{"id":79272,"date":"2022-11-16T00:01:08","date_gmt":"2022-11-15T23:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=79272"},"modified":"2022-02-24T18:09:02","modified_gmt":"2022-02-24T17:09:02","slug":"der-geisterseher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/11\/16\/der-geisterseher\/","title":{"rendered":"Der Geisterseher"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Abends, als wir nach Gewohnheit in tiefer Maske und abgesondert, auf dem Plaze S. Markus spazieren giengen &#8211; es fieng an sp\u00e4t zu werden, und das Gedr\u00e4nge hatte sich verloren &#8211; bemerkte der Prinz, da\u00df eine Maske uns \u00fcberal folgte. Die Maske war ein Armenier und gieng allein. Wir beschleunigten unsre Schritte und suchten sie durch \u00f6ftere Ver\u00e4nderung unseres Weges irre zu machen &#8211; umsonst, die Maske blieb immer dicht hinter uns. \u201eSie haben doch keine Intrigue hier gehabt? sagte endlich der Prinz zu mir. Die Ehm\u00e4nner in Venedig sind gef\u00e4hrlich\u201c &#8211; Ich kenne keine einzige Dame, gab ich zur Antwort. \u201eLassen sie uns hier niedersizzen und deutsch sprechen, fuhr er fort. Ich bilde mir ein, man verkennt uns.\u201c Wir sezten uns auf eine steinerne Bank und erwarteten, da\u00df die Maske vor\u00fcbergehen sollte. Sie kam gerade auf uns zu, und nahm ihren Plaz dicht an der Seite des Prinzen. Er zog die Uhr heraus und sagte mir laut auf franz\u00f6sisch indem er aufstand. \u201eNeun Uhr vorbei. Kommen Sie. Wir vergessen, da\u00df man uns im Louvre erwartet\u201c Die\u00df erdichtete er nur, um die Maske von unsrer Spur zu entfernen. \u201eNeun Uhr\u201c wiederholte sie nachdr\u00fcklich und langsam. W\u00fcnschen sie sich Gl\u00fck Prinz (indem sie ihn bei seinem wahren Namen nannte.) Um Neun Uhr ist er gestorben\u201c \u2013 Damit stand sie auf und gieng.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sahen uns best\u00fcrzt an \u2013 \u201eWer ist gestorben? sagte endlich der Prinz nach einer langen Stille. \u201eLassen sie uns ihr nachgehen sagte ich, und eine Erkl\u00e4rung fodern\u201c Wir durchkrochen alle Winkel des Markus \u2013 die Maske war nicht mehr zu finden. Unbefriedigt kehrten wir nach unserm Gasthof zur\u00fck. Der Prinz sagte mir unterwegs nicht ein Wort, sondern gieng seitw\u00e4rts und allein, und schien einen gewaltsamen Kampf zu k\u00e4mpfen, wie er mir auch nachher gestanden hat. Als wir zu Hause waren, \u00f6fnete er zum erstenmale wieder den Mund. \u201eEs ist doch l\u00e4cherlich, sagte er, da\u00df ein Wahnsinniger die Ruhe eines Mannes mit zwei Worten so ersch\u00fcttern soll\u201c Wir w\u00fcnschten uns eine gute Nacht, und sobald ich auf meinem Zimmer war, merkte ich mir in meiner Schreibtafel den Tag und die Stunde wo das geschehen war. Es war ein Donnerstag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am folgenden Abend sagte mir der Prinz \u201eWollen wir nicht einen Gang \u00fcber den Markusplaz machen, und unsern geheimni\u00dfvollen Armenier aufsuchen? Mich verlangt doch nach der Entwiklung dieser Kom\u00f6die.\u201c Ich wars zufrieden. Wir blieben bis eilf Uhr auf dem Plaz. Der Armenier war nirgends zu sehen. Das n\u00e4mliche wiederholten wir die vier folgenden Abende und jedesmal mit demselben schlechten Erfolge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir am sechsten Abend unser Hotel verlie\u00dfen, hatte ich den Einfall \u2013 ob unwillk\u00fchrlich oder aus Absicht,\u00a0besinn ich mich nicht mehr \u2013 den Bedienten zu hinterlassen, wo wir zu finden sein w\u00fcrden, wenn nach uns gefragt werden sollte. Der Prinz bemerkte meine Vorsicht und lobte sie mit einer l\u00e4chelnden Miene. Es war ein gro\u00dfes Gedr\u00e4ng auf dem Markusplaz als wir da ankamen. Wir hatten kaum drei\u00dfig Schritte gemacht, so bemerkte ich den Armenier wieder, der sich mit schnellen Schritten durch die Menge arbeitete, und mit den Augen Jemand zu suchen schien. Eben waren wir im Begriff ihn zu erreichen, als der Baron von F. aus der Suite des Prinzen athemlos auf uns zukam, und dem Prinzen einen Brief \u00fcberbrachte. \u201eEr ist schwarz gesiegelt, sezte er hinzu. Wir vermutheten, da\u00df es Eile h\u00e4tte\u201c Das fiel auf mich wie ein Donnerschlag. Der Prinz war zu einem Flambeau getreten und fieng an zu lesen. \u201eMein Kousin ist gestorben,\u201c rief er. <i>Wann?<\/i> st\u00fcrzte ich ihm heftig ins Wort. Er sah noch einmal in den Brief. \u201eVorigen Donnerstag. Abends um Neun Uhr.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir hatten nicht Zeit, von unserm Erstaunen zur\u00fckzukommen, so stand der Armenier unter uns \u201eSie sind hier erkannt gn\u00e4digster Herr, sagte er zu dem Prinzen. Eilen Sie nach dem Mohren. Sie werden die Abgeordneten des Senats dort finden. Tragen Sie kein Bedenken, die Ehre anzunehmen, die man Ihnen erweisen will. Der Baron von F. verga\u00df ihnen zu sagen, da\u00df ihre Wechsel gekommen sind\u201c Er verlor sich in dem Gedr\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir eilten nach unserm Hotel. Alles fand sich, wie der Armenier es verk\u00fcndigt hatte. Drei Nobili der Republik standen bereit den Prinzen zu bewillkommen, und ihn mit Pracht nach der Assemblee zu begleiten, wo der hohe Adel der Stadt ihn erwartete. Er hatte kaum soviel Zeit, mir durch einen fl\u00fcchtigen Wink zu verstehen zu geben, da\u00df ich f\u00fcr ihn wach bleiben m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachts gegen Eilf kam er wieder. Ernst und gedankenvoll trat er in\u2019s Zimmer und ergriff meine Hand, nachdem er die Bedienten entlassen hatte. \u201eGraf, sagte er mit den Worten Hamlets zu mir, es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als wir in unsern Philosophieen tr\u00e4umen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gn\u00e4digster Herr, antwortete ich, sie scheinen zu vergessen, da\u00df sie um eine gro\u00dfe Hofnung reicher zu Bette gehen. \u201eDer Verstorbene war der Erbprinz.