{"id":77832,"date":"2023-11-29T00:01:04","date_gmt":"2023-11-28T23:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=77832"},"modified":"2025-01-05T12:48:06","modified_gmt":"2025-01-05T11:48:06","slug":"das-leben-der-studenten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/11\/29\/das-leben-der-studenten\/","title":{"rendered":"Das Leben der Studenten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt eine Geschichtsauffassung, die im Vertrauen auf die Unendlichkeit der Zeit nur das Tempo der Menschen und Epochen unterscheidet, die schnell oder langsam auf der Bahn des Fortschritts dahinrollen. Dem entspricht die Zusammenhanglosigkeit, mangelnde Pr\u00e4zision und Strenge der Forderung, die sie an die Gegenwart stellt. Die folgende Betrachtung geht dagegen auf einen bestimmten Zustand, in dem die Historie als in einem Brennpunkt gesammelt ruht, wie von jeher in den utopischen Bildern der Denker. Die Elemente des Endzustandes liegen nicht als gestaltlose Fortschrittstendenz zutage, sondern sind als gef\u00e4hrdetste, verrufenste und verlachte Sch\u00f6pfungen und Gedanken tief in jeder Gegenwart eingebettet. Den immanenten Zustand der Vollkommenheit rein zum absoluten zu gestalten, ihn sichtbar und herrschend in der Gegenwart zu machen, ist die geschichtliche Aufgabe. Dieser Zustand ist aber nicht mit pragmatischer Schilderung von Einzelheiten (Institutionen, Sitten usw.) zu umschreiben, welcher er sich vielmehr entzieht, sondern er ist nur in seiner metaphysischen Struktur zu erfassen, wie das messianische Reich oder die franz\u00f6sische Revolutionsidee. Die jetzige historische Bedeutung der Studenten und der Hochschule, die Form ihres Daseins in der Gegenwart, verlohnt also nur als Gleichnis, als Abbild eines h\u00f6chsten, metaphysischen, Standes der Geschichte beschrieben zu werden. Nur so ist sie verst\u00e4ndlich und m\u00f6glich. Solche Schilderung ist kein Aufruf oder Manifest, die eines wie das andere wirkungslos geblieben sind, aber sie zeigt die Krisis auf, die im Wesen der Dinge liegend zur Entscheidung f\u00fchrt, der die Feigen unterliegen und die Mutigen sich unterordnen. Der einzige Weg, \u00fcber die historischen Stelle des Studententums und der Hochschule zu handeln, ist das System. Solange mancherlei Bedingungen hierzu versagt sind, bleibt nur, das K\u00fcnftige aus seiner verbildeten Form im Gegenw\u00e4rtigen erkennend zu befreien. Dem allein dient die Kritik.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">An das Leben der Studenten tritt die Frage nach seiner bewu\u00dften Einheit heran. Sie steht am Anfang, denn es f\u00f6rdert nicht, im Studentenleben Probleme zu unterscheiden \u2013 Wissenschaft, Staat, Tugend \u2013, wenn ihm der Mut fehlt, sich \u00fcberhaupt zu unterwerfen. Das Auszeichnende im Studentenleben ist in der Tat der Gegenwille, sich einem Prinzip zu unterwerfen, mit der Idee sich zu durchdringen. Der Name der Wissenschaft dient vorz\u00fcglich, eine tiefeingesessene, verb\u00fcrgerte Indifferenz zu verbergen. Das studentische Leben an der Idee der Wissenschaft messen, bedeutet keineswegs Panlogismus, Intellektualismus \u2013 wie man zu f\u00fc[r]chten geneigt ist \u2013, sondern das ist immanente Kritik, da zu allermeist die Wissenschaft als der eherne Wall der Studenten gegen \u201efremde\u201c Anspr\u00fcche aufgef\u00fchrt wird. Also es handelt sich um innere Einheit, nicht um Kritik von au\u00dfen. Hier ist die Antwort gegeben mit dem Hinweis, da\u00df f\u00fcr die allermeisten Studenten die Wissenschaft Berufsschule ist. Weil \u201eWissenschaft mit dem Leben nichts zu tun hat\u201c, darum mu\u00df sie ausschlie\u00dflich das Leben dessen gestalten, der ihr