{"id":78058,"date":"2023-03-06T00:01:07","date_gmt":"2023-03-05T23:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78058"},"modified":"2026-02-09T11:14:51","modified_gmt":"2026-02-09T10:14:51","slug":"twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/","title":{"rendered":"Twitteratur &#8211; die Kunst der Verk\u00fcrzung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Der Traum des Kritikers ist es, eine Kunst durch ihre Technik zu definieren.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">(Roland Barthes)<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_75077\" style=\"width: 193px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Twitteratur_Penguin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75077\" class=\"wp-image-75077 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Twitteratur_Penguin-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Twitteratur_Penguin-183x300.jpg 183w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Twitteratur_Penguin-160x262.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Twitteratur_Penguin.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-75077\" class=\"wp-caption-text\">Drei Jahre nach dem ersten \u201eTweet\u201c erscheint die Textsammlung: <em>Twitterature<\/em> von Alexander Aciman und Emmet Rensin<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 21. M\u00e4rz 2006 verschickte Jack Dorsey den erste \u201eTweet\u201c mit dem Inhalt \u201ejust setting up my twttr.\u201c. Dies erinnert die KUNO-Redaktion an das erste Telefonat von Alexander Graham Bell mit der Botschaft: \u201eWatson, come here. I need you.\u201c Die Online-Plattform <em>Twitter<\/em> war zu Beginn das chaotische, jedoch h\u00f6chst lebendige Gehirn einer diskutierenden Welt. Im Internetzeitalter ist dies bereits Lichtjahre her&#8230; Nun ist es zum Spielzeug eines anscheinend v\u00f6llig durchgeknallten Milliard\u00e4rs geworden. Musk kann Twitter im Grunde nur zugrunderichten, <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.com\/elon-musk-business-playbook-boss-visionary-jerk-spacex-tesla-twitter-2022-12\">schreibt<\/a> Linette Lopez in einem lesenwerten Essay im <em>Business Insider<\/em>. Musks Prinzip bei seinen anderen Unternehmen war stets, in eine L\u00fccke zu sto\u00dfen, wo noch keiner war, weltver\u00e4nderde Versprechen zu machen und Geld von Fanboy-Milliard\u00e4ren und Staaten einzuwerben. &#8222;Twitter ist das Gegenteil einer &#8218;Elon-Musk-Firma&#8216;. Es ist ein einflussreicher aber kleiner Player in einem Feld, das von gigantischen und gut mit Geld ausgestatteten Wettbewerbern dominiert wird. Regierungen weisen Twitter eher in Schranken, als es mit Staatsauftr\u00e4gen zu versorgen. Und Twitter-Angestellte haben Optionen: Sie k\u00f6nnen den Laden verlassen und f\u00fcr Firmen arbeiten, die sie besser behandeln, als Musk es je tun w\u00fcrde.&#8220; Am 27. Oktober 2022 hat der S\u00fcdafrikaner Twitter \u00fcbernommen. Unter Musks F\u00fchrung wurde der Inhalt stark kommerzialisiert. Viele Benutzer berichten, dass sie von Werbung \u00fcberw\u00e4ltigt sind, w\u00e4hrend die Qualit\u00e4t der Inhalte abgenommen hat. Die Einf\u00fchrung von monet\u00e4ren Modellen zur Erlangung von Sichtbarkeit hat zu einer Fragmentierung der Community gef\u00fchrt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Aus Twitter ist \u201eXitter\u201c geworden, was man im Englischen unterschiedlich aussprechen kann, als \u201eZwitter\u201c, aber auch als \u201eShitter\u201c.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Timothy Garton Ash<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer urspr\u00fcnglichen Beschr\u00e4nkung auf 140 Zeichen pro Tweet setzt die neue Gattung Twitter auf die Tugenden epigrammatischer K\u00fcrze, Aphorismen lassen sich als analoger Vorl\u00e4ufer bezeichnen. \u201eDer Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.