{"id":81418,"date":"2021-10-11T00:01:04","date_gmt":"2021-10-10T22:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=81418"},"modified":"2022-02-18T18:41:08","modified_gmt":"2022-02-18T17:41:08","slug":"ueberlegungen-zum-lyrischen-gesamtwerk-von-a-j-weigoni","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/10\/11\/ueberlegungen-zum-lyrischen-gesamtwerk-von-a-j-weigoni\/","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen zum lyrischen Gesamtwerk von A.J. Weigoni"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Dieser Lyriker ist ein Sprachspieler, der die Worte abklopft als w\u00e4ren es Fruchth\u00fclsen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">im altertum verglich man das dichten mit der webkunst. marcus terentius varro sprach vom flechten der verse. auch kirchenslawisch und arabisch gab es die tradition des verseflechtens. in der dichtung der veden wurde die zungenspitze des dichters, der sein gedicht rezitiert, mit einem weberschiffchen verglichen. im althochdeutschen waren spinnen und weben synonyme f\u00fcr dichten. bei novalis webt die fabel geschichten. der text ist das gewebe der w\u00f6rter, der sprache und der schrift. verwandt mit text sind lateinisch texere=weben, flechten, zusammenf\u00fcgen, verfertigen, bauen, errichten, eigentlich kunstvoll verfertigen, textus=gewebe, geflecht, zusammenhang der rede, fortlaufende darstellung, gewebe der schrift, text\u016bra=das weben, gewebe, zusammenf\u00fcgung, verbindung, textor=weber und textile=gewebe, zeug, tuch, leinwand.<\/p>\n<div id=\"attachment_53963\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-53963\" class=\"size-medium wp-image-53963\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover-187x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover-187x300.jpeg 187w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover-560x899.jpeg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover-260x417.jpeg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover-160x257.jpeg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Gedichte_Cover.jpeg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-53963\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Leonard Billeke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigoni verbindet das profane mit metaphysischem, um heimzukommen \u00bbin die Ewigkeit der Gegenwart\u00ab (\u00bbStart up\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) und eine gegenwart zu \u00fcberwinden, die blo\u00df der hauswart der wirklichkeit ist. \u00bbGesucht wird ein Mythos \u2013 zu finden sind viele einzelne Gedichte.\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab). immerhin kann dichtung magische substanz individuell bewahren, w\u00e4hrend die kollektive magie zerf\u00e4llt und verflacht. so erh\u00e4lt das entfremdete individuum, die zentrale ich-figur moderner lyrik, manches, das sonst verloren geht, noch am leben, wenngleich vom rande der gesellschaft her. nicht zuletzt deshalb hat der schreibproze\u00df auch einen therapeutischen sinn. \u00bbNur wenn man ein Talent auslebt \/ kann man die Narben sch\u00fctzen.\u00ab hei\u00dft es in \u00bbUnbehaust\u00ab, \u00bbEinsamkeit ist auch nur eine Form \/ vor sich selbst zu fl\u00fcchten.\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">literaturmarkt und literaturbetrieb begegnet weigoni mit distanz. in <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/01\/18\/2-verweisungszeichen-zur-literatur-2\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Verweisungszeichen zur Literatur<\/span><\/a> konstatiert er: \u00bbDie heutige Marktliteratur ist realistisch, optimistisch, fr\u00f6hlich, sexy und didaktisch &#8230; Die meisten SchriftstellerInnen haben die k\u00fcnstlerische Kontrolle \u00fcber die Resultate ihrer Arbeit verloren und lassen sich vermarkten &#8230; Vom utopischen Surplus der Literatur bleibt nicht mehr viel. Statt dieses Mehrwerts liefert die Literatur das, was den Waren zu mehr Wert verhilft &#8230; Die Zielgruppe ist an die Stelle der \u00d6ffentlichkeit getreten.\u00ab, und gibt zu bedenken: \u00bbDas Bed\u00fcrfnis nach Subjektwerdung kann niemals wirklich durch den personalisierten Konsum standardisierter symbolischer G\u00fcter gedeckt werden &#8230; Als Notwehr dagegen bleibt, eine <em>VerDichtung<\/em> zu betreiben, ohne sich Illusionen \u00fcber Kommerzialit\u00e4t und Zeitgeist-Kompatibilit\u00e4t zu machen &#8230; Gedichte m\u00fcssen aus Not und Notwendigkeit entstehen und nicht als Gesch\u00e4ftsgrundlage. Lyrik ist eine Kunstdisziplin, die ihren Weg von unten nach oben antreten muss.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">gustave flaubert machte geltend, ein kunstwerk sei nicht sch\u00e4tzbar, habe keinen handelswert und k\u00f6nne nicht bezahlt werden. pierre bourdieu stellte illusionslos fest: \u00bbProduzent <em>des Werts des Kunstwerks<\/em> ist nicht der K\u00fcnstler, sondern das Produktionsfeld als Glaubensuniversum, das mit dem Glauben an die sch\u00f6pferische Macht des K\u00fcnstlers den Wert des Kunstwerks als <em>Fetisch<\/em> schafft.\u00ab roland barthes erkl\u00e4rte: \u00bbDer Schriftsteller befindet sich in einer derart extremen Au\u00dfenseiterrolle, da\u00df er nicht einmal in den Vorteil jener Art von Solidarit\u00e4t kommt, die zwischen bestimmten Typen von Au\u00dfenseitern oder Minderheiten besteht.\u00ab, und, noch zugesch\u00e4rfter: \u00bbDer Schriftsteller behauptet sich in der heutigen Gesellschaft nur als ein Perverser, der seine Praxis als eine Utopie erlebt, er neigt dazu, seine Perversion, sein &#8222;F\u00fcr-Nichts&#8220;, als eine soziale Utopie zu entwerfen.