\u201c \u201eErinnern sie mich nicht daran, sagte der Prinz. Und wenn eine Krone f\u00fcr mich w\u00e4re gewonnen worden, ich h\u00e4tte jezt mehr zu thun, als dieser Kleinigkeit nachzudenken &#8211; &#8211; Wenn dieser Armenier nicht blo\u00df <i>errathen<\/i> hat\u201c &#8211; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie ist das m\u00f6glich Prinz?\u201c fiel ich ein &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo will ich ihnen alle meine f\u00fcrstlichen Hofnungen f\u00fcr eine M\u00f6nchskutte abtreten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fchre dieses mit Flei\u00df hier an, weil ich glaube, da\u00df es zu einem Beweise dienen kann, wie entfernt er noch damals von jeder herrschs\u00fcchtigen Absicht gewesen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den folgenden Abend fanden wir uns zeitiger, als gew\u00f6hnlich, auf dem Markusplaz ein. Ein pl\u00f6zlicher Regengu\u00df n\u00f6thigte uns, in ein Kaffehau\u00df einzutreten, wo gespielt wurde. Der Prinz stellte sich hinter den Stuhl eines Spaniers, und beobachtete das Spiel. Ich war in ein ansto\u00dfendes Zimmer gegangen, wo ich Zeitungen las. Eine Weile darauf h\u00f6rte ich Lermen. Vor der Ankunft des Prinzen war der Spanier unaufh\u00f6rlich im Verluste gewesen, jezt gewann er auf alle Karten. Das ganze Spiel wurde auffallend ver\u00e4ndert, und die Bank war in Gefahr, von dem Pointeur, den diese gl\u00fckliche Wendung k\u00fchner gemacht hatte, aufgefodert zu werden. Ein Venetianer, der sie hielt, sagte dem Prinzen mit beleidigendem Ton &#8211; er st\u00f6re das Gl\u00fck und er solle den Tisch verlassen. Dieser sah ihn kalt an und blieb; dieselbe Fassung behielt er als der Venetianer seine Beleidigung franz\u00f6sisch wiederholte. Der leztere glaubte, da\u00df der Prinz beide Sprachen nicht verstehe, und wandte sich mit verachtungsvollem Lachen zu den \u00fcbrigen. \u201eSagen sie mir doch meine Herren, wie ich mich diesem Bakardo verst\u00e4ndlich machen soll\u201c Zugleich stand er auf und wollte den Prinzen beim Arm ergreiffen; diesen verlie\u00df hier die Geduld, er pakte den Venetianer mit starker Hand und warf ihn unsanft zu Boden. Das ganze Haus gerieth in Bewegung. Auf das Ger\u00e4usch st\u00fcrzte ich herein, unwillk\u00fchrlich rief ich ihn bei seinem Namen. Nehmen Sie sich in Acht Prinz, sezte ich mit Unbesonnenheit hinzu, <i>wir sind in Venedig<\/i>. Der Name\u00a0des Prinzen gebot eine allgemeine Stille, woraus bald ein Gemurmel wurde, das mir gef\u00e4hrlich schien. Alle anwesenden Italiener rotteten sich zu Haufen und traten bei Seite. Einer um den andern verlie\u00df den Saal, bis wir uns beide mit dem Spanier und einigen Franzosen allein fanden. \u201eSie sind verloren gn\u00e4digster Herr, sagten diese, wenn sie nicht sogleich die Stadt verlassen. Der Venetianer, den sie so \u00fcbel behandelt haben, ist reich genug ein Bravo zu dingen; Es kostet ihm nur funfzig Zechinen, Sie aus der Welt zu schaffen.\u201c Der Spanier bot sich an, zur Sicherheit des Prinzen Wache zu holen und uns selbst nach Hause zu begleiten. Dasselbe wollten auch die Franzosen. Wir standen noch und \u00fcberlegten, was zu thun w\u00e4re, als die Th\u00fcre sich \u00f6fnete und einige Bedienten der Staatsinquisition hereintraten. Sie zeigten uns eine Ordre der Regierung, worinn uns beiden befohlen ward, ihnen schleunig zu folgen. Unter einer starken Bedekkung f\u00fchrte man uns bis zum Kanal. Hier erwartete uns eine Gondel, in die wir uns sezzen mu\u00dften. Ehe wir ausstiegen, wurden uns die Augen verbunden. Man f\u00fchrte uns eine gro\u00dfe steinerne Treppe hinauf, und dann durch einen langen gewundenen Gang \u00fcber Gew\u00f6lber, wie ich aus dem vielfachen Echo schlo\u00df, das unter unsern F\u00fc\u00dfen hallte. Endlich gelangten wir vor eine andere Treppe, welche uns sechs und zwanzig Stuffen in die Tiefe hinunter f\u00fchrte. Hier \u00f6fnete sich ein Saal, wo man uns die Binde wieder von den Augen nahm. Wir befanden uns in einem Kraise ehrw\u00fcrdiger\u00a0alter M\u00e4nner, alle schwarz gekleidet, der ganze Saal mit schwarzen T\u00fcchern behangen und sparsam erleuchtet, eine Todenstille in der ganzen Versammlung, welches einen schr\u00f6khaften Eindruk machte. Einer von diesen Greisen, wahrscheinlich der oberste Staatsinquisitor, n\u00e4herte sich dem Prinzen, und frug ihn mit einer feierlichen Miene, w\u00e4hrend da\u00df man ihm den Venetianer vorf\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eErkennen sie diesen Menschen f\u00fcr den N\u00e4mlichen, der sie auf dem Kaffehause beleidigt hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa, antwortete der Prinz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darauf wandte er sich zu dem Gefangenen \u201eIst das dieselbe Person, die sie heute Abend wollten ermorden lassen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gefangene antwortete mit Ja.