{"id":7795,"date":"2003-10-12T00:01:19","date_gmt":"2003-10-11T22:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7795"},"modified":"2022-11-06T16:03:29","modified_gmt":"2022-11-06T15:03:29","slug":"mann-o-mann-bildhafte-emanzipation-anregungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/10\/12\/mann-o-mann-bildhafte-emanzipation-anregungen\/","title":{"rendered":"Mann o Mann \u2013 BILDhafte Emanzipation, Anregungen"},"content":{"rendered":"<address style=\"padding-left: 60px;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: right; line-height: 15.0pt;\"><span style=\"color: #999999;\"><em><span lang=\"X-NONE\" style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Verdana',sans-serif;\">Ich k\u00f6nnte mir denken, dass ein Mensch,<\/span><\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right; line-height: 15.0pt;\"><span style=\"color: #999999;\"><em><span lang=\"X-NONE\" style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Verdana',sans-serif;\">der etwas Kostbares und Verletzliches zu bergen h\u00e4tte,<\/span><\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right; line-height: 15.0pt;\"><span style=\"color: #999999;\"><em><span lang=\"X-NONE\" style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Verdana',sans-serif;\">grob und rund wie ein gr\u00fcnes altes schwerbeschlagenes Weinfa\u00df<\/span><\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"text-align: right; line-height: 15.0pt;\"><span style=\"color: #999999;\"><em><span lang=\"X-NONE\" style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Verdana',sans-serif;\">durchs Leben rollte; die Feinheit seiner Scham will es so.<\/span><\/em><\/span><\/address>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt; text-align: right; line-height: 15.0pt;\" align=\"right\"><span style=\"font-size: 11pt; font-family: 'Verdana', sans-serif; color: #999999;\">Friedrich Nietzsche<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/HirnHoden.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7805\" title=\"HirnHoden\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/HirnHoden-270x300.gif\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/HirnHoden-270x300.gif 270w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/HirnHoden-923x1024.gif 923w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/HirnHoden.gif 1773w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a>Wer mag sie nicht, die Klugen und Witzigen \u2013 sie d\u00fcrfen ruhig auch ein bisschen b\u00f6se sein. Vor allem wenn es um die schwierige Abhandlung heilloser Verwirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen geht, die hormonellen T\u00e4nze, die <em>Liebesbl\u00f6digkeiten<\/em>, wie Wilhelm Genazino sie in seinem 2007 erschienenem Roman, der auf leisen Sohlen auftritt und die Widerhaken heiter streut, behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darf man als Essayistin von Behandlung sprechen?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Welchen Bildraum er\u00f6ffnet das beim Leser und der Leserin?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Portbou_011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7862 alignright\" title=\"220px-Portbou_011\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Portbou_011.jpg\" alt=\"Portr\u00e4t Benjamins am Eingang des Geb\u00e4udes der Walter-Benjamin-Stiftung in Portbou\" width=\"220\" height=\"165\" \/><\/a>Bildraum als Begriff nach Walter Benjamin von Tom Holert\u00a0 (*1962), einem deutschen Kunsthistoriker und Bildwissenschafter aufgegriffen, meint die Gesamtheit der Prozesse und Netzwerke in denen Bilder zirkulieren und Bild-Ereignisse entstehen, in dem die erlebbaren Zusammenh\u00e4nge bildhaft komplex vor Augen gef\u00fchrt werden, die ansonsten in m\u00fchsamen Sprachanalysen Spur f\u00fcr Spur (weil linear) ent-wickelt werden m\u00fcssen, um die dahinter liegenden Informationen an Bedeutungen frei zu legen. Benjamins Bildbegriff hebt sich also wohltuend vom Sujet des Abbildes ab, auch wenn die \u203aWirklichkeit\u2039 sprachlich bearbeitet, schon immer eine durch die Sinne &#8211; die Augen im speziellen &#8211; wahrgenommene ist. In diesem Zusammenhang liegt es nahe, dass die Bilderproduktion nach Benjamin nicht ins Hoheitsgebiet des \u203aIchs\u2039 f\u00e4llt. Von der stummen Sprache der Dinge unterscheidet er die benennende Sprache des Menschen und die des g\u00f6ttlichen Wortes, eine Dreiheit an Ausformulierung, was der\u00a0 m\u00e4nnlichen Aufbereitung (dem m\u00e4nnlichen Dreibein von zwei Hoden und einem Glied dazwischen) entspricht. Vielleicht leben deshalb auch heute noch viel mehr M\u00e4nner als Frauen eine Menage \u00e0 trois, mit unterschiedlichen Geliebten, mit unterschiedlichen Funktionsanspr\u00fcchen an solche und \u00e4hnliche \u203aDreiheiten\u2039. In Genazinos Roman schleicht sich das Alter situativ und als unbarmherziger Zensor f\u00fcr einen freischaffenden Apokalypse-Spezialisten ein.\u00a0 Tabulos gelebte Zonen bricht es auf und fordert Entschl\u00fcsse ein. Die m\u00e4nnlichen M\u00fchen mit der Liebe und dem Leben wurden postpubert\u00e4r zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, was eine zunehmend unterschwellige \u00dcberforderung mit sich bringt. Auseinandersetzung mit l\u00e4ngst f\u00e4lligen Pflichten, wie dem jahrelang aufgeschobenem Besuch auf dem Friedhof um nach dem Grab der Eltern zu sehen, l\u00e4sst m\u00e4nnliche fantasievolle Umgehung derselben\u00a0 wie einen kratzig-charmanten Dreitagebart sprie\u00dfen. In diesem fokussierte Bild in dem eine Pluralit\u00e4t an Deutungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber die Figur generiert wird, er\u00f6ffnet sich ein Bildraum als eine Aktivit\u00e4t: der Leser\/ die Leserin kan sich in ihn hineinbegeben, das vertraute Bild der irritativen Unrasur als T\u00fcr\u00f6ffner. Dahinter weitet sich der freie Raum zum Experimentieren mit sich selbst, dem Weltverst\u00e4ndnis und den je eigenen Lebenserfahrungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_7904\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Tower-207x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7904\" class=\"size-full wp-image-7904\" title=\"Tower-207x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Tower-207x3001.jpg\" alt=\"Quelle: ld:http:\/\/www.nilspeters.com\/\" width=\"207\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7904\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.nilspeters.com\/<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem die Unterbrechung des Erz\u00e4hlstromes des bisher abgespulten Gedankenfilms durch Interventionen \u2013 \u00e4hnlich dem Einschieben von Songs als Unterbrechung der Handlung in Brechts Dreigroschenoper \u2013 l\u00e4sst eine Analogie zu Benjamins Theorie des Denkens in Bildern bringen. Der jeweils stillgelegte Prozess der f\u00fcr einen Moment fixiert wird, um Eigenst\u00e4ndiges und Neuartiges erscheinen zu lassen, ist auch d i e Weise, die nicht nur das Publikum \u203aschockt\u2039 mit der Unterbrechung, sondern es auch zu gedanklicher Aktivit\u00e4t anregt, zum Staunen bringt. So manche Beziehungs-\u203aUnterbrechung\u2039 k\u00f6nnte \u2013 so nicht als b\u00f6swilliges Trennungsurteil ausgelegt \u2013 Zust\u00e4nde entdeckbar machen, die vor der Unterbrechung des Ablaufs des gemeinsamen Liebeslebens so nicht gesehen werden konnten. An der Umbruchstelle werden Bilder zu Informationen und Informationen zu Bildern. Diese Nahtstelle gilt es zu verstehen, den Finger darauf zu legen. Durch gelegentliches unkonventionelles Auseinander- oder \u00dcbereinanderschieben\u00a0 l\u00e4sst sich das Gewebe erkennen, aus dem sich der Bildraum \u203arealisiert\u2039: Spiele einem eingespielten Fachmann (ob aus der Psycholog- Soziolog- oder P\u00e4dagogInnenecke) seinen Film vor. Er wird trotz Beherrschung seiner Technik \u2013 oder gerade deswegen -blindfleckig reagieren. Erst der Schock eines Bruches im gewohnten Ablauf wird auch ihn \u203aaus der Fassung\u2039 des Einge\u00fcbten bringen, eine Ver\u00e4nderung bewirken. Das Nicht- Subsumierte erh\u00f6ht die Tiefensch\u00e4rfe und verst\u00e4rkt den kommunikativen Gebrauch von Bildern und Bildhaftigkeit des Handelns und Verstehens. Das Visuelle suggeriert an den \u203aNahtstellen\u2039, dort wird Phantasmatisches angeregt, dort zerf\u00e4llt die (auch je eigene) Geschichte in Bilder. Doch Bilder schweigen. Sobald sie von Menschen angeschaut werden, fangen sie an zu sprechen, l\u00f6sen historische Texte aus, Betrachter und Betrachtendes fallen in eins zusammen. Widerstand bei der sprachlichen Aus-einander-Setzung ist vorprogrammiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Schweine1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7809 alignright\" title=\"Schweine\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Schweine1-300x181.