{"id":81992,"date":"2024-11-03T00:01:30","date_gmt":"2024-11-02T23:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=81992"},"modified":"2024-11-03T05:12:50","modified_gmt":"2024-11-03T04:12:50","slug":"interpretationen-11","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/11\/03\/interpretationen-11\/","title":{"rendered":"Interpretationen 11"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/03\/grodek\/\">Grodek<\/a> ist ein Gedicht von Georg Trakl, das die Erinnerung an die Schlacht von Gr\u00f3dek (1914) in Ostgalizien (heutige Ukraine) wachh\u00e4lt: Bei Gr\u00f3dek fand zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine erbitterte Schlacht zwischen russischen und \u00f6sterreich-ungarischen Truppen statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie mehrere Gedichte Trakls beginnt auch <em>Grodek<\/em> mit den beiden W\u00f6rtern <em>Am Abend<\/em>. Das Gedicht besteht aus 17 Versen unterschiedlicher L\u00e4nge. Alle Zeilen, mit Ausnahme einer, enden mit einem Substantiv; allein die achte Zeile, in der \u201eein z\u00fcrnender Gott\u201c erw\u00e4hnt wird, durchbricht dieses Muster. Die Einteilung in Verse entspricht nicht der orthographischen und inhaltlichen Einteilung. Weiterhin gibt es keine Reime, kein durchg\u00e4ngiges metrisches Raster, wohl aber ein freies rhythmisches Muster, welches haupts\u00e4chlich auf Dreisilbigkeit basiert (Amphibrachys, Daktylus). Der sprachliche Duktus ist stark von der \u00f6sterreichischen Sprachmelodie beeinflusst, was etwa konkrete rhythmische Konsequenzen auf Grund der Silbenanzahl hat (siehe Zeile\u00a02 <em>die goldnen Ebenen<\/em> und letzte Zeile <em>Die ungebornen Enkel<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trakl betitelte dieses Gedicht mit dem damaligen Namen der Stadt, in welcher er Anfang September 1914 als <em>Medikamentenakzessist<\/em> in einem Feldlazarett die Schlacht von Gr\u00f3dek erlebte. Diese Schlacht gilt als besonders grausam in Bezug auf menschliche Schicksale. Trakl, dem dieses Wirkungsfeld nach Einberufung in die k.u.k. Armee wegen seiner pharmazeutischen Kenntnisse zugewiesen wurde, sah sich au\u00dferstande, unter den widrigen Umst\u00e4nden (u.\u00a0a. dem Fehlen von Narkotika f\u00fcr n\u00f6tige Operationen) das Leid der Verletzten auch nur zu mildern. Unter diesem Eindruck stehend schrieb er das Gedicht <em>Grodek<\/em>. Da sich seine nervliche Verfassung verschlechterte, wurde er in ein Krakauer Milit\u00e4rhospital eingewiesen, wo er Anfang November 1914 einer Herzl\u00e4hmung in Verbindung mit einer \u00dcberdosis Kokain erlag. Ungekl\u00e4rt ist, ob die \u00dcberdosierung ein Versehen war oder aus Absicht geschah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grodek ist wahrscheinlich Trakls letztes Gedicht und wurde kurz nach seinem Tod in der Zeitschrift <em>Der Brenner<\/em> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/GeorgTrakl-e1617436834842.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-81819 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/GeorgTrakl-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Grodek ist ein Gedicht von Georg Trakl, das die Erinnerung an die Schlacht von Gr\u00f3dek (1914) in Ostgalizien (heutige Ukraine) wachh\u00e4lt: Bei Gr\u00f3dek fand zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine erbitterte Schlacht zwischen russischen und \u00f6sterreich-ungarischen Truppen statt. Wie&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/11\/03\/interpretationen-11\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98207,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1498],"class_list":["post-81992","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-georg-trakl"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81992"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102244,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81992\/revisions\/102244"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}