{"id":7870,"date":"2012-10-31T00:07:22","date_gmt":"2012-10-30T23:07:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7870"},"modified":"2019-10-05T15:15:44","modified_gmt":"2019-10-05T13:15:44","slug":"alles-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/31\/alles-2\/","title":{"rendered":"ALLES 2, Urauff\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-BerndWiesemann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8276\" title=\"220px-BerndWiesemann\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-BerndWiesemann.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"293\"\/><\/a>Die Jetzt-Zeit-Musik einem <em>unge\u00fcbteren<\/em> Publikum nahe zu bringen: Diesem Traum hat sich Bernd Wiesemann, Pianist und Komponist aus D\u00fcsseldorf, seit vielen Jahren verschrieben. Seine Wege dorthin sind ebenso vielf\u00e4ltig wie ungew\u00f6hnlich: Sparten-\u00fcbergreifende Projekte und Konzerte geh\u00f6ren dazu, aber auch Performances mit Laien und Profis. Neben Musikern arbeitet er oft und gern mit Bildenden K\u00fcnstlern, Literaten oder Schauspielern zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neue&nbsp;Wege beschreitet Wiesemann vor allem in seinem eigenen kompositorischen und konzeptionellen Schaffen: Dabei entstanden beispielsweise CD- und Rundfunkproduktionen, Film-, B\u00fchnen- und Kammermusiken sowie verschiedene Klangr\u00e4ume. Gern verwendet er ein ungewohntes Instrumentarium, um das Publikum zu irritieren und dadurch f\u00fcr neue H\u00f6rerfahrungen empf\u00e4nglich zu machen. So setzte sich Wiesemann seit Ende der 70er Jahre f\u00fcr das Kinderklavier (Toy Piano) als Konzertinstrument ein, f\u00fcr das sowohl er selbst als auch andere Komponisten eine Reihe faszinierender Werke geschrieben haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Urauff\u00fchrung von ALLES 2<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Urauff\u00fchrung steht heute in der Tonhalle (Helmut-Hentrich-Saal, D\u00fcsseldorf) ALLES 2 an, eine interaktive, kammermusikalische Komposition f\u00fcr 4 Interpreten. Die&nbsp;Ausf\u00fchrenden sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irene Kurka&nbsp;&#8211; Sopran, Stimme, experimentelle Klangerzeuger<br \/>\nBurkart Zeller &#8211; Violoncello, Stimme, experimentelle Klangerzeuger<br \/>\nAndreas Simon&nbsp;&#8211; Choreograph, Tanz, Stimme, experimentelle Klangerzeuger<br \/>\nBernd Wiesemann &#8211; Klavier, Kinderklaviere, Stimme, experimentelle Klangerzeuger<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ALLES 2 ist die Fortsetzung von&nbsp;Wiesemanns Zusammenarbeit mit dem T\u00e4nzer und Choreographen Andreas Simon, die im Rahmen des Tasten-(Klavier-)Festivals 2008-2010 in D\u00fcsseldorf begann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein R\u00fcckblick auf ALLES (2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiesemann komponierte f\u00fcr einen Klang erzeugenden T\u00e4nzer und einen Pianisten, der, auf Grund seiner Handlungen bei der Klangerzeugung letztendlich auch choreographierte Abl\u00e4ufe in den Raum stellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ALLES 2 (2012)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ist auf einer verwandten Grundlage aufgebaut: Im Sinne der \u201eOffenen Form\u201c treten Melodien, Kl\u00e4nge und Ger\u00e4usche zueinander in Bezug. Die T\u00f6ne sind auskomponiert und somit den im Zusammenklang gesteuerten Zuf\u00e4lligkeiten unterworfen. So gibt es im Cello Kantilenen, die klingen, wie von Schumann inspiriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sopran erscheinen, schon durch die Texte bedingt, Melodien, die mitunter in unterschiedlichen Zusammenh\u00e4ngen auftreten. Hinzu kommen diverse Klangerzeuger, die vom Pianisten und vom T\u00e4nzer bedient werden. Es entsteht also ein Werk, das, genau genommen die Form einer Suite ergibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auftritte I bis IV<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein blaues Klavier &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Else Lasker-Sch\u00fcler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott ist gut&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Meister Eckhart<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weltende&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jakob van Hoddis<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Gleiches&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; nach Johann Wolfgang von Goethe (Anregung: Niklas Stiller)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Fr\u00e4ulein&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heinrich Heine<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gib auf&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Rose Ausl\u00e4nder<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Epilog<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man&nbsp;k\u00f6nnte von einem inszenierten Liederabend sprechen. Wiesemann gegeb\u00fcber KUNO:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sollte ein Bezug zu Cage hergestellt werden, k\u00f6nnte ich ihn als Umweg \u00fcber Kagel beschreiben. Kagel, der Meister nicht nur des Musiktheaters sondern auch der theatralischen Musik, hat mich immer wieder fasziniert. In Kombination des &#8211; von mir gelenkten &#8211; Zufalls f\u00fchle ich mich beiden Komponisten als Musiker schon lange verbunden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Theatre Piece<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">entstand 1960 und ist f\u00fcr 1 bis 8 Ausf\u00fchrende geschrieben. Cage schreibt zu den Ausf\u00fchrenden (= musicians, dancers, singers, et al.) sinngem\u00e4\u00df: jeder ist, was er ist, also Musiker, T\u00e4nzer, S\u00e4ngerin usw.) und legt seinen Part nach einem grafischen System von Klammern, Zahlen, Linien nach einem eigenen Zeitplan an. Es sind bis zu 100 differenzierte Aktionen m\u00f6glich. Die Proben dienen <em>zur Vermeidung physischer Gefahren<\/em>. Es ist eine Komposition, die auch in Kombination mit anderen Cage-Werken als Simultanauff\u00fchrung denkbar ist und inzwischen gang und g\u00e4be ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Musiker f\u00fchren ihre Fassung heute Abend in der Tonhalle mit Cello, Klavier, Sopran und T\u00e4nzer auf. Karten sind an der Abendkasse erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Jetzt-Zeit-Musik einem unge\u00fcbteren Publikum nahe zu bringen: Diesem Traum hat sich Bernd Wiesemann, Pianist und Komponist aus D\u00fcsseldorf, seit vielen Jahren verschrieben. 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