\u201c, schrieb der Herausgeber des analogen Blogs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/11\/15\/die-fackel-mehr-als-eine-literaturzeitschrift\/\">Die Fackel<\/a>, der begnadete Zyniker Karl Kraus. Bereits zwischen 2006 \u2013 2009 finden sich auf Twitter selbst\u00e4ndige einzelne Gedanken, Urteil oder Lebensweisheiten. Aufgrund der Reduzierung auf 140 Zeichen sind es oft nur ein Satz oder oder anderthalb S\u00e4tze. Oft formulieren die User eine besondere Einsicht rhetorisch als allgemeiner Sinnspruch, als eine Sentenz, Maxime, Aper\u00e7u oder Bonmot. Auch finden sie hier gefl\u00fcgelte Worte oder pointierte Zitate oder eben das, was bislang als Aphorismus bekannt ist. Inzwischen wird Twitteratur auch auch im akademischen Kontext als eigenes Forschungsfeld (\u201eTwitterliteraturwissenschaft\u201c) und als Teil des \u201eDigital Turn\u201c in den Geisteswissenschaften untersucht<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist das Aper\u00e7u in Form des <em>Mikroblogging<\/em> eine auflebende Form<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Twitteratur<\/em> folgt einer Verdichtungs\u00f6konomik, sie ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt, sie scheint auf besondere Weise verf\u00fcgbar und dienstbar zu sein. Bestand die Modernit\u00e4t dieser Mikrogramme bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Sp\u00e4tmoderne. Bisher bilden die <em>Mikrolithen <\/em>in der Systematik der Literaturwissenschaft neben Epik, Lyrik und Dramatik mit unterschiedlichen Bezeichnungen eine Randgruppe: Epigramm, Sprichwort, Prosagedicht, K\u00fcrzestgeschichte und der Aphorismus. Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist das Aper\u00e7u in Form des <em>Mikroblogging<\/em> eine auflebende Form.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Bedeutet die Feststellung Existenzminimum, da\u00df man seine Existenzberechtigung verloren hat, sobald man darunter liegt?<\/em><\/span><\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Bedeutung der <em>Twitteratur<\/em> wurde sp\u00e4testens seit 2009 <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/03\/21\/twitteratur\/\">ger\u00e4tselt<\/a>: \u201eMiniaturen? Anekdoten? Essays? Witze? Parabeln? Fabeln? Texte? Aphorismen oder gar Denkspr\u00fcche, Apophthegmen? Gebete, vielleicht Weisheitsliteratur?\u201c In diesem Jahr erschien die Textsammlung: <em>Twitterature. The World\u2019s Greatest Books Retold Through Twitter<\/em> von Alexander Aciman und Emmet Rensin. Die Sammlung enth\u00e4lt Palimpseste einiger Werke der Weltliteratur in netzaffiner Jugendsprache. Dies beschr\u00e4nkt auf 140 Zeichen. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt, sie scheint auf besondere Weise verf\u00fcgbar und dienstbar zu sein. Bestand die Modernit\u00e4t dieser Mikrogramme bisher in ihrer Operativit\u00e4t, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Sp\u00e4tmoderne. Inwieweit diese neue Literaturgattung die <em>Nonkonformistische Literatur<\/em> fortf\u00fchren kann, wird sich in den kommenden Jahren erst noch erweisen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Kritik bedeutet unterscheiden, was sagen die Kritiker des Unterscheidungsverm\u00f6gens?<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir setzen uns davon ab, oft Geh\u00f6rtes zu wiederholen, dies kann zwar f\u00fcr den Buchmarkt von Vorteil sein, denn Leser bevorzugen bekanntlich Texte, die ihnen noch mal sch\u00f6ner erz\u00e4hlen, was sie eh schon wissen. Deshalb hat auch das Lesen des Lieblingsfeuilletons eher etwas Rituelles, Gottesdienstartiges, als da\u00df es einen auf neue Gedanken st\u00f6\u00dft. KUNO verabschiedet sich vom klassischen Autorenbegriff. Die Herausforderungen der kommenden Gesellschaft sind zu komplex, um von einem einzelnen definiert, aufbereitet und auch noch niedergeschrieben zu werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Interpretation ist die Rache des Intellekts an der Kunst.