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sogleich \u00f6fnete sich der Krais und mit Entsezzen sahen wir den Kopf des Venetianers vom Rumpfe trennen. \u201eSind sie mit dieser Genugthuung zufrieden\u201c? frug der Staatsinquisitor. \u2013 der Prinz lag ohnm\u00e4chtig in den Armen seiner Begleiter \u2013 \u201eGehen sie nun, fuhr Jener mit einer schr\u00f6klichen Stimme fort, indem er sich gegen <i>mich<\/i> wandte, und urtheilen sie k\u00fcnftig weniger vorschnell von der Gerechtigkeit in Venedig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer der verborgene Freund gewesen, der uns durch den schnellen Arm der Justiz von einem gewissen Tode gerettet hatte, konnten wir nicht errathen. Starr von Schrekken erreichten wir unsre Wohnung. Es war nach Mitternacht. Der Kammerjunker von Z*** erwartete uns mit Ungeduld an der Treppe. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie gut war es, da\u00df sie geschikt haben!\u201c sagte er zum Prinzen, indem er uns leuchtete. \u2013 Eine Nachricht die der Baron von F*** gleich nachher von dem S. Markus nach Hause brachte, h\u00e4tte uns wegen Ihrer in die t\u00f6dlichste Angst gesezt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geschikt h\u00e4tte ich? Wann? Ich wei\u00df nichts davon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDiesen Abend nach Acht Uhr. Sie lie\u00dfen uns sagen, da\u00df wir ganz ausser Sorgen sein d\u00fcrften, wenn Sie heute etwas sp\u00e4ter nach Hause k\u00e4men.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sah der Prinz <i>mich<\/i> an. \u201eHaben <i>Sie<\/i> vielleicht, ohne mein Wissen diese Sorgfalt gebraucht?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wu\u00dfte von gar nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs mu\u00df doch wol so sein Ihro Durchlaucht, sagte der Kammerjunker \u2013 denn hier ist ja Ihre Repetieruhr, die Sie zur Sicherheit mit schikten\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prinz griff nach der Uhrtasche. Die Uhr war wirklich fort und er erkannte jene f\u00fcr die seinige. <i>Wer<\/i> brachte sie, frug er mit Best\u00fcrzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine unbekannte Maske, in armenischer Kleidung, die sich sogleich wieder entfernte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir standen und sahen uns an \u2013 \u201eWas halten sie <i>davon<\/i>?\u201c sagte endlich der Prinz nach einem langen Stillschweigen. Ich habe hier einen verborgenen Aufseher in Venedig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der schr\u00f6kliche Auftritt dieser Nacht hatte dem Prinzen ein Fieber zugezogen, das ihn acht Tage n\u00f6thigte, das Zimmer zu h\u00fcten. In dieser Zeit wimmelte unser Hotel von Einheimischen und Fremden, die\u00a0der entdekte Stand des Prinzen herbeigelokt hatte. Man wetteiferte unter einander, ihm Dienste anzubieten, und wir bemerkten mit Vergn\u00fcgen, wie immer der n\u00e4chst folgende den weggehenden verd\u00e4chtig machte. Liebesbriefe und Arkana \u00fcberschwemmten uns von allen Seiten. Jeder suchte, nach seiner Art, sich geltend zu machen. Des ganzen Vorgangs in der Staatsinquisition wurde nicht mehr erw\u00e4hnt. Weil der Hof zu *** die Abreise des Prinzen noch aufgeschoben w\u00fcnschte, so erhielten einige Banquiers in Venedig Anweisung, ihm betr\u00e4chtliche Summen auszuzahlen. So ward er wider Willen in den Stand gesezt, seinen Auffenthalt in Italien zu verl\u00e4ngern, und auf sein Bitten entschlo\u00df ich mich auch, meine Abreise noch zu verschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald er so weit genesen war, um das Zimmer wieder verlassen zu k\u00f6nnen, beredete ihn der Arzt eine Spazierfahrt auf der Brenta zu machen, um die Luft zu ver\u00e4ndern. Das Wetter war hell und die Parthie wurde angenommen. Als wir eben im Begriff waren, in die Gondel zu steigen, vermi\u00dfte er den Schl\u00fcssel zu einer kleinen Schatulle, die sehr wichtige Papiere enthielt. Sogleich kehrten wir um, ihn zu suchen. Er besann sich auf das genaueste, die Schatulle noch den vorigen Tag verschlossen zu haben, und seit dieser Zeit war er nicht aus dem Zimmer gekommen. Aber alles Suchen war umsonst, wir mu\u00dften davon abstehen, um die Zeit nicht zu verlieren. Der Prinz, dessen Seele \u00fcber jeden Argwohn erhaben war, erkl\u00e4rte ihn f\u00fcr verloren, und bat uns, nicht weiter davon zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fahrt war die angenehmste. Eine mahlerische Landschaft, die mit jeder Kr\u00fcmmung des Flusses sich an Reichthum und Sch\u00f6nheit zu \u00fcbertreffen schien \u2013 der heiterste Himmel, der mitten im Hornung einen Maientag bildete \u2013 reizende G\u00e4rten und geschmakvolle Landh\u00e4user ohne Zahl, welche beide Ufer der Brenta schm\u00fckken \u2013 hinter uns das majest\u00e4tische Venedig mit hundert aus dem Wasser springenden Th\u00fcrmen und Masten, alles di\u00df gab uns das herrlichste Schauspiel von der Welt. Wir \u00fcberlie\u00dfen uns ganz dem wohlth\u00e4tigen Zauber dieser sch\u00f6nen Natur, unsre Laune war die heiterste, der Prinz selbst verlor seinen Ernst, und wetteiferte mit uns in fr\u00f6lichen Scherzen. Eine lustige Musik schallte uns entgegen, als wir, zwo italienische Meilen von der Stadt, ans Land stiegen. Sie kam aus einem kleinen Dorfe, wo eben Jahrmarkt gehalten wurde; hier wimmelte es von Gesellschaft aller Art. Ein Trupp junger M\u00e4dgen und Knaben, alle theatralisch gekleidet, bewillkommte uns mit einem pantomimischen Tanz. Die Erfindung war neu. Leichtigkeit und Grazie beseelten jede Bewegung. Eh der Tanz noch v\u00f6llig zu Ende war, schien die Anf\u00fchrerin desselben, welche eine K\u00f6niginn vorstellte, pl\u00f6zlich von