{"id":78150,"date":"2023-04-02T00:01:27","date_gmt":"2023-04-01T22:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78150"},"modified":"2022-02-25T13:35:28","modified_gmt":"2022-02-25T12:35:28","slug":"ueber-die-nachteile-welche-mit-hoheit-und-groesse-verknuepft-sind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/04\/02\/ueber-die-nachteile-welche-mit-hoheit-und-groesse-verknuepft-sind\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Nachteile, welche mit Hoheit und Gr\u00f6\u00dfe verkn\u00fcpft sind"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil sie uns nicht ins Maul fallen will, so wollen wir uns durch Nackenschl\u00e4ge r\u00e4chen, und doch hei\u00dft es nicht ganz und gar eine Sache afterreden, wenn man M\u00e4ngel und Fehler daran findet. Die finden sich an allen Dingen, sie m\u00f6gen noch so sch\u00f6n und bewundernsw\u00fcrdig sein. \u00dcberhaupt genommen haben Hoheit und Gr\u00f6\u00dfe diesen sichtlichen Vorzug, da\u00df sie sich herablassen, wenn es ihnen gef\u00e4llt, und so ziemlich die Wahl haben, hoch oder niedrig zu stehen. Denn man f\u00e4llt nicht von jeder H\u00f6he herab; es gibt deren, von welchen man herabsteigen kann, ohne zu fallen. Wohl deucht es mich, da\u00df wir ihr einen zu gro\u00dfen Wert beilegen und auch die Entschlossenheit derjenigen \u00fcberhoch sch\u00e4tzen, von welchen wir gesehen und geh\u00f6rt haben, da\u00df sie die Hoheit verachtet oder sich derselben freiwillig begeben haben. Das Wesen der Hoheit bringt ersichtlicherweise so vielen Vorteil nicht, da\u00df man derselben ohne Wunder nicht entsagen k\u00f6nnte. Ich finde es viel schwerer, das Ungl\u00fcck zu ertragen. Mit einem Mittelma\u00df von Gl\u00fcck hingegen zufrieden zu sein und Gr\u00f6\u00dfe und Hoheit zu fliehen, daran sehe ich nichts Schwieriges. Das ist eine Tugend, deucht mich, zu der ich, ob ich gleich nur ein Gimpel bin, mich ohne gro\u00dfe Anstrengung hinaufschwingen k\u00f6nnte. Was sollten es nicht diejenigen, welche noch den Ruhm in Anschlag bringen, der mit dieser Entbehrung verbunden ist, und vielleicht mehr Ehrgeiz besitzen als Verlangen und Empfindung nach Gr\u00f6\u00dfe und Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr ihren Genu\u00df? Um so mehr, da der Ehrgeiz mit seinen Begierden gern auf Schleifwegen einhergeht.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Ich st\u00e4rke Herz und Sinn zur Geduld und schw\u00e4che sie gegen ihre Begierden. Mir bleibt ebensoviel zu w\u00fcnschen \u00fcbrig als einem andern, und ich lasse meinen W\u00fcnschen ebensoviel Freiheit und Unbesonnenheit. Bei alledem ist mir&#8217;s noch niemals eingefallen, mir Reiche und Kronen zu w\u00fcnschen noch die H\u00f6he der Herrscherstellen. So vornehme Dinge mir zu w\u00fcnschen, dazu hab&#8216; ich mich zu lieb. Wenn ich denke, zu wachsen, so geht es immer im niedrigen Wachstum, unter Messer und Schere, dergleichen sich f\u00fcr mich schickt, an Entschlossenheit, an Klugheit, an Gesundheit, an Sch\u00f6nheit und auch wohl an Reichtum. Aber das hohe Ansehen und die m\u00e4chtige Gr\u00f6\u00dfe erdr\u00fccken meine Einbildungskraft. Und als C\u00e4sars Widerspiel w\u00fcrde ich lieber der Zweite oder Dritte in meiner Provinz als der Erste in der Hauptstadt sein; und gewi\u00df und wahrhaftig w\u00e4re ich lieber der Dritte als der Erste an Amt und W\u00fcrden in Paris. Ich mag nicht so arm und unbekannt sein, da\u00df ich mich mit dem Schweizer an der T\u00fcr herumkabeln m\u00fc\u00dfte noch mir durch das dicke