{"id":78674,"date":"2023-03-30T00:01:25","date_gmt":"2023-03-29T22:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78674"},"modified":"2023-03-03T13:26:48","modified_gmt":"2023-03-03T12:26:48","slug":"aus-dem-hinterland-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/30\/aus-dem-hinterland-2\/","title":{"rendered":"Aus dem Hinterland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eine W\u00fcrdigung des Literaturvermittlers Theo Breuer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Breuer wei\u00df, da\u00df die Verwendung vertrauter Vorlagen keineswegs das Gelingen sichert. Er hat die Lyrik nie mit dem blo\u00df Sch\u00f6nen verwechselt. Das \u00c4sthetische h\u00e4ngt in den von ihm gemachten Versen eng mit dem Au\u00dfergew\u00f6hnlichen, Unerh\u00f6rten, Unwahrscheinlichen zusammen. Schauder, Schock und Schrecken sind, konsequenterweise, wiederkehrende (auf den ersten Blick unauff\u00e4llige) Begleiterscheinungen, die im Kosmos der Gedichte als zwischen sterbendem Eros und werbendem Thanatos, melancholischem Froh- und satirischem Schwermut schwingende Bilder wahrnehmbar werden: der Wurm ist nah hier hilft wohl blo\u00df noch ducken. Gleichsam auf doppelb\u00f6diger Wendeltreppe steigt Breuer tief und tiefer in die Stoppelfelder der Sprache hinab, entdeckt immer neue Einschiebungen und Muster im Innern der Muster. Flankiert von poetischen Zitat-Einsprengseln scheint es, als l\u00e4sen wir hier Palimpseste, jede Seite vielfach beschrieben. Der Inhalt ist codiert, die Sprache ein dichter Brombeerverhau.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eine beliebte S\u00fc\u00dfigkeit, die man fr\u00fcher f\u00fcr ein paar Groschen am Kiosk erwarb, war das sogenannte E\u00dfpapier.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Breuer, so scheint es, hat nie mit dem Naschen aufgeh\u00f6rt. Ein Buch nach dem anderen nimmt er zu sich, und das Charmante an seinem unstillbaren Lesehunger ist, da\u00df er die Leser daran teilhaben l\u00e4\u00dft. Sein waches Interesse an neuesten Str\u00f6mungen in der zeitgen\u00f6ssischen Lyrik und Prosa findet reichhaltigen Ausdruck in den seit 1999 erschienenen Monographien zur Poesie vor und nach 2000. Breuer macht sich jede Anregung umgehend zunutze, verarbeitet sie in einf\u00fchlsamen Essays und leitet so eine stilistische Neuorientierung ein, die zu denken gibt. \u00dcber deren Tragweite und sein Selbstverst\u00e4ndnis als Autor, der einen Weg jenseits von Avantgarde und Postmoderne beschreitet, legt er in den ebenso tiefsinnigen wie luziden Selbstbefragungen seiner B\u00fccher Rechenschaft ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Monographien \u00bbOhne Punkt &amp; Komma. Lyrik in den 90er Jahren\u00ab (1999), das opus magnum \u00bbAus dem Hinterland. Lyrik nach 2000\u00ab (2005) sowie \u00bbKiesel &amp; Kastanie. Von neuen Gedichten und Geschichten\u00ab (2008) pr\u00e4sentieren die pralle Pracht der Poesie im deutschen Sprachraum \u2013 und dar\u00fcber hinaus. Der Lyriker, Herausgeber und Verleger Theo Breuer, gleichsam Erfinder der lyrisch-essayistischen Fu\u00dfnote, dr\u00fcckt dieser mit seinen lyrischen Essays einen sehr pers\u00f6nlichen Stempel auf, er ist zugleich Liebhaber, Sammler und Enzyklop\u00e4dist, setzt sich der W\u00f6rter-, Bilder- und Textflut aus, die uns t\u00e4glich umsp\u00fclt und sucht aus verqueren Verweisen stimmige Strukturen abzuleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesel-Kastanie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-19455\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesel-Kastanie.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"247\" \/><\/a>Jan R\u00f6hnert betont: \u00bbKiesel &amp; Kastanie. Von neuen Gedichten und Geschichten ist ein wichtiges Buch, vielleicht ist es \u00fcberhaupt Theo Breuers wichtigste Publikation bislang, zumindest in der gegenw\u00e4rtigen Situation. Es gibt wohl keinen, der mit einem derartigen Insiderwissen aufwarten \u201ekann, was die Informiertheit \u00fcber lyrische Neuerscheinungen usw. betrifft, und dabei, was seine \u00e4u\u00dferliche Isoliertheit im sogenannten Betrieb betrifft, aus einer fundamentalen Au\u00dfenseiterposition heraus argumentiert. Gerade dieser scheinbare Widerspruch verleiht Autor und Buch die au\u00dfergew\u00f6hnliche Kraft und Sch\u00e4rfe. Theo Breuer legt aus guten und nachvollziehbaren Gr\u00fcnden keinen Wert auf Besprechungen in den Feuilletons, auf Bekanntwerden im Betrieb, aber gerade das w\u00e4re diesem Buch im Interesse der Sache, um die es geht, sehr zu w\u00fcnschen. Die unbequemen Wahrheiten, die, wenn ich mich unter den heutigen Lyrikern umschaue, keiner so unverbl\u00fcmt und ungek\u00fcnstelt \u00f6ffentlich macht, w\u00e4re nur zu sehr den angehenden Bellatristianern und Bellatristianerinnen, den Schaumschl\u00e4gern und Schaumschl\u00e4gerinnen aus dem Berliner Bionadebiedermeier unter die Nase zu reiben: Aber sie werden\u2019s schon lesen, rezensions- und erfolgshungrig wie sie sind, und werden sich h\u00f6chst wundern, da\u00df es da einer wagt, Tacheles \u201ezu reden, anstatt sie am Babyspeck zu kraulen. Es ist schon so, wie Breuer schreibt: In einem verw\u00f6hnten Environment