{"id":81783,"date":"1990-01-22T00:01:04","date_gmt":"1990-01-21T23:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=81783"},"modified":"2021-04-03T08:36:42","modified_gmt":"2021-04-03T06:36:42","slug":"gegen-die-universalitaet-des-vergessens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/22\/gegen-die-universalitaet-des-vergessens\/","title":{"rendered":"Gegen die Universalit\u00e4t des Vergessens"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Im Nationalsozialismus war die Wuppertal ein wichtiges Zentrum sowohl der NSDAP als auch des Widerstands, sowohl der Gewerkschaften und politischen Opposition als auch der Kirchen, was nicht zuletzt die Barmer Erkl\u00e4rung zum Ausdruck brachte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wupper ist nicht nur ein Flu\u00df, der sich durch das bergische Land schl\u00e4ngelt. Er verbindet unterschiedliche Ortschaften, wie die ehemaligen Gro\u00dfst\u00e4dte Barmen und Elberfeld. Die Topografie wird durch das Tal diesen Flu\u00df gepr\u00e4gt, die sich rund 20 Kilometer durch das Stadtgebiet windet und deren steile H\u00e4nge oft bewaldet sind. Else Sch\u00fcler wurde am 11.2.1869 als j\u00fcngstes von sechs Kindern in Elberfeld geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Es ist zu hoffen, dass diese Stadt Wuppertal langsam begreift, welches Kind der Sterne in diesen Mauern zur Welt kam.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Teo Otto, 1979<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt wurde Wuppertal wurde erst zum 1. August 1929 im Rahmen des Gesetzes \u00fcber die kommunale Neugliederung des rheinisch-westf\u00e4lischen Industriegebiets gegr\u00fcndet, zu der Zeit lebte die <em>Elfenfelderin<\/em> l\u00e4ngst in Berlin, wahrscheinlich hat sich dieses bergische Oberzentrum lange Zeit so schwer mit der W\u00fcrdigung ihrer Mitb\u00fcrgerin getan. Dies soll sich nun \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neugegr\u00fcndete <em>Else-Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft<\/em> (ELSG) bem\u00fcht sich um eine zeitgem\u00e4\u00dfe Erinnerungskultur; sie ist eine politisch agierende Literaturgesellschaft, die der Dichterin Else Lasker-Sch\u00fcler, ihrem literarischen und zeichnerischem Werk verpflichtet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesellschaft wurde von Hajo Jahn gegr\u00fcndet. Erster Vorsitzender war Friedhelm Beiner. Der zweite Vorsitzende und ehrenamtliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ist der fr\u00fchere WDR-Journalist Hajo Jahn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sitz ist die Herzogstr. 42 in Wuppertal. In diesem Haus hat Else Lasker-Sch\u00fcler gelebt, bevor sie nach Berlin zog. Die Aktivit\u00e4ten der Gesellschaft dienen dem Ziel, ein Zentrum f\u00fcr Verfolgte K\u00fcnste einzurichten. Der Weg dorthin sind die Durchf\u00fchrung von Veranstaltungen wie das Else-Lasker-Sch\u00fcler-Forum (alle 1 bis 2 Jahre), Ausstellungen, Lesungen, Vortr\u00e4ge, Konzerte, Diskussionen oder der Auftritt von Zeitzeugen in Schulen. Einige Foren fanden auch in Breslau, Prag, Z\u00fcrich, Jerusalem oder Tel Aviv statt, die eng mit der j\u00fcngsten deutschen Vergangenheit zu tun hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesellschaft hat das Ziel, das literarische und k\u00fcnstlerische Werk der 1869 in Elberfeld (heute Stadtteil Wuppertals) geborenen, w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und 1945 in Israel gestorbenen Schriftstellerin zu pflegen und als wichtigen Beitrag zur deutsch-j\u00fcdischen Kultur lebendig zu erhalten. Das Schicksal von Else Lasker-Sch\u00fcler ist exemplarisch f\u00fcr die Verfolgung von K\u00fcnstlern und ihren Werken. Die Gesellschaft unterst\u00fctzt Forschungen zu Else Lasker-Sch\u00fcler sowie die Herausgabe einer kritischen Gesamtausgabe und versteht sich als \u201epolitische\u201c Literaturvereinigung, deren besonderes Anliegen das \u201eElse-Lasker-Sch\u00fcler-Zentrum der verfolgten K\u00fcnste\u201c als nationale Einrichtung gegen die \u201eUniversalit\u00e4t des Vergessens\u201c ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-80984 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler-178x300.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler-178x300.jpg 178w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler-260x439.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler-160x270.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ElseLasker_Schu\u0308ler.jpg 379w\" sizes=\"auto, (max-width: 178px) 100vw, 178px\" \/><\/a>Eine kritische Ausgabe der Werke und Briefe Else Lasker-Sch\u00fclers ist in Vorbereitung<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den wichtigsten identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<p><strong>\u2192 \u00a0<\/strong>Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni aus der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_xE7BPCey68\">Schwebebahn<\/a>\u00a0zwischen Elberfeld und Barmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Nationalsozialismus war die Wuppertal ein wichtiges Zentrum sowohl der NSDAP als auch des Widerstands, sowohl der Gewerkschaften und politischen Opposition als auch der Kirchen, was nicht zuletzt die Barmer Erkl\u00e4rung zum Ausdruck brachte. 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