{"id":79347,"date":"2003-12-30T00:01:01","date_gmt":"2003-12-29T23:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=79347"},"modified":"2025-02-17T16:21:58","modified_gmt":"2025-02-17T15:21:58","slug":"ein-liebling-der-musen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/12\/30\/ein-liebling-der-musen\/","title":{"rendered":"Ein Liebling der Musen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mancher der das alte Berlin noch gekannt hat, wird sich entsinnen, wie still pl\u00f6tzlich die gro\u00dfe Friedrichsstra\u00dfe wurde, wenn man, nach dem Halleschen Thore zu, eine bestimmte Linie passirt hatte. Die Kochstra\u00dfe zog eine Grenze zwischen Stadt und Vorstadt; diesseits lag der L\u00e4rm, jenseits die Stille. Und dieser Wechsel that unendlich wohl. Die pl\u00f6tzlich beruhigten Nerven lie\u00dfen erkennen, da\u00df man aus der Zone des Rollwagens in die der schlafenden Droschke getreten war; die L\u00e4den h\u00f6rten auf, die<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jalousien fingen an; auf dem B\u00fcrgersteig lagen die Marmelspieler und auf dem Fahrdamm lag die Sonne.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lauter stille H\u00e4user, aber eines war ein allerstillstes: gelb, zweist\u00f6ckig und mit einer Mansarde auf dem Dach. Auf dem Flur, auch in hei\u00dfesten Tagen, lag eine schattige K\u00fchle, wei\u00df gescheuerte Stufen f\u00fchrten in den ersten Stock und durch die offenstehende Th\u00fcr, die in den altmodischen, nach hinten hinaus f\u00fchrenden Thorweg eingeschnitten war, sah man, \u00fcber den Hof weg, in einen wenig gepflegten, aber desto behaglicheren Garten hinein. Dies stille, gelbe Mansardenhaus, einst das Wohnhaus Hitzig\u2019s, das Nachbarhaus Chamisso\u2019s (der hier halbe Tage lang verkehrte), in den Tagen, in denen unsere Erz\u00e4hlung beginnt, war es das Haus <i>Franz Kugler<\/i>\u2019s. Wir nannten es scherzhaft den \u201eewigen Heerd\u201c, weil hier in jedem guten Sinne, auch wirthschaftlich, das Feuer nie ausging. In gl\u00fccklicher Vereinigung herrschten hier Feinheit der Sitte und Freiheit des Worts; eine sch\u00f6ne Frau, bl\u00fchende Kinder gaben dem Hause Licht und Leben, und noch in diesem Augenblick leben, aller Orten in Deutschland, ihrer Viele, die Gastfreundschaft, Anregung, Rath, auch Trost in diesem Hause erfahren haben. Der Erz\u00e4hler nicht am wenigsten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie lebendig stehen noch die Tage des Sommers 1850 vor meiner Seele! Ein Tag besonders. Wir sa\u00dfen unter dem Nu\u00dfbaum im Garten, das Kaffeezeug, dazu Lampe und Kessel, standen auf dem Tisch, vor uns lag der Buchsbaumgang, in dem einst Chamisso, auf und ab schreitend, den \u201eausgewanderten Dichter\u201c des damals eben bekannt werdenden <a title=\"Ferdinand Freiligrath\" href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Ferdinand_Freiligrath\">Freiligrath<\/a> declamirt hatte. Sein altes Reiseherz war dabei wieder jung geworden. Das lag nun viele Jahre zur\u00fcck, die gro\u00dfe achtundvierziger Wandlung war \u00fcber die Gem\u00fcther gekommen; wenn Freiligrath citirt wurde, so waren es andre Strophen. Wir sa\u00dfen unser Drei um den Tisch herum: Kugler selbst, ein junger Schotte und ich. Die Lichter, die durch das Laub fielen, spielten \u00fcber die Damastdecke hin, das Fl\u00e4mmchen unter dem Wasserkessel brannte unsichtbar in dem hellen Sonnenschein, nur der aufsteigende Dampf zeigte, da\u00df \u00fcberhaupt eine Flamme war. Die Unterhaltung ging bequem, es war fast wie Nachmittagsruhe. Der Wirth liebte das, alles Heraufgeschraubte war verp\u00f6nt, wer nichts zu sagen hatte, schwieg.