wachsen verw\u00f6hnte Kinder heran, die mit der Realit\u00e4t des wirklichen Lebens drau\u00dfen wenig anzufangen wissen, nat\u00fcrlich gedeiht da nur eine k\u00fcnstlich hochgez\u00fcchtete Treibhauslyrik. Ein Grund mehr, warum die tiefe, wirklich existentiell ber\u00fchrende Lyrik heute kaum in Deutschland, sondern andernorts entsteht, wie Breuer anhand verschiedener Beispiele nachweist. Kiesel &amp; Kastanie spricht mir mit vielem, sei es auch scheinbar versteckt in den zahlreichen Fu\u00dfnoten, aus tiefstem Herzen. Es werden Wahrheiten ausgesprochen, besonders etwa im Kapitel Lyrik 2007 \u2013 Kleines Verschieben. Junge Lyrik, usw. (in dem u.a. BELLA triste 17 ausf\u00fchrlich besprochen wird), die anderswo gar nicht ver\u00f6ffentlicht w\u00fcrden: Was Breuer \u00fcber die Wohnortwahl, \u00fcber Kritikerhochmut, \u00fcber Dichterhochmut beim Poetologisieren, \u00fcber unsinnige Absolutheitsanspr\u00fcche einiger Poeten, deren B\u00fccher sich allenfalls wenige hundert Mal verkaufen, usw. \u201eschreibt, ist einfach n\u00f6tig, gesagt zu werden; viele, die meisten vielleicht, werden es kaum h\u00f6ren wollen \u2013 aber auch das n\u00fctzt ihnen nichts. Denn der Leser von Kiesel &amp; Kastanie wird schnell gewahr, da\u00df hier kein beleidigter Zur\u00fcckgewiesener schreibt, sondern einer, den die Begeisterung zur Poesie treibt und der deshalb die Sache verteidigen will und nicht Personen, die glauben, die Sache als Mittel zur Profilierung mi\u00dfbrauchen zu k\u00f6nnen. Der Ton in Kiesel &amp; Kastanie ist deshalb einer der absoluten Redlichkeit, die immer wieder die Poesie und nichts als die Poesie betont, aus keiner Seite spricht Koketterie. Und so bleibt mir am Ende nichts als dieses gelungene Buch, das von neuen Gedichten und Geschichten und mehr handelt, nochmals und nochmals zu preisen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Notwehr aus dem Hinterland<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/HinterlandCover-e1549951288320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-49881 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/HinterlandCover-e1549951288320.jpg\" alt=\"\" width=\"141\" height=\"206\" \/><\/a>Breuer ist literaturbesessen im besten Sinne des Wortes. Er ist nicht nur begeisterter Liebhaber literarischen Schaffens, sondern einf\u00fchlsamer Leser \u201eund kenntnisreicher Vermittler \u2013 mit der Finesse, B\u00fccher in seinen Monographien auch entsprechend vorzustellen zu k\u00f6nnen. Theo Breuer agiert quasi in Notwehr. Da das deutschsprachige Feuilleton nurmehr interessengesteuert einen mehr als eingeengten Blick in den Literaturbetrieb erm\u00f6glicht, leistet er \u00bbaus dem Hinterland\u00ab eine ernorm wichtige Aufkl\u00e4rungsarbeit. Er \u00fcberzeugt den Leser mit einer Pr\u00e4senz und einer Glaubw\u00fcrdigkeit, die immer wieder neu frappiert. Frei von jedem Manierismus schildert Breuer die Vielfalt poetischer Stimmen im deutschen Sprachraum und stellt vom Feuilleton ignorierte Autoren, Handpressen und Kleinverlage in den Mittelpunkt des Interesses. Es geht ihm eben nicht um die Betonung der Wertungsgef\u00fcge innerhalb des Literaturbetriebs, sondern, im Gegenteil, auf eigene Ma\u00dfst\u00e4be. In der hinterl\u00e4ndischen Provinz \u2013 Sistig liegt im Nationalpark Eifel \u2013 bricht sich die Gabe des Beobachters bahn, der enorme literarische Reserven anlegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">In diesem von ihm nach dem gleichnamigen gro\u00dfartigen Gedicht J\u00fcrgen Nendzas \u201ebenannten Hinterland lebt Theo Breuer als se\u00dfhafter Nomade und Mythenzerst\u00f6rer.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Autor ist Lyriker, begnadeter Reisechronist und Briefschreiber (auch seine Mails lesen sich wie Briefe). Mit Theo Breuer \u00fcber Gedichte, Romane, das Erarbeiten einer Figur oder \u00fcber das Werk von Schriftstellern zu korrespondieren ist zugleich die Erfahrung, mit einem Menschen im Briefwechsel zu stehen, der sein Metier liebt, einem Schreiber von Essays, Buchvorstellungen oder Autorenportr\u00e4ts zu begegnen, der wei\u00df: Schreiben bedeutet, einer fremden Figur Gestalt zu geben, und nicht, die eigene Person in den Mittelpunkt zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maximilian Zander res\u00fcmiert: \u00bbMit gro\u00dfem Vergn\u00fcgen und Gewinn habe ich Breuers umfangreiches \u00bbAus dem Hinterland\u00ab gelesen. Interessant ist: Obwohl er, Theo Breuer, fast auf jeder Seite vorkommt, hat man an keiner Stelle das Gef\u00fchl, da\u00df er sich ins Rampenlicht stellt. Wie kann das sein? \u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas kann sein \u2013 und ist hier so \u2013, weil der Autor nichts anderes als ein leidenschaftlicher Leser und Liebhaber der sch\u00f6nen Literatur ist, und diese Persona bzw. Kunstfigur ist es, die da spricht und sich einmischt, kein anderer. Der Gewinn bei der Lekt\u00fcre ist gro\u00df, man wird auf sehr viele B\u00fccher aufmerksam gemacht, von deren Existenz man sonst nie erfahren h\u00e4tte, die man in keiner Buchhandlung zu sehen bekommt, auf die einen kein Buchh\u00e4ndler aufmerksam macht. Weiterhin bereichernd: die vielen Zitate, auch Anekdoten. Hat Arno Schmidt himself wirklich Zettels Traum auf einer \u00fcbergro\u00dfen Schreibmaschine geschrieben?