarus<\/em> (Mainz) \u2013 sp\u00e4ter <em>Das Dreieck<\/em>, <em>Kopfzerschmettern<\/em> (Hanau) und <em>Produkt<\/em> (Duisburg). Ihr Erscheinungsbild orientierte sich anfangs noch an der boomenden Punk-Fanzine-Szene. Ende der 1980er und Anfang der 1990er erschienen eine Vielzahl weiterer Zeitschriften und Magazine, die in Inhalt und Aufmachung variierten: <em>3D-Silbig<\/em> (Bochum), <em>Art &amp; Decay<\/em> (Schwarzenberg), <em>Bulletten Tango<\/em> (Bochum), <em>Brain Surfer<\/em> (Engelswies), <em>Cocksucker<\/em> (Riedstadt), <em>Die asoziale Beate<\/em> (Goldberg), <em>Der St\u00f6rer<\/em> (Braunschweig\/Berlin), <em>G\u00e4stepost<\/em> (Berlin), <em>H\u00e4rter<\/em> (M\u00fcnster), <em>herzGalopp<\/em> (Hamburg), <em>HOKAHE<\/em> (G\u00f6ttingen), <em>Holunderground<\/em> (Frankfurt), <em>Kaleidoskop<\/em> (Berlin), <em>Krachkultur<\/em> (Lintig-Meckelstedt\/M\u00fcnchen), <em>Kultur-Terrorist<\/em> (Leverkusen), <em>Labyrinth &amp; Minenfeld<\/em> (Osnabr\u00fcck), <em>Minotaurus<\/em> (Cottbus), <em>Rude Look<\/em> (Bederkesa), <em>Secret Looser<\/em> (Wiesbaden), <em>SUBH<\/em> (Cottbus und Braunschweig), <em>Ventile<\/em> (Mainz) und <em>Vergammelte Schriften<\/em> (Leipzig). Viele dieser Projekte sind im Laufe der 1990er eingestellt worden. Als internes Informationsblatt diente <em>Die Wanze<\/em>, die von wechselnden Redaktionen herausgegeben wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Viele dieser Magazine werden von lahmarschigen Jungs gegr\u00fcndet, die absolut kein Durchhalteverm\u00f6gen haben und zum ersten Mal in ihrem Leben etwas ohne Mutti auf die Reihe kriegen wollen und sich in Tesafilm, Gin, banalen Geschichten, unrealistischen Liebesgeschichten, Manien, Skandalen, Politik, fickenden Hunden im Vorgarten, Jazz, dem ersten Joint und wei\u00df Gott noch was alles verstricken und worauf Gott \u2013 und ich \u2013 getrost schei\u00dfen.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Charles Bukowski, &#8222;Die Minipresse in Amerika&#8220;<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1995 wurde eine neuen Publikationsreihe mit dem Label KILLROY media gegr\u00fcndet. Seitdem f\u00fchrt Sch\u00f6nauer ma\u00dfgeblich die Verlagsaktivit\u00e4ten. Unterst\u00fctzt wird er dabei von Martin Plan (Lektorat), Elke Kurz (Les\u00b4Art), Eva Martinez (Grafikdesign), und Karin R\u00fchle und Joachim Sch\u00f6nauer. Der Name der sp\u00e4ter als \u201eSocial-Beat-Zentrale S\u00fcd\u201c charakterisierten Autorenwerkstatt in Asperg bezog sich auf den Ortsnamen des Gr\u00fcndungsortes und Vereinssitzes. Sch\u00f6nauer war von 1994 bis 2003 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des eingetragenen Vereins t\u00e4tig. Die Autorenwerkstatt \u00fcbernahm u.\u00a0a. redaktionelle Bearbeitungen von Anthologien, fungierte teils als Herausgeber und verlegte als Kleinverlag einige Publikationen. Besonders erw\u00e4hnenswert sind der Band <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/27\/social-beat-slampoetry-3\/\">German Grand SLAM &#8222;Freestyle versus SLAM<\/a>&#8222;. Mit dem dritten Band vervollst\u00e4ndigt sich das verlegerische Werk zur deutschen Untergrund-Literatur, &#8222;vom alten ins neue Jahrtausend&#8220;; mehr als 600 Seiten Pop-, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Trash<\/a>-, Beat- und Slam-Literatur. Eine hohe qualitative Aus- und Verarbeitung des Buchproduktes wurden das wesentliche Erkennungszeichen von KILLROY media. Der sogenannte <em>Social Beat<\/em> ist l\u00e4ngst auf dem M\u00fcllhaufen der Geschichte gelandet, dieser Verlag macht weiter. Unbeirrt, so scheint es.