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir plauderten gem\u00fcthlich hin und her, als pl\u00f6tzlich unsere Unterhaltung vom Hofe her durch das leichte Getr\u00e4ller eines altfranz\u00f6sischen Liedes unterbrochen wurde. Kugler fiel gleich ein. In demselben Augenblick trat eine jugendliche, hochaufgeschossene Gestalt in den Garten, und schon von fern seinen Spitzhut leise l\u00fcftend, schritt er auf uns zu. Inmitten des Ganges blieb er einen Augenblick stehen, wandte sich zur\u00fcck und gr\u00fc\u00dfte, \u00fcber den Hof hin, nach einem der Mansardenfenster hinauf. Er wu\u00dfte wohl weshalb. Im n\u00e4chsten Augenblick wurden wir vorgestellt \u2013 <i>Paul Heyse<\/i>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Er setzte sich neben den jungen Schotten, den er schon von Bonn her kannte, und nicht leicht hab\u2019 ich ein anmuthigeres Bild gesehen als diese beiden Typen blonder und br\u00fcnetter Sch\u00f6nheit. Beide waren von seltener Grazie, aber w\u00e4hrend die des Einen, mehr \u00e4u\u00dferlich, aus Kraft und Schulung entsprang, war die des Andern, der sich beinah gehen lie\u00df, ohne jegliche Anstrengung von innen heraus geboren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4ch, wie es die Erinnerungen des Ortes mit sich\u00a0f\u00fchrten kam auf Hitzig und Chamisso, auf die gute, alte Zeit der Musenalmanache, bald auch auf Schwab und M\u00f6rike, auf Freiligrath und Lenau. Parallelen wurden gezogen, endlich die \u201eSchilflieder\u201c citirt. \u201eAuf dem Teich, dem regungslosen etc.\u201c ich konnte aushelfen mit meinem Ged\u00e4chtni\u00df.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der junge Schotte horchte auf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist sch\u00f6n,\u201c sagte er, als ich die letzte Strophe gesprochen, \u201edieser Klang fehlt doch unserer englischen Lyrik, selbst, was mehr sagen will, unserer schottischen.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eLassen Sie ihn fehlen,\u201c warf Heyse dazwischen, \u201eSie haben Besseres daf\u00fcr. Lenau, wenn er den Blitz anruft, ihn zu t\u00f6dten, ihm der \u201aAriadne-Faden\u2018 zu sein und ihn hinauszuf\u00fchren aus diesem \u201aLabyrinth der Qual\u2018, ist doch eigentlich ein L\u00e4sterer, dessen Blasphemie durch Sentimentalit\u00e4t nicht besser wird. Ihre Nordlandsschultern m\u00fc\u00dften mich t\u00e4uschen, wenn Sie so viel Ungesundheit ertragen k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kugler, der an diese Keckheit der Debatte am meisten gew\u00f6hnt war, l\u00e4chelte und warf hin: \u201eUm so besser wird Freiligrath vor Ihnen bestehen, Sie werden ihn wenigstens nicht unter die Sentimentalen werfen.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch wei\u00df doch nicht,\u201c erwiderte Heyse, und w\u00e4hrend er diese Worte absichtlich dehnte, war es erkennbar, da\u00df er bereits nach Aehnlichkeiten zwischen Lenau und Freiligrath suchte. Solche Analogien zu finden, just da, wo keine waren, reizte ihn; hier war das eigentliche Feld f\u00fcr Witz, Einf\u00e4lle, Paradoxien.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch wei\u00df nicht,\u201c wiederholte er, \u201eob sie nicht eigentlich doch Geschwisterkinder sind. Der Eine reitet durch die W\u00fcste, der Andere durch den Urwald; mit den Chippeways-Indianern haben Beide zu thun. Aber dies bei Seit\u2019. Sie haben auch einen verwandten Herzschlag. Sie sind Beide europam\u00fcde, Beide malcontent, ohne recht zu wissen warum. Sie haben nur eine verschiedene Art sich auszudr\u00fccken, der Eine verf\u00e4hrt lyrisch-unmittelbar, der Andere versteckt sich hinter allerhand Masken, oder sag\u2019 ich lieber, er ist ein Maskenball in sich. T\u00fcrke, Jude, Armenier, was Sie wollen. Aber nun warten Sie den Moment der Demaskirung ab. In privater Loge tritt er an Sie heran, jetzt ohne Turban. Da steht er, ganz er selbst, kein Scheikh mehr, Westphale durch und durch. \u201aAllein, allein, und so will ich genesen.