{"id":80300,"date":"2023-07-11T00:01:23","date_gmt":"2023-07-10T22:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=80300"},"modified":"2023-07-10T19:43:40","modified_gmt":"2023-07-10T17:43:40","slug":"gezeitengespraech-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/07\/11\/gezeitengespraech-7\/","title":{"rendered":"Gezeitengespr\u00e4ch 7"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span> In diesem Jahr machen wir das vergriffene <em>Gezeitengespr\u00e4ch<\/em> von Haimo Hieronymus und Karl Hosse auf KUNO recherchierbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Zeitnah<\/em><\/strong><em> (<strong>Raum Zeit):<\/strong><\/em> Du siehst das Magische, nicht weil es ist, sondern weil du bereit bist, es zu sehen. Ja, es ist. Nat\u00fcrlich gibt es das. Es kann ein Ort sein, eine Zeit vielleicht. Es kann in einer Situation liegen oder ganz mit einer Person verbunden. Das gro\u00dfe Magische ist nicht fassbar, sondern stellt sich in ganz unbedachten Augenblicken in den Weg, stellt ganz unverbl\u00fcmt eine bestimmte Sicht auf die Dinge in den Raum. Manchmal denke ich, das eigentliche Wort hierf\u00fcr ist \u201eHeimat\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Zeitfern:<\/em><\/strong> \u00a0 Ist Magie Heimat? Ich stelle mir unter Magie was Gro\u00dfes vor. Hokuspokus. Doch du hast Recht, Magie entsteht nur im inneren Kreis des Lebens. Dem Erlebten. Also schlie\u00dfe ich daraus, wir sind alle, in irgendeiner Form, Magier. Das mit dem Kalibrieren hat leider nicht geklappt. Also begeben wir uns in die Zwischenreiche, wie immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Zeitnah<\/em><\/strong><em> <strong>(hier und wieder):<\/strong><\/em> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dieses Gef\u00fchl hier wieder, alles sei mit allem Verbunden, magisch. Banal k\u00f6nnte ich vom Zauber der Situation sprechen, dem schr\u00e4g roten Lichteinfall beim Sonnenuntergang. Den tanzenden Fr\u00fchjahrsschw\u00e4rmen der M\u00fccken, die versehentlich durch zu gro\u00dfe W\u00e4rme geweckt wurden. Das L\u00e4cheln dieser Frau, wenn sie denn einmal l\u00e4chelt. So kurz bevor ihr Zug geht. Sie legt mir einen Stein in den Magen und verschlie\u00dft alles. Ja, magisch wohl auch das. Die \u00fcberschwappenden Ger\u00fcchte die mich zu verschlingen drohen. Wie nah die Menschen der Realit\u00e4t doch kommen und so weit entfernt liegen, von allem was ist und sein wird. Da sitze ich auf jener Bank unter der Autobahnbr\u00fccke und sehe zu zweit den gelborangenen Sonnenball wandern, den Horizont entlang. Kann die Bewegung sehen, die mich unvorstellbar l\u00e4hmt, sitzenbleiben und ganz pl\u00f6tzlich kommen Dunkelheit und empfindliche K\u00e4lte, lassen zittern. Und im Hintergrund spielt eine Band ihre Songs. So seltsam vertraut, auch wenn ich sie nicht kenne. Diese Augen in einem zukunftsvollen Gesicht. Das ist vielleicht die Magie des Auenblicks und genau dann zur Leinwand gehen, weil das Bild vor Augen steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Zeitfern:<\/em><\/strong> \u00a0 Sollten wir also mal \u00fcber das reden, was in unseren Herzen ist. Unsere Berufung, um uns auszudr\u00fccken. Zu zeigen, wie wir denken, ohne W\u00f6rter geschrieben zu haben. Sollen wir? Malen enth\u00e4lt Malen und Malen enth\u00e4lt Schreiben. Stumm geht nicht. W\u00fcrde eventuell doch. Dann mit Bild. Also schweigen wir mal f\u00fcr einige Minuten.&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-Und reden wir \u00fcber Schw\u00e4nze. Schlangen. Fischschw\u00e4nze. Grasschlangen. Unkaputtbare Menschen, die es nicht gibt. Die Fangeisen der Malerei. Da, wo man beginnt, nett zu sein. Dem Auge schmeicheln will. Die gr\u00f6\u00dfte Versuchung nach diesen Adam und Eva und Schlange. Ihr nicht zu erliegen ist wohltuend. Bilder, die nicht schmeicheln. Nat\u00fcrlich, weil nicht im System, keine Verk\u00e4ufe. Aber Zufriedenheit. Selbst die Vulva er\u00f6ffnet nicht das Gesch\u00e4ft. Ich will mich darin verlieren. Ich bin. Was bist du?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-80267 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch-260x347.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch-160x213.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Skizzenbuch.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Gezeitengespr\u00e4ch<\/strong> von Haimo Hieronymus und Karl Hosse in der Edition Das Labor, Neheim 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Einf\u00fchrung zum Projekt <em>Gezeitengespr\u00e4ch<\/em> findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/17\/gezeitengespraech\/\">hier<\/a>. Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. K\u00fcnstlerb\u00fccher verstehen diese Artisten als Physiognomik, der B\u00fcchersammler wird somit zum Physiognomiker der Dingwelt. Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: In diesem Jahr machen wir das vergriffene Gezeitengespr\u00e4ch von Haimo Hieronymus und Karl Hosse auf KUNO recherchierbar. \u00a0 Zeitnah (Raum Zeit): Du siehst das Magische, nicht weil es ist, sondern weil du bereit bist, es zu sehen.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/07\/11\/gezeitengespraech-7\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":218,"featured_media":100402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[44,961],"class_list":["post-80300","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-haimo-hieronymus","tag-karl-hosse"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/218"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80300"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104855,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80300\/revisions\/104855"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100402"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}