einem unsichtbaren Arme gehalten. Leblos stand sie und Alles. Die Musik schwieg. Kein Odem war zu h\u00f6ren in der ganzen Versammlung, und sie stand da, den Blik auf den Boden geheftet in einer tiefen Erstarrung. Auf einmal fuhr sie mit der Wut der Begeisterung in die H\u00f6he, blikte wild um sich her \u201eEin K\u00f6nig\u00a0ist unter uns\u201c rief sie, ri\u00df ihre Krone vom Haupt, und legte sie \u2013 zu den F\u00fc\u00dfen des Prinzen. Alles was da war, richtete hier die Augen auf ihn, lange Zeit ungewi\u00df, ob Bedeutung in diesem Gaukelspiel w\u00e4re, so sehr hatte der affektvolle Ernst dieser Spielerin get\u00e4uscht \u2013 ein allgemeines H\u00e4ndeklatschen des Beifalls unterbrach endlich diese Stille. Meine Augen suchten den Prinzen. Ich bemerkte, da\u00df er nicht wenig betroffen war und sich M\u00fche gab den forschenden Blikken der Zuschauer auszuweichen. Er warf Geld unter diese Kinder und eilte aus dem Gew\u00fchle zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir hatten nur wenige Schritte gemacht, als ein ehrw\u00fcrdiger Barf\u00fc\u00dfer sich durch das Volk arbeitete und dem Prinzen in den Weg trat. \u201eHerr, sagte der M\u00f6nch, gib der Madonna von deinem Golde, du wirst ihr Gebet brauchen\u201c Er sprach di\u00df mit einem Tone der uns betreten machte. Das Gedr\u00e4nge ri\u00df ihn weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Gefolge war unterdessen gewachsen. Ein englischer Lord, den der Prinz schon in Nizza gesehen hatte, einige Kaufleute aus Livorno, ein deutscher Domherr, ein franz\u00f6sischer Abb\u00e9 mit einigen Damen, und ein ru\u00dfischer Offizier gesellten sich zu uns. Die Phisionomie des leztern hatte etwas ganz ungew\u00f6hnliches, das unsre Aufmerksamkeit an sich zog. Nie in meinem Leben sah ich so viele <i>Z\u00fcge<\/i>, und so wenig <i>Karakter<\/i>, so viel anlokkendes Wohlwollen mit so viel zur\u00fcksto\u00dfendem Frost in einem Menschengesichte beisammen\u00a0wohnen. Alle Leidenschaften schienen darinn gew\u00fchlt und es wieder verlassen zu haben. Nichts war \u00fcbrig, als der stille durchdringende Blik eines vollendeten Menschenkenners, der jedes Auge verscheuchte, worauf er traf. Dieser seltsame Mensch folgte uns von weitem, schien aber an allem was vorgieng, nur einen nachl\u00e4\u00dfigen Antheil zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kamen vor eine Bude zu stehen, wo Lotterie gezogen wurde. Die Damen sezten ein, wir andern folgten ihrem Beispiel, auch der Prinz foderte ein Loos. Es gewann eine Tabatiere. Als er sie aufmachte, sah ich ihn bla\u00df zur\u00fckfahren. \u2013 Der Schl\u00fc\u00dfel lag darin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas ist das? sagte er zu mir, als wir einen Augenblik allein waren. \u201eEine h\u00f6here Gewalt jagt mich. Allwissenheit schwebt um mich. Ein unsichtbares Wesen, dem ich nicht entfliehen kann, bewacht alle meine Schritte. Ich mu\u00df den Armenier aufsuchen und mu\u00df Licht von ihm haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sonne neigte sich zum Untergang, als wir vor dem Lusthause ankamen, wo das Abendessen servirt war. Der Name des Prinzen hatte unsre Gesellschaft bis zu sechszehn Personen vergr\u00f6\u00dfert. Au\u00dfer den obenerw\u00e4hnten waren noch ein Virtuose aus Rom, einige Schweizer und ein Avanturier aus Palermo der Uniform trug, und sich f\u00fcr einen Kapitain ausgab, zu uns gesto\u00dfen. Es ward beschlossen, den ganzen Abend hier zuzubringen, und mit Fakkeln nach Hause zu fahren. Die Unterhaltung bei Tische war sehr lebhaft, und der Prinz konnte nicht umhin, die Begebenheit mit dem Schl\u00fcssel zu erz\u00e4hlen, welche eine allgemeine Verwunderung erregte. Es wurde heftig \u00fcber diese Materie gestritten. Die meisten aus der Gesellschaft behaupteten dreist weg, da\u00df alle diese geheimen K\u00fcnste auf eine Taschenspielerei hinausliefen, der Abbe der schon viel Wein bei sich hatte, foderte das ganze Geisterreich in die Schranken heraus, der Engl\u00e4nder sagte Blasphemieen, der Musikus machte das Kreuz vor dem Teufel. Wenige, worunter der Prinz war, hielten daf\u00fcr, da\u00df man sein Urtheil \u00fcber diese Dinge zur\u00fckhalten m\u00fcsse; w\u00e4hrend dessen unterhielt sich der ru\u00dfische Offizier mit den Frauenzimmern, und schien das ganze Gespr\u00e4ch nicht zu achten. In der Hizze des Streits hatte man nicht bemerkt, da\u00df der Sicilianer hinausgegangen war. Nach Verflu\u00df einer kleinen halben Stunde kam er wieder, in einen Mantel geh\u00fcllt, und stellte sich hinter den Stuhl des Franzosen. \u201eSie haben vorhin die Bravour ge\u00e4usert, es mit allen Geistern aufzunehmen &#8211; wollen sie es mit einem versuchen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eTopp! sagte der Abbe \u2013 wenn sie es auf sich nehmen wollen mir einen herbei zu hohlen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas will ich, antwortete der Sicilianer (indem er sich gegen uns kehrte) wenn diese Herrn und Damen uns werden verlassen haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWarum das?\u201c rief der Engl\u00e4nder. Ein herzhafter Geist f\u00fcrchtet sich vor keiner lustigen Gesellschaft\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch stehe nicht f\u00fcr den Ausgang\u201c sagte der Sicilianer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUm des Himmels willen! Nein!