\u00ab nat\u00fcrlich kann man den wert der literatur nicht allein von ihrer wirkung her definieren. sonst w\u00e4ren etwa die st\u00fccke kleist f\u00fcrs 19. jahrhundert wertlos und kafkas prosa h\u00e4tte in seiner lebenszeit kaum wert gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wenigstens in einigen bereichen der gesellschaft, und dazu geh\u00f6ren kultur, bildung, medien, kinderbetreuung, gesundheitswesen und sport, sollten geldmechanismen, mit denen der ideelle wert einer arbeit nur unzureichend erfa\u00dft wird, nicht bestimmen, da sie sonst verwerfungen anrichten und unrecht verursachen. denn selbstverst\u00e4ndlich besch\u00e4digt und deformiert die geldgelenkte verwertung literatur und k\u00fcnste. wo die kunst zum nur noch kommerziellen faktor wird, entsteht h\u00e4ufig eher kunstgewerbe. auch der literaturbetrieb ger\u00e4t so leicht zur blo\u00dfen begleitmusik einer strukturellen entwertung der eigentlichen literatur. wenn es allein um die popularit\u00e4t beim publikum ginge, w\u00e4ren iffland und kotzebue die wichtigsten dramatiker der \u00bbGoethe-Zeit\u00ab gewesen, die man dann besser \u00bbIffland-\u00c4ra\u00ab oder \u00bbKotzebue-Epoche\u00ab nennen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">literarische oder k\u00fcnstlerische wirkungen und erfolge basieren ohnehin h\u00e4ufig auf projektionen, illusionen, mi\u00dfverst\u00e4ndnissen, irrt\u00fcmern, inszenierungen, manipulationen, vereinnahmungen und mi\u00dfbr\u00e4uchen. denn die motivationen, antriebe, ambitionen und intentionen im schreibproze\u00df, die der k\u00fcnstlerische autor selber bewu\u00dft oft gar nicht wahrnimmt oder nicht einmal kennt, und die erwartungen der leser, das sind zwei v\u00f6llig verschiedene wirklichkeiten. manche k\u00f6nnen die produkte der literatur interpretieren, die spezifik ihrer entstehung verstehen schon viel weniger und eigentlich blo\u00df winzige minderheiten, die immerhin miteinander reden sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">aufgrund ihrer strukturellen entwertung durch den sieg der verwerter \u00fcber die sch\u00f6pfer unterm diktat der geldwirtschaft verliert die literatur nahezu zwangsl\u00e4ufig an gesellschaftlichem wert. \u00bbEine Waare mag das Produkt der komplicirtesten Arbeit sein, ihr <em>Werth<\/em> setzt sie dem Produkt einfacher Arbeit gleich und stellt daher selber nur ein bestimmtes Quantum einfacher Arbeit dar.\u00ab schrieb karl marx in \u00bbDas Kapital \/ Kritik der politischen Oekonomie\u00ab, und: \u00bbAls Gebrauchswerthe sind die Waaren vor allem verschiedner Qualit\u00e4t, als Tauschwerthe k\u00f6nnen sie nur verschiedner Quantit\u00e4t sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswerth.\u00ab gedichte anbieten ist wie mit spielgeld einkaufen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">selbst wenn man sich anschaut, aus welchen gr\u00fcnden lyrik anderswo noch einen h\u00f6heren \u00f6ffentlichen wert besitzt, findet man daf\u00fcr \u00fcberwiegend au\u00dferliterarische gr\u00fcnde. slawische v\u00f6lker sch\u00e4tzen dichter traditionell, indem sie ihnen als seher und priester sowie lebensweise weltdeuter und ratgeber erscheinen, islamische kulturen, da viele ihrer lyriker mystiker waren und damit religiosit\u00e4t stifteten, trotz des anf\u00e4nglichen mi\u00dftrauens mohammeds dichtern gegen\u00fcber, lateinamerikanische v\u00f6lker, weil dort schriftsteller zwischen tradition und moderne vermitteln und \u00f6fter politische oder soziale aktivisten sind. in nordeuropa, wo regierungen teilweise verdienstvollen autoren lebensstipendien verleihen, gewinnt die literatur ihre wertsch\u00e4tzung nicht zuletzt durch ihre bedeutung f\u00fcr die nationale identit\u00e4t dieser l\u00e4nder. \u00f6sterreich f\u00f6rdert seine kultur unter anderem, da diese, zumindest unbewu\u00dft und indirekt, an die weltmacht der monarchie erinnert, wovon sie praktisch allein \u00fcbrigblieb. kleinere v\u00f6lker sch\u00e4tzen ihre kulturen, die gegenw\u00e4rtigen wie die \u00fcberlieferten, insgesamt mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">edgar allan poe, der ausgepr\u00e4gte wirkungs\u00e4sthetische strategien hatte, stellte die idealistischen motivationen der literatur infrage. etwa schrieb er in \u00bbDie Methode der Komposition\u00ab: \u00bbFest steht, da\u00df Originalit\u00e4t (au\u00dfer bei besonders kraftvollen Geistern) keineswegs, wie manche meinen, eine Sache des Instinkts oder der Intuition ist. Im allgemeinen l\u00e4\u00dft sie sich nur durch m\u00fchseliges Suchen finden, und sie verlangt, wenngleich von h\u00f6chstem positivem Wert, f\u00fcr ihre Verwirklichung doch weniger Einfall als Auswahl.\u00ab, und: \u00bbDie meisten Verfasser \u2013 insbesondere die Poeten \u2013 m\u00f6chten gern so verstanden sein, als arbeiteten sie in einer Art holden Wahnsinns \u2013 einer ekstatischen Intuition \u2013, und sie w\u00fcrden entschieden davor zur\u00fcckschaudern, die \u00d6ffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen tun zu lassen: auf die verschlungene und unschl\u00fcssige Unfertigkeit des Denkens \u2013 auf die erst im letzten Augenblick begriffene wahre Absicht \u2013 auf die unz\u00e4hligen fl\u00fcchtigen Gedanken, die nicht zu voller Erkenntnis reiften \u2013 auf die ausgereiften Ideen, die verzweifelt als nicht darstellbar verworfen werden \u2013 auf die vorsichtige Auswahl und Ablehnung \u2013 auf das m\u00fchsame Streichen und Einf\u00fcgen \u2013 kurz, auf die R\u00e4der und Getriebe \u2013 die Maschinerie f\u00fcr den Kulissenwechsel \u2013 die Trittleitern und Versenkungen \u2013 den Kopfputz, die rote Farbe und die schwarzen Flecken, die in neunundneunzig von hundert F\u00e4llen die Requisiten des literarischen <em>Histrionen<\/em> ausmachen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">was kunst und literatur, die keine modelle f\u00fcr die gesellschaft sein k\u00f6nnen, anregt, indem es kreative energien freisetzt, kann zugleich sozial verheerend wirken. eine lebensreal inszenierte phantasiewelt w\u00e4re barbarisch. bliebe das leben nicht hinter der kreativen konsequenz der kunst zur\u00fcck, die stra\u00dfen w\u00e4ren gepflastert mit knochen. \u00bbK\u00f6nnen Sie sich das unvergleichbare Chaos vorstellen, das zehntausend absolut einzigartige Wesen anrichten?