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Spannungen zwischen der eigenen, offenbar bewu\u00dft an der Peripherie, dem deutsch-belgischen H\u00fcgelgrenzland gelebten Existenz und des Literaturbetriebs kann er vielleicht deshalb so gut aushalten, weil er sie, \u00fcber sie reflektierend, neutralisiert und relativiert. Ein Blatt nimmt er dabei selten vor den Mund, schreibt jedoch mit Vorliebe \u00fcber die \u201eerquicklichen Dinge des literarischen Daseins, die er ins Bewu\u00dftsein der Leser heben m\u00f6chte, und schweigt gern \u00fcber Stoffe, die nicht der Rede wert sind. Das Schwein geh\u00f6rt in den Stall, nie wird im Hinterland eine Sau durchs Dorf gejagt, wie es in Berlin und anderen Metropolen an der feuilletonistischen Tagesordnung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Edition YE<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1993 gr\u00fcndete Theo Breuer die Edition YE mit der lyrischen Kunstschachtel YE, \u00fcber deren bislang 13 Ausgaben es im Wikipedia-Artikel \u00bbEdition YE\u00ab hei\u00dft: \u00bbCa. einmal j\u00e4hrlich erscheint seit 1993 die Kunstschachtel YE, in der originale Werke von K\u00fcnstlern und Schriftstellern aus aller Welt versammelt werden. Typische Techniken der nummerierten und signierten seriellen Arbeiten, die im Zusammenspiel von Bild und Wort visuelle Poesie hervorbringen, sind Acrylmalerei, Aquarell, Autograph, Bleisatz, Collage, Computergrafik, Fotografie, Holzschnitt, Linolschnitt, \u201eMischtechnik u.a. Die Schachteln erscheinen in limitierten Auflagen von ca. 20 bis 100 Exemplaren. Hansj\u00fcrgen Bulkowski, Guillermo Deisler, David Dellafiora, Manfred Enzensperger, Karl-Friedrich Hacker, Stefan Heuer, Joseph W. Huber, Kl\u00e1ra H\u016frkov\u00e1, Birger Jesch, Ilse Kilic, Axel Kutsch, Hendrik Liersch, Henning Mittendorf, J\u00fcrgen Nendza, Andreas Noga, Karla Sachse, Litsa Spathi, G\u00fcnter Vallaster, J\u00fcrgen V\u00f6lkert-Marten und Fritz Widhalm geh\u00f6ren zum internationalen Kreis der mehr als 200 Beitr\u00e4ger aus 25 L\u00e4ndern.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1994 erschien erstmals Faltblatt, die Lyrikzeitschrift, von der bislang neun, von Mal zu Mal umfangreicher werdende Ausgaben erschienen. 2002 wurde die Lyrikreihe mit Gedichtb\u00e4nden von Margot Beierwaltes, Marianne Gla\u00dfer, Andreas Noga, Frank Milautzcki, Joseph Buhl u.a. ins Leben gerufen. Die 2003 edierte Lyrik-Anthologie \u00bbNordWestS\u00fcdOst\u00ab mit Gedichten von 66 Zeitgenossen bietet einen respektablen Querschnitt deutschsprachiger Lyrik kurz nach der Jahr \u201etausendwende, die er in Karl-Friedrich Hackers Itzehoer edition bauwagen mit bislang sieben handgeschriebenen K\u00fcnstlerb\u00fcchern, die originale Autographen von jeweils 19 Lyrikerinnen und Lyrikern bergen, im wahrsten Sinne des Wortes unmittelbar und originell fortschreibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kontakt, Korrespondenz, Kollaboration und Kommunikation sind Idealvorstellungen, die Breuers verlegerische T\u00e4tigkeit begleiten. \u201aThe Breuer\u2019 ist eine Instanz mit gr\u00f6\u00dfter Sensitivit\u00e4t und Einfallsreichtum. Er deckt die sich ver\u00e4ndernden Realit\u00e4ten im Literaturbetrieb auf und hat Anteil an den Versuchen, eine lebendige Kritik wiederzubeleben und auf anspruchsvolle Literatur abseits des Mainstreams aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Im ZwEifel<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Winterbienen_Cover-e1563116462590.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-56375 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Winterbienen_Cover-218x300.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" \/><\/a>Man sollte die Werke von Norbert Scheuers und Theo Breuer nicht zwingend an autobiographisches Material r\u00fcckkoppeln. \u201eVon daheraus\u201c (Hub Stevens), goutiert KUNO diese buch\u00fcbergreifende Korrespondenz als Dokument eines gegl\u00fcckten kritischen Regionalismus. Diese Werke vergleichend zu untersuchen, ist aus zahlreichen Gr\u00fcnden sehr naheliegend, da\u00df es nicht weiter gerechtfertigt werden muss. Breuers Studie konzentriert sich weitestgehend auf Scheuers Werk. Im Fokus stehen Fragen, wie Scheuer als Repr\u00e4sentant des poetischen Realismus wirkt und worin die jeweilige Modernit\u00e4t beim Umgang mit dem traditionsreichen Sujet der Imkerarbeit liegt. Es ergeben sich bei der Lekt\u00fcre spannende Mesalliancen in Werken von Norbert Scheuer und Theo Breuer. F\u00fcr den Leser ist leicht nachvollziehbar, da\u00df Breuer seine eigenen Vorgaben und seinen Anspruch bei der Textherstellung auch tats\u00e4chlich eingel\u00f6st hat. Ein interessantes Variantenverzeichnis aus dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/02\/12\/aus-dem-hinterland-der-lyrikrezeption\/\">Hinterland,<\/a> und wahrscheinlich die gelungenste seit dem unvergessenen Aufenthalt von Caroline Peters in dieser <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9-2DUeDhv9Y\">Region<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wortlos