{"id":79787,"date":"2022-01-05T00:01:48","date_gmt":"2022-01-04T23:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=79787"},"modified":"2022-04-25T15:38:16","modified_gmt":"2022-04-25T13:38:16","slug":"an-der-schnittstelle-zweier-kulturen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/01\/05\/an-der-schnittstelle-zweier-kulturen\/","title":{"rendered":"An der Schnittstelle zweier Kulturen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">In der griechischen Urbedeutung ist der choros die Sprecher-\u00ad oder S\u00e4ngergruppe, die im antiken Drama auftrat. Sp\u00e4ter hie\u00df choros dann auch Tanz, worunter aber auch der Gruppentanz, also der Reigen verstanden wurde. Die Bulgaren haben das Wort \u00fcbernommen, bei ihnen hei\u00dft der Volkstanzreigen choro \u2013 mit Betonung auf der zweiten Silbe. Im Plural wird daraus chora. CHORA hei\u00dft aber, wenn man es auf der ersten Silbe betont, auch Leute, Menschen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Thomas Frahm, Verlagsgr\u00fcnder<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Jahr sind rund 75.000 Buchtitel auf dem deutschen Markt neu erschienen. Seit Jahrzehnten beklagen Insider des Literaturbetriebs, es erschienen viel zu viele B\u00fccher, der Markt platze aus allen N\u00e4hten, sei nicht mehr \u00fcberschaubar. Neben Marktsegmenten, die gut laufen, gibt es eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Zahl von Titeln, die kaum noch oder gar keine Leser mehr finden. Da braucht es gute Gr\u00fcnde, um dennoch B\u00fccher zu produzieren und mit einem neuen Verlag an die \u00d6ffentlichkeit zu treten. Wie dies funktioniert, f\u00fchrt der rum\u00e4nischest\u00e4mmige Verleger Traian Pop eindrucksvoll vor, im Ludwigsburger Pop-Verlag gibt er die Literaturzeitschrift <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/06\/21\/matrix\/\"><em>Matrix<\/em><\/a> heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">In seinem Furor erinnert Thomas Frahm an J\u00f6rg Schr\u00f6der vom M\u00e4rz-Verlag<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_102865\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102865\" class=\"wp-image-102865 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Thomas-Frahm-Foto-Udo-Kroeber.JPG-e1650888769172.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-102865\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Frahm, Photo Udo Kroeber<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">1992 gr\u00fcndete Thomas Frahm den Avlos-Verlag, in dem vor allem Interkulturelle Literatur erschien, ab 1995 auch literarische Werke von Schriftstellern und Lyrikern aus Bulgarien, sowie Regionalliteratur aus seiner eigenen Heimatregion, der Niederrhein-Region. Einen weiteren Schwerpunkt der Verlagsarbeit von Frahm, der als geb\u00fcrtiger Homberger in der Niederrhein-Region aufgewachsen und dieser verhaftet war bzw. ist, bildeten Werke der \u201eRegionalliteratur\u201c von im \u201eMythos Niederrhein\u201c beheimateten Schriftstellern, die er teils entdeckte und f\u00f6rderte. Au\u00dferdem nahm Frahm, der zeitweise mit der bulgarisch-deutschen Schriftstellerin Rumjana Zacharieva verheiratet war, selbst \u00dcbersetzungen von belletristischen Texten aus dem Bulgarischen ins Deutsche vor und gab Werke von bulgarischen Schriftstellern in deutscher Sprache heraus, teils auch gemeinsam mit seiner Frau. Einige dieser Werke verlegte Frahm zudem in seinem eigenen Verlag. Von 1995 bis 2000 f\u00fchrte der Avlos-Verlag die Reihe <em>Bulgarische Bibliothek<\/em>, in der Romane, Essays und Gedichte von zeitgen\u00f6ssischen bulgarischen Autoren erschienen, wie unter anderem von Blaga Dimitrowa, Ivajlo Petrov, Radoj Ralin und Konstantin M. Pavlov. Au\u00dfer den bereits genannten bulgarischen Schriftstellern geh\u00f6rten zu den Autoren des Verlags unter anderem Wolfgang Bittner, Franco Biondi, Doris Distelmaier-Haas, Paul E\u00dfer, Husain Haba\u0161, Mete \u0130zgi, Britta Kanacher, Giorgos Krommidas, Hildegard Moos-Heindrichs, Fruttuoso Piccolo, Georg Schwikart, Ludwig Verbeek und Frahms zeitweilige Ehefrau Rumjana Zacharieva. Der Verlagssitz befand sich zun\u00e4chst am Gr\u00fcndungsort, in Sankt Augustin; sp\u00e4ter in Siegburg, in Linz am Rhein und in K\u00f6ln. Seit Anfang der 2000er-Jahre hatte der Verlag seinen Sitz in Duisburg. Der Verlag wurde um 2005 aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Bulgarien-Experte Thomas Frahm l\u00e4dt zusammen mit seiner Romanfigur in seinem Roman \u201eTr\u00e4ume sind das Teuerste\u201c zu Streifz\u00fcgen durch Sofia ein. Er verbrachte selbst ein Viertel seines Lebens in Sofia und pendelt noch heute regelm\u00e4\u00dfig zwischen seiner Heimatstadt Duisburg und der Hauptstadt Bulgariens.