\u2018 \u201aDas Mal der Dichtung ist ein Kainstempel.\u2018 Verlangen Sie mehr? Ich zweifle, da\u00df Lenau dar\u00fcber hinausgegangen w\u00e4re.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So ging das Gespr\u00e4ch. Was ich sp\u00e4ter so oft zu beobachten Gelegenheit hatte, er wurde sofort zum Mittelpunkt der Unterhaltung. Selbst Personen, die nur ungern auf ihr Rederecht Verzicht leisteten, ergaben sich ihm bald; auch der Eitelste empfand es als ein Vergn\u00fcgen, ihn sprechen zu h\u00f6ren; man kam stillschweigend \u00fcberein, ihn gew\u00e4hren zu lassen. Er sagte oft starke Sachen, auch auf Gebieten, wie Kirche und Politik, die \u00fcber die Kunst, vielleicht auch \u00fcber seine Kraft hinauslagen, aber kein Fall ist mir gegenw\u00e4rtig, da\u00df er durch die K\u00fchnheit seiner Redeweise jemals ernstlich Ansto\u00df gegeben h\u00e4tte. Er durfte Alles sagen, Richtiges und Falsches. Sein rein auf die Sache gerichteter Eifer, dazu die Eleganz der Form s\u00f6hnten mit <i>jedem<\/i> Inhalt aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese erste Begegnung im Kugler\u2019schen Garten f\u00fchrte bald zu einer intimeren Bekanntschaft. Eine Zeitlang sahen wir uns t\u00e4glich. Heyse lebte damals bei seinen Eltern in einem alten vornehmen Hause in der Behrenstra\u00dfe, das mit seinen Hinter- und Nebengeb\u00e4uden ein Quarr\u00e9 bildete und einen beinah klosterstillen Hof umschlo\u00df. Lange Corridore von rechts und links f\u00fchrten bis in den Hinterfl\u00fcgel, wo unser Poet zwei kleine Zimmer bewohnte, echte Poetenst\u00fcbchen. Alter Hausrath (der Klappsecret\u00e4r \u2013 einer von den musikalischen \u2013 von sehr geneigter Fl\u00e4che); nichts elegant, aber jedes St\u00fcck ein Erinnerungsst\u00fcck. Dabei Alles in musterhaftester Ordnung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heyse arbeitete damals an seiner \u201eUrica\u201c, einer Novelle in Versen, mit der ich mich weder damals noch sp\u00e4ter recht befreunden konnte und die, w\u00e4hrend wir es uns auf dem Sopha so bequem machten, als sein Tiefbau und seine hohen Lehnen es zulie\u00dfen, zu mancher hei\u00dfen Scene zwischen uns f\u00fchrte. Wer noch br\u00fctend \u00fcber der Arbeit sitzt, f\u00e4hrt leicht auf und schl\u00e4gt mit den Fl\u00fcgeln.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diese Wochen lebhafter Controverse waren von keiner Dauer. \u201eUrica\u201c war fertig, wohl oder \u00fcbel, und Heyse ging zu einer neuen Arbeit \u00fcber: \u201eDie Br\u00fcder\u201c, eine Erz\u00e4hlung (in Versen) nach dem Chinesischen des Schi-King. Hier schwieg nun alle Kritik, nicht blos die meinige. Jeder war hingerissen, und mit Recht. Was ich die Gegens\u00e4tze seiner Natur nannte, hier hatten sie, von Seite zu Seite, gemeinschaftlich geschaffen und Jeder, der las, f\u00fchlte sich ebenso von der Sprache der Unschuld ger\u00fchrt, wie von der Sprache der Schuld und des Verh\u00e4ngnisses, das sie heraufbeschw\u00f6rt, ersch\u00fcttert. Diese Dichtung war ein Vollendetes. Heyse hatte hier seinen Ruhm und seine Reife anticipirt. Denn im Gro\u00dfen und Ganzen stand er zu dieser Zeit noch auf dem Urica-Standpunkt, d. h. auf dem Standpunkt einer gewissen geistreichen