und andere Gedichte<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Essayisten, Herausgeber und unerm\u00fcdlichen Chronisten wird unter den Kurzsichtigen des Betriebs der vielseitige Lyriker Theo Breuer \u201edessen erstes Gedichtbuch 1988 erschien, gelegentlich gern \u00fcbersehen. \u00bbWortlos und andere Gedichte\u00ab hei\u00dft, programmatisch, das 2009 erschienene Lyrikbuch, in dem sich neben neuen Gedichten auch bereits bekannte Gedichte in neuen Fassungen finden. Das Buch ist im Anhang mit ausf\u00fchrlichen Anmerkungen versehen, die einen differenzierten und unterhaltsamen Einblick in die Textwerkstatt des Autors gew\u00e4hren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich \u00bbMittendrin\u00ab (1991), \u00bbDer blaue Schmetterling\u00ab (1993), \u00bbDas letzte Wort hat Brinkmann\u00ab (1996), \u00bbLand Stadt Flucht\u00ab (2002) oder \u00bbNacht im Kreuz\u00ab (2006) l\u00e4\u00dft Theo Breuer literarische Heimatkunde auf Exotismus treffen, zeitgen\u00f6ssische Wirklichkeit auf Vergangenheitsgespenster. Es offenbaren sich Reibungsfl\u00e4chen der Moderne, die Gedichte deuten auf ein linguistisches System: Logik, Behauptung, Spekulation und Instruktion sind wie beil\u00e4ufig zu lesen. Was im diesem selbsternannten Hinterland entsteht, ist ein wortw\u00f6rtliches oder visuelles Spiel, das der Lyrik offenbar \u201em\u00fchelos den Hintergrund verleiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWortlos\u00ab ist wahrhaft wortstark. Gleich das erste Gedicht \u2013 \u00bbauf der stra\u00dfe\u00ab \u2013 ist eine Wucht. Und \u00bbdu! (ruchu dur spruchu ust dus guducht)\u00ab sollte auf Plakatw\u00e4nden kleben, zu den Favoriten von Sprayern geh\u00f6ren. Theo Breuer entdeckt die Narreteien der Sprache immer mehr und immer wieder aufs Neue, laufend f\u00e4llt der Leser in sch\u00f6ne Stolperfelder, drempels bis in die reine visuellpoetische Zeichenhaftigkeit hinein ziehen das Auge an: \u201aSprachstreugutbreuergut\u2019. Was auch immer f\u00fcr Erw\u00e4gungen und Telefonate hinter dem Gedicht \u00bbforever young\u00ab stecken m\u00f6gen \u2013 ich empfinde es als ein leises und zartes Gedicht mit der herrlichen Wortsch\u00f6pfung: \u00bbmondschraubengro\u00dfmutter\u00ab. Das Gedicht ist nat\u00fcrlich satirisch, aber auch leise-melancholisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sch\u00f6ne Gedichte, eindr\u00fcckliche Gedichte: im Experimentellen mitwebend und doch von gro\u00dfartiger Klarheit, dadurch unverwechselbar in Theo Breuers \u201eTon und Duktus verfa\u00dft. (Wobei in Bezug auf das Experimentelle auf das hinzuweisen ist, was Ann Cotten im Bella-triste-Lyrik-Mail-Austausch mit Florian Vo\u00df \u2013 beide sind ja gewisserma\u00dfen Breuers Nachbarn in \u00bbDer Gro\u00dfe Conrady\u00ab \u2013 beklagt, da\u00df n\u00e4mlich niemand diesen Terminus m\u00f6ge, es aber keinen besseren gebe.) In die Michael Hamburger gewidmeten Gedichte bei\u00dft man, wie Andreas Noga es in seiner \u00bbWortlos\u00ab-Besprechung im Poetenladen beschreibt, herzhaft hinein und empfiehlt sie wie ein saftiges Apfelst\u00fcck weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Was noch hervorheben?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar, das Gedicht f\u00fcr Oskar Pastior \u00bban oskar p. \u2013 eine verinnerung\u00ab oder das Titelgedicht \u00bbwortlos\u00ab, in dem die Verben sterben. Das \u00bbsonett in dem es nicht regnet \/ sonett aus dem es nicht schneit\u00ab ist geradezu ein Ohrwurm. Wie gut, da\u00df \u00bbWortlos\u00ab nicht wortlos ist, sondern Wortlos, also manches mit den W\u00f6rtern anstellt: sie ebenso ernst nimmt wie mit ihnen spielt, also lose mit ihnen ihrem \u201ejeweiligen Los nachgeht: \u00bbdrei m\u00e4nner im nebel\u00ab \u2013 wunderbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur das einzelne Gedicht ist Leseerlebnis: Die Gedichte in der sinnreichen Gesamtkomposition zu lesen ist anhaltender Genu\u00df. Das Schwere leicht und luftig zu gestalten ist Breuer vorz\u00fcglich gelungen. Es ist ein Vergn\u00fcgen, sich lesend von Wort, Spiel, Sound und Rhythmus tragen zu lassen. Theo Breuer z\u00e4hlt zu den lyrischen Schwergewichten, wobei seine Gedichte selbst nun wieder filigran, wort- und symbolverspielt mit feiner Ironie ein Lesevergn\u00fcgen der besonderen Art sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">leute<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">halten auch in d\u00fcren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">heute und in letzten tagen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">morsche t\u00fcren leere fenster<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sehr geschlossen\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201enoch wird \u00b7 nicht einmal \u00b7<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit pfeffer \u00b7 geschossen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jedenfalls nicht hier<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">drau\u00dfen im revier<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[wespen bleischwer hinter borken]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bei schneefall treiben