\u00ab fragte paul val\u00e9ry in \u00bbMonsieur Teste\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigoni l\u00e4\u00dft sich von desillusionierungen, die entstehen, wenn er mit einer massenhaften reproduktion plakativer ideen und \u00bbInkompetenzkompensationskompetenz\u00ab (\u00bbDehumanisierungsprozess\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) konfrontiert wird, \u00bbMeine Mitmenschen haben sich \/ einer Sprachschulung unterworfen \/ die darin bef\u00e4higt \/ Fragen wortreich unbeantwortet zu lassen.\u00ab (\u00bbUnbehaust\u00ab), die hoffnungen, ernst bloch hatte darauf verwiesen, da\u00df hoffnung nicht zuversicht sei, auf einen lebbaren eigenst\u00e4ndigen wert der literatur, die er als motivation braucht, nicht zerst\u00f6ren, zumal die sprache, die ihm in ihren tiefen und nuancen halt gibt, seine eigentliche heimat ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">seine texte haben, neben aller analyse, die sie zugleich bieten, oft einen theoretischen, programmatischen, postulierenden ansatz. postulate kompensieren h\u00e4ufig reale erfahrungen. und sie enthalten utopische substanz, indem sie auf uneingel\u00f6stes und unerf\u00fclltes verweisen. lateinisch postul\u0101re bedeutet verlangen, begehren, wollen, erwarten, fordern, siehe lateinisch poscere=fordern, verlangen, forschen, fragen, anrufen, anflehen, sp\u00e4tlateinisch bitten, beten. in der philosophie war ein postulat seit dem 17. jahrhundert eine logische, methodische und erkenntnistheoretische annahme und these, die nicht, oder noch nicht, bewiesen werden konnte. verwandte worte sind deutsch forschen und fragen. andererseits kennt er nat\u00fcrlich die gefahren des theoretisierens und postulierens und reflektiert kritisch seine eigenen ideen, ist also sozusagen ein theorieskeptischer theoretiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigoni wird zu recht als sprachakrobat und wortk\u00fcnstler bezeichnet. \u00bbDurch Sprache zur Welt finden und durch das Buchstabieren der Welt zur Sprache.\u00ab hei\u00dft es in \u00bbUnbehaust\u00ab, \u00bbEs beginnt immer mit einem Wort.\u00ab und \u00bbSprache schafft Realit\u00e4t, mit Worten und durch Worte konstruieren wir Welt.\u00ab in \u00bbVerDichtung\u00ab. angestrebt ist eine \u00bbVerschr\u00e4nkung von Schriftlichkeit, Bildlichkeit und Tonalit\u00e4t\u00ab. der autor, der sich mit sprachtechniken bei arno schmidt besch\u00e4ftigt hat, was man etwa in \u00bbLetternmusik\u00ab und \u00bbDichterloh\u00ab merkt, erweitert durch die komposition der worte, die musikalischen prinzipien folgt, und mit verfremdungen im wortmaterial seiner kodierten und entkodierenden texte, das er permanent umformt und zu dem auch umgangssprache, redensarten, dialekt und wissenschaftsvokabular geh\u00f6ren, das spektrum des sprachlichen ausdrucks. indem er, neben rhythmen und lautmalereien, sprachliche schichtungen, brechungen und ambivalenzen, inbegriffen ironisierungen, parodien und persiflagen, nutzt und schafft, k\u00f6nnen sich verschiedene sprachebenen ber\u00fchren und verbinden sowie gegenseitig kommentieren und relativieren. derart spielt er auch mit rastern und facetten der verst\u00e4ndigung. \u00bbJede Schrift und jedes Sprechen ist immer mehrdeutig und offen, weil sprachliche Zeichen sich nicht in ihrer konkreten Bezeichnungsfunktion ersch\u00f6pfen, sondern untereinander kommunizieren.\u00ab (briefzitat weigoni). jean paul sartre sprach vom bedeutungshumus der sprache. literatur wird so zum sprachlabor. franz\u00f6sisch labour hei\u00dft pfl\u00fcgen und ackern, labourer (um)pfl\u00fcgen, ackern, aufw\u00fchlen. laboratorium bedeutete mittellateinisch werkraum, werkstatt, deutsch sp\u00e4ter destillierstube, alchemistenk\u00fcche. manche gedichte, die schrift, zeichnung und metapher, die \u00fcbers sichtbare hinausweist, ineinander \u00fcbergehen lassen, n\u00e4hern sich grafischen formen. zudem verraten die texte ein vertrautsein mit filmischen techniken und besonders denen des filmschnitts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">horaz schrieb in \u00bb\u00dcber die Dichtkunst\u00ab: \u00bbWie die B\u00e4ume mit ihren Bl\u00e4ttern zur Jahresneige sich wandeln, ihre ersten abfallen, so sterben auch Wortveteranen, so bl\u00fchen eben geborene W\u00f6rter und sind kr\u00e4ftig wie J\u00fcnglinge. Wir schulden dem Tode uns und das Unsre &#8230; Menschenwerk wird vergehen, Geltung und Ansehn der W\u00f6rter, wie k\u00f6nnten <em>sie<\/em> ewig leben! So werden viele l\u00e4ngst schon untergegangene W\u00f6rter von neuem geboren, es werden vergehn, die heute gesch\u00e4tzt sind, falls es der Sprachgebrauch will.\u00ab viele techniken der dichtung, selbst manche, die wir der moderne zuordnen, sind jahrtausende alt. beispielsweise enthielten religi\u00f6se und magische rituale vielfach sprachakustische elemente. auch mystiker verschiedener religionen, so j\u00fcdische und islamische, kannten buchstabenundzahlenmagie sowie klangundlautmalerei, etwa bei der bezeichnung und anrufung des gottesnamens, lange bevor moderne lyrik sprachspielerisch und lautmalerisch auftrat. lichtenberg zitierte an einer stelle zahlreiche lautnachahmende w\u00f6rter und schrieb dann: \u00bbDiese W\u00f6rter und noch andere, welche T\u00f6ne ausdr\u00fccken, sind nicht blo\u00dfe Zeichen, sondern eine Art von Bilderschrift f\u00fcr das Ohr.