Streberschaft. Das Berlinische machte ihm noch zu schaffen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heyse arbeitete viel. Die andauernde Besch\u00e4ftigung des Geistes war ihm Bed\u00fcrfni\u00df; seine Erholung fand er im <i>Wechsel<\/i>der Arbeit. Erm\u00fcdet vom Einen, hatte er noch<span style=\"font-size: 12px;\">\u00a0<\/span>Kraft f\u00fcr das Andere. Eine vom einen Salz ges\u00e4ttigte L\u00f6sung l\u00f6st noch das andere. Versagte das Produciren, so las er; er war ein guter Haushalter mit seiner Zeit. Drum hatte er immer Zeit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sp\u00e4tsommer 1852 unterbrach seine Arbeiten: er ging nach Italien. Wenige Wochen vorher hatte er sich mit Margarethe Kugler verlobt. Es war ein gl\u00fcckliches Paar; halbe Kinder noch. Sie zu sehen, war ein Anblick, wie wenn sich zwei Schwalben auf einem Aste wiegen. Grazie und Schelmerei lie\u00dfen Alles wie ein anmuthig-heiteres Spiel erscheinen. Und doch liebten sie sich leidenschaftlich. Aber der feine Sinn f\u00fcr das, was sich ziemt, gefiel sich darin, den Ernst der Empfindung vor dem Auge der Welt zu verbergen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten Tage, die der italienischen Reise vorausgingen, sind mir noch gegenw\u00e4rtig. Es war im August oder September. Die Stadtwohnung war aufgegeben und Alles, was dem Kugler\u2019schen Hause angeh\u00f6rte, erfreute sich eines entz\u00fcckenden Landaufenthaltes, zwei Meilen von Berlin. In der N\u00e4he der M\u00fcggelberge, deren Kuppe in den Parkgarten hineinblickte, lag, nach drei Seiten hin von Tannen umstellt, ein alter Schlo\u00dfbau, dessen einzig freie Front auf Blumenbeete und Kornfeldstreifen und dahinter auf die breite Wasserfl\u00e4che der wendischen Spree hinaussah. In diesem alten Schlo\u00dfbau, angesichts einer Scenerie voll eigenth\u00fcmlich m\u00e4rkischer Sch\u00f6nheit, verbrachte man gl\u00fcckliche Tage. Auch die Trennung kam hier heran. In dem Gartensaal, dessen Fenster bis zur Erde gingen, hingen, auf pompejanischem Braun und in allen Arten von Umrahmungen, die Bilder italienischer Meister, w\u00e4hrend auf Kaminsims und Marmortischen, auf Consolen und Etag\u00e8ren allerlei Mementos an den S\u00fcden standen: alabasterne Vasen und bronzene Lacerten, Wachsfr\u00fcchte und Pinien\u00e4pfel. Diese Erinnerungsst\u00fccke an Italien (Reliquien in den Augen des Schlo\u00dfbesitzers, der abwesend war) \u2013 jetzt waren sie ebensoviele Mahnungen an die Zukunft, an die n\u00e4chste. Die Unterhaltung ging zwischen Furcht und Hoffnung; die <i>eine<\/i> Sehnsucht zog, die <i>andere<\/i> (vorwirkend) hielt zur\u00fcck. Aber man war ja jung. Hinter Wochen und Monden lagen lachende Jahre. So schied man. Auf dem schmalen Wege, der zwischen Weidengestr\u00fcpp an dem seebreiten Flusse hinlief, stand er noch einmal still, l\u00f6ste das blaue Halstuch, das er trug, und lie\u00df es im Winde flattern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Heyse reiste mit seinem Freunde Ribbeck, jetzt Professor in Kiel. Sie machten die gro\u00dfe Tour in den \u00fcblichen drei Stationen: Florenz, Rom, Neapel. In Florenz wurde der Bewunderung, in Rom dem Studium, in Neapel dem Vergn\u00fcgen gelebt. Im September 1853 ging es \u00fcber die Alpen zur\u00fcck.