wir<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zwischen eggen forken walzen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">liegt ein hase mit der nase<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">fett im dreck<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wir \u2013 \u2013 \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">nichts wie \u00b7 weg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Konstanten im fr\u00fchen Werk geh\u00f6rt ein beinahe naiv ausgedr\u00fccktes Erstaunen \u00fcber die sowohl erhaben als auch gebrochen empfundene Natur und die geheimnisvollen Waldlandschaften der Eifel. Sein neuer Band ist ein beeindruckendes Exempel f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Erkenntniswege \u201eder Literatur. Das dialektische Rauschen des Eifelwaldes, in dem aus Verwirrung die reine Luft der Klarheit wird. Dieser Waldl\u00e4ufer ist zum Gl\u00fcck nicht der letzte Mohikaner der Lyrik, er ist in Verwandtschaft zu sehen mit dem lyrischen Schelm Axel Kutsch, den sprachm\u00e4chtigen Gedichten des Luxemburgers Jean Krier und erinnern gleichzeitig an die durchdachte ungarheinische Lyrik A. J. Weigonis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df eines der ersten Gedichte in \u00bbWortlos\u00ab \u00bbbrinkman, blick\u00ab hei\u00dft, zeigt die Verbundenheit mit dem rheinordischen Vorreiter. Souver\u00e4n kn\u00fcpft Breuer in \u00bban oskar p. \u2013 eine verinnerung\u00ab und anderen Gedichten an die literarischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts an. Was im Lehrbuch steht, ist nur ein Ausschnitt aus der Literaturgeschichte. Lyrische Figuren haben ihr eigenes Leben, auch ihre eigene Vorgeschichte. Sie schwingt mit in den Zeilen, grundiert die Handlungen. Theo Breuer komplettiert seine Vorstellung von der lyrischen Moderne. Er entwirft, basierend auf der Literaturgeschichte, eine Art von Lyrik, die \u00fcber diese literarischen Vorlagen hinausreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gro\u00dfe Gabe von Theo Breuer ist es, da\u00df, was man liest, wie soeben geschehen wirken zu lassen. Immer wieder gibt es diese pr\u00e4chtigen Momente in seinen Gedichten, Szenen, die sich im Ged\u00e4chtnis festsetzen, die nicht verlierbar sind \u2013 eine Art Triumph der Literatur. Um Max Bill zu paraphrasieren: Breuers Gedichte sind \u00bbGegenst\u00e4nde f\u00fcr den geistigen Gebrauch\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es scheint, als habe er einen Handfeger genommen und ein paar jargonverd\u00e4chtige W\u00f6rter aus dem Literaturhaus herausgekehrt. Hinfort mit der kitschigen Sehnsucht nach Dichtern\u00e4he und noch einmal von vorn anfangen \u201eWortlos und andere Gedichte\u00ab ist ein gegl\u00fccktes Zusammenspiel des Lyrikers Theo Breuer, des Verlegers und Lyrikers Peter Ettl und der feinen Linoldrucke des K\u00fcnstlers und K\u00fcnstlerbuchmachers Karl-Friedrich Hacker, das den Leser Seite f\u00fcr Seite sprachlos macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Atmen \u2219 Perlen \u2219 Sprudeln<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/TB-Das-gewonnene-Alphabet-210x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21236 alignright\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/TB-Das-gewonnene-Alphabet-210x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" \/><\/a>In &#8222;Das gewonnene Alphabet&#8220;, dem im Oktober 2012 beim Pop Verlag in Ludwigsburg erschienenen Gedichtbuch, sucht Theo Breuer, so unerschrocken wie beredt, Buchstabe f\u00fcr Buchstabe, Wort f\u00fcr Wort, auf allegorische Art und dichotomische Weise nach Spurenelementen dessen, was gemeinhin als \u203aWahrhaftigkeit\u2039 in Leben \/ Streben \/ Poesie bezeichnet wird: so geht jeder \/ an sein gesch\u00e4ft. Dabei erweist er sich zum einen als poeta doctus, der alle \u203aun\/m\u00f6glichen\u2039 Einfl\u00fcsse verwertet und weiterentwickelt, zum anderen verschreibt er sich dem Sichtbaren, den (bisweilen auch nackten) Fakten, den tausend und mehr \u203aDingen\u2039, die wir \u203aAlltag\u2039, \u203aExistenz\u2039, \u203aLeben\u2039, \u203aZeitGeist\u2039 nennen und denen er schreibend auf die Schliche kommen will: verdammich \u2013 jede antwort ist auch keine. Dabei spielt der Autor als Darsteller keine nach au\u00dfen hin tragende Rolle \u2013 diese \u00fcbernehmen antiheldische Protagonisten wie Bensch, Kraus, Peer Quer, denen sich, als antagonistische Amazone gleichsam, gelegentlich eine Mrs. Columbo beigesellt \u2013, er tritt nurmehr als nachgeordnetes Bewu\u00dftsein (von Erinnerung, enzyklop\u00e4dischem Wissen) bzw. beschreibender Beobachter \u2013 scheibensp\u00e4her \u2013 in tunlichst hintergr\u00fcndige Erscheinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit jedem gelesenen Gedicht, jeder umgeschlagenen Seite nimmt sprachloses Staunen zu \u2013 der Autor und Herausgeber Axel Kutsch beschreibt die beim Lesen (und Schauen) gewonnenen Eindr\u00fccke so: Es ist von A bis Z ein Vergn\u00fcgen, diese Gedichte zu lesen. Der alphabetische Flu\u00df mit seinen vielen Alliterationen, Sprachspielen, verbalen Eigenwilligkeiten, originellen, ja, k\u00fchnen Wortsch\u00f6pfungen, seinem immer