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sich trotz so viel positiver Resonanz kein deutscher Verlag mehr bereit fand, bulgarische Autoren zu verlegen, fasste Frahm den Entschluss, die Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen und seine verlegerische T\u00e4tigkeit mit neuer Zielsetzung wieder aufzunehmen: mit dem CHORA Verlag, dem \u201cVerlag f\u00fcr MENSCHEN, die sich um die Schultern fassen\u201d. Im Bewusstsein, dass bulgarische Literatur auf dem \u00fcberf\u00fcllten und umk\u00e4mpften Literaturmarkt kaum Chancen hat, beschloss er, erst einmal Informationen \u00fcber Bulgarien bereitzustellen \u2013 zun\u00e4chst die, die er seit 2000 selbst entdeckt und sich erarbeitet hatte. Hinzu kamen thematisch konzipierte Anthologien mit Erz\u00e4hlprosa in seiner \u00dcbersetzung, die \u00fcber das Literarische hinaus aber ebenfalls als &#8222;Gegenwarts-Info Bulgarien&#8220; gedacht waren. Sp\u00e4ter einmal sollen, falls sich hierzu eine M\u00f6glichkeit ergibt, auch wichtige Werke bulgarischer Literatur folgen, unabh\u00e4ngig von ihrem Erscheinungstermin.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Kann es sein, dass man erst in die Fremde gehen und dort in einer Art innerer Notwehr leben muss, um Heimat zu entdecken?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CHORA ist zwar ein Verlag mit Bulgarien als Programm-Schwerpunkt; aber die Neigung von Thomas Frahm, sich dort, wo er lebt, auch zu verorten, galt nicht nur f\u00fcr Bulgarien. Es gilt auch f\u00fcr Deutschland, f\u00fcr den Verlagssitz Duisburg, das Kreativquartier Ruhrort, in dem Klaus Grospietsch wirkt. Zum geistigen Aufenthaltsort geh\u00f6ren ohnehin immer auch Freunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Es gibt einen sehr sch\u00f6nen Sarkasmus \u00fcber Journalisten, die ins Ausland gehen: Nach sieben Wochen k\u00f6nnten sie ein Buch schreiben, nach sieben Monaten einen profunden Essay, nach sieben Jahren \u2013 gar nichts mehr! In dieser Sentenz kommt eine grundlegende Diskrepanz zwischen gef\u00fchltem und tats\u00e4chlichem Wissen zum Ausdruck: In den Routinen des Zuhauseseins gibt es gef\u00fchlt wenig Neuigkeiten mit Nachrichtenwert, in der Fremde hingegen prasselt das Unbekannte nur so auf einen nieder.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Thomas Frahm<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der CHORA Verlag, der 2014 seine Arbeit aufnahm, tut dies denn auch erst nach reiflicher \u00dcberlegung, mit einem klaren Konzept und flexiblen Strukturen. Flexible Strukturen, das hei\u00dft, der Verlag arbeitet nach einer Art Modul\u00ad-System: Es gibt ihn immer nur so viel wie n\u00f6tig. Dadurch werden die hohen laufenden Kosten, die bei gro\u00dfen Verlagen anfallen, vermieden. Vermieden werden auch die dadurch entstehenden Zw\u00e4nge, regelm\u00e4\u00dfig im Fr\u00fchjahr und Herbst (f\u00fcr Hardcover) oder gar monatlich (f\u00fcr Taschenbuch) neue Titel vorlegen und um Pl\u00e4tze im Buchhandel k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Das Drucken von Auflagen erm\u00f6glicht zwar niedrigere St\u00fcckpreise, lohnt sich aber nur, wenn auch St\u00fcckzahlen abgesetzt werden, die bei B\u00fcchern f\u00fcr einen sehr spezialisierten Leserkreis eben nicht abgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Verlag wie CHORA m\u00f6chte und muss solche Abh\u00e4ngigkeiten vermeiden und produziert daher unregelm\u00e4\u00dfig und nur dann, wenn etwas da ist, das eine Ver\u00f6ffentlichung lohnt. Das R\u00fcckgrat des Verlages, die Bulgarien-\u00adB\u00fccher, haben inhaltlich zwar in hohem Ma\u00dfe