<\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Kaltland Beat\u2039 ist die Bestandsaufnahme einer Krise, n\u00e4mlich Manifest der Erkenntnis, dass das Projekt der Moderne mit seinen diversen Anspr\u00fcchen nach Originalit\u00e4t, Vitalismus, Avantgarde, Pr\u00e4senz, Dissidenz, Schock und Aufhebung von Kunst und Leben auch im literarischen Underground historisch geworden ist. [\u2026] Damit ist \u203aKaltland Beat\u2039 aber zugleich auch die beste deutschsprachige Anthologie zum Thema, eine die alle anderen glatt ersetzt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Martin B\u00fcsser, Testcard \/ Beitr\u00e4ge zur Popgeschichte<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vereinzelte, schwer definierbare Erscheinungen wie Underground, Subliteratur, Au\u00dfer-Literarische Opposition, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/30\/proust_and_pulp\/\">Trash<\/a>\u2013 und Cut-up-Schreibtechniken, Fanzines\u2026 um nur einige unter vielen zu erw\u00e4hnen, weisen altbekannte und theoretisch eingeordnete kulturelle Verhaltensmuster und Gemeinsamkeiten auf: Sie sind die beweglichen Bestandteile einer \u00bbSzene\u00ab, die, wie schon immer Szenen, Auf- und Austritte, Gro\u00dfartiges und Stinklangweiliges, Neues und Altes, aber vor allem Unmittelbares, Lebendiges und risikoreiches Experimentieren an den Tag bringt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Band sammelt eine Auswahl \u201eanti-elit\u00e4rer Literatur im Geiste von Brinkmann und Bukowski\u201c aus den 90er Jahren, als Poetry Slams in jeder Kleinstadt veranstaltet wurden. Die Auswahl der journalistischen Beitr\u00e4ge (u.a. von Marc Degens, Benno K\u00e4smayr, Enno Stahl) reicht von der rein soziologischen Erkl\u00e4rung des Ph\u00e4nomens Subkultur \u00fcber die Beleuchtung der \u00bbgeistigen\u00ab Aspekte derselben bis hin zu der historischen Entwicklung der Subkultur(en) im 20. Jahrhundert. Daneben stehen Prosatexten (u.a. von Kersten Flenter, Jaromir Konecny, Jan Off, Markus Orths) und Poesie (u.a. von Bastian B\u00f6ttcher, Tanja D\u00fcckers, Bj\u00f6rn Kuhligk).<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr die Au\u00dfenstehenden und selbst f\u00fcr viele Insider spontane Wildw\u00fcchse darstellt, ist f\u00fcr Subkulturforscher wie Rolf Lindner oder Rolf Schwendter sowie f\u00fcr die \u00bbSchreibtischt\u00e4ter\u00ab des Undergrounds schon l\u00e4ngst eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Subkultur bedeutet zwar noch keine Avantgarde, aber jede Avantgarde entspringt einem subkulturellen N\u00e4hrboden. Denn sowohl Subkultur als auch Avantgarde sind, noch bevor sie sich als \u00bbDinge\u00ab (Thomas Stemmer) manifestieren und sich in ihnen schlie\u00dflich verlieren, Sicht- und Verhaltensweisen des Einzelnen und\/oder der Gruppe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Begriff der \u00bbSzene\u00ab stehen die Herausgeber sicher und zugleich unsicher da. Sicher, denn sie verzichten bewusst auf den Anspruch, mehr als einige provokative Gedanken und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige \u00bbBeweise\u00ab mit diesem Buch in die Runde zu werfen. Unsicher, denn ihre Herausforderung bleibt nur so lange eine solche, als die im Buch abgedruckten Texte jenseits der provokativen Posse als Literatur von den Leseren empfunden werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>i jump in &amp; off we go<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">ruth weiss<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"right\",\"id\":66141,\"width\":177,\"height\":250,\"sizeSlug\":\"large\"} --><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-66141\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Slam-poetr_Covery.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Slam-poetr_Covery.jpg 353w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Slam-poetr_Covery-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Slam-poetr_Covery-260x368.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Slam-poetr_Covery-160x226.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Literatur und Subkultur &#8211; nur ein Zeitgef\u00fchl?