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser italienische Aufenthalt hatte den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df auf Heyse. Dieser bezeichnete ihn selbst in einem Gedichte als eine \u201eR\u00fcckkehr zur Natur\u201c. Das blos Geistreiche war abgethan; in seiner Ausdrucksweise war ein neuer Geist \u00fcber ihn gekommen. Kein Zuviel mehr; das sch\u00f6ne Ma\u00df war gefunden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Arbeiten, die seinem Aufenthalt in Italien ihre Entstehung verdanken, zeigen diese Wandlung bereits. Ich nenne nur die \u201eIdyllen aus Sorrent\u201c und die Novelle \u201eLa Rabbiata\u201c, von denen namentlich die letztere als ein Muster von Einfachheit, Klarheit und Tiefe zu bezeichnen ist, klar und tief wie das Golfwasser, an dessen Ufern sie entstand.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast unmittelbar nach seiner R\u00fcckkehr erfolgte Heyse\u2019s Berufung nach M\u00fcnchen. Er nahm an. Als der Winter um war, \u00fcbersiedelte er, nachdem wenige Wochen zuvor seine Verm\u00e4hlung stattgefunden hatte. Er war eben vierundzwanzig Jahre alt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von da ab, fast durch ein Jahrzehent, verlor ich ihn aus dem Auge. Seine Besuche in Berlin kamen mir nicht zu gute; wie ihn nach S\u00fcden, hatten mich Beruf und Neigung nach dem\u00a0Westen gef\u00fchrt. Nur eine lose Verbindung blieb zwischen uns; aber w\u00e4re der Faden auch zerrissen, der wachsende Klang seines Namens h\u00e4tte daf\u00fcr gesorgt, mir den Tr\u00e4ger dieses Namens im Ged\u00e4chtni\u00df zu erhalten. Mit lebhaftestem Interesse verfolgte ich seine Entwickelung. Wenn ich diese Entwickelung charakterisiren soll, so m\u00f6chte ich es dahin thun: er lie\u00df das Lyrische, auch das Lyrisch-Dramatische, das er eine Zeit lang, beispielsweise im Perseus, im Meleager, mit Vorliebe cultivirt hatte, fallen und wandte sich mit einer Art von Ausschlie\u00dflichkeit dem <i>Epischen<\/i> zu. Er begann zu erz\u00e4hlen, zun\u00e4chst in Prosa, bald auch in Versen, und im Verlauf weniger Jahre entstanden jene \u201eNovellen\u201c, \u201eNeue Novellen\u201c, \u201eMeraner Novellen\u201c, \u201eNovellen in Versen\u201c, die ihm seitdem, drau\u00dfen und daheim, einen Namen gemacht und ihm unter unsern deutschen Erz\u00e4hlern einen allerersten Rang angewiesen haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Was vielleicht am meisten zur Bewunderung zwingt, das ist ihre Mannigfaltigkeit bei aller Verwandtschaft, ihre Verschiedenheit in der Einheit. S\u00e4mmtlich erotischer Natur und immer, sei es in Bangen oder in Hoffnung, zu Gl\u00fcck oder Ungl\u00fcck, das \u201eselig Eine\u201c als alleiniges Thema behandelnd, wiederholen sie sich doch nie und Phrasenhaftes und Verbrauchtes mit gleich sicherem Tact vermeidend, erschlie\u00dfen sie uns immer neue Seiten, f\u00fchren immer neue Situationen vor uns herauf. Das Geheimni\u00df des Gelingens ist vielleicht in der pathologischen Behandlung des Gegenstandes zu suchen, darin, da\u00df der Dichter jede neue Aufgabe als ein psychologisches Problem fa\u00dft, als ein R\u00e4thsel, an dessen L\u00f6sung er uns theilnehmen l\u00e4\u00dft. Gewagtem, der ganzen Natur Heyse\u2019s nach, begegnen wir auch hier, Verfehltem nie. Uebrigens ist ein Unterschied zwischen seinen Prosa-Novellen und seinen Novellen in Versen. Wir m\u00f6chten den letzteren den Vorzug geben. Das, was seine gl\u00e4nzendste Seite ausmacht, das Graci\u00f6se, es findet hier, in Ueberwindung formeller Schwierigkeiten, eine gleichsam gesteigerte Gelegenheit, sich geltend zu machen, und Witz und Humor, die, wie die Fahnenschwenker bei einem Festzuge, fast sichtbarlich von Strophe zu Strophe vor einem her schreiten, zaubern den Leser in eine heitere Fest- und Reisestimmung hinein. Heyse\u2019s Prosa-Novellen reihen sich an das Beste, das wir haben, seine Novellen in Versen aber nehmen einen Platz f\u00fcr sich innerhalb unserer modernen Literatur ein. Wir w\u00fc\u00dften nicht, da\u00df, seit Wieland\u2019s Oberon, so heitere epische Dichtungen erschienen w\u00e4ren, wie die \u201eBraut von Cypern\u201c oder der \u201eWalchensee\u201c.