\u201c schrieen die Frauenzimmer an dem Tische, und fuhren erschrokken von ihren St\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eLa\u00dfen sie ihren Geist kommen, sagte der Abbe trozzig, aber warnen sie ihn vorher, da\u00df es hier spizzige Klingen giebt\u201c (indem er einen von den G\u00e4sten um seinen Degen bat).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas m\u00f6gen sie alsdann halten, wie sie wollen, antwortete der Sicilianer kalt, wenn sie nachher noch Lust dazu haben.\u201c Hier kehrte er sich zum Prinzen. \u201eGn\u00e4digster Herr, sagte er zu diesem, sie behaupten, da\u00df ihr Schl\u00fcssel in fremden H\u00e4nden gewesen. \u2013 K\u00f6nnen sie vermuthen, in welchen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNein.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eRathen sie auch auf niemand?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch hatte freilich einen Gedanken\u201c &#8211; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eW\u00fcrden sie die Person erkennen, wenn sie sie vor sich s\u00e4hen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eOhne Zweifel.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier schlug der Sicilianer seinen Mantel zur\u00fck, und zog einen Spiegel hervor, den er dem Prinzen vor die Augen hielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst es diese?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prinz trat mit Schrekken zur\u00fck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas haben sie gesehen?\u201c frug ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDen Armenier.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sicilianer verbarg seinen Spiegel wieder unter dem Mantel. \u201eWar es dieselbe Person, die sie meynen?\u201c frug die ganze Gesellschaft.<sup id=\"cite_ref-1\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie n\u00e4mliche\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ver\u00e4nderte sich jedes Gesicht, man h\u00f6rte auf zu lachen. Alle Augen hiengen neugierig an dem Sicilianer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<tt>Monsieur l\u2019Abb\u00e9<\/tt>, das Ding wird ernsthaft, sagte der Engl\u00e4nder, ich rieth ihnen, auf den R\u00fckzug zu denken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Kerl hat den Teufel im Leibe\u201c schrie der Franzose und flog aus dem Hause &#8211; Die Frauenzimmer st\u00fcrzten mit Geschrei aus dem Saal &#8211; der Virtuose folgte ihnen \u2013 der deutsche Domherr schnarchte in einem Sessel \u2013 der Russe blieb wie bisher gleichg\u00fcltig sizzen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie wollten vielleicht nur einen Gro\u00dfsprecher zum Gel\u00e4chter machen, fieng der Prinz wieder an, nachdem jene hinaus waren \u2013 oder h\u00e4tten sie wol Lust <i>uns<\/i> Wort zu halten?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist wahr, sagte der Sicilianer. Mit dem Abbe war es mein Ernst nicht. Ich habe ihn beim Wort genommen, weil ich wol wu\u00dfte, da\u00df die Memme es nicht so weit w\u00fcrde kommen lassen. Die Sache selbst ist \u00fcbrigens zu ernsthaft um blo\u00df einen Scherz damit auszuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie r\u00e4umen also doch ein, da\u00df sie in ihrer Gewalt ist?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Magier schwieg eine lange Zeit, und schien den Prinzen sorgf\u00e4ltig mit den Augen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa, antwortete er endlich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Neugierde des Prinzen war bereits auf den h\u00f6chsten Grad gespannt. Di\u00df war jederzeit seine Lieblingsschw\u00e4rmerei gewesen, und seit jener ersten Erscheinung des Armeniers hatten sich alle Ideen wieder bei ihm gemeldet, die seine reifere Vernunft und eine bessere Lekt\u00fcre so lange abgewiesen hatten. Er gieng mit dem Sicilianer bei Seite, und ich h\u00f6rte ihn sehr angelegentlich mit ihm unterhandeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie haben hier einen Mann vor sich, fuhr er fort, der voll Ungeduld brennt, in dieser wichtigen Materie es zu einer Ueberzeugung zu bringen. Ich w\u00fcrde denjenigen als meinen Wohlth\u00e4ter, als meinen ersten Freund umarmen, der hier meine Zweifel zerstreute, und die Dekke von meinen Augen z\u00f6ge \u2013 Wollen Sie sich dieses gro\u00dfe Verdienst um mich erwerben?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas verlangen sie von mir?\u201c sagte der Magier mit Bedenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVor jezt nur eine Probe ihrer Kunst. Lassen sie mich eine Erscheinung sehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWozu soll das f\u00fchren?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDann m\u00f6gen sie aus meiner n\u00e4hern Bekanntschaft urtheilen, ob ich eines h\u00f6hern Unterrichts werth bin.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch sch\u00e4zze sie \u00fcber alles durchlauchtigster Prinz. Gleich der erste Anblik hat mich auf immer an sie gefesselt. Sie haben unumschr\u00e4nkt \u00fcber meine ganze Macht zu gebieten \u2013 aber \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlso lassen sie mich eine Erscheinung sehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber ich mu\u00df erst gewi\u00df sein, da\u00df sie diese Foderung nicht aus Neugierde an mich machen. Wenn gleich die unsichtbaren Kr\u00e4fte mir einigermasen zu Willen sind, so ist es unter der heiligen Bedingung, da\u00df ich meine Gewalt nicht misbrauche.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMeine Absichten sind die reinsten. Ich will Wahrheit.