Gedr\u00e4nge, welches Verehrung um mich sammelt, den Weg \u00f6ffnen lassen. Die Mittelstra\u00dfe, auf welche mein Schicksal mich versetzt, ist ganz nach meinem Geschmack. Auch bewies ich durch meine Auff\u00fchrung, da\u00df ich nicht sowohl suchte als vielmehr vermied, \u00fcber die Stufen des Gl\u00fccks hinwegzuschreiten, auf welche der liebe Gott mich durch meine Geburt versetzte. Alle nat\u00fcrliche Verfassung ist an sich gleich gerecht und leicht. So habe ich eine etwas tr\u00e4ge Seele und messe das gute Gl\u00fcck nicht nach seiner H\u00f6he, sondern nach der Leichtigkeit, mit welcher ich es erreichen kann.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Aber, bin ich auch nicht hochherzig, so bin ich doch offenen Herzens, und es befiehlt mir, seine Schwachheit dreist bekanntzumachen. Wenn ich eine Vergleichung anstellen sollte zwischen dem Leben des L. Thorius Balbus, eines biedern, sch\u00f6nen, gelehrten, gesunden Mannes, dem alle Arbeiten von Genu\u00df und Vergn\u00fcgen reichlich zu Gebote standen, der ein ruhiges unabh\u00e4ngiges Leben f\u00fchrte, dessen Seele fest war gegen Tod, gegen Aberglauben, gegen Schmerzen und was sonst noch f\u00fcr Sorgen des Lebens sein m\u00f6gen, der endlich in einer Schlacht, mit den Waffen in der Hand, zur Verteidigung seines Vaterlandes starb, und dem Leben des Marcus Regulus, gro\u00df und herrlich und weltkundig wie sein treffliches Ende, das erste ohne Namen und W\u00fcrde, das andere exemplarisch und in h\u00f6chstem Grade ber\u00fchmt: so w\u00fcrde ich gewi\u00df wie Cicero dar\u00fcber sprechen, wenn ich mich ebensogut auszudr\u00fccken verst\u00fcnde. Sollte ich aber eine Anwendung davon auf mein eigenes Leben machen, so w\u00fcrde ich auch sagen, das erste sei ebensosehr meinen W\u00fcnschen und F\u00e4higkeiten gem\u00e4\u00df, weil ich meine W\u00fcnsche nach meinen F\u00e4higkeiten einschr\u00e4nke, wie das zweite weit \u00fcber dieselben hinaus; an dieses zweite reicht nur meine Bewunderung, jenes erste m\u00f6chte meine Nachahmung gern erreichen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Kehren wir wieder zu unserer zeitlichen Gr\u00f6\u00dfe zur\u00fcck, von welcher wir ausgingen. Ich bin des Befehlens und Gehorchens m\u00fcde. Otanes, einer der Sieben, welche recht hatten, auf das Persische Reich Anspruch zu machen, ergriff eine Ma\u00dfregel, die ich auch gern ergriffen h\u00e4tte. Er \u00fcberlie\u00df seinen Mitwerbern sein Recht, dazu durch Wahl oder durchs Los zu gelangen, mit dem Bedinge, da\u00df er und die Seinigen in diesem Reich ohne alle Unterw\u00fcrfigkeit und Herrlichkeit leben k\u00f6nnten, ausgenommen gegen die alten Gesetze, und jede Freiheit genie\u00dfen sollten, welche diesen nicht widerspr\u00e4che. Er mochte ebensowenig befehlen, als unter Befehlen stehen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Das sauerste und schwerste Handwerk der Welt ist nach meiner Meinung die w\u00fcrdige Verwaltung des K\u00f6nigtums. Ich entschuldige an einem K\u00f6nig viel mehr Fehler, als man gew\u00f6hnlich zu tun pflegt, wenn ich die ungeheure Last seiner Pflichten erw\u00e4ge, vor der ich erschrecke. Es ist schwer, bei einer so ungemessenen Gewalt das rechte Ma\u00df zu halten. Gleichwohl ist es selbst f\u00fcr solche Personen, deren Herz und Geist nicht von der h\u00f6chsten Vortrefflichkeit sind, ein sonderbarer Reiz zur Tugend, auf einen Platz gestellt zu sein, woselbst man keine edle Handlung aus\u00fcbt, die nicht in Rechnung gebracht werde und auf