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Werth dieser Arbeiten entsprachen ihre \u00e4u\u00dferen Erfolge. Immer neue Auflagen, besonders der Prosa-Novellen, erschienen und vielleicht war es mehr ein Zufall, eine \u00e4u\u00dfere Anregung, als ein innerer Drang, was ihn, Ausgangs der f\u00fcnfziger Jahre, seiner ersten Liebe, dem <i>Drama<\/i>, wieder zuf\u00fchrte. Diese \u00e4u\u00dfere Anregung gab eine Concurrenz. 1857 wurde, von Seiten des K\u00f6nigs von Baiern, ein Preis f\u00fcr die beste deutsche Trag\u00f6die ausgesetzt; \u2013 es war selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df sich die M\u00fcnchner Poeten an diesem Wettkampf betheiligten. Heyse\u2019s \u201eSabinerinnen\u201c gewannen den Preis. Das Spr\u00fcchwort sagt: \u201ewen erst die B\u00fchne hat, den l\u00e4\u00dft sie nicht wieder los\u201c und die Wahrheit des alten Satzes schien sich alsbald an unserem Poeten bew\u00e4hren zu sollen. In rascher Reihenfolge erschienen neue St\u00fccke: \u201eElisabeth Charlotte\u201c, \u201eDie Grafen von der Esche\u201c, \u201eHadrian\u201c, \u201eMaria Moroni\u201c, \u201eHans Lange\u201c. Als ihn die Vorarbeiten zu dem letztgenannten, in seiner Hauptgestalt v\u00f6llig originellen Drama besch\u00e4ftigten, sah ich ihn wieder. Freilich nur auf kurze Stunden und nachdem ich die Hoffnung auf ein Wiedersehen fast schon aufgegeben hatte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sp\u00e4therbst jenes Jahres hatte mich nach S\u00fcddeutschland, nach Heidelberg, dann nach Stuttgart gef\u00fchrt; auf dem Heimwege beschrieb ich eine Curve von drei\u00dfig Meilen, eigentlich zu keinem andern Zweck, als um Heyse, nach so vielen Jahren, \u2018mal wieder einen guten Tag zu bieten. Ich ging also \u00fcber M\u00fcnchen, hatte mich aber verrechnet und stie\u00df auf das leere Nest. Heyse war verreist, nach Wien. Ein Gl\u00fcck unter diesen Umst\u00e4nden, da\u00df ich in M\u00fcnchen nicht v\u00f6llig ein Fremder war. Ich kannte Diesen und Jenen aus der Dichter-Colonie (von den \u201eKrokodilen\u201c,<span style=\"font-size: 12px;\">\u00a0<\/span>wie sie sich nennen) und sah mich also nicht ganz auf die Glyptothek und ihren Marmor angewiesen, die, wie alle Bauten derart, in Novembertagen mehr mausoleum- als museumartig wirkt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war kurz vor der Abreise des K\u00f6nigs. Vor seinem Aufbruch w\u00fcnschte der liebensw\u00fcrdige F\u00fcrst, der humansten einer, die je einen Thron zierten, seine Poeten und Philosophen noch einmal um sich zu sehen; die Einladungen ergingen; \u2013 auch ich durfte erscheinen. Ich war unwohl, erk\u00e4ltet, doch es lockte mich, ein Zeuge dieser eigenth\u00fcmlichen Zusammenk\u00fcnfte zu sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein scharfer Ostwind pfiff durch die Stra\u00dfen, als ich, von der Seite des Theaterplatzes her, in das alte Schlo\u00df einbog. Ein paar Gaslichter brannten, aber an solchen Windtagen, wo Alles hin und her flackert und jeder Windsto\u00df das Gas in die R\u00f6hren zur\u00fcckdr\u00fcckt, hat das Licht keine Leuchtekraft; im Portal war Alles dunkel oder erschien doch so; ebenso auf der Treppe, die ich hinanstieg. Zehn Schritt vor mir, in einen Shawl fest eingewickelt, stieg ein Vordermann die breiten Stufen aufw\u00e4rts. Er ging sicherer als ich. Ich folgte rasch, wie um mich zu attachiren; au\u00dferdem aber Gestalt und Haar, das