wieder aufblitzenden Humor bietet ein erfrischendes Lekt\u00fcreerlebnis. Diese Lyrik atmet, perlt, sprudelt, ist von quirliger Lebendigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wendeltreppe<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Breuer wei\u00df, da\u00df die Verwendung vertrauter Vorlagen keineswegs das Gelingen sichert. Er hat die Lyrik nie mit dem blo\u00df Sch\u00f6nen verwechselt. Das \u203a\u00c4sthetische\u2039 h\u00e4ngt in den von ihm gemachten Versen eng mit dem Au\u00dfergew\u00f6hnlichen, Unerh\u00f6rten, Unwahrscheinlichen zusammen. Schauder, Schock und Schrecken sind wiederkehrende (auf den ersten Blick unauff\u00e4llige) Begleiterscheinungen, die im Kosmos der Gedichte als zwischen sterbendem Eros und werbendem Thanatos, melancholischem Froh- und satirischem Schwermut schwingende Bilder wahrnehmbar werden: der wurm ist nah hier hilft wohl blo\u00df noch ducken. Gleichsam auf doppelb\u00f6diger Wendeltreppe steigt Breuer tief und tiefer in die stolperfelder der Sprache, entdeckt immer neue Einschiebungen und Muster im Innern der Muster. Flankiert von poetischen Zitaten und angereichert mit Allusionen \/ Echos \/ Einsprengseln, scheint es, als l\u00e4sen wir hier Palimpseste, jede Seite vielfach beschrieben. Der Inhalt ist codiert, die Sprache ein dichter Brombeerverhau.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">N\u00e4hrboden<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entgegen immer wieder gern proklamierten Verlautbarungen ist das Lesen von Gedichten keineswegs eine bedrohte Kulturform. Im Dasein des Verfassers und zahlreicher ihm bekannter Zeitgenossen ist sie allgegenw\u00e4rtig: ein Tag ohne Gedichte? Undenkbar. Breuer, von literarischen Texten aller Orte und Zeiten befl\u00fcgelter Ikarus, schreibt nicht nur pr\u00e4zise Poesie in vielerlei Idiomen (in denen beispielsweise dialektale oder englische Versatzst\u00fccken auftauchen): Er denkt \u00fcber das suchst\u00e4bliche Schreiben von A bis Z hinaus, vertraut sondersamen Zeichen, die Tastatur und Bild \u201eschirm m\u00f6glich machen, kombiniert, montiert, verquickt, l\u00e4\u00dft auf diese Art die eigene Sprache \u2013 lakonisch, parodistisch, \u00fcberm\u00fctig \u2013 \u203aert\u00f6nen\u2039, bildhaft werden, die aus dem seit rund dreitausend Jahren rund um den blauen Planeten bestellten N\u00e4hrboden aufsteigt: Wenn Theo Breuer Gedichte schreibt, dann schwingt die Geschichte der Lyrik mit (Christoph Leisten). Als selbstbewu\u00dfter Leser begreift Breuer das Lesen von Literatur als (anhaltende) Aff\u00e4re, als Erlebnis, als De- und Rekonstruktion der vom jeweiligen Buch vermittelten Eigenwelt. Das bedachte Vertrauen in diese Eigenwelt versteht er als selbst produzierten Vorschu\u00df. Der unbedingte Glaube ans \u00c4sthetische, an die Literatur und die Sch\u00f6nheit des Denkens macht Theo Breuer zu einem Intellektuellen, der dieses Wortes w\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Fragile Fragmente<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Akribisch buchstabiert Breuer Das gewonnene Alphabet von A nach Z, von ausgekopft bis zypres \u201esenwolfsmilch. Oft holt er die Gegenst\u00e4nde ganz nah heran, beobachtet sie gleichsam unter dem Mikroskop der Sprache, die er als Pr\u00e4zisionsinstrument zum Einsatz bringt, so etwa die eine \/ blankgelbe \u2219 blendend feine \u2219 kleine mirabelle. Als listenreicher Chronist f\u00fchrt er, gewissenhaft und unterschiedslos, im Glossar s\u00e4mtliche in den Gedichten verwendete W\u00f6rter auf. Bei aller stupenden Gelehrsamkeit f\u00fchle ich mich nirgends geschulmeistert oder bevormundet, finde (statt \u203aclosure\u2039) offene Fl\u00e4che \/ Freiraum f\u00fcr Assoziation und Zugabe. Aussage, Botschaft und Einfall hin, Gedanke und Idee her, auch in den beispielsweise politisch grundierten Gedichten stehen Sound und Wirkung des Wortes \u203aan sich\u2039 genauso im Vordergrund wie in den Sonetten, Centos, parlandonahen Versen oder teodadaistisch angeschmauchten Sequenzen:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Mais Degas ce n\u2019est pas avec des id\u00e9es qu\u2019on fait des vers c\u2019est avec des mots<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">St\u00e9phane Mallarm\u00e9<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist Breuer alles andere als ein lyrischer Reinheitsapostel, jedes Wort ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcrs Gedicht zu gebrauchen, wird auf die Goldwaage \u201egelegt, gesch\u00fcttelt, auf Reimheitsgrad \u00fcberpr\u00fcft, poliert, paragrammiert, aus \u203amausetot\u2039 wird lausetot.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vielfalt der Formen und Schreibweisen, Stoffe und Themen lassen nahezu jedes Gedicht in gleichsam \u203aeigenwilliger\u2039 Art daherkommen: Was also liegt n\u00e4her als die Schlu\u00dffolgerung, da\u00df das Gedicht bestimmt, wo\u2019s langgeht und welche Form es annimmt (und nicht der Autor, dessen unterschiedlichste Erfahrungen als hinsehender, mitf\u00fchlender, zuh\u00f6render Zeitgenosse gleichwohl in diesem so eigenen Ton durch die frei- oder festmetrischen Verse pulsieren). Theo Breuer bleibt auch bei schwerem Wetter der durch den Freiluftring t\u00e4nzelnde Wortskerl, dessen 89 Gedichte mit abschlie\u00dfendem Glossar und Essay im vielfach variierten, konzeptuell angelegten gewonnenen Alphabet \u2013 abenteuerdurstig, filigran, symbolpr\u00e4chtig, visuell, wortschr\u00f6pfend, zahlenspielerisch, in feine Ironie eingewoben \u2013 ein tiefg\u00e4ngiges Lesevergn\u00fcgen der besonderen Art sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Zischender Zustand <sup>.