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bei walter benjamin, einem erkunder der labyrinthe, hei\u00dft es einmal, kindern seien w\u00f6rter wie h\u00f6hlen, zwischen denen sie seltsame verbindungswege kennen. spuren der sprache folgend l\u00e4\u00dft weigoni wortwurzeln anklingen und die w\u00f6rter, als ersp\u00fcrer und erdenker ihrer genesis und helfer bei ihrer geburt, oder wiedergeburt, aus sich selbst wachsen. die wortbildungen der fr\u00fchen sprachen bezogen sich meist auf sinnlich konkrete eigenschaften, merkmale und erscheinungen der bezeichneten dinge, wovon die bildhaftigkeit der sprache bis heute lebt. wer die urspr\u00fcnge der sprache versteht, kommt der poesie schon nahe, die ebenfalls aus bildhaftem und assoziativem wahrnehmen w\u00e4chst, das klang und sinn zusammenf\u00fcgt. man findet so sinnliche versprachlichung und sprachliche versinnlichung, \u00bbKlang-Rede\u00ab und \u00bbWort-Laut\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab). worte wie \u00bbKipppunkt\u00ab (\u00bbML I-III\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) oder \u00bbartIQlation\u00ab (\u00bbUEberkommen\u00ab in \u00bbLetternmusik\u00ab) entstehen gleicherma\u00dfen durch spiel und analyse. selbst laute lassen derart sinn anklingen. manches k\u00f6nnte man komponierte sprach-mathematik nennen. indem die h\u00f6here mathematik in philosophie und musik \u00fcbergeht, enth\u00e4lt sie auch \u00fcberg\u00e4nge ins sprachliche. die antiken universalgelehrten trennten diese bereiche sowieso nicht, sondern betonten deren einheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der eigene anspruch ist hoch: \u00bbGedichte sind freie Zeichen, die auf keinen schon fertigen Code bezogen werden k\u00f6nnen, sondern die ihre Leser zum Entwerfen neuer Zeichensysteme herausfordern. Aus dieser Sicht verk\u00f6rpert jedes Gedicht durch seine spezifisch ausdifferenzierte Gestalt eine multiple und komplexe Bedeutung, die nicht unmittelbar auf der Hand liegt, sondern die es im Prozess einer \u00e4sthetischen Reflexion erst und immer wieder frisch zu ergr\u00fcnden gilt. Die \u00e4sthetische Qualit\u00e4t eines Gedichts erweist sich darin, ob sich seine Gestalt bis in die Details hinein durch diesen vom Betrachter auszulotenden semantischen Gehalt erkl\u00e4ren l\u00e4sst; ist das nicht der Fall, h\u00e4tten wir es mit einem Zeugnis blo\u00dfer k\u00fcnstlerischer Willk\u00fcr zu tun.\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">tats\u00e4chlich ist die genauigkeit, mit der weigoni, dem das pr\u00e4zise denken sp\u00fcrbar freude bereitet, worte in ihren nuancierten bedeutungen erkundet, erstaunlich. wenn er sprache demontiert und dekonstruiert sowie neu montiert und neu konstruiert, \u00bbaus dem Wortwerk wird ein Wortbruch\u00ab (\u00bbWesenheiten\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab), hinterfragt er zugleich ihre strukturen und kodierungen. und wir brauchen die genaue sprache, gerade weil unsere gedanken immer nur vor\u00fcbergehende erkenntnisse enthalten, die wir wieder \u00fcberwinden m\u00fcssen. indem er permanent \u00fcber antriebe, stoffe und techniken seines schreibens, denkens und empfindens nachdenkt und in gedichten eine intellektuelle reflexivit\u00e4t erreicht, die man sonst eher in essays findet, ist er, als wissender autor, oft selbst der beste kommentator seiner texte. \u00bbEssayist ist man, weil man ein Kopfmensch ist.\u00ab schrieb roland barthes (\u00bbDie K\u00f6rnung der Stimme\u00ab)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbInh\u00e4rentes Programm aller Dichtung ist es, die Sprache, die uns von der Welt trennt, durchl\u00e4ssig zu machen &#8230; die produktiven Vielheiten unserer Umwelt zu erz\u00e4hlen, erfahrbar und mitteilbar zu machen, eben: Bewusstsein also Realit\u00e4ten mit Kommunikationen zu verunreinigen \u2013 das ist die Aufgabe und die M\u00f6glichkeit zeitgen\u00f6ssischer Literatur.\u00ab schreibt weigoni im brief. er will bedeutungen sichtbar werden lassen, ohne sie durch allzu gro\u00dfe eindeutigkeit zu vergr\u00f6bern. dies hei\u00dft auch, das vorgefertigte und verfestigte der sprache, deren verschiedene bewu\u00dftseinsinhalte potentiell stets gleichzeitig verf\u00fcgbar sind, analytisch und sprachgestalterisch zum mehrdimensionalen verst\u00e4ndnis hin aufzubrechen, damit entwicklung m\u00f6glich wird und die w\u00f6rter ver\u00e4nderungen der menschen und ihrer wirklichkeiten nicht nur entsprechen, sondern ihnen vorausgehn k\u00f6nnen. und das verlangt, das denken und erkennen selbst und damit geistige und intellektuelle prozesse und techniken zu reflektieren und zu hinterfragen, bis hinein in die strukturen der gegenst\u00e4nde und wahrnehmungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">je tiefer man sich denkend einen gegenstand aneignet, umso mehr verschwinden die klaren kausalit\u00e4ten, die man an der oberfl\u00e4che gefunden hat, und man entdeckt vielschichtige und sich teilweise \u00fcberlagernde labyrinthische, spiralf\u00f6rmige und f\u00e4cherartige formen sowie widerspr\u00fcchliche, ambivalente, paradoxe und absurde inhalte, die ein relativierendes denken verlangen. lateinisch rel\u0101ti\u014d bedeutet neben beziehung und verh\u00e4ltnis r\u00fccksicht. es gibt nie nur eine wahrheit, sondern immer verschiedene wahrheiten, die nebeneinander, oder auch gegeneinander, berechtigung haben. egon friedell schrieb in seiner \u00bbKulturgeschichte der Neuzeit\u00ab: \u00bbZun\u00e4chst liegt es im Schicksal jeder sogenannten &#8222;Wahrheit&#8220;, da\u00df sie den Weg zur\u00fccklegen mu\u00df, der von der Paradoxie zum Gemeinplatz f\u00fchrt. Sie war gestern noch absurd und wird morgen trivial sein. Man steht also vor der traurigen Alternative, entweder die kommenden Wahrheiten verk\u00fcnden zu m\u00fcssen und f\u00fcr eine Art Scharlatan oder Halbnarr zu gelten, oder die arrivierten Wahrheiten verk\u00fcnden zu m\u00fcssen und f\u00fcr einen langweiligen Breittreter von Selbstverst\u00e4ndlichkeiten gehalten zu werden, sich entweder l\u00e4stig oder \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. Ein Drittes gibt es offenbar nicht.\u00ab eben dieses dritte w\u00e4re aber wichtig. \u00bbWas der Sinn f\u00fchlt, was der Geist erkennt, das hat niemals in sich sein Ende. Aber Sinn und Geist m\u00f6chten dich \u00fcberreden, sie seien aller Dinge Ende: so eitel sind sie.\u00ab sagt zarathustra bei nietzsche. \u00bbwas wahrhaft tief geht \/ liegt gut vergraben.