in einzelnen Locken \u00fcber den Shawl fiel, dazu die gef\u00e4llige Nonchalance des Ganges, \u2013 ich konnte mich nicht t\u00e4uschen, er mu\u00dfte es sein. Heyse! \u2026 ich rief seinen Namen. Er war es wirklich; vor wenig Stunden zur\u00fcckgekehrt. Herzlichste Begr\u00fc\u00dfung, aber leider bei Zugluft; \u2013 wir kamen also \u00fcberein, die eigentliche Erkennungsscene mit der Versicherung beiderseitigen Junggebliebenseins erst oben stattfinden zu lassen. Hand in Hand stiegen wir den Corridor hinauf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ging durch eine lange Reihe von Zimmern. Auch hier herrschte Halbdunkel; \u00fcberall lagen dicke persische Teppiche, in den Fensternischen standen einzelne Lakaien, blau und wei\u00df galonnirt, \u00e4cht bairische <tt>t\u00eates quarr\u00e9es<\/tt>, alt, h\u00e4\u00dflich, wenig verbindlich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei dieser Zimmer, wenn ich nicht irre, dienten dem Zweck dieser literarischen Reunions, der \u201eSymposien\u201c, wie diese Zusammenk\u00fcnfte scherzhaft genannt worden sind. Das eine war Empfang-, das andere Billardzimmer; hinter beiden der eigentliche Sitzungssaal. Der K\u00f6nig wurde fr\u00fchestens in einer Viertelstunde erwartet; wir hatten also Zeit zu privater Begr\u00fc\u00dfung. Ich fand Heyse wirklich wenig ver\u00e4ndert, trotz manchen Jahres und manchen Erlebnisses, das zwischen heut\u2019 und den Berliner Tagen lag. Dasselbe Lachen, dieselbe Leichtigkeit der Bewegung, dieselbe Jugendlichkeit der Z\u00fcge; nur um Kinn und Mund war er voller geworden. Waren es die Jahre oder der Hofbr\u00e4u?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der K\u00f6nig erschien. Er begr\u00fc\u00dfte Jeden von uns; mich, als Gast, mit besonderer Freundlichkeit. Dann, im Passiren des Billardzimmers, einen der B\u00e4lle aussetzend (eine blo\u00dfe ceremonielle Form) schritt er in das eigentliche Sitzungszimmer voran. Wir Andern folgten. Das Zimmer selbst war behaglich. Einzelne Lampen hingen \u00fcber einem L\u00e4ngstisch mit gr\u00fcner Decke; Kamine, Lehnst\u00fchle; Alles nahm Platz. Rechts und links neben dem K\u00f6nig sa\u00dfen Liebig, Moritz Carri\u00e8re, Bodenstedt, Paul Heyse, ihm gegen\u00fcber v. d. Thann, Geibel, Riehl. Andere sind mir nicht mehr gegenw\u00e4rtig.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterhaltung machte sich leicht und ungezwungen. Zun\u00e4chst wurde politisirt, aber mehr von allgemeinen Gesichtspunkten aus. Die Tagesereignisse gaben nur die <i>Anregung<\/i>, nicht den Inhalt des Gespr\u00e4chs. Dann wurde Heyse nach seiner Reise befragt. Er gab einen kurzen Bericht; das Wiener Theater wurde ber\u00fchrt, Laube, Halm, Frau Rettich;<span style=\"font-size: 12px;\">\u00a0<\/span>Anekdoten folgten; dann verallgemeinerte sich das Gespr\u00e4ch und ging alsbald in eine Debatte \u00fcber das moderne Drama \u00fcber.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sa\u00df ein wenig zur\u00fcckgebogen, in diesem Augenblick <i>doppelt<\/i> ein Fremder, fremd in dem Kreise, aber auch fremd in der Debatte. Diese nahm bald einen Flug, da\u00df ich nicht mitkonnte. Ein Material wurde herangeschleppt, Stellen aus St\u00fccken citirt, die ich kaum dem Namen nach kannte; \u2013 ich schob meinen Stuhl weiter zur\u00fcck in den Schatten. Die Wahrheit zu gestehen, war mir\u2019s lieb, da\u00df es so kam. Was h\u00e4tt\u2019 ich von der Ehre gehabt, auch mein Scherflein beigesteuert zu haben? Vielleicht nur Verlegenheit. Jetzt hatte ich den Genu\u00df bei noch ungest\u00f6rter Beobachtung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Freude