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"181\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Schweine1-300x181.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Schweine1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zeige mir deine Bilder, und ich antworte dir in Bildern, was du f\u00fchlst, und verweise gleichnishaft auf das, was du mit Denken abwehrst. So oder \u00e4hnlich k\u00f6nnte eine effizientere Reflexion vor sich gehen. Der Protagonist in <em>Liebesbl\u00f6digkeit<\/em> bringt als erstes (Erinnerungs-)Bild den ersten Schultag im Gymnasium und wie eine \u00c4rztin die Knaben in alphabetischer Reihenfolge aufruft, um jeden Jungen in die Hosen zu greifen, am Penis vorbei die Hoden sucht f\u00fcr eine Untersuchung. Dieses Bild taucht auf, als er mit dem Auftrag, ein paar Pfirsiche und eine Salami f\u00fcr den Abend mit einer seiner Nebenfiguren zu besorgen, unterwegs ist. Ihre Heiratsangebote lassen ihn zwar immer wieder erzittern, das Durcheinander seines Liebeslebens mit dem Ausweichen auf andere Freundinnen jedoch nicht erkennen. Da hilft auch nicht die Visite bei einem Arzt, der ihm zart eine These \u00fcber seine Schwierigkeiten vermitteln m\u00f6chte. Mit dem kleinen Ekel leben wir, sagt er, den gro\u00dfen k\u00f6nnen wir nicht fassen. Wenn einer in nachtschwarze Abgr\u00fcnde m\u00e4nnlichen Daseins tauchen kann, dann ist es B\u00fcchnerpreistr\u00e4ger (2004) Wilhelm Genazino, der gezielt absichtslos sich dem Provisorischem zugeneigt und dem Beil\u00e4ufigen verbunden f\u00fchlt. Die Spannung bleibt \u2013 wie im Leben- in diesem handlungsintensiven Roman bis zuletzt und gibt \u203areale\u2039 Einblicke in einen Entwicklungsstrang eines Mannes, der beabsichtigte (s)eine Ver\u00e4nderung einfach zu leben, wie die meisten sich \u203aeinfach\u2039 gebenden M\u00e4nner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7867\" title=\"Genazino_23_MR.indd\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover-183x300.jpg 183w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Cover.jpg 397w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>Erfahrungsm\u00e4\u00dfig erworbene und angelesene Frauen- und M\u00e4nnerbilder, fein s\u00e4uberlich getrennte au\u00dferhalb und integrierte innerhalb unseres Wesens, sie alle ber\u00fchren unser Sprachzentrum, das Bilder nicht gehen l\u00e4sst ohne mit einem Text zu versehen. Sprache hat im Sinne Walter Benjamins, dem deutschen Philosophen und Literaturkritiker (1892\u20131940) eine vornehmere Aufgabe als nur die \u00dcbermittlung von Information. Mit seinem Anliegen gegen den verk\u00fcrzten Sprachbegriff vorzugehen, sind f\u00fcr ihn Worte keine Vehikel zur \u00dcbermittlung, sondern mit ihnen ist das sprachliche Wesen da. Die Unmittelbarkeit der Sprache hat f\u00fcr ihn den enth\u00fcllenden und offenbarenden Charakter. Hier trifft eine wohltuende Parallele zur Psychoanalyse ein: der Patient \/die Patientin ordnet die sprachlichen Bruchst\u00fccke ihrer Traumbilder neu und wertet sie und sich selbst damit um. Die Herrschaft der Vergangenheit \u00fcber die Gegenwart, wie der Zeitgenosse Sigmund Freud in seinen Theorien und wissenschaftlichen Versuchen thematisierte, drehte der vielseitige Gelehrte Benjamin jedoch um und forderte ein Bewusstsein daf\u00fcr, dass man ihr nicht ausgeliefert sei. Er zeigte sogar, dass sie als Verb\u00fcndete aufgegriffen werden kann, auch wenn man\/frau \u00fcber die eine oder andere H\u00fcrde stolpert, die das Leben so mit sich bringt oder mittels Mitmenschen an eine\/n