&#8220; Der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\"><em>Social Beat<\/em><\/a> ist eine Grenzg\u00e4nger-Literatur: die Grenzen zwischen Ich-Erz\u00e4hler und Autor, zwischen Fiktion und Realit\u00e4t verschwimmt, man kann sie als \u201aBekenntnis\u2018-Literatur bezeichnen. Wie jede Jugendbewegung seit den <em>Wanderv\u00f6geln<\/em> im 19. Jahrhundert sind diese Typen (zumeist junge wei\u00dfe M\u00e4nner) auf der Sinnsuche eines modernen \u201eGeworfenen\u201c. Betrachtet man die Geschichte der Jugendbewegungen, so folgten den Riots in den englischen Vorst\u00e4dten, in Hamburg bei Rock-&#8217;n&#8216;-Roll-Konzerten von Bill Haley, die &#8222;Schwabinger Krawalle&#8220; Anfang der sogenannten Sixties, vor Paris oder anderswo, Tumulte im Z\u00fcrich der achtziger Jahre &#8211; Emp\u00f6rung nicht nach dem Schema Rassismus\/Ausgrenzung\/Diskriminierung, sondern mit der Lust am eigenen Irresein, an der Noch-nicht-Eingepasstheit der Erwachsenen mit der Ungewissheit an der eigenen Perspektive, dies gerade im <em>L\u00e4ndle<\/em>. Diese Jungm\u00e4nner erz\u00e4hlen gern breit von ihren Schw\u00e4chen und S\u00fcchten, meist in Verbindung mit Alkohol. Wenn Frauen bekennen, geht es dagegen meist um Sex. Von daher mag man es bedauern, da\u00df der Social Beat sowenig Autorinnen hervorgebracht hat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Social Beat SLAM!poetry 1<\/em> wird als &#8222;Rote Bibel&#8220; des Social Beat bezeichnet<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das kleine Rote Buch <\/em>von Mao Tsetung, war in den 1960ger Jahren als <em>Rote Bibel <\/em>gel\u00e4ufig. Dieses Buch eines Diktators stellt ein Referenzwerk f\u00fcr die literarische Str\u00f6mung des Social Beat dar. Das von Michael Sch\u00f6nauer herausgegebene <em>Social Beat SLAM!poetry 1<\/em> versteht sich als eine szene-relevante Recherche mit Beitr\u00e4gen von 74 Autoren und Autorinnen. Man kann im <em>L\u00e4ndle<\/em> den Hunger nach k\u00fcnstlerischem Aufbegehren und Innovation ahnen. Sich schreibend mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen, hat f\u00fcr diese Autoren etwas Eitles. Diese Jungm\u00e4nner formulieren ein Bed\u00fcrfnis nach Abgrenzung, Rebellion und dem Wunsch <em>Teil einer Bewegung sein<\/em>, wie die Tocos formulierte. Zu lesen ist ein Konformismus der Resignation, eine l\u00e4hmende linke Melancholie-Routine, die Autoren des <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/24\/was-ist-social-beat\/\">Social Beat<\/a><\/em> formulierten Hilflosigkeit und Tristesse. Die Anzahl der sprachlichen Mittel ist beschr\u00e4nkt. Fast ausschlie\u00dflich die rhetorischen Figuren der Wiederholung scheinen es den Autoren, (oder sollte man besser vom Textproduzenten sprechen?), angetan zu haben und sie wiederholen sich stetig. Diese Off-Szene wagte den Bruch mit den Br\u00e4uchen ohne \u00fcber die literarischen M\u00f6glichkeiten zu verf\u00fcgen eine neue Tradition zu begr\u00fcnden.<\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der interessanteste Autor, den der <em>Social Beat<\/em> hervorgebracht hat, ist eine Frau<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom sogannten <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Social Beat<\/a><\/em> ist nicht mehr viel \u00fcbrig geblieben, wer erinnert sich noch an Ingo Lahr, Andi L\u00fcck oder die von HEL so benannte &#8222;Einmannsekte&#8220; <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/01\/24\/abgesang\/\">Tom de Toys<\/a>? Der interessanteste Autor, den diese Bewegung hervorgebracht hat, ist eine Frau, <em>Gudrun Rupp<\/em> aka N\u00ed Gudix. Sie arbeitet vor allem als freie Literatur\u00fcbersetzerin und bet\u00e4tigt sich zudem als Schriftstellerin, Theaterautorin und Rezitatorin. Als N\u00ed Gudix ver\u00f6ffentlichte diese vielseitige Autorin zahlreiche Texte, Essays und \u00dcbersetzungen in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften. Der Dialog zwischen Text und \u00dcbersetzung ist jedoch nicht die einzige Dimension der mannigfaltigen Auseinandersetzung mit Sprache und ihres Transfers in unterschiedliche Medien. All diese Gattungen besitzen f\u00fcr diese Autorin uneingeschr\u00e4nkte Relevanz.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ihre \u00dcbersetzungen bleiben nah an den Ursprungstexten, wodurch vor allem der semantische Gehalt sowohl der deutschen Texte in den Vordergrund r\u00fcckt.