\u00ab hei\u00dft es in \u00bbVage Vermutung\u00ab (\u00bbLetternmusik\u00ab), \u00bbgerade in der fernsten Fremde spricht \/ uns das Vertraute an.\u00ab in \u00bbWeite Ferne &#8230; unendlich nah\u00ab (\u00bbDichterloh\u00ab). letzteres variiert die formulierung walter benjamins, die aura sei die \u00bbeinmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der autor folgt einem dynamischen denkprinzip, das ihn bef\u00e4higt, sich stets von neuem mit den details der eigenen wahrnehmung zu besch\u00e4ftigen, unter anderem indem er lineares denken sprachlich hinterfragt und aufhebt. der leser oder h\u00f6rer findet bei ihm den stachel, der zur erkenntnis antreibt, und die relativierende und bergende denkhaltung. viele gedanken haben aphoristische sch\u00e4rfe. doch indem er vieles durchschaut und emp\u00f6rt, aufbrausend, sarkastisch darauf reagieren kann, wei\u00df er auch, wie man g\u00fctig handelt. humanit\u00e4t und skepsis bedingen einander. seine skepsis ist die andere seite seines idealistischen anspruchs. und vor allen idealisten steht, sofern sie nicht fr\u00fch zugrunde gehen, die frage, ob sie ihren hei\u00dfen utopischen kern abk\u00fchlen k\u00f6nnen, ohne ihn aufzul\u00f6sen und selber zu erkalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die literarischen techniken seiner texte, die unterwanderungen und verfremdungen vorgepr\u00e4gter sprache, die ironischen untert\u00f6ne, die aphoristischen sentenzen, die filmischen momentaufnahmen, dienen auch einem reflexiv vom intellekt gelenkten und dabei h\u00e4ufig paradoxen und persiflierenden spiel. wenn weigoni postulaten, die ihm abstrakt erscheinen, ob mythen, utopien oder moralvorgaben, mi\u00dftraut, zugleich aber den mangel an ideell gelebtem in vorgefundener wirklichkeit konstatiert, verweist er auf ein grundproblem postmoderner intellektualit\u00e4t. sarkasmus und ironie sind so auch refugien gegen eine totale ern\u00fcchterung, obwohl, oder weil, viele stellen dem analytisch genauen blick eines heiner m\u00fcller, ernst j\u00fcnger, paul virilio oder jean baudrillard nahe kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigoni mi\u00dftraut jedem systemdenken, schreibt von der \u00bbTotenstarre des Determinismus\u00ab (\u00bbML I \u2013 III\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) und \u00bbGletschern der Abstraktion\u00ab (\u00bbBewegungsprofil\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) und versucht die worte zu befreien, indem er sie aus ihren begrifflichen pr\u00e4gungen herausl\u00f6st. \u00bbdie spr\u00f6de Spreu \/ vom Weizen \/ der Sprache \/ trennen\u00ab postuliert das gedicht \u00bbPhrasendreschpflegel\u00ab in \u00bbLetternmusik\u00ab. \u00bbDie Worte ruinieren, was man denkt.\u00ab meinte thomas bernhard. in begriffen degeneriert die substanz. und keine einzige aussage, ja kein einziges wort, ist unter allen umst\u00e4nden g\u00fcltig oder gar allgemeing\u00fcltig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">eine skeptisch-reflexive denkhaltung bewahrt vor illusionen, auch denen eines allzu sehr der vorgefundenen wirklichkeit angepa\u00dften und verpflichteten realismus oder pragmatismus. g\u00fcnther anders schrieb schon vor jahrzehnten: \u00bbWer heute einen Weltausschnitt so wiedergibt, wie er sich der Wahrnehmung bietet, also &#8222;realistisch&#8220;, der flieht, da das Wahrnehmungsbild mit dem bildlosen Bild unserer heutigen horizontlosen Welt nichts mehr zu tun hat, in einen Elfenbeinturm, auch wenn er diesen Turm mit der Portalaufschrift &#8222;Wirklichkeit&#8220; tarnt.\u00ab \u00bbKein Ding ist so, wie es aussieht.\u00ab wu\u00dfte hugo ball, der die befreiung der dinge von ihren erscheinungen forderte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">indem sprachanalyse und sprachklang, philosophieren und musikalit\u00e4t spielerisch verbunden werden, kommt zum ernst die leichtigkeit und unterwandert so realit\u00e4ten, wo sie nicht \u00fcbersteigbar sind. \u00bbWo gespielt wird, kann logisch (oder zeichentheoretisch) die Wirklichkeit nicht sein. Das wussten schon die alten Griechen: die Darstellung des Ritus ist Literatur \u2013 kein Ritus mehr.\u00ab (briefzitat weigoni). die spielerische aneignung, reflexion und nutzung von medienundkommunikationstechniken, die man in weigonis texten findet, ist nicht zuletzt, \u00fcber die literatur hinaus, deshalb sinnvoll, weil sie angeborene gaben des menschen nutzt, der spielerisch lernt. die gesellschaftsver\u00e4ndernden wirkungen einer spielerischen kultur verlangen freilich sehr viel geduld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die stimme sei der \u00bbFingerabdruck des \/ Charakters\u00ab hei\u00dft es im gedicht \u00bbLeerstelle\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab. der autor liest seine texte, die man eigentlich vor augen haben und mehrfach lesen mu\u00df, um ihre sprachlichen nuancierungen und assoziativen ankl\u00e4nge sowie flie\u00dfenden \u00fcberg\u00e4nge und br\u00fcche wahrzunehmen, mit einer stimme, die \u00e4hnlich verfremdet und kommentiert wie das geschriebene wort. \u00bbVorgetragene Poesie strebt danach, die vermeintlich klare Form der Sprache aufzul\u00f6sen und \u00fcber die R\u00e4nder des Verstehbaren zu treiben.