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Susan Sonntag<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Online-Magazin pr\u00e4sentieren wir \u00f6fter die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Mythen des Alltags<\/a> und interessieren uns f\u00fcr die Wechselwirkung von Emotionen und Marktwirtschaft. Um der Literatur willen besteht kein Bedarf an engagierten Schriftstellers. Engagement f\u00fcr die Literatur ist so unn\u00f6tig wie eine engagierte Literatur. Es bedarf des Engagements in der Literatur. Wer sein Schreiben aus\u00fcben kann, braucht sich nicht zu beklagen, auch nicht \u00fcber das Unrecht der Welt. Und wen die Kunstaus\u00fcbung \u00fcberfordert, der unterlasse sie eben besser. Politisch wirksam wird sie, sobald sie sich den Ideologien entzieht. Ein Schriftsteller, der auf den Grenzen seines Metiers besteht, provoziert heute mehr als jeder Grenzg\u00e4nger. Zeitgen\u00f6ssische Literatur ist keine Stilrichtung. Wo sie etwas G\u00fcltiges \u00fcber unser jetziges Dasein aussagt, das wird sich erst in 50 Jahren zeigen. Wenn, frei nach Goethe, der letzte gestorben ist, der sich noch pers\u00f6nlich an heutige Schriftsteller erinnert. Das Vorurteil wird dahin sein. Vergessen oder Mythos folgt. KUNO stilisiert sich nicht als eines dieser gallischen D\u00f6rfer, das den Eindringlingen erfolgreich Widerstand leistet, wir leisten auf \u00e4sthetischer Ebene Widerstand gegen die Durch\u00f6konomisierung der Branche.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Ein Aphorismus ist der letzte Ring einer langen Gedankenkette.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Marie von Ebner-Eschenbach<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_90252\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"image-anchor\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/Twitter-Bird-e1628051330581.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90252 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/03\/Twitter-Bird-300x209.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"209\" aria-describedby=\"caption-attachment-90252\" \/><\/a>\r\n<p id=\"caption-attachment-90252\" class=\"wp-caption-text\">Das erste Twitter-Logo ist ein Design-Klassiker: Der blaue Vogel \u201eLarry\u201c.<\/p>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Johann Wolfgang Goethe hat erkl\u00e4rt (und Generationen von Germanisten sind ihm willf\u00e4hrig darin gefolgt), dass es \u201enur drei echte Naturformen der Poesie\u201c gebe, n\u00e4mlich \u201eEpos, Lyrik und Drama\u201c. KUNO z\u00e4hlt den Aphorismus und seinen digitalen Nachfolger unbedingt dazu.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Was die Poeten A.J. Weigoni, Joanna Lisiak und Holger Benkel als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/12\/10\/ohne-herkunft-keine-zukunft\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">Vordenker<\/span><\/a> der neuen Literaturrichtung &#8222;Twitteratur&#8220; eint, ist die Pr\u00e4gung durch einen nonkonformistischen Eigensinn.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben in diesem Jahr versucht, dies mit dem Schwerpunkt <em>Twitteratur<\/em> seit 2009 ironisch aufzubrechen. Es entstand etwas ganz Eigenes. Nicht der Kontrast zwischen Alt und Neu, auch nicht das intellektuell vergleichbar simple Nachahmen, sondern ein dritter Weg. Verfremdung bedeutet, die Dinge nicht mehr in ihrer Evidenz darzustellen, sondern die dargestellten Zust\u00e4nde erst zu entdecken, indem man sie unterbricht und so erm\u00f6glicht, sich von ihnen zu distanzieren. Die Verfremdung, durch eine solche schockhafte, retardierende Unterbrechung, f\u00fchrt also zu einem Staunen, ob der entdeckten Zust\u00e4nde, das erst die kritische, n\u00e4mlich nicht mehr in der allgemeinen Evidenz befangene, Stellungnahme des Publikums zu den Vorg\u00e4ngen, wie auch zur Art der Darstellung erm\u00f6glicht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wird Netz-Fl\u00fcchtigkeit zur Text-Fl\u00fcchtigkeit?<\/span><\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Hypertext bietet eine Erweiterung: Online-Sein hei\u00dft Verfl\u00fcchti\u00adgung, und im Glauben, alles zu erfassen, kann selbst der interessierte Leser doch nur seine Ohnmacht ange\u00adsichts der Zeichenschwemme einge\u00adstehen. Der se\u00adman\u00adtisch entris\u00adsene Text tritt als Flie\u00dftext in Kon\u00adkurrenz zu anderen Texten und Bildern, die immer auch auf den eigent\u00adlichen Text als Diskurs\u00adprodukt zur\u00fcckwirken. Auch die Text\u00adintention \u00e4ndert sich durch die mediale Verschiebung, soda\u00df die Netz-Fl\u00fcchtigkeit zur Text-Fl\u00fcchtigkeit wird. Nat\u00fcrlich kennt auch die Welt jenseits der Kunst eine vergleichbare Dichte von Information, vor allem im Internet, wo das Enzyklop\u00e4dische in kollaborativer Anstrengung zu neuem Leben erweckt wird.