herangetragen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit <em>Wenn wir Tiere w\u00e4ren<\/em> bringt Genazino 2011 einen Roman heraus, in dem wir wie eine Ente im Park, oder ein freundlicher Hund auf dem Sofa, die t\u00e4glichen Zumutungen einfach als fremde Bilder gelassen \u00fcbersehen k\u00f6nnten. In diesem skurrilen aber vergn\u00fcglichem Erz\u00e4hlst\u00fcck \u00fcber die Extreme m\u00e4nnlicher Lebensbew\u00e4ltigungen, wenn das heikle Gleichgewicht ins Schwanken kommt, auch wenn alles was wunderbar da ist, dennoch den Moment erzeugt nicht mehr weiter zu wissen mit sich und dem anderen Geschlecht, fordert die Semantik der anderen Gattung heraus, dort nicht aufh\u00f6ren zu lieben, wo man nichts mehr versteht. Bilder ben\u00f6tigen oft einer Beleuchtung, die sich der Alltagsroutine widersetzt, einen \u201eTigersprung ins Vergangene\u201c (Benjamin) ansetzt, um wieder zum Tierischen zu kommen, das auch in uns angelegt ist, wenngleich nicht immer zum \u203aTierisch-ernst-Nehmen\u2039.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Klee_Angelus_novus1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7865 alignright\" title=\"220px-Klee,_Angelus_novus\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/220px-Klee_Angelus_novus1.png\" alt=\"Angelus novus von P. Klee (1920)\" width=\"220\" height=\"287\" \/><\/a>K\u00fcnstlerische Forschung als theoretisch und praktisch betriebener Gegenstand, als diskursive Praxis, in denen bestimmte k\u00fcnstlerische Formen einen Wissenstransfer bewerkstelligen, die sich jenseits von festgelegten Paradigmen ansiedeln, bed\u00fcrfen der st\u00e4ndigen Unterf\u00fctterung. Nicht an die Figuren selbst heftet sich die Hoffnung, sondern an die mit der Instanz des Erz\u00e4hlers verbundenen Darbietung im Werk. Im einst von Benjamin 1921 erworbenen Bild von Paul Klee \u2013 <em>Angel Novusin<\/em> \u2013, einem Denkbild, in dem der <em style=\"text-align: justify;\">Engel der Geschichte\/n r\u00fcckw\u00e4rts in die Zukunft treibt<\/em> (Benjamin) \u2013 ist das Bild der Umkehr enthalten, das Zusammensetzen von zerschlagenen Tr\u00fcmmern, die in den Himmel wachsen. Das Paradoxe, sich von etwas zu entfernen, auf das man\/Mann eigentlich starrt, ist ein Vorstellungsbild, das in sich unvereinbare Haltungen darstellt, das an die Stelle des urspr\u00fcnglichen Wunsches subjektiven Begehrens eine Pattstellung entstehen l\u00e4sst mit bequemen Ausweichbildern und\/oder in sich gedrehten\/verdrehten Kippbildern. Mit dem Wunsch nach Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Objektes? Einen Impuls zum Innehalten f\u00fcr ein Einlassen in Eigenst\u00e4ndigkeit (emancipare)\u00a0 enth\u00e4lt es allemal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=51602\">Zarathustra \u2022 Revisited<\/a>\u201e. Z\u00e4hlung, Dichtung, Diagramme. Visualisiert von Hartmut Abendschein. Und Thomas N\u00f6ske versucht <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=70592\">mit diesem Essay<\/a> mit Nietzsche fertig zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Ich k\u00f6nnte mir denken, dass ein Mensch, der etwas Kostbares und Verletzliches zu bergen h\u00e4tte, grob und rund wie ein gr\u00fcnes altes schwerbeschlagenes Weinfa\u00df durchs Leben rollte; die Feinheit seiner Scham will es so. Friedrich Nietzsche Wer mag sie&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/10\/12\/mann-o-mann-bildhafte-emanzipation-anregungen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":25,"featured_media":99342,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[447,469,895,428,894],"class_list":["post-7795","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-friedrich-nietzsche","tag-ju-sophie-kerschbaumer","tag-tom-holert","tag-walter-benjamin","tag-wilhelm-genazino"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/25"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7795"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104191,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7795\/revisions\/104191"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99342"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}