Neuwert, schlie\u00dfen in ihrer Marktnische also Informations-\u00ad, Kenntnis- und Wissensl\u00fccken und geh\u00f6ren somit nicht zu den redundanten Titeln der Marke \u00bbDas x\u00ad-te Buch zum Thema y\u00ab; f\u00fcr einen gro\u00dfen Publikumsverlag w\u00e4ren sie aber gar nicht zu kalkulieren, da sie auch einen hohen Aufwand in den qualit\u00e4tsschaffenden Bereichen der Recherche, des Lektorats und der Korrektur haben, die f\u00fcr mich als Verleger eine Jahrzehnte lange Qualifizierung bedeuteten. Selbst kleine Auflagen, wie kleine Verlage sie herstellen, verursachen neben den Kosten f\u00fcr Druckvorstufe und Druck ja auch noch Kosten f\u00fcr Lagerung, Auslieferung und Werbung, und jeder einzelne Posten davon f\u00e4llt an, auch wenn man nichts verkauft. Eine sch\u00f6ne Ausstattung, die signalisiert, dass das Buch nach der Lekt\u00fcre Aufbewahrungswert hat, ist in dieser Form f\u00fcr einen Miniverlag \u00fcberhaupt nicht zu finanzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der CHORA Verlag kann die H\u00f6flichkeit eines Butlers \u00fcben, der das Buch nur dann serviert, wenn danach geklingelt wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der CHORA Verleger Thomas Frahm hat sich deshalb entschieden, im volldigitalisierten Printing\u00ad-on\u00ad-demand\u00ad-Verfahren mit Anschluss ans so wichtige, da die Lieferbarkeit im Buchhandel garantierende, Barsortiment zu produzieren. \u00dcberfl\u00fcssige Auflagen und damit Restauflagen, Verramschung etc. werden vermieden. Jedes Buch wird einzeln, auf gutem Papier und meist gebunden mit Schutzumschlag hergestellt und ist dennoch zu einem Preis erh\u00e4ltlich, der nur wenig \u00fcber dem liegt, den ein gro\u00dfer Verlag f\u00fcr ein gleichwertig ausgestattetes Buch ansetzt \u2013 vorausgesetzt, er glaubt, ein paar tausend St\u00fcck davon absetzen zu k\u00f6nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Book-on-Demand<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frahms Erfahrung auf dem Buchmarkt zeigt ja, was die Folge ist: Wenn die erforderliche St\u00fcckzahl, die sogenannte &#8222;Deckungsauflage&#8220;, nicht abgesetzt wird, dann werden ganz einfach keine weiteren B\u00fccher mehr mit dem betreffenden Autor und seinem \u00dcbersetzer gemacht. Frahm ist f\u00fcr seine Roman\u00ad-\u00dcbersetzungen aus dem Bulgarischen vielfach f\u00fcr renommierte, hoch dotierte Preise nominiert worden, u. a. f\u00fcr den Preis der Leipziger Buchmesse (Kategorie \u201e\u00dcbersetzung\u201c), den BR\u00dcCKE BERLIN-\u00adPreis des Hauses der Kulturen der Welt und den Helmut\u00ad-Braem-\u00ad\u00dcbersetzerpreis. Alle waren verbunden mit gro\u00dfem Presseecho. Die Titel sind in renommierten Zeitungen begeistert und ausf\u00fchrlich besprochen worden. Als all dies nicht zu den n\u00f6tigen Verkaufszahlen f\u00fchrte, war die sch\u00f6ne Karriere des \u00dcbersetzers Frahm beendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Kritik besteht nicht nur in der schonungslosen Anprangerung von Missst\u00e4nden, sondern oft auch in der subtilen Erw\u00e4hnung von Dingen, Menschen und Zusammenh\u00e4ngen, die es angeblich gar nicht gibt. Und daf\u00fcr ist Literatur einfach besser geeignet als Journalismus\u2026<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Thomas Frahm<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beobachtung, dass bis auf einzelne Gl\u00fccksf\u00e4lle fast alle editorischen Projekte, die sich mit bulgarischer Literatur befassen, scheitern, kann man nat\u00fcrlich als ern\u00fcchterndes Resultat verbuchen und abhaken. Man kann aber fragen: Warum geht es nicht? Was m\u00fcsste ich anders machen, damit es geht? Was wird immer \u00fcbersehen, was fehlt, wo kann ich ansetzen? Dass bei der F\u00fclle der Romane, die schon jetzt den Markt \u00fcberfluten, die Erfolgschance f\u00fcr Romane bislang unbekannter Autoren aus kleinen oder nicht so attraktiven L\u00e4ndern wie Bulgarien \u2013 das ja bei weitem nicht das einzige Land ist, dessen Autoren es schwer haben auf dem deutschsprachigen und dem globalen Buchmarkt! \u2013 verschwindend gering ist, das ist doch eigentlich sonnenklar, und wer allein die beachtenswerten