\u00ab (briefzitat weigoni). indem er die gedichte sprechend als in musik verwandelte sprache interpretiert und gestaltet, verbindet er wieder, was bei den dichtern der alten kulturen, ob skalden oder veden, nat\u00fcrlicherweise zusammengeh\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">auf die musikalit\u00e4t der zugleich sprachanalytischen texte, und damit das kunstvolle der andeutungsreichen sprache weigonis, sei \u00fcberhaupt hingewiesen. dynamisches sprachspiel und konzentrierte analyse erg\u00e4nzen sich hier, ja gehen auseinander hervor. die sprache flie\u00dft durch pr\u00e4zision, klarheit und konzentration. der zeilenbruch schafft zugleich br\u00fcche und flie\u00dfende \u00fcberg\u00e4nge, so da\u00df bruch, stauung und flu\u00df verschmelzen. zeitgeistgepr\u00e4gten leseundh\u00f6rgewohnheiten, die von sich immer mehr beschleunigenden, und dabei nur selten innehaltenden oder gar vertiefenden, oberfl\u00e4cheneindr\u00fccken bestimmt sind, ist dies freilich etwas sehr fremdes. wer hingegen keinen trends des zeitgeistes folgt, kann nebenfl\u00fcsse schaffen, m\u00e4anderstr\u00f6me der kultur. manche gedichte formulieren die sehnsucht des gehetzten ich nach kontemplativer bergung gegen\u00fcber einer vitalistisch durchorganisierten welt. musik, die metaphysische tiefe und technische perfektion zu verbinden vermag, erscheint in diesem zusammenhang als alternative zur reinen technologie. denn \u00bbdie Musik des \/ Lebens kommt aus \/ der Stille.\u00ab (\u00bbMili\\Meta\/Ebenen\u00ab in \u00bbLetternmusik\u00ab). bei thomas bernhard findet sich der gedanke, da\u00df das geh\u00f6r das philosophischste aller sinnesorgane sei. im h\u00f6rbuch \u00bbPraegnarien \/ Philip Bracht, Haimo Hieronymus &amp; A. J. Weigoni\u00ab, das bei der \u00bbEdition Das Labor\u00ab erschien und h\u00f6rbar macht, welches auftrittsundvortragstalent weigoni hat, entspricht die musik von philip bracht (posaune) und frank michaelis (saxophon) kunst\u00fcbergreifend dem improvisierenden, und dabei teils auch ironischen, der sprachspiele und sprachexperimente, w\u00e4hrend der maler haimo hieronymus den h\u00f6reindruck verbildlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigonis texte sind ernst jandl und mauricio kagel nahe ger\u00fcckt worden. manches verbindet ihn auch mit ror wolf, so die sprache als akteur und die hinterfragung und behandlung sprachlicher produkte als eigentlichem inhalt der literatur, die deformation und neuformation vorgefundener sprachformen und sprachinhalte, die reflexive und ironische distanz dem material gegen\u00fcber, montagetechniken, die hinwendung zur h\u00f6rbaren literatur, bis hin zum akustisch experimentellen, eine jazz\u00e4hnliche sprachliche improvisation, die thematisierung medialer wirkungen, einfl\u00fcsse der filmkunst, die einbeziehung des profanen, popul\u00e4ren, genrehaften und trivialen, ohne da\u00df damit vordergr\u00fcndig popul\u00e4re leseroderh\u00f6rererwartungen bedient werden. auch korrespondenzen zu franz mon, ferdinand kriwet, hans g. helms oder elfriede jelinek lassen sich finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">literatur und letter geh\u00f6ren zusammen. der autor, der von \u00bbPapierwohnungen\u00ab wei\u00df, (\u00bbBannkreis\u00ab in \u00bbLetternmusik\u00ab), f\u00fchlt sich unver\u00e4ndert mit dem buchdruck verbunden. man lese, wie er \u00fcber die verletzbarkeit des papiers, der haut der gedruckten schrift, spricht, das die sprache bei ver\u00f6ffentlichungen tr\u00e4gt und ihn mit andern menschen, ja dem menschlichen \u00fcberhaupt, verbindet: \u00bbZwischen Mensch und Papier gibt es eine Intimit\u00e4t, eine geradezu k\u00f6rperliche Affinit\u00e4t. Papier ist dem Menschen \u00e4hnlich. Es ist schwach und altert. Der kleinste Unfall, und es rei\u00dft. Die Asiaten verehren das Papier f\u00fcr diese Schw\u00e4che, die der unsrigen nahekommt. Das Papier hat sich auf die Seite unserer Verwundbarkeit und Sinnlichkeit gestellt.\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab). laut chinesischer \u00fcberlieferung wurde papier von menschen erstmals im jahr 105 hergestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEine virtuelle Realit\u00e4t ist meiner Anschauung nach nur dann sinnvoll, wenn sie eine andere Art der Sinnlichkeit erm\u00f6glicht.\u00ab schreibt weigoni in \u00bbVerDichtung\u00ab. als die tiefsten und intensivsten texte und passagen empfinde ich jene, in denen sich, \u00bbauf \/ dem Weg vom Logos zum Eros.\u00ab (\u00bbVignetten\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab), auch vom \u00bbLogos des Fleisches\u00ab (\u00bbAn der Demarkationslinie der Sprache\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) ist die rede, intellekt und sinnlichkeit, reflexionen und metaphern verbinden und miteinander verschmelzen. indem der autor k\u00f6rperliches erleben beschreibt und reflektiert, entdeckt er dessen teils verborgenen ausdruck in der sprache. umgekehrt werden sprachk\u00f6rper, \u00bblust<em>lese<\/em>wandelnd\u00ab (\u00bbRAPSOdie\u00ab in \u00bbLetternmusik\u00ab), erotisiert. besonders in \u00bbLetternmusik\u00ab und \u00bbDichterloh\u00ab sind, und zwar gerade obwohl die wahrnehmung mehr vom kopf her geschieht und der k\u00f6rper auch als lebendes material betrachtet wird, geistig sinnliche symbiosen von gro\u00dfer intensit\u00e4t und tiefe zu finden, mit denen der reflektierende intellekt sinnliche bedeutungen der worte freilegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDa der Mensch nicht mehr Natur ist, sollte er wenigstens in seiner Sprache so nat\u00fcrlich, so aufrichtig wie m\u00f6glich sein, und eine gegenw\u00e4rtige Sprache finden, die sich \u00f6ffnet f\u00fcr das Mysterium der Dinge.\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab). die dem griechischen philosophen longinus zugeschriebene schrift \u00bb\u00dcber das Erhabene\u00ab, die noch im 18. jahrhundert nachwirkte, postulierte die einheit aus natur und kunst: \u00bbDann n\u00e4mlich ist Kunst am Ziel, wenn sie Natur scheint; die Natur wieder ist vollendet, wenn sie die Kunst unmerkbar einschliesst.