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_69418\" style=\"width: 249px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69418\" class=\"wp-image-69418 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix.jpg\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"179\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix.jpg 239w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/02\/ni-gudix-160x120.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-69418\" class=\"wp-caption-text\">N\u00ed Gudix aka Transliterarix<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Label <em>Transliterarix<\/em> \u00fcbersetzte sie u.a. Robert Burns, Miguel &#8222;Mike&#8220; Gilli und Metta Victor, etwa das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/06\/23\/dime-novels\/\">Tagebuch von nem schlimmen Schlingel<\/a> von Metta Victor, das bei Killroy Media erschien. Dies ist ein Klassiker der Lausbubenliteratur und war ein Weltbestseller dazu. 1880 in New York erschienen, war Georgie\u00a0Hackett, der Held des Buches, genauso bekannt und beliebt wie seine Zeitgenossen Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Und es ist auch nicht so, da\u00df er danach vergessen worden w\u00e4re. Er wurde in zahlreiche Sprachen \u00fcbersetzt, es gibt ihn sogar auf Hebr\u00e4isch &#8211; nur wurde, da vielen das Original zu heftig erschien, sprachlich zu revolution\u00e4r (im Slang und mit fehlerhafter Orthographie) und vom Inhalt her manchmal zu wild und zu anarchisch, gerne auf eigene Faust im Text herumgek\u00fcrzt und &#8222;verschlimmbessert&#8220;. Ihre \u00dcbersetzungen bleiben nah an den Ursprungstexten, wodurch vor allem der semantische Gehalt sowohl der deutschen Texte in den Vordergrund r\u00fcckt. Gleichfalls empfehlenswert ist daher <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/06\/26\/die-freien\/\">Die Freien<\/a><\/em>. <em>Ein utopisch-anarchischer Roman<\/em> von M. Gilliland mit der \u00dcbertragung aus dem (nord-)irischen Englisch, und mit Anmerkungen von N\u00ed Gudix. Diese von Ambivalenzen, Zweifeln und Paradoxien gepr\u00e4gte Suchbewegung macht dieses Buch \u00fcber das Leben von Freiheitssuchern zu einem literarischen Ereignis.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"textColor\":\"cyan-bluish-gray\"} --><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">LaborBefund\u00a0\u2013 Literatur aus der Wirklichkeit<\/span> <\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir stellen auf KUNO hin und wieder Literaturzeitschriften vor, zuletzt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24175\">Matrix<\/a>. Auf diesem Weg gilt es einen weiteren Irtum auszur\u00e4umen, es herrscht die Annahme, das <em>Netzwerk<\/em> sei erst mit dem Internet erfunden worden, es gab jedoch eine Zusammenarbeit von Individuen bereits auf analoger Ebene. KUNO konsultiert den Wert des Analogen und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25201\">dokumentierte<\/a> den Grenzverkehr im Dreil\u00e4ndereck. Gern weisen wir daher auch auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/03\/10\/laborbefund\/\"><em>LaborBefund\u00a0\u2013 Literatur aus der Wirklichkeit <\/em><\/a>hin. Diese Lit.-ZS wartet mit Informationen, Deutungsm\u00f6glichkeiten und Handlungsoptionen auf, der den Zustand der Unsicherheit einer Welt gegen\u00fcber zeigt, die sich dem Verst\u00e4ndnis entzieht. Seit 2013 ist N\u00ed Gudix als Verlegerin und Chefredakteurin der neu gegr\u00fcndeten Berliner Literaturzeitschrift t\u00e4tig. Im Gegensatz zum sogannten <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Social Beat<\/a><\/em> stimmen sowohl Texte als auch Bilder nicht in den Abgesang auf das Subjekt ein, das all seine Stabilit\u00e4t verloren hat, sondern reproduzieren und kommentieren diese Effekte durch die zahlreichen intertextuelle Verweise und die verschiedenen miteinander verbundenen Ausdrucksmodi. Das Sammeln und Auflesen verschiedener Gegenst\u00e4nde aus der Tradition bis hin zu brandaktuellen Medienerscheinungen sowie ein gewisses Ma\u00df an Verr\u00e4tselung werden hier zum Prinzip des editorischen Schaffens. Diese ZS ist, wenn man so will, der einzig legitime Nachfolger des <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\">Ulcus Molle Info<\/a><\/em>s. Die von Andreas Balck herausgegebene Zeitschrift erscheint monatlich in einer kleinen Printauflage. N\u00ed Gudix ist nun eine Sonderausgabe gewidmet, das die Autorin mit der ganzen Spannbreite ihres K\u00f6nnens zeigt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Was darf Dokumentarlit?