welchem jede, auch die geringste Wohltat auf so viele Menschen Einflu\u00df hat; wo Geschicklichkeit im Benehmen, wie bei den Predigern, haupts\u00e4chlich an das Volk gerichtet ist, an einen Richter, der es nicht sehr genau nimmt, der leicht zu t\u00e4uschen und leicht zu befriedigen ist. Es gibt wenige Dinge, die wir ganz richtig beurteilen k\u00f6nnen, weil es wenige gibt, an welchen wir nicht auf eine oder die andere Weise einen pers\u00f6nlichen Anteil nehmen. Das Herrschen und das Gehorchen, die Herrlichkeit und die Untert\u00e4nigkeit sind zu gegenseitiger Eifersucht und Widerspenstigkeit verbunden; sie m\u00fcssen sich best\u00e4ndig einander beengen. Ich glaube keiner von beiden, wenn sie mir die Rechte der andern erkl\u00e4ren will. La\u00df die Vernunft dar\u00fcber sprechen, welche unparteiisch und unbestechbar ist, wenn wir es nur dahinbringen k\u00f6nnen, ihre Stimme zu vernehmen. Es ist noch keinen Monat her, als ich zwei Werke von Schottl\u00e4ndern durchbl\u00e4tterte, die sich \u00fcber diesen Gegenstand zankten. Der Volksfreund setzt den K\u00f6nig tiefer herab als einen K\u00e4rrner; der K\u00f6nigsfreund erhebt ihn an Gewalt und Machtvollkommenheit einige Klafter hoch \u00fcber die Gottheit.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Die Beschwerlichkeit der Gr\u00f6\u00dfe aber, welche ich wegen einiger Veranlassungen, die mir k\u00fcrzlich dar\u00fcber aufstiegen, hier zu bemerken mir vorgesetzt habe, besteht in folgendem. In dem Umgang mit Menschen ist vielleicht nichts lustiger anzuschauen als der Eifer um Ehre und Tapferkeit, womit wir in Leibes-oder Geistes\u00fcbungen einer dem andern zuvoreifern. Daran nimmt die F\u00fcrstengr\u00f6\u00dfe niemals wahren Anteil. In der Tat ist es mir oft vorgekommen, als behandle man dabei aus \u00fcbergro\u00dfem Respekt die Prinzen niedrig und ver\u00e4chtlich. Denn was mich in meiner Kindheit unendlich verdro\u00df, da\u00df meine Gegner nie Ernst aus der Sache machten, weil sie mich f\u00fcr unw\u00fcrdig hielten, ihre Kr\u00e4fte gegen mich anzuwenden, das widerf\u00e4hrt den F\u00fcrsten alle Tage, weil sich jedermann f\u00fcr unw\u00fcrdig h\u00e4lt, sich mit ihnen zu messen. Wenn man es ihnen nur im geringsten anmerkt, da\u00df sie in irgendeiner Sache gern den Vorzug haben m\u00f6chten, so beeifert sich gleich jedermann, ihnen solchen zu lassen, und schl\u00e4gt lieber seinen eigenen Ruhm in die Schanze, als da\u00df er ihnen den ihrigen nicht ganz lassen sollte. Man beut gegen sie gerade nur so viel Kraft auf, als n\u00f6tig ist, sie mit Ehren gewinnen zu lassen. Welchen Anteil haben sie an einem Gefecht, wo jedermann f\u00fcr sie ficht? Mich deucht, ich sehe die Ritter der Vorwelt mit bezauberten Leibern und Waffen zum Ringen und Fechten in die Schranken treten. Crisson, der mit dem Alexander um die Wette lief, lie\u00df ihn mit Flei\u00df \u00fcberwinden. Alexander schalt ihn dar\u00fcber; aber er h\u00e4tte ihn daf\u00fcr sollen gei\u00dfeln lassen. In dieser Hinsicht sagte Carneades: F\u00fcrstenkinder lernen nichts gr\u00fcndlich als Pferde behandeln; denn in allen anderen \u00dcbungen gibt jeder ihnen nach und gewonnen. Ein Pferd aber, welches weder ein Schmeichler noch Hofschranz ist, wirft den Sohn eines K\u00f6nigs ebensogut ab als den Sohn eines Karrenschiebers. Homer hat sich gen\u00f6tigt gesehen, die Venus, eine so zarte, s\u00fc\u00dfe Heilige, im Kampf vor Troja verwundet werden zu lassen, um ihren Mut und ihre Dreistigkeit preisen zu k\u00f6nnen; Eigenschaften, die