{"id":78920,"date":"2022-02-28T00:01:58","date_gmt":"2022-02-27T23:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78920"},"modified":"2022-02-18T17:59:33","modified_gmt":"2022-02-18T16:59:33","slug":"in-statu-narrandi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/02\/28\/in-statu-narrandi\/","title":{"rendered":"In statu narrandi"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In statu narrandi<\/em>. Ich gehe tr\u00e4umerisch durch mein Leben, das steht schon in meinem ersten Schulzeugnis. Ich sehe mich in den Dingen gespiegelt. Kein Gott ist so stark wie ich, nicht einmal der Allm\u00e4chtige. Ich bin der gr\u00f6\u00dfte anzunehmende Zufall. Ich komponiere im Mund kleine Sinfonien im Schritt meines Gangs. Lieder stoben in die Luft, verhallten ungeh\u00f6rt und ungeschrieben in der Ewigkeit des Augenblicks. Ich lebe nach der Art der Dichter. Meine Einbildungen sind gemacht, um in der Welt zu wohnen, die ich mir baue. So wohne ich auf dieser Erde. Es gibt kein anderes Ma\u00df als mich. Ich bin meine eigene Ma\u00dfnahme, ich messe die Welt. Ich ziehe von einer Wohnung in die andere. Ich nehme nicht alle Bilder mit, wenn ich umziehe, ich h\u00e4nge sie immer wieder anders auf, und ich verschaffe mir neue Bilder. Ich nagle mich an die W\u00e4nde, ich h\u00e4nge mich in meinen Zimmern auf und schaue mir beim Betrachten meiner Bilder zu.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht habe ich ein Auge zuviel.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Tod ist st\u00e4rker als meine Stadt, die ich baue. Wenn er durch die Ritzen meiner Tore dringt, werfe ich ihn raus mitsamt dem M\u00fcll meiner Angst.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Handlung l\u00e4uft eigentlich schon, aber mancher Leser fragt sich vielleicht: Begann sie denn schon richtig? Ich wei\u00df es auch nicht, ich erz\u00e4hle ja nur, was ich singen will.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gionos L\u00e4cheln<\/strong>, ein Fortsetzungsroman von Ulrich Bergmann, KUNO 2022<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":62118,\"width\":171,\"height\":250,\"sizeSlug\":\"large\"} --><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-62118\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image-6.jpeg\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image-6.jpeg 342w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image-6-206x300.jpeg 206w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image-6-260x379.jpeg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image-6-160x233.jpeg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vieles bleibt in <em>Gionos L\u00e4cheln<\/em> offen und in der Schwebe, L\u00fccken tun sich auf und Leerstellen, man mag darin einen lyrischen Gestus erkennen. Das Allt\u00e4gliche wird bei Ulrich Bergmann zum poetischen Ereignis, immer wieder gibt es Passagen, die das Wiederlesen und Nochmallesen lohnen. Poesie ist gerade dann, wenn man sie als Sprache der Wirklichkeit ernst nimmt, kein animistisches, vitalistisches Medium, sondern eine Verlebendigungsmaschine.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine liebevoll sp\u00f6ttische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/10\/der-kleine-prinz-auf-seinem-ich-planeten\/\">Einf\u00fchrung<\/a> zu <em>Gionos L\u00e4cheln<\/em> von Holger Benkel. Er schreib auch zu den\u00a0<em>Arthurgeschichten<\/em> von Ulrich Bergmann einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6837\">Rezensionsessay<\/a>. \u2013 Eine Einf\u00fchrung in\u00a0<em>Schlangegeschichten<\/em> finden Sie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=32773\">hier<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 In statu narrandi. Ich gehe tr\u00e4umerisch durch mein Leben, das steht schon in meinem ersten Schulzeugnis. Ich sehe mich in den Dingen gespiegelt. Kein Gott ist so stark wie ich, nicht einmal der Allm\u00e4chtige. 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