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier verlie\u00dfen sie ihren Plaz und traten zu einem entfernten Fenster, wo ich sie nicht weiter h\u00f6ren konnte. Der Engl\u00e4nder, der diese Unterredung gleichfalls mit angeh\u00f6rt hatte, zog mich auf die Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIhr Prinz ist ein edler Mann. Es thut mir leid um ihn. Ich verwette meine Seele, da\u00df er mit einem Schurken zu thun hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs wird darauf ankommen, wie er sich aus dem Handel zieht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWissen sie was? sagte der Engl\u00e4nder. Jezt macht der arme Teufel sich kostbar. Er wird seine Kunst nicht auskramen, bis er Gold klingen h\u00f6rt. Es sind unser Neune. Wir wollen eine Collekte machen. Das bricht ihm den Hals und \u00f6fnet vielleicht ihrem Prinzen die Augen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bins zufrieden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Engl\u00e4nder warf sechs Guineen auf einen Teller und sammelte in der Reihe herum. Jeder gab einige Louis, dem Russen besonders gefiel unser Vorschlag ungemein, er legte eine Banknote von hundert und funfzig Zechinen auf den Teller \u2013 eine Verschwendung, \u00fcber welche der Engl\u00e4nder erschrak. Wir brachten die Collekte dem Prinzen. \u201eHaben sie die G\u00fcte, sagte der Engl\u00e4nder, bei diesem Herrn f\u00fcr uns vorzusprechen, da\u00df er uns eine Probe seiner Kunst sehen lasse,\u00a0und diesen kleinen Beweis unsrer Erkenntlichkeit annehme\u201c Der Prinz legte noch einen kostbaren Ring auf den Teller und reichte ihn dem Sicilianer. Dieser bedachte sich einige Sekunden \u2013 \u201eMeine Herrn, fieng er darauf an, diese Gro\u00dfmut erniedrigt mich \u2013 aber ich gebe ihrem Verlangen nach. Ihr Wunsch soll erf\u00fcllt werden (indem er eine Glokke zog). Was dieses Gold betrift, worauf ich selber kein Recht habe, so werden sie mir erlauben, da\u00df ich es in dem n\u00e4chsten Benediktinerkloster f\u00fcr milde Stiftungen niederlege. Diesen Ring behalte ich als ein sch\u00e4zbares Denkmal, das mich an den w\u00fcrdigsten Prinzen erinnern soll.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier kam der Wirth, dem er das Geld sogleich \u00fcberlieferte. \u201eUnd er ist dennoch ein Schurke, sagte mir der Engl\u00e4nder ins Ohr. Das Geld schl\u00e4gt er aus, weil ihm jezt mehr an dem Prinzen gelegen ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWen verlangen sie?\u201c frug jezt der Magier den leztern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prinz besann sich einen Augenblik \u2013 \u201eLieber gleich einen gro\u00dfen Mann, rief der Lord. Fodern sie den Papst Ganganelli. Dem Herrn wird das gleich wenig kosten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sicilianer bi\u00df sich in die Lippen \u2013 \u201eIch darf keinen zitieren, der die Weihung empfangen hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist schlimm sagte der Engl\u00e4nder. Vielleicht h\u00e4tten wir von ihm erfahren, an welcher Krankheit er gestorben ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Marquis von Lanoy, nahm der Prinz jezt das Wort, war franz\u00f6sischer Brigadier im siebenj\u00e4hrigen\u00a0Kriege, und mein vertrautester Freund. In der Bataille bei Hastinbek empfieng er eine t\u00f6dliche Wunde, man trug ihn nach meinem Zelte, wo er bald darauf in meinen Armen starb. Als er schon mit dem Tode rang, winkte er mich noch zu sich. \u201ePrinz, fieng er an, ich werde mein Vaterland nicht wieder sehen, erfahren sie also ein Geheimni\u00df, wozu niemand als ich den Schl\u00fcssel hat. In einem Kloster auf der Flandrischen Gr\u00e4nze lebt eine \u2013 \u2013 hier verschied er. Die Hand des Todes zertrennte den Faden seiner Rede, ich m\u00f6chte ihn hier haben und die Fortsezzung h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eViel gefodert, bei Gott rief der Engl\u00e4nder. Ich erkl\u00e4re sie f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften K\u00fcnstler des Erdbodens, wenn sie diese Aufgabe l\u00f6sen\u201c \u2013 Wir bewunderten die sinnreiche Wahl des Prinzen, und gaben ihm einstimmig unsern Beifall. Unterdessen gieng der Magier mit starken Schritten auf und nieder, und schien unentschlossen mit sich selbst zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd das war alles, was der Sterbende ihnen zu hinterlassen hatte?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlles.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eThaten sie keine weiteren Nachfragen de\u00dfwegen in seinem Vaterlande?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie waren alle vergebens.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Marquis von Lanoy hatte untadelhaft gelebt? \u2013 Ich darf nicht jeden Todten rufen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEr starb mit Reue \u00fcber die Ausschweifungen seiner Jugend.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eTragen sie irgend etwa ein Andenken von ihm bei sich?