<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_76152\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ruthweiss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76152\" class=\"wp-image-76152 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ruthweiss.jpg\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"268\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ruthweiss.jpg 182w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ruthweiss-160x236.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-76152\" class=\"wp-caption-text\">Ruth Weiss ist eine Jazz-&amp;-Beat-Poetry-Pionierin die das Vergessenwerden bereits hinter sich hat.<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausstellung dokumentierte die Social Beat-Szene, in der der Gro\u00dfraum Stuttgart eine wichtige Rolle spielte, mit Original-Dokumenten aller Art. Die Aktivisten der Szene haben ihr Archiv zur Verf\u00fcgung gestellt. Umrahmt wird das Ganze von Portr\u00e4ts und Dokumenten der Beats, exklusiven Portraits der Beat-Autoren von Jim Avignon und garniert (digital und wom\u00f6glich live) mit Veranstaltungen und Lesungen, Filmen, Audioclips und B\u00fccher-Vitrinen. Erstmals \u00f6ffentlich zu sehen ist zudem eine Foto-Serie der Social Beat-K\u00fcnstlerin YAM \u00fcber den lange vergessenen Beat-Lyriker Taylor Mead.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie wahrhaftig ist Dokumentarlit?<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dokumentation zeigte vor allem eins: Der <em>Social Beat<\/em> war ungehobelt und polarisierend, mit einem untr\u00fcglichen Gesp\u00fcr f\u00fcr ebenso banale wie treffende Lebensweisheiten. Dieses Schreiben ist ein Am-Leben-Bleiben. K\u00fcnstlerisch gestaltet wird eher wenig, es hat den Anschein des Dokumentarischen. Es hat wahrscheinlich keine Jugendbewegung gegeben, die ihre Leidensarroganz besser zu Schau gestellt hat. Sich als desillusionierte Au\u00dfenseiter inszenierende Typen schreiben gegen das \u00f6de Leben in der Gosse an.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie viel Inszenierung ist bei der Dokumentarlit erlaubt?<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_66009\" style=\"width: 308px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66009\" class=\"wp-image-66009 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-298x300.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-298x300.jpg 298w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-260x262.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage-160x161.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/SocialBeat_Collage.jpg 496w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-66009\" class=\"wp-caption-text\">Was ist <em>Social Beat<\/em>? fragt der Herausgeber Boris Kerenski in einer Publikation zur gleichnamigen Mailart-Aktion (Killroy media, Asperg 1998)<em>.<\/em> DaDa ick h\u00f6r dir trapsen;-)<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor der \u201eBeat\u201c zur Pop-Literatur verniedlicht wurde, gab er sich gef\u00e4hrlich. In einer Zeit, da Originalit\u00e4t von der Stange erh\u00e4ltlich ist, pr\u00e4sentiert sich der Underground schrill, um Aufmerksamkeit zu wecken. Zu <em>Social Beat <\/em>erwartet man ein fotokopiertes und zusammengetackertes Fanzine und erh\u00e4lt eine hochwertig gemachte 40-seitige-Brosch\u00fcre, die als eigenst\u00e4ndige Sachpublikation angelegt ist. Boris Kerenski hat seine F\u00e4higkeit als Herausgeber mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/06\/24\/kaltland\/\"><em>Kaltland Beat<\/em><\/a> unter Beweis gestellt, in 1999 bereits die Bestandsaufnahme einer Krise, gesellschaftlich und vor allem literarisch. KUNO sch\u00e4tzt seinen k\u00fcnstlerischen Blick bei der Mailart-Aktion <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/06\/24\/was-ist-social-beat\/\"><em>Was ist Social Beat? &#8211;\u00a0<\/em><\/a>Der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Katalog<\/a> des konzeptionell bewanderten Boris Kerenski zeigt, dass der <em>Social Beat<\/em> frei ist von jeglichen programmatischen Schlachtrufen oder einem Credo, dem man als k\u00fcnstlerisches Kollektiv gemeinhin Folge leistet. Man darf, soll und kann alles produzieren und darstellen. Somit sind den Ausdrucksm\u00f6glichkeiten keine Grenzen gesetzt. Die Grenzen werden nur vom individuellen Profil des K\u00fcnstlers diktiert, das wiederum eine homogene Szeneformation unm\u00f6glich macht. Eine Szene ist wohl auch gar nicht erw\u00fcnscht, denn schlie\u00dflich haben nur eigenwillige Erfahrungswelten absolute G\u00fcltigkeit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><i>Social Beat <\/i>ist zu 99% das, was man f\u00fchlt, wenn man um die 20 ist, und was man besser nicht zu Kunst formen soll, wenn man immer noch keine Ahnung von Kunst hat \u2026 alle diese Durchschnittsgedanken, dieses ausgekotzte Nichterwachsenwerden-wollen: Selbst-Punktieren der Hirnfl\u00fcssigkeit und Verteilen der Gedanken und Gef\u00fchle mit breitem Pinsel auf viele Bl\u00e4tter. Trocknen lassen. Dann die Bl\u00e4tter zerschnipseln und nach Reizw\u00f6rtern collagieren. Kleine gesuchte Witzigkeiten sind Trumpf. Small talk, Sozial-Getue, leeres Kulturgehabe diese Selbstumarmungen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ulrich Bergmann<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_104929\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-104929\" class=\"wp-image-104929 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/DvD_Cover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/DvD_Cover-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/DvD_Cover-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/DvD_Cover-160x160.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/DvD_Cover.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-104929\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Jung und sch\u00f6n und stark&#8220;, eine Hommage an DAF<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zur Ausstellung in Stuttgart ist die DVD, die inzwischen bei KILLROY media erschien und Manfred Heinfelder, Boris Kerenski und Joachim Sch\u00f6nauer als Zeitzeugen zu Wort kommen l\u00e4sst. Der Betrachter darf sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, dass es eine visuelle Ausstellung <em>SOCIAL BEAT &amp; BEAT \u2013 Ein literarischer Urknall<\/em> im Stuttgarter Literaturhaus gab. Neben dem Katalog wird eine quasi unerz\u00e4hlte Geschichte f\u00fcr den b\u00fcrgerlichen Kulturbetrieb neu erz\u00e4hlt, die im Stuttgarter Literaturhaus pr\u00e4sentiert wurde. Die Ausstellung dokumentierte die Social-Beat-Szene, in der der Gro\u00dfraum Stuttgart eine wichtige Rolle spielte, mit Original-Dokumenten aller Art. Die Aktivisten der Szene haben ihr Archiv zur Verf\u00fcgung gestellt. Umrahmt wird das Ganze von Portr\u00e4ts und Dokumenten der Beats, exklusiven Portraits der Beat-Autoren von Jim Avignon und garniert mit Veranstaltungen und Lesungen, Filmen, Audioclips und B\u00fccher-Vitrinen. Erstmals \u00f6ffentlich zu sehen ist zudem eine Foto-Serie der Social-Beat-K\u00fcnstlerin YAM \u00fcber den lange vergessenen Beat-Lyriker Taylor Mead. Bevor der &#8222;Beat&#8220; zur Pop-Literatur verniedlicht wurde, war er gef\u00e4hrlich. In einer Zeit, da Originalit\u00e4t von der Stange erh\u00e4ltlich ist, pr\u00e4sentiert sich der Underground schriller, um Aufmerksamkeit zu wecken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Traue keinem \u00fcber 30<\/em>;-)<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits f\u00fcr die Underground-Anthologie \u201eDowntown Deutschland\u201c schrieb Roland Adelmann ein bemerkenswert lakonisches <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1992\/01\/31\/innenstadtfront\/\">Vorwort<\/a>. Er ist sich seither treu geblieben und gilt als einer der wichtigsten Vermittler der als <em>Underground<\/em>&#8211;<em>Literatur<\/em> betitelten alternativen Form. Und er verspricht nicht zuviel: \u201eRUP versammelt die wichtigsten Vertreter und Vertreterinnen des <em>Social Beat<\/em> &amp; der <em>Underground<\/em>&#8211;<em>Literatur\u201c. <\/em>Seit Jahren gibt er mit dem Magazin <em>MAULhURE<\/em> einen \u00dcberblick \u00fcber die Szene und wahrscheinlich ist er der Einzige, aus dessen Mund das Schlagwort \u201eUnderground\u201c nicht nach Marketing klingt. Bei RUP findet sich Provokation in Form von Alphaltlit, Autorendasein als Lebensform und eine die Grenzen des Kanons sprengende Literatur. Es ist eine literarische Str\u00f6mung, die sich an der amerikanischen Beatliteratur und dem Underground orientiert. Dieser Aktivist meint er ernst, vor allem mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/02\/25\/rodneys-underground-press-rup\/\">Rodneys Underground Press (RUP)<\/a> versucht er den Laden seit Jahrzehnten zusammenzuhalten. Der Herausgeber zeigt auf, wie die Bewegung Fragen zum deutsch-amerikanischen Kultur- und Literaturtransfer, zur Autorinszenierung, dem Literaturbegriff und den Funktionsweisen des Literaturbetriebs ber\u00fchrt \u2013 und sich dar\u00fcber hinaus bis heute auf die deutsche Literaturlandschaft auswirkt. Adelmann geh\u00f6rt, zusammen mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/06\/22\/der-neil-young-des-social-beat\/\">Robsie Richter<\/a> und der \u201eEinmannsekte\u201c (HEL) <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum sogenannten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Social Beat<\/a>. Die KUNO-Redaktion sch\u00e4tzt literarisch vor allem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/06\/08\/rodneys-grand-slam\/\">Rodneys Grand Slam<\/a>.<\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Roland Adelmann d\u00fcrfte f\u00fcr den \u201eSocial Beat\u201c das sein, was Bukowski f\u00fcr den Underground war.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p class=\"has-text-color has-text-align-right has-cyan-bluish-gray-color\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">MARABO<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_105335\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-105335\" class=\"wp-image-105335 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Underground-300x244.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"244\" \/><p id=\"caption-attachment-105335\" class=\"wp-caption-text\">N\u00e4chste Ausfahrt: Overground<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen vor allem die MAULhURE # 9 ein wichtiges Zeitdokument w\u00fcrdigen. Zum 30j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der inzwischen als <em>legend\u00e4r<\/em> verkl\u00e4rten Anthologie \u201eDowntown Deutschland\u201c finden wir Beitr\u00e4ge der Beteiligten, die der Realit\u00e4t verfallen sind, vor allem von Heiko Kuhlmann, Boris Kerenski, Robsie Richter, Marvin Chlada, Kersten Flenter, Daniel Dubbe, Axel Klingenberg, Ingo Lahr, Walter Hartmann, Hermann Borgerding, Christian C. Kruse, Andi L\u00fcck, Roland Adelmann, Jerk G\u00f6tterwind. Ihre Texte sind bedingungslos realistisch und von einer Sehnsucht nach N\u00e4he in der kalten Betonwelt gepr\u00e4gt. Sie f\u00fchren die Leser zur\u00fcck in die Welt der Abgeh\u00e4ngten, der Kaschemmen und verwelkten Tr\u00e4ume und gelangen durch die abweichende Randpostion zur Gesellschaftskritik. In ihren Geschichten deuten sich Authentizit\u00e4tsdiskurse, M\u00e4nnlichkeitsrituale und ein Schreiben an, das immer an die Grenzen gehen will. Sie lassen noch einmal alles sichtbar werden, was ohnehin seit langem offensichtlich ist: Auf der Kurzstrecke wuppt et, einen Romancier hat der SB nicht hervorgebracht und mit Ausnahme von Thomas N\u00f6ske keinen Essayisten, der ansatzweise versucht hat <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70592\">mit in einem Essay<\/a> mit Nietzsche fertig zu werden. Seitdem ver\u00f6ffentlichte N\u00f6ske zahlreiche Publikationen \u00fcber Themen der Kunst, Popkultur, Alternativliteratur, kritischen Theorie und Science-Fiction. Insbesondere