{"id":77953,"date":"2021-03-26T00:01:18","date_gmt":"2021-03-25T23:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=77953"},"modified":"2022-06-20T18:05:20","modified_gmt":"2022-06-20T16:05:20","slug":"wenn-er-zu-hause-ist-ist-wieder-alles-zu-ende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/26\/wenn-er-zu-hause-ist-ist-wieder-alles-zu-ende\/","title":{"rendered":"\u201eWenn er zu Hause ist, ist wieder alles zu Ende\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nun schon eine Weile her, dass die Langversion von Falladas Bestseller \u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c beim Aufbauverlag erschienen ist.\u00a0 Ich musste das Buch mehrmals lesen und zwischendurch das Gelesene sacken lassen, um eine Meinung bilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c von Hans Fallada war 1932 ein Weltbestseller, es hatte dem damals jungen Schriftsteller unerwartet Geld und Ruhm eingebracht. Aber Fallada selbst sah den \u201eKleinen Mann\u201c zeitlebens als sein \u201eschw\u00e4chstes Buch\u201c an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder kennt die Story: Johannes Pinneberg und seine Emma, genannt L\u00e4mmchen, heiraten und ziehen zusammen, weil L\u00e4mmchen schwanger ist. Zuerst leben sie in Ducherow in Pommern, dann ziehen sie um nach Berlin. Hier, im Berlin der Weltwirtschaftskrise, kommt dann das Kind, der Murkel, auf die Welt, und Pinneberg wird, wie so viele, arbeitslos. Doch er hat sein L\u00e4mmchen; das ganze Buch ist eigentlich eine Liebesgeschichte, eine Geschichte, die sich ganz eng nur um ein Paar dreht und in der sich dieses Paar immerzu nur um sich selbst dreht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u201eKleine Mann\u201c, so, wie ich ihn kannte, war ein relativ d\u00fcnner Roman, die Szenen und die Dialoge nur angedeutet, angezeichnet, vorskizziert, vorschraffiert, aber nicht ausgemalt, alles blieb irgendwie vage und im Symbolischen, um dieses Duozentrische zu erhalten: Pinneberg und sein L\u00e4mmchen, kein Blatt passt dazwischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich, so begriff ich sp\u00e4ter, als ich Falladas weitere Romane las, ist dies nicht typisch f\u00fcr ihn, dieses Anskizzieren und Nicht-Ausf\u00fchren der Szenen. Fallada war kein Bleistiftzeichner, der alles schwarzwei\u00df angedeutet stehenlie\u00df; Fallada nahm f\u00fcr gew\u00f6hnlich Wasserfarben und Pinsel zur Hand und malte jede Szene, auch die kleinste, detailgetreu aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in diesem Sinn ist die Long Version von \u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c nun tats\u00e4chlich ein richtiger Fallada. Es handelt sich dabei um das Originalmanuskript, das Fallada 1932 bei Rowohlt abgegeben hatte und das dann Opfer wurde von sehr umfangreichen Streichungen. In dem Buch, wie es dann gedruckt und zum Bestseller wurde, fehlte mindestens ein Viertel des Textes aus Falladas handschriftlichem Manuskript.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst jetzt hat der Aufbauverlag das ganze Manuskript, ohne K\u00fcrzungen und Streichungen, publiziert. Und wenn man es genau liest, merkt man: nicht nur die Szenen im Berliner Nachtleben sind neu, in denen Pinneberg und L\u00e4mmchen mit Jachmann um die H\u00e4user ziehen und mit denen der Verlag am meisten Werbung macht &#8211; nein, auf jeder Seite gibt es Neues zu entdecken, bei jedem Dialog ist mindestens die H\u00e4lfte neu, und auch in den erz\u00e4hlenden Teilen kommen dem Leser oft ganze Seiten unbekannt vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem hat Johannes Pinneberg an Format gewonnen. Er, der in der bisher bekannten Version oft nur als \u201etalmieleganter Garnichts\u201c r\u00fcberkommt, als ein Weichei ohne R\u00fcckgrat, ohne Geschichte, ohne Eigenschaften, der wird in der Long Version endlich zum Mann. Er ist nicht mehr so auf sein L\u00e4mmchen fixiert, er betrinkt sich auch mal, \u00e4rgert sich \u00fcber seine