\u00ab heute fragen wir uns, ob \u00bbein reines Schauen &#8230; ohne kuenstlichen Zauber\u00ab (\u00bbPoeten der Tatsachen\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab) \u00fcberhaupt m\u00f6glich sei. wirkliche naturlyrik gibt es sowieso kaum noch, zumindest in europa, sondern allenfalls kulturnaturlyrik. naturmetaphern beschreiben fast immer bereits menschlich angepflanzte, bearbeitete, produzierte und beeinflu\u00dfte kulturnatur. natursymbole gleichen also mehr forstb\u00e4umen als waldb\u00e4umen. wir sind umstellt von naturattrappenundprothesen. der intellekt hat die seelen der menschen gepflastert wie der asphalt die erde der st\u00e4dte. dabei wurzelt symbolik, wenigstens urspr\u00fcnglich, ganz erheblich in der naturbeobachtung, auf die man ganze mythenkomplexe zur\u00fcckf\u00fchren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ernst j\u00fcnger schrieb \u00fcber die menschen des altertums: \u00bbIm Mythos finden wir die Spuren eines Schmerzes, der sich an ihren Abschied von den H\u00f6hlen, den W\u00e4ldern, den stillen Str\u00f6men kn\u00fcpft. Er gleicht dem unseren. Wie ein Echo davon kommt in der Sp\u00e4tantike das Ger\u00fccht vom Tode des gro\u00dfen Pan auf. Von dieser Trauer, die dem Verlust des Erd- und Naturgeistes gilt, ist auch Gu\u00e8rins &#8222;Le Centaure&#8220; durchtr\u00e4nkt. Sie, und nicht die Sehnsucht nach im historischen Sinne abgelebten Zeiten, bildet den Kern der romantischen Philosophie. Auch gibt es keine Lyrik ohne diese Mnemosyne.\u00ab so gesehen bewahren natursymbole verlorene natur, oder zumindest die erinnerung daran, und bergen sie. \u00bbda\u00df ein gro\u00dfer Teil aller Natur-Lyrik, besonders der Romantik, zu den Ausdrucksformen des Archetyps der Gro\u00dfen Mutter geh\u00f6rt.\u00ab erkl\u00e4rte der psychoanalytiker erich neumann. zugleich ist die poetische kindheit auch nur ein mythos. \u00bbund kommen ihnen z\u00e4rtliche Regungen, so meinen die Dichter immer, die Natur selber sei in sie verliebt.\u00ab sagt nietzsches zarathustra.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">aufgrund der immer rasanter werdenden geschwindigkeit der technologischen prozesse brauchen wir mehr als zuvor die f\u00e4higkeit der geistigen vorwegnahme, zur voraussicht m\u00f6glicher gefahren und zum entwickeln alternativer l\u00f6sungsvarianten. bereits darstellungen der h\u00f6hlenmalerei zeigen g\u00f6tter, die in wagen fahren. erst jahrtausende sp\u00e4ter sind die menschen so gefahren. schon leonardo da vinci hatte ein u-boot konstruiert. mondfl\u00fcge geisterten jahrhunderte vor der realen raumfahrt durch die literatur. die phantasie ging also vielfach der technischen machbarkeit voraus. inzwischen hat sich das verh\u00e4ltnis umgekehrt und die geistig-ideellen prozesse bleiben hinterm tempo der technologischen zur\u00fcck, wodurch letztere unter umst\u00e4nden unkalkulierbare wirkungen produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in einem gedicht aus \u00bbLetternmusik\u00ab hei\u00dft es: \u00bbMeine Generation ist daran gescheitert \/ das Physische mit dem Intellektuellen zu verbinden.\u00ab \u00bbDie K\u00e4ltetendenz r\u00fchrt vom Eindringen der Physik in die moralische Idee.\u00ab schrieb ossip mandelstam. viele der texte weigonis beschreiben und reflektieren das spannungsfeld zwischen sinnlichkeit und technik sowie die zunehmende technisierung der sinnlichen wahrnehmung, die neue m\u00f6glichkeiten menschlichen erlebens erschlie\u00dft und zugleich verwerfungen verursacht. \u00bbDer Mensch, losgekettet von Religion und Humanismus, ist sein eigenes Produkt geworden, der K\u00f6rper seine einzige Utopie. Nicht dem Sonnenstaat, sondern dem Astralk\u00f6rper gilt die Sehnsucht; nicht Gedanken schaffen eine neue Welt, sondern Pharmazie und Chirurgie einen fortw\u00e4hrend sich erneuernden, in der Erneuerung sich zerst\u00f6renden Leib.\u00ab (\u00bbVerDichtung\u00ab). vielleicht ist die k\u00fcnstlichkeit der medienwelten nur der modische vorbote, die triviale ouvert\u00fcre, zur herstellung eines k\u00fcnstlichen menschen. wozu braucht man noch nat\u00fcrliche natur, denken heute schon viele, wenn man sie im zeitalter ihrer technischen reproduzierbarkeit als k\u00fcnstliche kaufen kann. wom\u00f6glich stehen wir vor einem urknall der technologien, den kulturelle ph\u00e4nomene blo\u00df einleiten und begleiten und der alle bisherige natur hinter sich zur\u00fcckl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">im gedichtband \u00bbDichterloh\u00ab, der sich unter anderem mit der sprache der neuen medien auseinandersetzt, l\u00e4\u00dft das gedicht \u00bbZuegellos zukunftsorientiert\u00ab die vermutung anklingen, da\u00df die technisierung auf paradoxe weise in animalisierungen umschlagen k\u00f6nne. die welt der medien funktioniert mehr noch als die wirkliche nach pawlowschen reflexen. f\u00fchrt uns das virtuelle zuletzt ins animalische zur\u00fcck? descartes betrachtete tiere als automaten. \u00bbWir tun alle Augenblicke etwas, das wir nicht wissen, die Fertigkeit wird immer gr\u00f6\u00dfer, endlich w\u00fcrde der Mensch alles ohne es zu wissen tun und im eigentlichen Verstand ein denkendes Tier werden. Vernunft n\u00e4hert sich der Tierheit.\u00ab hatte lichtenberg geschrieben. elias canetti prognostizierte, mit wachsender erkenntnis w\u00fcrden dem menschen die tiere wieder n\u00e4her sein. wenn sie dann aber so nahe seien wie schon einmal in den \u00e4ltesten mythen, werde es keine tiere mehr geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ein hauptfeld k\u00fcnftiger naturver\u00e4nderungen scheinen die biotechnologien zu sein, mit denen gleicherma\u00dfen medizinische hilfe und k\u00f6rpermanipulation, chancen der lebenserweiterung und gefahren der lebenszerst\u00f6rung verbunden sind. der mensch kommt bei seinen ver\u00e4nderungen der natur wieder an, wovon er einmal ausgegangen war, beim eigenen k\u00f6rper, der sich einst vielleicht ebenso vom nat\u00fcrlichen leib unterscheiden wird wie eine autobahn von einem trampelpfad. und je mehr der mensch automaten gleicht, umso st\u00e4rker hat er das bed\u00fcrfnis, wieder ganz tier zu werden. bis beide daseinsweisen ineinander aufgehn und eine neue barbarei daraus entsteht. die reaktionsweisen der computer \u00e4hneln schon animalischen instinktverhalten. man mu\u00df nur noch den menschen zwischenschalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDer Dichter ist nicht nur Medienarbeiter, sondern auch Medium.