<\/sup> Mayr\u00f6cker Time<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=44855&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\" aria-describedby=\"set-post-thumbnail-desc\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 size-266x266 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover.jpeg\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover.jpeg 529w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Cover-210x300.jpeg 210w\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"266\" \/><\/a>Friederike Mayr\u00f6ckers Texte radikalisieren die Frage nach der Autorschaft. Sie suchen nicht nach einer Personalisierung, sondern f\u00fchren eine Bewegung in den Text ein, die den Ursprung der Rede \u00a0unbehaftet l\u00e4\u00dft. Bei ihr wird das Konzept der Herrschaft \u00fcber einen Text zugunsten einer un\u00fcberschaubaren \u2013 nur zeitweiligen \u2013 Perspektivierung aufgel\u00f6st. Mayr\u00f6ckers &#8222;Liebesspiel mit der Sprache&#8220; kennt keine logischen Grenzen, es sucht und findet &#8222;das z\u00e4rtliche Durchwachsensein grenz\u00fcberschreitender Honigkeiten&#8220;. Da\u00df diese sprachlich avancierte Lyrik eine starke Wirkung auch auf die j\u00fcngeren Autorengenerationen aus\u00fcbt, ist nicht verwunderlich. In sprachreflexiven Gedichten \u00f6sterreichischer und auch deutscher Lyriker (wie beispielsweise Thomas Klings und Sophie Reyer) ist ihr Einflu\u00df sp\u00fcrbar. In Mayr\u00f6ckers Texten ist Autorschaft keine in der Verkleidung einer Erz\u00e4hlung mit Figuren und deren Entwicklung verborgene Frage, sondern artikuliert sich in der Frage nach Herkunft, Status und Professionalit\u00e4t des Schreibens. Diese Befragung m\u00f6glicher Autorschaft wird von Theo Breuer in seinem <em>Gebrauchslesebuch<\/em> als Hyperautorschaft gelesen. Dieser\u00a0<em>Zischende Zustand<\/em> ist eine spektakul\u00e4re, hyperaktive Hommage, die zu explodieren scheint vor Einf\u00e4llen, Einsprengseln und Meta-Reflexionen und es doch immer wieder schafft, Inseln zum Verharren in den sprudelnden Textflu\u00df einzubauen. So elegant und witzig kann eine schreibende Selbstvergewisserung sein, und ebenso geistreich und anregend ist dieses journalistische Produkt. Die beim ersten Band in der Reihe LESEZEICHEN versammelten Texte sind literarische Kleinode und damit das Beste des Genres; kaum einer Reflexion gereicht das hohe Tempo, das typisch f\u00fcr das Feuilleton ist, zum Nachteil. Niemand wird an diesen essayistisch-poetischen Reflexen einer Mayr\u00f6ckerrezeption (und immer wieder dar\u00fcber hinaus) vorbeikommen \u2013 au\u00dfer Stan Libuda.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Theo Breuer gef\u00e4llt die Intellektualisierung von Literatur nicht. Literatur muss nichts Intellektuelles haben, sie sollte unmittelbar sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir wollen weniger erhoben, \/ Und flei\u00dfiger gelesen sein<\/em>, lesen wir in einem bekannten Vierzeiler Gotthold Ephraim Lessings. Kann man \u201eflei\u00dfiger lesen\u201c, als Theo Breuer es bekannterma\u00dfen sein Leben lang tut? Und kann man kreativer, lebendiger die Rezeption literarischer Texte f\u00fcr die Produktion ebensolcher nutzen, Leseimpression origineller in Schreibexpression verwandeln, als Theo Breuer es \u2013 eindringlicher denn je \u2013 im neuen Gedichtbuch\u00a0<em>nicht weniger nicht mehr<\/em>\u00a0handhabt, in dem es auf 133 Seiten\u00a0<em>suchstaben<\/em>\u00a0und W\u00f6rter und Verse auf Breuers unnachahmliche Weise\u00a0<em>regnet<\/em><em>\u00a0<\/em>(prasselt \u2026) und in dessen Gedichten die Buchstaben vom ersten bis zum vierten Kapitel atmen, hopsen, perlen, sprudeln, dass es\u00a0<em>seine Art<\/em>\u00a0hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Furios und mitrei\u00dfend \u2013 um je ein Beispiel aus den vier Kapiteln mit hier (sehr) kurzen, dort (sehr) langen Gedichten zu benennen \u2013 die Gedichte\u00a0<em>es war<\/em>,\u00a0<em>nicht die bohne<\/em>,<em>\u00a0<\/em><em>und lesen<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>zeit der schl\u00fcsse<\/em>, in dessen sieben Versen soviel Welt, soviel Para- und Gegenwelt steckt, dass es einem Frevel gleichk\u00e4me, einzelne Aspekte einem Kommentar zu unterwerfen. Manches, das an der Oberfl\u00e4che wie reines Spiel mit W\u00f6rtern wirken mag, wird, n\u00e4her betrachtet, zum\u00a0<em>glutigen<\/em>\u00a0Ernst. Ja, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/08\/nennen-sie-es-ausschlachtung\/\">Kurt Schwitters<\/a> hat es bis zum bitteren Ende vorgemacht:\u00a0<em>Wir spielen, bis uns der Tod abholt<\/em>. Aber was, bitte, ist denn das f\u00fcr ein \u201aSpiel\u2018, in dem einem immer wieder das Lachen im Halse stecken bleibt \u2013 wenn etwa im\u00a0<em>wortversuch<\/em>\u00a0:\u00a0<em>ein mord \/ den \/ andren \/ gibt<\/em>?