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufgabe von <em>Twitteratur<\/em>:<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 hat Haltung und kann auf die Frage \u201eWozu\u201c in einem Satz antworten.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 ist die Haltung der digitalen Naissance<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 versteht digitale Technologie als k\u00fcnstlerische M\u00f6glichkeit<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 versteht sich als Teil der Netzgesellschaft<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 ist wagemutig, neugierig, provozierend<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 versichert sich reflektierend der Themen der Gesellschaft<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 ist vielformatig und l\u00e4sst sich von neuen Formen inspirieren<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 kann Komplexes komplex erz\u00e4hlen<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 verwandelt sich vom Industrieliteratur zur fluiden Poesie<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 ist kollaborativ und kooperativ, bindet jeden Mitarbeiter k\u00fcnstlerisch ein<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 vernetzt sich mit der Welt und ist Zentrum eines k\u00fcnstlerischen Netzwerks<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 macht die Organisation des Online-Archivs zu einem k\u00fcnstlerischen Gebilde<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) haben sich seit 1989 als Ort der Gesellschaft verstanden, an dem sich in Gesellschaft \u00fcber Gesellschaft \u00e4sthetisch reflektieren l\u00e4sst. In dem die Themen behandelt werden, die die Menschen und die Gesellschaft bewegen und zwar mit maximaler formaler Freiheit. Die Themen, die die Menschen zum Lesen bewegen. In der Semantik des paradoxen Humors lehnt sich KUNO gegen die Zumutungen des Daseins auf. <em>Twitteratur<\/em> ist im Flu\u00df, hier die Hochkultur, dort die Allesverf\u00fcgbarkeit und auch Allesproduzierbarkeit durch das Internet &#8211; dies ist kein Gegensatz, sondern eher der Beweis f\u00fcr das Langlebige und \u00dcberzeitliche der Poesie.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Twitteratur<\/strong>, Genese einer Literaturgattung. Erweiterte Taschenbuchausgabe mit der Dokumentation des Hungertuchpreises. Herausgegeben von Matthias Hagedorn, Edition Das Labor 2019 (4. \u00fcberarbeitete Auflage).<\/p>\r\n<div id=\"attachment_98026\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-image-98026 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Twitteratur_Cover-e1645592190612.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98026\" class=\"wp-caption-text\">Das Hungertuch von Haimo Hieronymus in der Martinskirche, Linz am Rhein<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>KUNO\u00a0hat unterschiedliche Autoren zu einen Exkurs zur Twitteratur gebeten, und gl\u00fccklicherweise sind die Antworten so vielf\u00e4ltig, wie die Arbeiten dieser Autoren. Ein einf\u00fchrender Rezensionsessay von Holger Benkel in den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/03\/21\/kurze-saetze\/\">Aphorismus<\/a>. Ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>. \u00dcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/03\/16\/small-is-beautiful\/\">Vorl\u00e4ufer der Twitteratur<\/a> berichtet Maximilian Zander. Anja Wurm, sizzierte, warum Netzliteratur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=20142\">Ohne Unterla\u00df<\/a> geschieht. Ulrich Bergmann sieht das Thema in seinem Einsprengsel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21388\">ad gloriam tvvitteraturae!