\u00ab (briefzitat weigoni). in den lyrikb\u00e4nden \u00bbDichterloh\u00ab und \u00bbLetternmusik\u00ab versucht weigoni die erl\u00f6sung von erfahrungen der lebenswirklichkeit durch virtuelle neukompositionen und neukonstruktionen, die auch, nicht zuletzt durch sprache, indem dichtung zum medium der welterschaffung wird, gegenwelten formieren, und seien es nur \u00bbkleine Sinn-Inseln im Ozean des Unbegreiflichen\u00ab (\u00bbKlangwerkzeug im Satzbaukasten\u00ab in \u00bbDichterloh\u00ab). die gedichte nehmen erscheinungsformen und ausdrucksweisen moderner medienundkommunikationstechniken auf und transformieren diese, indem sie deren sprache spielerisch und virtuos verwenden und zugleich, mit aufkl\u00e4rerischem anspruch, kritisch reflexiv ihre funktionen hinterfragen. im j\u00fcngst erschienenen band \u00bbParlandos \/ Langgedichte &amp; Zyklen von A. J. Weigoni\u00ab begegnet man etlichen seiner besten, und insbesondere sprachlich dichtesten, texte wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weigoni hat ein gesp\u00fcr daf\u00fcr, da\u00df die mentale bewaffnung der individuen im konkurrenzkampf gegeneinander, die den blo\u00dfen egoismus siegen l\u00e4\u00dft, letztlich individualit\u00e4t zerst\u00f6ren und die verwertung menschlicher leistungen menschen entwerten kann. \u00bbWas nutzt uns alle Freiheit \/ wenn wir von der kommerziellen Verwertbarkeit \/ aller menschlichen Regungen \/ vollkommen umgeben sind?\u00ab (\u00bbUnbehaust\u00ab). die monodramen \u00bbUnbehaust\u00ab und \u00bbSe\u00f1ora Nada\u00ab beschreiben entfremdung, ideelle obdachlosigkeit und existentielle unsicherheit, die der autor wiederholt an frauenfiguren sichtbar macht. der satz \u00bb\u00dcberw\u00e4ltigende Fremdheit wird zum \/ Sinn des Aufbruchs.\u00ab in \u00bbUnbehaust\u00ab k\u00f6nnte andeuten, da\u00df menschen gezielt entfremdet werden, weil dies fluchtbewegungen hervorruft, die dynamik erzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbUnbehaust\u00ab, ein monolog der schwer kranken chinesischen einwanderin jo chang, zielt durch reflexive sprachbehandlung aufs wesentliche und vermeidet so allein schon stilistisch die monologische darstellung von blo\u00df momentanen eindr\u00fccken und privaten befindlichkeiten. das bewu\u00dftsein der krankheit und das leiden an der zivilisation verschmelzen in der hellsicht der figur, die als physisch und psychisch versehrte spricht, was ihre sprache, bei aller sensibilit\u00e4t der wahrnehmung, teilweise hart und abstrakt macht. die emigrantin wird indes exemplarisch, indem sie die aufspaltung der realit\u00e4t in disparate erfahrungssph\u00e4ren und darin ihr eignes fremdsein besonders extrem und existentiell wahrnimmt, und damit auch die seelischen deformationen, komplexe, lebensl\u00fcgen, fragmentierungen, orientierungslosigkeiten und desorientierungen der andern umso genauer erkennt. weigoni selber sucht nach kr\u00e4ften, die das ich wieder defragmentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die namensgebende figur aus \u00bbSe\u00f1ora Nada\u00ab, also nichts, betrachtet ihre wirklichkeit bewu\u00dft aus der distanz und nimmt sie doch, wie in einem reich zwischen alltagsrealit\u00e4t und traumhaftem erleben, hochsensibel wahr. bei ihr, die vielleicht eine utopische figur ist, m\u00f6glicherweise sogar ein utopisches ich des autors selbst, hat man das gef\u00fchl, da\u00df sie aufgrund ihres ganzheitlichen wahrnehmens vollkommen in sich ruht und gerade deshalb die zerrissenheiten ihrer lebenswelt sieht. mehr scheint derzeit kaum machbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leben\u2019n\u2019Werk<\/strong>, das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni in einer TB-Studienausgabe. Edition das Labor 2021<\/p>\n<div id=\"attachment_74549\" style=\"width: 195px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/LebennWerkCover-e1609162912824.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-74549\" class=\"wp-image-74549 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/LebennWerkCover-185x300.jpg\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-74549\" class=\"wp-caption-text\">Coverfoto von Leonard Billecke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchend\u00a0<\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a><\/span>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Was den <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21478\">Rezensionsessays<\/a><\/span> von Holger Benkel die \u00dcberzeugungskraft verleiht, ist die philosophische Anstrengung, denen er sein Material unterwirft.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>Jeder Band aus dem <em>Schuber<\/em> von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a><\/span> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u2192 <\/strong><\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>Zuletzt bei KUNO, eine Polemik von A.J. Weigoni \u00fcber den Sinn einer <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/02\/07\/bartleby\/\">Lesung<\/a><\/span>.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Lyriker ist ein Sprachspieler, der die Worte abklopft als w\u00e4ren es Fruchth\u00fclsen. im altertum verglich man das dichten mit der webkunst. marcus terentius varro sprach vom flechten der verse. auch kirchenslawisch und arabisch gab es die tradition des verseflechtens.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/10\/11\/ueberlegungen-zum-lyrischen-gesamtwerk-von-a-j-weigoni\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":98387,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,94],"class_list":["post-81418","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-holger-benkel"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81418"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98388,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81418\/revisions\/98388"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98387"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}