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa\u201c \u2013 Der Prinz f\u00fchrte wirklich eine Tabatiere, worauf das Migniaturbild des Marquis in Emaille war, und die er bei der Tafel neben sich hatte liegen gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch verlange es nicht zu wissen \u2013 \u2013 &#8211; Lassen sie mich allein. Sie sollen den Verstorbenen sehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wurden gebeten, uns so lange in den andern Pavillon zu begeben, bis er uns rufen w\u00fcrde. Zugleich lie\u00df er alle Meublen aus dem Saale r\u00e4umen, die Fenster ausheben, und die L\u00e4den auf das genaueste verschlie\u00dfen. Dem Wirth, mit dem er schon vertraut zu sein schien, befahl er, ein Gef\u00e4\u00df mit gl\u00fcenden Kohlen zu bringen, und alle Feuer im Hause sorgf\u00e4ltig mit Wasser zu l\u00f6schen. Ehe wir weggiengen, nahm er von jedem in\u2019s besondre das Ehrenwort, ein ewiges Stillschweigen \u00fcber das zu beobachten, was wir sehen und h\u00f6ren w\u00fcrden. Hinter uns wurden alle Zimmer auf diesem Pavillon verriegelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war nach eilf Uhr, und eine Todtenstille herrschte im ganzen Hause. Beim Hinausgehen frug mich der Russe, ob wir geladene Pistolen bei uns h\u00e4tten? \u2013 \u201eWozu? sagte ich \u2026 \u201eEs ist auf alle F\u00e4lle versezte er. Warten sie einen Augenblik, ich will mich darnach umsehen.\u201c Er entfernte sich. Der Kammerjunker von Z*** und ich \u00f6fneten ein Fenster, das jenem Pavillon gegen\u00fcber sah, und es kam uns vor, als h\u00f6rten wir zwei Menschen zusammen fl\u00fcstern, und ein Ger\u00e4usch, als ob man eine Leiter anlegte. Doch\u00a0war das nur eine Muthmassung, und ich getraue mir nicht, sie f\u00fcr wahr auszugeben. Der Russe kam mit einem Paar Pistolen zur\u00fck, nachdem er eine halbe Stunde ausgeblieben war. Wir sahen sie ihn scharf laden. Es war beinahe zwei Uhr, als der Magier wieder erschien und uns ank\u00fcndigte, da\u00df es Zeit w\u00e4re. Ehe wir hinein traten, ward uns befohlen, die Schuhe auszuziehen und in blo\u00dfem Hemde, Str\u00fcmpfen und Unterkleidern zu erscheinen. Hinter uns wurde, wie das erstemal, verriegelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fanden, als wir in den Saal zur\u00fck kamen, mit einer Kohle einen weiten Kreis beschrieben, der uns alle zehen bequem fassen konnte. Rings herum an allen vier W\u00e4nden des Zimmers waren die Dielen weggehoben, da\u00df wir gleichsam auf einer Insel standen. Ein Altar, mit schwarzem Tuch behangen, stand mitten im Kreis errichtet, unter welchen ein Teppich von rothem Atlas gebreitet war. Eine chald\u00e4ische Bibel lag bei einem Todtenkopf aufgeschlagen auf dem Altar, und ein silbernes Kruzifix war darauf fest gemacht. Statt der Kerze brannte Spiritus in einer silbernen Kapsel. Ein dikker Rauch von Olibanum verfinsterte den Saal, davon das Licht beinahe erstikte. Der Beschw\u00f6rer war entkleidet wie wir, aber barfu\u00df, um den blo\u00dfen Hals trug er ein Amulet an einer Kette von Menschenhaaren, um die Lenden hatte er eine wei\u00dfe Sch\u00fcrze geschlagen, die mit geheimen Chiffern und symbolischen Figuren bezeichnet war. Er hie\u00df uns einander die H\u00e4nde reichen\u00a0und eine tiefe Stille beobachten; vorz\u00fcglich empfahl er uns, ja keine Frage an die Erscheinung zu thun. Den Engl\u00e4nder und mich (gegen uns beide schien er das meiste Mistrauen zu hegen) ersuchte er, zwei blo\u00dfe Degen, unverr\u00fckt und kreuzweise, einen Zoll hoch, \u00fcber seinem Scheitel zu halten, so lange die Handlung dauern w\u00fcrde. Wir standen in einem halben Mond um ihn herum, der Russische Offizier dr\u00e4ngte sich dicht an den Engl\u00e4nder und stand zun\u00e4chst an dem Altar. Das Gesicht gegen Morgen gerichtet, stellte sich der Magier jezt auf den Teppich, sprengte Weihwasser nach allen vier Weltgegenden, und neigte sich dreimal gegen die Bibel. Eine halbe Viertelstunde dauerte die Beschw\u00f6rung, von welcher wir nichts verstanden; nach Endigung derselben gab er denen die zun\u00e4chst hinter ihm standen ein Zeichen, da\u00df sie ihn jezt fest bei den Haaren fassen sollten. Unter den heftigsten Zukkungen rief er den Verstorbenen dreimal mit Namen, und das drittemal strekte er nach dem Kruzifixe die Hand aus \u2013 \u2013 &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einmal empfanden wir alle zugleich einen Streich wie vom Blizze, da\u00df unsre H\u00e4nde auseinander flogen, ein pl\u00f6zlicher Donnerschlag ersch\u00fctterte das Haus, alle Schl\u00f6sser klangen, alle Th\u00fcren schlugen zusammen, der Dekkel an der Kapsel fiel zu, das Licht l\u00f6schte aus und an der entgegenstehenden Wand, \u00fcber dem Kamine zeigte sich eine menschliche Figur, in blutigem Hemde, bleich und mit sterbendem Gesicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer ruft mich?\u201c sagte eine hohle, kaum h\u00f6rbare Stimme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDein Freund, antwortete der Beschw\u00f6rer, der dein Andenken ehret, und f\u00fcr deine Seele betet\u201c zugleich nannte er den Namen des Prinzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antworten erfolgten immer nach einem sehr gro\u00dfen Zwischenraum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas verlangt er?\u201c fuhr diese Stimme fort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDein Bekenntni\u00df will er zu Ende h\u00f6ren, das du in dieser Welt angefangen und nicht beschlossen hast.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn einem Kloster auf der flandrischen Gr\u00e4nze lebt \u2013 \u2013 \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier erzitterte das Haus von neuem. Die Th\u00fcre sprang freiwillig unter einem heftigen Donner auf, ein Bliz erleuchtete das Zimmer und eine andre k\u00f6rperliche Gestalt, blutig und bla\u00df wie die erste aber schreklicher, erschien an der Schwelle. Der Spiritus fieng von selbst wieder an zu brennen, und der Saal wurde hell wie zuvor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer ist unter uns?