<\/a> eher kulturpessimistisch. F\u00fcr Karl Feldkamp ist <em>Twitteratur<\/em>: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21804\">Kurz knackig einf\u00fchlsam<\/a>. Jesko Hagen denkt \u00fcber das fragile Gleichgewicht von Kunst und Politik <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13711\">nach<\/a>. Sebastian Schmidt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=23267\">erkundet<\/a> das Sein in der Timeline. Gleichfalls zur Kurzform Lyrik haben wir Dr. Tamara Kudryavtseva vom Gorki-Institut f\u00fcr Weltliteratur der Russischen Akademie der Wissenschaften um einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22638\">Beitrag<\/a> gebeten. Mit &#8218;TWITTERATUR | Digitale K\u00fcrzestschreibweisen&#8216; betreten Jan Drees und Sandra Anika Meyer ein neues Beobachtungsfeld der Literaturwissenschaft. Und sie machen erste Vorschl\u00e4ge, wie es zu kartographieren w\u00e4re. Eine unverzichtbare <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=23810\">Lekt\u00fcre <\/a>zu dieser neuen Gattung. Maximilian Zander berichtet \u00fcber eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/12\/07\/kleinform\/\">Kleinform der spanischen Literatur<\/a>. Holger Benkel begibt sich mit seinen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/02\/grose-gedanken-im-kleinen-format\/\">Aphorismen<\/a> <em>Gedanken, die um Ecken biegen<\/em> auf ein anderes Versuchsfeld. Die Variation von Haimo Hieronymus <em>Twitteratur<\/em> ist die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/24\/die-lugen-des-anderen\/\">Kurznovelle<\/a>. Peter Meilchen beschreibt in der Reihe <em>Leben in M\u00f6glichkeitsfloskeln <\/em>die Augenblicke, da das Wahrnehmen in das Verlangen umschl\u00e4gt, das Wahrgenommene schreibend zu <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22445\">fixieren<\/a>. Sophie Reyer bezieht sich auf die Tradition der Lyrik und vollzieht den Weg <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21415\">vom Zierpen zum Zwitschern<\/a> nach. Nur auf KUNO sind die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/08\/26\/scharten-der-erinnerung\/\">Mikrogramme<\/a> von A.J. Weigoni zu finden. Gemeinsam mit Sophie Reyer pr\u00e4sentierte A.J. Weigoni auf KUNO das Projekt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19038\">Wortspielhalle<\/a>, welches mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22035\">lime_lab<\/a> ausgezeichnet wurde. Mit dem fulminanten Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26608\">Romanvernichtungsdreck! #errorcreatingtweet<\/a> setzte Denis Ulrich den vorl\u00e4ufigen Schlu\u00dfpunkt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Traum des Kritikers ist es, eine Kunst durch ihre Technik zu definieren. (Roland Barthes) Am 21. M\u00e4rz 2006 verschickte Jack Dorsey den erste \u201eTweet\u201c mit dem Inhalt \u201ejust setting up my twttr.\u201c. Dies erinnert die KUNO-Redaktion an das erste&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":103220,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,2733,3791,1031,1331,2734,44,1334,94,1934,1517,1019,1803,425,368,202,3392,533,173,52,501,1519,1286,394,1477,2682],"class_list":["post-78058","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-alexander-aciman","tag-alexander-graham-bell","tag-anja-wurm","tag-denis-ullrich","tag-emmet-rensin","tag-haimo-hieronymus","tag-herr-nipp","tag-holger-benkel","tag-jack-dorsey","tag-jan-drees","tag-jesko-hagen","tag-joanna-lisiak","tag-johann-wolfgang-goethe","tag-karl-feldkamp","tag-karl-kraus","tag-marie-von-ebner-eschenbach","tag-matthias-hagedorn","tag-maximilian-zander","tag-peter-meilchen","tag-roland-barthes","tag-sandra-anika-meyer","tag-sebastian-schmidt","tag-sophie-reyer","tag-tamara-kudryavtseva","tag-timothy-garton-ash"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78058"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78058\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107094,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78058\/revisions\/107094"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/103220"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}