Titel der zehn wichtigsten deutschen Literaturverlage anschaut, der ahnt, dass allein mit ihnen der immer knapper werdende Platz f\u00fcr Literaturbesprechungen in den Medien bereits vollkommen ausgebucht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Dies hatte Frahm sorgf\u00e4ltig bedacht, bevor er Belletristik verlegte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er dachte auch an die Psyche der Autoren. Gerade Autoren aus Ost-\u00ad und S\u00fcdosteuropa schauen mit Bewunderung, aber eben auch riesigen Hoffnungen auf den deutschen Buchmarkt. Es f\u00e4llt ihnen oft schwer zu begreifen, warum sie auf einem so gro\u00dfen Markt nicht eine mindestens zehnfach so hohe Auflage verkaufen wie im Heimatland. Statt diese oft durch keine Aufkl\u00e4rung zu beseitigenden Riesenerwartungen nicht unn\u00f6tig zu entt\u00e4uschen, ist es besser, gar keine Einzeltitel herauszubringen, die sich dann mit Gl\u00fcck neunmal verkaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Musterkatalog zum Kennenlernen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee des CHORA Verlages ist es, zun\u00e4chst einmal Titel zu entwickeln und herauszubringen, die \u00fcber Bulgarien informieren. Erst dann, wenn es gen\u00fcgend viele Leser gibt, die dem Verlag Sachkunde attestieren und wirklich wissen wollen, was dieser Verlag f\u00fcr gute bulgarische Literatur h\u00e4lt, erst dann werde ich beginnen, sie zu ver\u00f6ffentlichen. Bis dahin bleibt es bei Sachb\u00fcchern und Anthologien, die die Autoren auch bei wenig Verkaufserfolg nicht kr\u00e4nken, da sie eben nur Beteiligte sind in einer Art Musterkatalog zum Kennenlernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Eigentlich ist alles im Leben eine \u00dcbersetzung. Das Gehirn, unser Nervenzentrum, \u00fcbersetzt und interpretiert vieles, ohne dass wir Einfluss darauf haben. Und der lebenslange Lernprozess des Menschen ist auch nichts anderes als der Versuch, Unbekanntes in Bekanntes zu \u00fcbersetzen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Thomas Frahm<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Einstieg in die interkultureller Literatur und Frahms Werk empfiehlt KUNO den Essayband <em>Die beiden H\u00e4lften der Walnuss. Ein Deutscher in Bulgarien<\/em>. Das Buch versammelt 14 Texte, die die Gattung des Essays jeweils maximal dem Thema anpassen (und nicht umgekehrt!). So gibt es formal alles vom kulturologischen \u00dcberblicksessay bis zur Satire, von der Essayreportage bis zur Dokumentarerz\u00e4hlung, vom Feuilleton bis zum Artikel. Vierzehn ganz verschiedene Texte, die Bulgarien und seine Menschen schildern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Frahm gilt als bedeutender \u00dcbersetzer aus dem Bulgarischen. Der Bulgarische Journalistenverband w\u00fcrdigte Frahms faire Darstellung der bulgarischen Verh\u00e4ltnisse in seinem Essayband <strong>Die beiden H\u00e4lften der Walnuss<\/strong> im Herbst 2016 mit ihrem Spezialpreis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-79791 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss-184x300.png\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss-184x300.png 184w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss-260x423.png 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss-160x260.png 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/walnuss.png 341w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr das Projekt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/18\/kollegengespraeche\/\">Kollegengespr\u00e4che<\/a> hat A.J. Weigoni einen Austausch zwischen Schriftstellern angeregt. Auf KUNO ist diese Reihe wieder aufgelebt, daher brachten wir den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/22\/die-nichtmuttersprachliche-deutschautorin\/\">Austausch<\/a> zwischen\u00a0Rumjana Zacharieva und Safiye Can.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der griechischen Urbedeutung ist der choros die Sprecher-\u00ad oder S\u00e4ngergruppe, die im antiken Drama auftrat. Sp\u00e4ter hie\u00df choros dann auch Tanz, worunter aber auch der Gruppentanz, also der Reigen verstanden wurde. 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