war um so lebhafter, als mir bald kein Zweifel blieb, wer in dieser Frage den Kreis beherrschte. Heyse war noch in Reisestimmung. Er hatte das Wort. Mir klingt noch das Eine und das Andere im Ohr: \u201e\u2026 Auch in \u00e4sthetischen Dingen, wie in so vielen andern, sind wir an einen Wendepunkt gelangt, namentlich im Drama. Die alten Theorien thun\u2019s nicht mehr \u2026 die Grenzen sind weitaus zu eng gezogen. Wir m\u00fcssen aus dem Schematisiren heraus, vor Allem aus dem Balancirsystem von Schuld und S\u00fchne\u2026 Das ist eine Kr\u00fccke f\u00fcr den Lahmen, aber f\u00fcr den, der laufen kann und laufen will, ist es ebenso oft ein zwischen die F\u00fc\u00dfe geworfener Stock. Das Dramatische\u00a0macht ein Drama. Damit ist freilich wenig, aber doch auch Alles gesagt. Schuld, Schuld! Wo ist Schuld in Romeo und Julia? Man hat sie finden wollen; man wird sie immer finden, wenn man sucht. Denn wie kein Tag unseres Lebens schuldlos verrinnt, so sind auch noch nie drei Acte verronnen \u2013 Acte, von denen es werth ist zu sprechen \u2013 in denen sich nicht <tt>bongr\u00e9 malgr\u00e9<\/tt> so etwas wie Schuld nachweisen lie\u00dfe. Die S\u00fcnde ist das Correlat des Lebens, sie durchdringt Alles und die nat\u00fcrliche Gekr\u00e4nktheit aller Dinge damit ist die alleinige Wurzel des Dogmas von der dramatischen Schuld und S\u00fchne.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So ging die Debatte. Lebhaft trat jener erste Nachmittag unter dem Nu\u00dfbaum wieder vor meine Seele. Dieselbe Lebhaftigkeit, dieselbe <tt>bona fides<\/tt>, dieselbe Leichtigkeit und Freiheit des Ausdrucks.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der K\u00f6nig zog sich fr\u00fch zur\u00fcck. \u2013 Bei Elfer Rheinwein, wie er nirgends besser lagert als im M\u00fcnchner Schlo\u00df, plauderten wir Mitternacht heran. Als wir uns an der Kaufunger Gasse trennten, rief ich ihm zu: \u201eGl\u00fccklicher Du, der Du jung geblieben bist!\u201c \u2013 \u201e<tt>Caro mio<\/tt>, Du siehst nicht, wo es fehlt.\u201c Er mochte so sprechen. Jeder bangt, da\u00df man ihm die Gunst der G\u00f6tter berede. Und nicht mit Unrecht, denn sie sind launisch und eifers\u00fcchtig.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihm aber sind sie treu geblieben, auch seither. In immer neuer Frische schafft er, sich und Andern zur Freude, im \u201eentsiegelten Auge\u201c nach wie vor den ungetr\u00fcbten Blick \u201eder hellgebornen, heitren Joviskinder\u201c.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} -->\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"id\":60132,\"align\":\"left\",\"width\":220,\"height\":277} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-60132\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/440px-Theodor_Fontane.png\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/440px-Theodor_Fontane.png 440w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/440px-Theodor_Fontane-239x300.png 239w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/440px-Theodor_Fontane-260x327.png 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/440px-Theodor_Fontane-160x201.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend \u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie ist das identit\u00e4tsstiftende Element der Kultur, KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Mancher der das alte Berlin noch gekannt hat, wird sich entsinnen, wie still pl\u00f6tzlich die gro\u00dfe Friedrichsstra\u00dfe wurde, wenn man, nach dem Halleschen Thore zu, eine bestimmte Linie passirt hatte. 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