{"id":78790,"date":"2023-01-05T00:01:16","date_gmt":"2023-01-04T23:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78790"},"modified":"2024-07-23T16:52:23","modified_gmt":"2024-07-23T14:52:23","slug":"phonokratie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/05\/phonokratie\/","title":{"rendered":"Phonokratie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eine W\u00fcrdigung des H\u00f6rspielkomponisten Tom T\u00e4ger<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der H\u00f6rspielkomponist Tom T\u00e4ger braucht zur Darstellung seiner Klang-Farben- Vorstellungen die Vielfalt der Instrumentalpalette. Seine Kompositionen sind nicht blo\u00dfe <em>Begleitung<\/em>, sondern strukturell und diskpositiv ebenso gewichtig wie die Sprecherstimmen. Der M\u00fclheimer hat im Terrain der Musik stets die schwierigen, scheinbar unbegehbaren Routen oberhalb der Baumgrenze gew\u00e4hlt. Man glaubt beim H\u00f6ren schrundiges Felsgestein unter den F\u00fc\u00dfen zu sp\u00fcren. Erkaltete Lavaboasen und schwarzes Ger\u00f6ll, scharfkantige Krater und g\u00e4hnende Erdspalten; er assoziiert Reliefstrukturen mit dem Rumoren des Papiers, fauchende Fumarolen mit tonlosen Anblasger\u00e4uschen. T\u00e4gers Musik hat keinen illustrativen Charakter. Seine Klanglandschaften in <em>Unbehaust<\/em> sind abstrakt und trotzdem von eindringlicher Bildhaftigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>A text that alludes to Eliot\u2019s Waste Land, was set to music by Tom T\u00e4ger,using minimalist techniques and sound effects like the rustle of paper.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Judith Ryan \u00b7 The Long German Poem in the Long Twentieth Century<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_12677\" style=\"width: 142px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12677\" class=\"wp-image-12677 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes-132x300.jpg\" alt=\"\" width=\"132\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes-132x300.jpg 132w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes.jpg 392w\" sizes=\"auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12677\" class=\"wp-caption-text\">Bibiana Heimes, Darstellerin der Jo Chang<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Komposition zum Monodram <em>Unbehaust<\/em>, die ausschlie\u00dflich aus Papierger\u00e4uschen besteht, handelt vom unerm\u00fcdlichen T\u00e4gerschen Forschergeist, von der ewigen Suche nach unverbrauchten Ausdrucksformen. Tom T\u00e4ger hat versucht, die Form des Monodrams, die Gedanken der Hauptfigur auf musikalische Verh\u00e4ltnisse zu \u00fcbertragen und generiert mit seiner Komposition zu <em>Unbehaust<\/em> eine subtile Kongruenz von Wort-Ton-Bez\u00fcgen. Die Anlage der Papier-Collage ist schlicht und raffiniert zugleich. Tempom\u00e4\u00dfig und im Grundcharakter stiftet sie eine Bogenform. In den Zeitdauern ist sie ansteigend, die dynamisch intensivste Stelle steht etwa in der Mitte. Die Komposition ist durchgeformt. Das Tonmaterial kombiniert mit Papierger\u00e4uschen und Komplement\u00e4rakkorden, wird stringend ausgef\u00fchrt. Ein Zug des Schweifenden, des locker Gel\u00f6sten ist diesem H\u00f6rst\u00fcck eigen, das von Bibiana Heimes als Sprecherin gestaltet wird. Ihre gezackte Rezitation ist rasch als Parodie auf Rene Polesch Vokalstil zu verstehen. Sie gilt als Verr\u00fcckte &#8211; oder mimt zumindest eine exaltiert Abgehobene. In ihren poetopathologischen Aufzeichnungen k\u00e4mpft Bibiana Heimes als Patientin Jo Chang gegen das Vergessen, das Verlassenwerden, die Gesellschaft, Gott, und den Tod. Die seelischen Grenz\u00fcberschreitungen, die das lyrisches Monodram thematisiert, vollzieht es formal in der Aufhebung der Gattungsgrenzen nach. Es wird ganz ohne Psychologie erz\u00e4hlt, eher als Status quo eines Experiments. Sie ist auf der Suche nach ihrem Ursprung und findet Einzelteile einer versprengten Existenz. Das Langgedicht handelt nicht nur von gro\u00dfer Not, es ist auch selbst in Not. Mit schlankem Federstrich zeigt die asiatische Emigrantin die Neurosen und die Zerst\u00f6rtheit der westlichen Warenwelt auf. Sie scheint mit den Worten zu schweben: eine Sprechmusikerin.