Frau, wir lernen sein Vorleben kennen, seine W\u00fcnsche, seine Tr\u00e4ume, seine Kindheit, seine sexuellen Eskapaden; und als ihn der Kollege Ke\u00dfler mobbt, schnappt Pinneberg auch nicht mehr nur hilflos nach Luft, sondern schnappt sich Ke\u00dfler und haut ihm eine runter. Immerhin: Johannes Pinneberg soll ja Berliner sein, und daher fand ich es fr\u00fcher seltsam, dass er so blass gezeichnet war, so s\u00fcnden- und erfahrungslos. Er kam r\u00fcber als ein Mickerling, ein schlechter Verk\u00e4ufer und noch schlechterer Buchhalter in Ducherow, der nur durch das Madonnenhafte seiner Frau hell erschien &#8211; er selbst schien gar kein inneres Leuchten zu haben, so neurotisch, verklemmt, angespannt und \u00e4ngstlich war er. Erst L\u00e4mmchen schien ihm den Lebensatem einzuhauchen. In der Long Version nun bekommt Pinneberg endlich Charakter und Reife.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegenzug verliert L\u00e4mmchen ihren Madonnenstatus, und durch die viel ausf\u00fchrlicheren Gespr\u00e4chsszenen zeigt sich, dass sie durchaus nicht heiliggesprochen werden muss, wie sie dies von der Rezeption teilweise wurde. Sie wurde oft charakterisiert als ein Vorbild an Empathie und innerer Gr\u00f6\u00dfe, und es wurde oft geschrieben, dass es eigentlich L\u00e4mmchen sei, die ihren Mann gradehielte und vor dem Schlimmsten bewahre, weil sie so unneurotisch und so \u201elebensklug\u201c sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Lesen der Long Version hat sich dieses Bild f\u00fcr mich von Grund auf gewandelt. Mir kommt L\u00e4mmchen nicht lebensklug und empathisch, sondern emotional, naiv, sentimental vor, und die Sichtweise muss erlaubt sein: nicht sie ist es, die Pinneberg durch ihre G\u00fcte und Liebe vor dem Schlimmsten bewahrt, sondern durch ihre weltfremde Naivit\u00e4t und Verliebtheit rutscht Pinneberg hingegen immer tiefer hinein in den sozialen Abstieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4mmchens st\u00e4ndig wiederholtes Mantra hinsichtlich der Arbeitslosigkeit (\u201ewas andere k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir auch\u201c), deutet Carsten Gansel im Nachwort als \u201eVertrauen in die gemeinsame Kraft\u201c, aber f\u00fcr mich ist das weniger Vertrauen, sondern vielmehr Ausdruck von Naivit\u00e4t und verliebter Realit\u00e4tsblindheit. Vor allem, da deutlich wird, dass es eben L\u00e4mmchen ist, die nicht kann, \u201ewas alle k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4mmchen ist es, die nicht haushalten kann; L\u00e4mmchen ist es, dank der das Gehalt am 21. des Monats alle ist; L\u00e4mmchen ist es, die ohne seine Einwilligung an seine Mutter schreibt; L\u00e4mmchen ist es auch, die dann in Berlin die unm\u00f6gliche Wohnung mietet, durch die man st\u00e4ndig Angst haben muss, dass die Polizei dahinterkommt; L\u00e4mmchen ist es, die ihrem Mann irrationale Tr\u00e4ume ins Hirn setzt (Stichwort Frisierkommode); L\u00e4mmchen ist es, die sich nicht entschlie\u00dfen kann, wegzuziehen, auch als ihr Mann arbeitslos ist; und L\u00e4mmchen ist es dann, die ihrem Mann drau\u00dfen in der Laube am Ende des Buches verbietet, mit Kumpels zum Holzholen (= Holzklauen) zu gehen. L\u00e4mmchen und ihre hohe Moral.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4mmchen ist tats\u00e4chlich nicht sehr lebenspraktisch, sondern vertr\u00e4umt, unrealistisch und romantisch und bringt so ihren Mann nicht gerade vorw\u00e4rts, im Gegenteil: sie ist oft ein Hemmschuh. Am Ende, als Pinneberg in Berlin seine St\u00fctze abgeholt hat und wieder auf den Zug nach Hause in die Laube m\u00fcsste, da will er nun nicht nach Hause, denn: \u201eWenn er zu Hause ist, ist wieder alles zu Ende.