\u201c rief der Magier erschrokken, und warf einen Blik des Entsezzens durch die Versammlung \u2013 \u201e<i>Dich<\/i>hab ich nicht gewollt\u201c Die Gestalt gieng mit majest\u00e4tischem leisem Schritt gerade auf den Altar zu, stellte sich auf den Teppich, uns gegen\u00fcber, und fa\u00dfte das Kruzifix. Die erste Figur war nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer ruft mich?\u201c sagte diese zwote Erscheinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Magier fieng an heftig zu zittern. Schrekken und Erstaunen hatten uns gefesselt. Ich griff nach einer Pistole, der Magier ri\u00df mir sie aus der Hand, und dr\u00fckte sie auf die Gestalt ab. Die Kugel rollte langsam auf dem Altar, und die Gestalt trat unver\u00e4ndert aus dem Rauche. Jezt sank der Magier ohnm\u00e4chtig nieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas wird das?\u201c rief der Engl\u00e4nder voll Erstaunen und wollte einen Streich mit dem Degen thun. Die Gestalt ber\u00fchrte seinen Arm, und die Klinge fiel zu Boden. Hier entsank uns der Muth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese ganze Zeit \u00fcber stand der Prinz furchtlos und ruhig, die Augen starr auf die Erscheinung gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa! Ich erkenne dich, rief er endlich voll R\u00fchrung aus, du bist Lanoy, du bist mein Freund \u2013 \u2013 Woher k\u00f6mmst du?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Ewigkeit ist stumm. Frage mich aus dem vergangenen Leben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer lebt in dem Kloster, das du mir bezeichnet hast?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMeine Tochter\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie? Du bist Vater gewesen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWeh mir, da\u00df ich es nicht war!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBist du nicht gl\u00fcklich Lanoy?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGott hat gerichtet\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKann ich dir auf dieser Welt noch einen Dienst erzeigen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKeinen, als an dich selbst zu denken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie mu\u00df ich das?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn Rom wirst du es erfahren\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier erfolgte ein neuer Donnerschlag \u2013 eine schwarze Rauchwolke erf\u00fcllte das Zimmer; als sie zerflossen war, fanden wir keine Gestalt mehr. Ich stie\u00df einen Fensterladen auf. Es war Morgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jezt kam auch der Magier aus seiner Bet\u00e4ubung zur\u00fck. \u201eWo sind wir?\u201c rief er aus, als er Tageslicht erblikte. Der russische Offizier stand dicht hinter ihm, und sah ihm \u00fcber die Schulter.\u00a0<i>Taschenspieler<\/i>, sagte er mit schreklichem Blik zu ihm, <i>du wirst keinen Geist mehr rufen.<\/i>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sicilianer drehte sich um, sah ihm genauer ins Gesicht, that einen lauten Schrei und st\u00fcrzte zu seinen F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div id=\"attachment_13798\" style=\"width: 229px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Friedrich_schiller-219x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13798\" class=\"size-full wp-image-13798\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Friedrich_schiller-219x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"219\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13798\" class=\"wp-caption-text\">Friedrich Schiller, portr\u00e4tiert von Ludovike Simanowiz, 1794<\/p><\/div>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2022 widmet sich KUNO der<span class=\"apple-converted-space\">\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19652\">Kunstform<\/a><span class=\"apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Novelle. Wir gehen davon aus, da\u00df es sich bei dieser literarischen Kunstform um eine k\u00fcrzere Erz\u00e4hlung in Prosaform handelt, sie hat eine mittlere L\u00e4nge, was sich darin zeigt, dass sie in einem Zug zu lesen sei. Und schon kommen wir ins Schwimmen. Als Gattung l\u00e4\u00dft sie sich nur schwer definieren und oft nur ex negativo von anderen Textsorten abgrenzen. Daher stellen wir in diesem Jahr alte und neue Texte vor um die Entwicklung der Gattung aufzuhellen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Eines Abends, als wir nach Gewohnheit in tiefer Maske und abgesondert, auf dem Plaze S. Markus spazieren giengen &#8211; es fieng an sp\u00e4t zu werden, und das Gedr\u00e4nge hatte sich verloren &#8211; bemerkte der Prinz, da\u00df eine Maske uns&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/11\/16\/der-geisterseher\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":73,"featured_media":100084,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[497],"class_list":["post-79272","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-friedrich-schiller"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/73"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79272"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79272\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100328,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79272\/revisions\/100328"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100084"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}