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Se\u00f1ora Nada ist ein lyrisches Monodram \u00fcber das \u00dcberwinden von Trauma und Schmerz durch Erkenntnis dank des Eindringens in die unoffenbarte Zwischenwelt. Die Welt zwischen Haben und Sein, zwischen Bestimmung und Freiheit, zwischen Jetzt und Immer.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ioona Rauschan, Regisseurin des H\u00f6rspiels<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_9071\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ioona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9071\" class=\"wp-image-9071\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ioona.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"190\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9071\" class=\"wp-caption-text\">Ioona Rauschan, Regisseurin<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Produktion <em>Se\u00f1ora Nada<\/em> provoziert mit einem stream-of-consciousness durch Inhalte und nicht durch Dolby-Surround. Darin begleitet Tom T\u00e4ger die Schauspielerin Marina Rother mit einer Musik der befreiten Melodien. Seine Komposition zu <em>Se\u00f1ora Nada<\/em> ist durchsetzt von minimalistischen und improvisatorischen Erfahrungen, das Klangbild wird von experimentellen Kl\u00e4ngen zu Trivialkl\u00e4ngen in Bezug gesetzt. Die Vertonung ist rasch im Grundtempo. Crescendo- und Decrescendo-Verl\u00e4ufe schaffen fiebrig-erregte Ausdruckszonen wie die buchst\u00e4blich hervorbrechenden Forte- und Fortissimo-Attacken. Es gibt Momente, da ber\u00fchren sich Musik und Sprache, wie eine Fingerkuppe vorsichtig in eine gespannte Wasseroberfl\u00e4che eintaucht, ohne sie zerst\u00f6ren zu wollen. Diese behutsamen Momente sind die Augenblicke, in denen f\u00fcr ein paar Takte kaum etwas zu h\u00f6ren ist. Es sind Sekunden von viel gr\u00f6\u00dferer Kraft als jedes Crescendo. Das Angebot, das in dieser Musik liegt, ist eine Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich gegen Ende von <em>Se\u00f1ora Nada<\/em>, die Komposition zu einem leeren Quintklang zusammenzieht in der Pianissimo-Dynamik, haben die Takte dieses H\u00f6rst\u00fccks Welten an Ausdruck, Dynamik, Ambitus durchschritten. Man wei\u00df es nicht so genau, ob die Ruhe nach dem Sturm nachklingt oder eine im statischen Quintklang erstarrte Ersch\u00f6pfung. Die Vertonung T\u00e4gers f\u00fcgt sie &#8211; mit allen Kontrasten von Tempoverl\u00e4ufen, Klangdichten, dynamischen Abstufungen &#8211; \u00fcber die Wortbedeutungen hinweg zu einer einleuchtenden Zyklik. Die Kl\u00e4nge und Strukturen sind eigenartig: \u00e4hnlich und doch immer wieder neu, streng und doch offen. Das Zuh\u00f6ren f\u00fchrte an ein Zeitempfinden heran, wie es in dieser Weise selten zu erleben ist. Jedes Kunstwerk erinnert an den Geist und die Erweiterbarkeit des menschlichen Horizonts. Jedes bedeutende Werk hat das Bewu\u00dftsein ge\u00f6ffnet und nicht einfach nur die \u00f6ffentliche Nachfrage nach Sch\u00f6nheit bedient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ioona Rauschans wachsame, im Erz\u00e4hl-Augenblick so genau beobachtende Regie vergegenw\u00e4rtigt jedes dieser literarisch m\u00f6glichen Leben so intensiv, da\u00df sich niemals das Gef\u00fchl eines blo\u00df spielerischen Als ob einstellt. Jedes m\u00f6gliche Leben ist in dem Moment wahr, da es erz\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Heterophone Stimmgewalt<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_19545\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MarionHaberstroh-300x225.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19545\" class=\"wp-image-19545 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MarionHaberstroh-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19545\" class=\"wp-caption-text\">Marion Haberstroh, Schauspielerin in der Wortspielhalle<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt Wortspielhalle wurde unl\u00e4ngst mit dem F\u00f6rderpreis des lime_lab\u00a0 im Rahmen des &#8222;steirischen herbst&#8220; unterst\u00fctzt. Dieser Preis f\u00f6rdert die Entwicklung experimenteller, medien\u00fcberschreitender H\u00f6rspiele. Es ist folgerichtig, dass es eine akustische Umsetzung