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Reim (mit dessen \u201aunerh\u00f6rten\u2018 M\u00f6glichkeiten wortw\u00e4hrend \u201agespielt\u2018 wird) ist das Paragramm fester Bestandteil in Breuer Wortwerkzeugkasten. Welch enorme Erweiterung wird hier m\u00f6glich durch den Austausch eines Buchstabens: Zun\u00e4chst wird der Leser \u2013 naturgem\u00e4\u00df \u2013 bei \u201aglutig\u2018 an das Ursprungswort \u201ablutig\u2018 denken, um reflexiv und \u201amutig\u2018 weitere Paragramme zu bilden und so \u2013 dank eines einzigen Buchstabens \u2013 in ungeahnte Worttr\u00e4ume vorzuschwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gedichte des ersten Kapitels \u2013 eine siebenteilige, essayistisch angehauchte Lyriksequenz \u2013 sind Werk und Wirken Paul Celans gewidmet, dessen hundertstem Geburtstag und f\u00fcnfzigstem Todestag wir 2020 gedenken:\u00a0<em>morgens moosgr\u00fcn m\u00fc\u00dfig zwischen maar moor mayr\u00f6cker \/ liegt der stein der leisen<\/em><em>\u00a0<\/em>setzt das Gedicht\u00a0<em>da :<\/em>\u00a0ein, das den Leser \u2013 ausgehend von pers\u00f6nlich erlebter\u00a0<em>wlan<\/em>-Gegenwart \u2013 im\u00a0<em>schneewahn<\/em>\u00a0zur\u00fcck in unheilvolle Zeiten katapultiert, deren Grauen Celan so unmittelbar erfuhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genug des \u201eErhebens\u201c. Auch Theo Breuers Gedichtbuch\u00a0<em>nicht weniger nicht mehr<\/em>\u00a0will :\u00a0<em>flei\u00dfiger gelesen sein<\/em>\u00a0\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6ge dem Literaturvermittler Theo Breuer und Autoren Theo Breuer ein langes Leben beschieden sein. Die Literaturszene kann engagierte Menschen wie ihn mehr denn je gebrauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>nicht weniger nicht mehr. <\/strong>Gedichte von Theo Breuer, Pop-Verlag, Reihe Lyrik Bd. 151, 2020<\/p>\n<h5><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Breuer_Gedichte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-71134 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Breuer_Gedichte-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" \/><\/a>W<strong>eiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kein Gedicht nach Auschwitz (Adorno): was wird hier als Vorstellung von ,Gedicht` unterstellt? Der D\u00fcnkel dessen, der sich untersteht hypothetisch-spekulativerweise Auschwitz aus der Nachtigallen- oder Singdrossel-Perspektive zu betrachten oder zu berichten, <\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/27\/erscheinungsform\/\">schrieb<\/a> Paul Celan als Erwiderung auf Theodor W. <em>Adorno<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/12\/09\/der-sprache-aufs-maul-schauen\/\">Forensiker<\/a> der deutschsprachigen Lyrik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"X-NONE\"><strong>\u2192<\/strong> Theo Breuer gelingt es, dem<\/span> Mythos nachzusp\u00fcren, <span lang=\"X-NONE\">eine angemessenere <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=62988\">W\u00fcrdigung<\/a> Rolf Dieter Brinkmanns<\/span> wird man kaum finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine W\u00fcrdigung des Literaturvermittlers Theo Breuer Theo Breuer wei\u00df, da\u00df die Verwendung vertrauter Vorlagen keineswegs das Gelingen sichert. Er hat die Lyrik nie mit dem blo\u00df Sch\u00f6nen verwechselt. Das \u00c4sthetische h\u00e4ngt in den von ihm gemachten Versen eng mit dem&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/30\/aus-dem-hinterland-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":97870,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[89,994,334,104,2829,2834,548,303,167,143,372,550,2832,688,549,2830,2674,374,138,2073,687,543,639,170,383,544,162,474,2831,512,2833,174,173,1409,137,394,2828,730,221,84,301],"class_list":["post-78674","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-andreas-noga","tag-ann-cotten","tag-arno-schmidt","tag-axel-kutsch","tag-birger-jesch","tag-caroline-peters","tag-david-dellafiora","tag-florian-vos","tag-frank-milautzcki","tag-friederike-mayrocker","tag-fritz-widhalm","tag-guillermo-deisler","tag-guenter-vallaster","tag-hansjurgen-bulkowski","tag-hendrik-liersch","tag-henning-mittendorf","tag-hub-stevens","tag-ilse-kilic","tag-jan-rohnert","tag-jean-krier","tag-joseph-buhl","tag-joseph-w-huber","tag-jurgen-nendza","tag-jurgen-volkert-marten","tag-karl-friedrich-hacker","tag-karla-sachse","tag-klara-hurkova","tag-kurt-schwitters","tag-litsa-spathi","tag-manfred-enzensperger","tag-margot-beierwaltes","tag-marianne-glaser","tag-maximilian-zander","tag-norbert-scheuer","tag-paul-celan","tag-sophie-reyer","tag-stan-libuda","tag-stefan-heuer","tag-stephane-mallarme","tag-theo-breuer","tag-traian-pop"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78674"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78674\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104505,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78674\/revisions\/104505"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97870"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}