niemandem zukommen, der von aller Gefahr befreit ist. Man stellt die G\u00f6tter vor, wie sie sich erz\u00fcrnen, f\u00fcrchten, fliehen, eifers\u00fcchtig sind, wehklagen, etwas heftig w\u00fcnschen und hitzig werden, um sie mit den Tugenden zu beehren, welche unter uns aus diesen Unvollkommenheiten entspringen. Wer nicht teil an der Beschwerlichkeit und dem Wagnis nimmt, kann auch keinen Teil an der Ehre und dem Vergn\u00fcgen nehmen, welche auf gewagte Handlungen erfolgen. Es ist ein Elend, so allverm\u00f6gend zu sein, da\u00df sich gleich jedes Ding nach seinem Willen f\u00fcgt. Der Stand der Gro\u00dfen entfernt sie zu weit von aller Geselligkeit und Gesellschaft und stellt sie zu sehr allein. Diese so gar m\u00fchelose Leichtigkeit, alles unter seinen Willen zu beugen, ist eine Feindin aller Arten von Vergn\u00fcgen. Das hei\u00dft fortgleiten, aber nicht gehen, schlafen, aber nicht leben. Man stelle sich einen Menschen vor, der mit Allmacht begabt w\u00e4re; er w\u00e4re dadurch h\u00f6chst ungl\u00fccklich. Er wird gedrungen werden, um Hindernisse und Widerstand wie um Almosen zu bitten. Sein Wesen und sein Verm\u00f6gen besteht in D\u00fcrftigkeit. Die guten Eigenschaften der F\u00fcrsten sind erstorben und verloren; denn man erkennt jene nicht als durch Vergleichung, und diese sind \u00fcber alle Vergleichungen hinaus. Sie haben nur wenige Kunst vom Lobe, weil sie mit best\u00e4ndigem und gleichf\u00f6rmigem wahrem Beifall bet\u00e4ubt werden. Haben sie mit dem D\u00fcmmsten ihrer Untertanen zu schaffen, so haben sie nicht die geringste Gelegenheit, sich einen Vorteil \u00fcber ihn zuzuschreiben; denn wenn er sagt:<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs ist ja mein Herr\u00ab, so meint er damit zur Gen\u00fcge gesagt zu haben, da\u00df er selbst die Hand dazu geboten, sich \u00fcberwinden zu lassen. Diese Eigenschaft erstickt und vernichtet alle andern wahren und wesentlichen Eigenschaften; sie sind alle im K\u00f6nigtum vergraben, und man l\u00e4\u00dft ihnen, um sich eigenen Wert zu geben, nichts \u00fcbrig als Handlungen, die sich unmittelbar auf sie selbst beziehen und ihnen zu den Verrichtungen ihres k\u00f6niglichen Amtes behilflich sind. Sie sind so sehr K\u00f6nige, da\u00df sie weiter nichts als K\u00f6nige sind. Dieser fremde Schein, welcher sie umringt, verbirgt sie und entzieht sie unserm Gesicht. Unser Blick wird durch dieses grelle Licht gebrochen und verstreut. Der Senat sprach dem Tiberius den Preis der Beredsamkeit zu. Dieser schlug ihn aus, weil er daf\u00fcr hielt, ein so wenig freies Urteil, wenn er es auch verdient h\u00e4tte, k\u00f6nne ihm keine Ehre machen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">So wie man ihnen alle Vorz\u00fcge der Ehre einr\u00e4umt, so best\u00e4rkt und best\u00e4tigt man sie auch in allen Fehlern und Lastern, die sie an sich haben, nicht blo\u00df durch Beifall, sondern auch durch Nachahmung. Alexanders ganzes Gefolge trug den Hals schief wie er. Die Schmeichler des Dionysius traten sich in seiner Gegenwart auf die F\u00fc\u00dfe, stie\u00dfen sich an die K\u00f6pfe und warfen alles um, was ihnen vor die F\u00fc\u00dfe kam, um dadurch anzudeuten, sie h\u00e4tten alle ein ebenso kurzes Gesicht als er. Auch Bruchb\u00e4nder haben zuweilen zu f\u00fcrstlichen Gnaden und Gunsten empfohlen. Und weil der Herr seine Gemahlin ha\u00dfte, so erlebte Plutarch, da\u00df die Hofschranzen den ihrigen, die sie liebten, den Scheidebrief gaben. Was noch mehr ist, der