der Sprechpartitur gibt. Mit einem sprachspielerischen Angang zur Lyrik er\u00f6ffnen der Sprechsteller und die Schauspielerin der Poesie eine neue Handlungsfreiheit. In einem zweckfreien Spiel \u00fcber Zuf\u00e4lle und M\u00f6glichkeiten erforschen sie die ludische Wende, die durch die Dominanz von Spielanwendungen auf dem Computer gekennzeichnet ist. Ihr Spiel mit der Sprache ver\u00e4ndern die Elemente einer Situation so zu, da\u00df Neues und Unbekanntes entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schauspielerin Marion Haberstroh gibt der Sprache den Wohlklang zur\u00fcck. Ihr Ziel ist es, die menschliche Stimme als ein universelles Instrument zu pr\u00e4sentieren und dem Geschmack der Worte auf die Spur zu kommen. Sie kam von der B\u00fchne und fand im H\u00f6rspiel ihre Bestimmung, um mit ihrer Stimme die vielf\u00e4ltigen Stimmungsm\u00f6glichkeiten auszuloten. Seit dieser Zeit ist sie auf dem Weg ihre eigene Stimme zu entdecken, immer weiter und weiter, soweit, da\u00df sie die R\u00e4ume in sich bis zum Grunde des Meeres und fast zur Spitze des Universums mit Atem und Stimme f\u00fcllen kann. Das geschriebene Wort erkennt sie in seiner Struktur der Lautfolge. Sie ertastet die Worte mit der Zunge und lauscht ihrem Klang, der H\u00f6rer ist auf alles gefasst und erweitert damit seinen inneren Horizont. Jeder Laut m\u00f6chte ausgesprochen werden und durch die Verbindungen entsteht die Magie der Semantik. Sie braucht nicht zu denken sondern nur den Lauten zu folgen, voller Respekt und schon ist eine Geschichte erz\u00e4hlt und im Geist des Zuh\u00f6rers entstehen die Bilder. In Aufnahme und Schnitt von Tonmeister T\u00e4ger vermeint man etwas seltenes zu vernehmen: Ein Kunstwerk, das atmet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man h\u00f6rt in der Wortspielhalle einen hochkulturaffinen Kunstwillen, der un\u00fcberh\u00f6rbar in dieser Sprechpartitur steckt, aber eben auch eine Verspieltheit, die sich aus bunter Alltagskultur, aus Comics und Filmzitaten speist. Auf wundersame Weise pa\u00dft alles zusammen, rhythmisch wie atmosph\u00e4risch. Hier findet keine experimentelle Textzertr\u00fcmmerung statt, diese Poesie spiegelt eine fragmentarische Gesellschaft, diese Artisten \u00f6ffnen den Blick auf die Gegenwart. Nicht nur die Literatur bedarf der Befreiung durch den Sprachwitz, mehr noch der H\u00f6rer. Und manchmal steckt eine solche Subversion in einem Diminutiv, gelegentlich in einem dialektalen Wispern. Auch wenn es zwitschert und zirpt, man h\u00f6rt nie einen Eklektizismus heraus. Aus Fragmenten haben T\u00e4ger und Haberstroh ein koh\u00e4rentes Ganzes geschaffen, getragen von Rhythmen, die einen ganz eigenen Sog entwickeln. Alles erscheint stringent an diesem in seiner Poesie gro\u00dfartig schillernden Projekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Letzte Ausfahrt, Rheinkilometer 630<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_21627\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/6301.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21627\" class=\"wp-image-21627 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/6301.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21627\" class=\"wp-caption-text\">Rheinkilometer 630<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus einem musikalischen Einfall heraus entwickelt Tom T\u00e4ger ein 24-teiliges St\u00fcck. Der H\u00f6rspielkomponist verarbeitet das Thema dabei unterschiedlich, in Sequenzen, Transpositionen und Diminutionen kommen seine Inventionen zu den Vignetten daher. Der Klang der Fremde trifft auf den Verlust von Erinnerung. Kontraste sind f\u00fcr Tom T\u00e4ger selbstverst\u00e4ndlich, die schwelgerische Melancholie gedeiht direkt neben krassen Dissonanzen, und die Intensit\u00e4t des Schrillen verst\u00e4rkt diejenige des Stillen. Seine Komposition lebt von Polymetriken und Polyphonien. Wie sich der Klang an den R\u00e4ndern zum Verstummen bewegt, wird das Reisen, und sei es eines in die W\u00fcste des versehrten Ichs, zu einem Akt der Vergeblichkeit, die Kreisbewegung f\u00fchrt zum Verlust von Verankerung und Identit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vertonung T\u00e4gers f\u00fcgt &#8211; mit