befasste er sich mit der Reflexion von Kultur und Kulturpolitik im Zusammenhang mit negativ-utopischen Intentionen. Seit Anfang der 2000er Jahre publizierte N\u00f6ske vor allem kulturkritische Aufs\u00e4tze und beteiligte sich an mehreren Anthologien. Schade, dass er in #9 nicht zu finden ist, sondern eher authentische und leicht verschwitzte Berichte von \u00dcberlebenden aus der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1992\/01\/31\/innenstadtfront\/\">Innenstadtfront<\/a>, die uns noch einmal eintauchen lassen in eine Zeit, die noch von \u00dcbersichtlichkeit und klaren Feindbildern gepr\u00e4gt war. Wir sollten uns besser nicht danach zur\u00fccksehnen sondern dar\u00fcber nachdenken, was <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\"><em>Underground<\/em><\/a> heute noch bedeutet.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ich konstruiere keine Romanfigur. Ich dekonstruiere das M\u00e4dchen, das ich gewesen bin [\u2026] Den Abgrund erkunden zwischen der ungeheuren Wirklichkeit eines Geschehens in dem Moment, in dem es geschieht, und der merkw\u00fcrdigen Unwirklichkeit, die dieses Geschehen Jahre sp\u00e4ter annimmt.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Annie Ernaux<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit die Proletarierin Annie Ernaux den Nobelpreis f\u00fcr Literatur erhalten hat, flammt das Interesse an autofiktionaler Literatur wieder auf. Ihr Werk ist ganz entschieden autobiografisch. Wiederholt thematisiert sie ihren eigenen Lebensweg vom Arbeiterkind zur Schriftstellerin. Dieser Selbstfindungsprozess spiegelt sich auch im Wandel ihres Stils. 2003 kreierte Ernaux den Begriff der &#8222;Autosoziobiographie&#8220; zur Bezeichnung der Literaturgattung ihres Werkes. Die Franz\u00f6sin betrachtet ihr Werk im Zusammenhang von Literatur, Soziologie und Geschichte und \u201ewill in einem individuellen Ged\u00e4chtnis das Ged\u00e4chtnis des kollektiven Ged\u00e4chtnisses finden\u201c und so die Geschichte mit Leben f\u00fcllen. \u00c4hnlich wie die Beats beschreibt sie ihr Ich als fragmentarisch, nicht kontinuierlich, vom Zufall bestimmt. Die literarischen Verwandten von Annie Ernaux und Didier Eribon in Deutschland sind Daniela Dr\u00f6scher, Christian Baron, Dincer G\u00fccyeter und Mithu Melanie Sanyal.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist der Underground nun im Overground angekommen?<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Downtown Deutschland<\/strong>: Underground-Anthologie Taschenbuch, Isabell Rox-Verlag \u2013\u00a0 Januar 1992<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die DVD <strong>SOCIAL BEAT &amp; BEAT \u2013 Ein literarischer Urknall<\/strong> ist erh\u00e4ltlich beim KILLROY media Verlag.<\/p>\r\n<p><strong>MAULhURE No 9 &#8211; <\/strong><em>Prosa &amp; Gedichte \/\/ Softcover, Format 14,8 x 21,0 \/\/ 238 S. \/\/ RUP 2022<\/em><\/p>\r\n<div id=\"attachment_105323\" style=\"width: 343px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-105323\" class=\"wp-image-105323 size-large\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Downtown_Cover-333x500.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"500\" \/><p id=\"caption-attachment-105323\" class=\"wp-caption-text\">Cover der Erstausgabe, 1992<\/p><\/div>\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die nonkonformistische Literatur ehrlich und transparent zugleich sein wollte, war gegen Ende der 1960er nur schwer zu fassen, die Redaktion entdeckt die Keimzelle des Nonkonformismus in der die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/12\/10\/die-keimzelle-des-nonkonformismus\/\">Romantiker-WG in Jena<\/a>. Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelber schmutziger Himmel. Gelbschmutziger Himmel. Ein gelbschmutziger Himmel. Ein gelbschmutziger Himmel \u00fcber mir. \u2026 Ein verdammter Schei\u00dfdreck von Himmel. Ein mieser gelber schmutziger K\u00f6lner verfluchter elender Kackhimmel. Ein von Lichtfetzen verkackter Himmel. Ein mieses St\u00fcck von Himmel. Ein Kackhimmel. 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