Ehebruch hat seine Zeit gehabt, wo er, wie alle \u00fcbrigen Liederlichkeiten, in Ehren und Ansehen stand. Desgleichen Falschheit, Gottesl\u00e4sterung, Grausamkeit, Ketzerei, Aberglauben und Unglauben, Weichlichkeit und noch schlimmere Laster, wenn es schlimmere Laster gibt. Noch gef\u00e4hrlicher war dieses Beispiel als das der Schmeichler des Mithridates, die, weil ihr Herr auf die Ehre Anspruch machte, ein guter Arzt zu sein, sich von ihm schneiden und brennen lie\u00dfen; denn jene lie\u00dfen ihre Seelen schneiden und brennen, welche doch ein edlerer und zarterer Teil ist. Aber um zu enden wie ich anfing: Als der Kaiser Adrian mit dem Philosophen Favorinus \u00fcber die Erkl\u00e4rung eines Worts stritt, gab ihm Favorinus ziemlich bald recht. Seine Freunde beschwerten sich dar\u00fcber: \u00bbWas wollt ihr denn\u00ab, antwortete der, \u00bbsollte er nicht gelehrter sein als ich? Er hat drei\u00dfig Legionen zu seinem Befehl.\u00ab Augustus schrieb Verse gegen den Asinius Pollio. \u00bbIch\u00ab, sagte Pollio, \u00bblasse das wohl bleiben. Es w\u00e4re nicht kl\u00fcglich, gegen den zu schreiben, der meine Acht unterschreiben kann.\u00ab Die Leute hatten beide recht. Als Dionysius dem Philoxenus in der Dichtkunst und dem Plato in der Wohlredenheit nicht gleichkommen konnte, schickte er jenen in die Steinbr\u00fcche und lie\u00df diesen als Sklaven auf der Insel \u00c4gina verkaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-98980\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Michel_de_Montaigne_1-e1645727597349.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"300\" \/><span style=\"color: #888888;\">Anmerkung der Redaktion:<\/span> W\u00fcrde Michel de Montaigne im 21. Jahrhundert leben, so er w\u00e4re wahrscheinlich der beliebteste Blogger. Nicht nur in Frankreich. Wir kommen ihm n\u00e4her, indem wir seine <em>Essais<\/em> lesen. Und zwar Wort f\u00fcr Wort. Oder wir nehmen einen charmanten Umweg und lesen Sarah Bakewells <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/01\/michel-de-montaigne-ein-blogger-aus-dem-16-jahrhundert\/\">Wie soll ich leben?<\/a><\/span>. Dies ist nicht nur der Titel ihrer ungew\u00f6hnlichen Biographie, sondern zeigt zugleicht die Methode an, mit der sich die Autorin dem Denken Montaignes n\u00e4hert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong>Lesen Sie auch einen<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12856\"> KUNO-Beitrag <\/a>zu\u00a0 Gattung des Essays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Weil sie uns nicht ins Maul fallen will, so wollen wir uns durch Nackenschl\u00e4ge r\u00e4chen, und doch hei\u00dft es nicht ganz und gar eine Sache afterreden, wenn man M\u00e4ngel und Fehler daran findet. Die finden sich an allen Dingen,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/04\/02\/ueber-die-nachteile-welche-mit-hoheit-und-groesse-verknuepft-sind\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":70,"featured_media":98980,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1083],"class_list":["post-78150","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-michel-de-montaigne"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/70"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78150"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100510,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78150\/revisions\/100510"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98980"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}