allen Kontrasten von Tempoverl\u00e4ufen, Klangdichten, dynamischen Abstufungen &#8211; \u00fcber die Wortbedeutungen hinweg zu einer einleuchtenden Zyklik. Die Kl\u00e4nge und Strukturen sind eigenartig: \u00e4hnlich und doch immer wieder neu, streng und doch offen. Das Zuh\u00f6ren f\u00fchrte an ein Zeitempfinden heran, wie es in dieser Weise selten zu erleben ist. Oft gibt es das Missverst\u00e4ndnis, Energie gleich Lautst\u00e4rke. Intensit\u00e4t steckt auch in extrem ruhiger und gleichf\u00f6rmig flie\u00dfender Energie, quasi im Nichts. In der H\u00f6rspielmusik dieses Soundt\u00fcftlers gibt es extrem leise Stellen. Und trotzdem ist da unentwegt ein Energiefluss sp\u00fcrbar, es brodelt etwas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die geschriebene Sprache ist immer eine Metapher f\u00fcr die gesprochene. Desto &#8222;echter&#8220; sie klingt, desto weiter entfernt ist sie in Wahrheit von der Umgangssprache. Meilchens Bilder sind der Schl\u00fcssel zur Erinnerung, das Sinnbildliche wiederum ergibt sich, wie in Benjamins Berliner Kindheit, gleichsam von selbst. In dieser Novelle transportieren sich die Wellenbewegungen der Fl\u00fc\u00dfe Rhein und Nil in sinnlich geschwungene B\u00f6gen des Gesprochenen. Hier wird die Dialektik einer beschw\u00f6renden Sprachmagie sinnf\u00e4llig. Bei der Umsetzung dieser Novelle m\u00f6chte man jedem einzelnen Wort hinterher lauschen. Hier entsteht etwas, das am ehesten als eine Art assoziativer Klangraum bezeichnet werden k\u00f6nnte, ein schwer zu fassendes Ph\u00e4nomen, das eng mit der offensten aller K\u00fcnste, der Musik, verwandt ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_47037\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/TomTa\u0308ger-1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47037\" class=\"size-full wp-image-47037\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/TomTa\u0308ger-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"547\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/TomTa\u0308ger-1.jpeg 800w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/TomTa\u0308ger-1-300x205.jpeg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/TomTa\u0308ger-1-768x525.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-47037\" class=\"wp-caption-text\">Tonstudio an der Ruhr, historische Aufnahme \u2013 Das Urheberrecht f\u00fcr dieses Photo liegt Andreas Mangen.<\/p><\/div>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Portr\u00e4t der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/23\/die-queen-of-ruhrgebeat-trash\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gorgeous Queen of Ruhrgebeat-Trash<\/span><\/a>. Dem Begriff <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><em>Trash<\/em><\/a><\/span> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/span><\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Tom T\u00e4ger<\/span><\/a> im Tonstudio\/Ruhr. In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Perlen des Trash<\/span><\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine W\u00fcrdigung des H\u00f6rspielkomponisten Tom T\u00e4ger Der H\u00f6rspielkomponist Tom T\u00e4ger braucht zur Darstellung seiner Klang-Farben- Vorstellungen die Vielfalt der Instrumentalpalette. Seine Kompositionen sind nicht blo\u00dfe Begleitung, sondern strukturell und diskpositiv ebenso gewichtig wie die Sprecherstimmen. Der M\u00fclheimer hat im Terrain&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/05\/phonokratie\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":254,"featured_media":98641,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1007,36,4006,1006,38,35],"class_list":["post-78790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-bibiana-heimes","tag-ioona-rauschan","tag-johannes-schmidt","tag-judith-ryan","tag-marina-rother","tag-tom-tager"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/254"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78790"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100393,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78790\/revisions\/100393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98641"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}