\u201c Und er \u00fcberlegt, ob er es sich leisten kann, zu einer Nutte zu gehen, weil er mal wieder mit jemandem reden muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher: Pinneberg liebt sein L\u00e4mmchen, und er verteidigt sie auch energisch &#8211; aber dadurch, dass die beiden in der langen Version viel mehr miteinander reden, hat man jetzt nicht mehr den Eindruck, dass sie \u00fcber allem steht. Fr\u00fcher dachte ich oft: armer Pinneberg, ohne L\u00e4mmchen f\u00e4llst du zusammen wie eine Gummiente, aus der man die Luft rausgelassen hat &#8211; hier hat man eher den Gedanken, dass L\u00e4mmchen Pinneberg zu einer Gummiente macht, indem sie ihm Luft entzieht. \u00a0L\u00e4mmchens S\u00e4tze wirken durch die Redundanz nicht mehr so sehr wie weise Worte einer weisen Frau, sondern eben wie das verliebte Gew\u00e4sch eines jungen, unerfahrenen M\u00e4dchens vom Lande.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist hier noch etwas, das bisher kaum in der Rezeption auftauchte: Der Murkel, das Kind von Pinneberg und seinem L\u00e4mmchen, wird nach den damals \u00fcblichen autorit\u00e4ren Erziehungsma\u00dfst\u00e4ben erzogen, und es wird im Roman sehr deutlich, wie Eltern, die eigentlich alles richtig machen m\u00f6chten bei ihrem Kind, von Anfang an alles falsch machen. Sie lassen das Kind br\u00fcllen; sie wickeln und f\u00fcttern es rigoros nach Zeitplan und nicht nach den Bed\u00fcrfnissen des Kindes; und die Art, wie sie \u00fcber das Baby denken, zeigt, wie unmenschlich die damalige \u201eschwarze P\u00e4dagogik\u201c war: \u201eDer Murkel ist erst ein gutes halbes Jahr alt, der sieht noch nichts, der h\u00f6rt noch nichts, der spielt noch mit nichts.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist interessant, dass im Zusammenhang mit dem Murkel kaum Textk\u00fcrzungen gemacht wurden. Bei den Passagen im Berliner Nachtleben und denen in der Berliner FKK-Szene, bei den Beschreibungen des Nazis Lauterbach und bei denen \u00fcber Pinnebergs sexuelles Vorleben: da schien man der Ansicht zu sein, m\u00f6glicherweise Leser zu verprellen, weshalb man hier t\u00fcchtig k\u00fcrzte; bei den Beschreibungen, wie Pinnebergs mit ihrem Baby umgehen, sah man hingegen keinen Stein des Ansto\u00dfes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schade, dass die Originalversion von \u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c vom Aufbauverlag Berlin herausgebracht wird. Dieser Verlag reitet seit dem Welterfolg von \u201eJeder stirbt f\u00fcr sich allein\u201c 2011 auf der Fallada-Welle und hat s\u00e4mtliche Werke Falladas neu herausgegeben &#8211; allerdings unsauber redigiert, mit l\u00e4cherlichen, unrichtigen, sensationsheischenden Klappentexten versehen und ohne jedes kritisch-editorische Beiwerk. So ist leider auch dieses Buch eine literaturwissenschaftlich schlampige Arbeit geworden. Das Manuskript wurde durch den Scanner gejagt, anschlie\u00dfend wurde die neue Rechtschreibung dr\u00fcbergedroschen, und was von der Software nicht erkannt wird, weil es fehlerhaft eingescannt wurde, bleibt so stehen &#8211; fertig ist der neue Fallada. Auch wenn dies \u00fcberspitzt klingt, so ist doch auch bei diesem Buch deutlich, dass sich der Aufbauverlag im Zusammenhang mit Hans Fallada wenig um literaturwissenschaftliche und historische Genauigkeit schert. Es wird nirgends vermerkt, was neu ist und was nicht &#8211; Fu\u00dfnoten und ein kritisch-editorischer Anhang scheinen beim Aufbauverlag unbekannt zu sein. Das weitschweifige Nachwort von Carsten Gansel macht das nicht wett &#8211; Gansel quatscht von Charlie Chaplin, Robinson Crusoe und \u201eCl\u00e4rchens Ballhaus\u201c (Dinge, die in der Long Version des Romans auftauchen), er quatscht auch lang und breit \u00fcber Falladas Leben, aber was wichtig gewesen w\u00e4re, fehlt wie immer: ein literaturwissenschaftlich-kritisches Nachwort.Wer genau wissen will, wo der neue \u201eKleine Mann\u201c anders ist als der alte, muss notgedrungen beide Ausgaben nebeneinanderlegen und parallel Seite um Seite pr\u00fcfen. Es w\u00e4re sinnvoll gewesen, wenn der Aufbauverlag hier gleich eine kommentierte und mit Anmerkungen versehene Edition erarbeitet h\u00e4tte, in der man auch die \u00c4nderungen der neuen Rechtschreibung h\u00e4tte kenntlich machen k\u00f6nnen. Dadurch, dass der Aufbauverlag dies penetrant unterl\u00e4sst, geht er mit Hans Falladas Werk genauso respektlos um, wie es auch in fr\u00fcheren Jahrzehnten der Rezeption geschehen ist &#8211; frei nach dem Motto: Hans Fallada ist ein \u201eVolksschriftsteller\u201c und daher einer historisch-kritischen Werksedition nicht w\u00fcrdig. Traurig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem empfehle ich die Lekt\u00fcre von \u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c, dem Longplayer, jedem Fallada-Freund und dem, der es werden m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>Kleiner Mann &#8211; was nun<\/strong>?, von Hans Fallada. Aufbau-Verlag Berlin 2016<\/p>\n<div id=\"attachment_77958\" style=\"width: 185px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77958\" class=\"wp-image-77958 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover-175x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover-175x300.jpeg 175w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover-260x447.jpeg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover-160x275.jpeg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Kleiner-Mann_Cover.jpeg 349w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-77958\" class=\"wp-caption-text\">Erstmals in der Langversion ver\u00f6ffentlicht<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192 Es ist nicht \u00fcbertrieben, wenn man N\u00ed Gudix als Fallada-Expertin bezeichnet. Daher weist die KUNO-Redaktion gern auf ihr Taschenbuch \u201eDer Schein, das Sein und das Nichts: Gedanken zum Menschen und zur Menschenw\u00fcrde anhand der B\u00fccher von Hans Fallada\u201c hin, das in 2012 erschienen ist. Die Autorin setzt sich in dem 120 seitigen Essay f\u00fcr diesen \u201eVolksschriftsteller\u201c ein. Sie liest seine Werke &#8211; vor allem <em>Kleiner Mann &#8211; was nun?<\/em> oder <em>Der eiserne Gustav<\/em> &#8211; nicht als \u201eunpolitische\u201c, \u201evolkst\u00fcmliche\u201c Unterhaltungsromane. F\u00fcr Gudix war Fallada kein Binsenautor, er schrieb auch keine fr\u00f6hlichen Rei\u00dfbrett-Schmonzetten, wie diese Begriffe irrt\u00fcmlich suggerieren, im Gegenteil &#8211; nach ihren Verst\u00e4ndnis war er ein Meister der Menschenkenntnis, er sah in die tiefsten menschlichen Abgr\u00fcnde hinab und versuchte in all seinen B\u00fcchern, das Wesen der Menschlichkeit festzuhalten. Seinen Gestalten blickt er in die Seele und macht sie so zeitlos; seine Werke sind deshalb verst\u00f6rend, weil sich die Leser in ihnen selbst wiederfinden. Auch findet man darin &#8211; wenn man genau hinliest &#8211; die Ursachen des Holocaust dargelegt: Mangel an Empathie, Lebensangst, die soziale K\u00e4lte, ein Sich-Verschanzen hinter der Moral. N\u00ed Gudix versucht Hans Fallada die Gr\u00f6\u00dfe zur\u00fcckzugeben, die er verdient hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es ist nun schon eine Weile her, dass die Langversion von Falladas Bestseller \u201eKleiner Mann &#8211; was nun?\u201c beim Aufbauverlag erschienen ist.\u00a0 Ich musste das Buch mehrmals lesen und zwischendurch das Gelesene sacken lassen, um eine Meinung bilden zu&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/26\/wenn-er-zu-hause-ist-ist-wieder-alles-zu-ende\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":207,"featured_media":99634,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2771,2608],"class_list":["post-77953","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-hans-fallada","tag-ni-gudix"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/207"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77953"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103755,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77953\/revisions\/103755"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99634"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}