folgt. Zu den unschuldig-verlogensten Reservaten vor ihr geh\u00f6rt die Erwartung, sie m\u00fcsse X und Y zum Berufe verhelfen. Der Beruf folgt so wenig aus der Wissenschaft, da\u00df sie ihn sogar ausschlie\u00dfen kann. Denn die Wissenschaft duldet ihrem Wesen nach keine L\u00f6sung von sich, sie verpflichtet den Forschenden, in gewisser Weise immer als Lehrer, niemals zu den staatlichen Berufsformen des Arztes, Juristen, Hochschullehrers. Es f\u00fchrt zu nichts Gutem, wenn Institute, wo Titel, Berechtigungen, Lebens- und Berufsm\u00f6glichkeiten erworben werden d\u00fcrfen, sich St\u00e4tten der Wissenschaft nennen. Der Einwand, wie der heutige Staat zu seinen \u00c4rzten, Juristen und Lehrern kommen soll, erhellt hier nichts. Er zeigt nur die umw\u00e4lzende Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe: eine Gemeinschaft von Erkennenden zu gr\u00fcnden, an Stelle der Korporation von Beamteten und Studierten. Er zeigt nur, bis zu welchem Grade die heutigen Wissenschaften in der Entwicklung ihres Berufsapparates (durch Wissen und Fertigkeiten) von ihrem einheitlichen Ursprung in der Idee des Wissens abgedr\u00e4ngt sind, der ihnen ein Geheimnis, wenn nicht eine Fiktion geworden ist. Wem der heutige Staat das Gegebene ist und alles in der Linie seiner Entwicklung beschlossen, der mu\u00df das verwerfen; wenn er nur nicht Protektion und Unterst\u00fctzung der \u201eWissenschaft\u201c vom Staate zu fordern wagt. Denn nicht die \u00dcbereinkunft der Hochschule mit dem Staate, die sich mit ehrlicher Barbarei nicht schlecht verst\u00fcnde, zeugt von Verderbnis, sondern die Gew\u00e4hrleistung und Lehre von der Freiheit einer Wissenschaft, von der doch mit brutaler Selbstverst\u00e4ndlichkeit erwartet wird, da\u00df sie ihre J\u00fcnger zu sozialer Individualit\u00e4t und Staatsdienst f\u00fchre. Keine Duldung freiester Anschauung und Lehre f\u00f6rdert, solange das Leben, das sie \u2013 nicht minder als die strengsten \u2013 mit sich f\u00fchren, nicht gew\u00e4hrt ist und diese ungeheure Kluft naiv durch die Verbindung der Hochschule mit dem Staate geleugnet wird. Es ist mi\u00dfverst\u00e4ndlich, im einzelnen Forderungen zu entwickeln, solange der einzelnen in der Erf\u00fcllung doch der Geist ihrer Gesamtheit versagt bliebe, und nur dies soll als bemerkenswert und erstaunlich hervorgehoben werden: wie in der Institution des Gollegs als in einem ungeheuren Versteckspiel die Gesamtheiten der Lehrer und Sch\u00fcler sich aneinander vor\u00fcberschieben und nie erblicken. Immer bleibt hier die Sch\u00fclerschaft als unbeamtet hinter der Lehrerschaft zur\u00fcck, und der rechtliche Grundbau der Universit\u00e4t, verk\u00f6rpert im Kultusminister, den der Souver\u00e4n, nicht die Universit\u00e4t, ernennt, ist eine halbverh\u00fcllte Korrespondenz der akademischen Beh\u00f6rde \u00fcber die H\u00e4upter der Sch\u00fcler (und in seltenen und gl\u00fccklichen F\u00e4llen auch der Lehrer) mit den staatlichen Organen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die unkritische und widerstandslose Ergebung in diesen Zustand ist ein wesentlicher Zug im Studentenleben. Zwar haben die sogenannten freistudentischen Organisationen und andere sozial gerichtete einen scheinbaren L\u00f6sungsversuch unternommen. Dieser geht zuletzt auf v\u00f6llige Verb\u00fcrgerung der Institution, und nirgends hat sich deutlicher als an dieser Stelle gezeigt, da\u00df die heutigen Studenten als Gemeinschaft nicht f\u00e4hig sind, die Frage des wissenschaftlichen Lebens \u00fcberhaupt zu stellen und seinen unl\u00f6sbaren Protest gegen das Berufsleben der Zeit zu ergreifen. Weil sie \u00fcberaus scharf die chaotische Vorstellung der Studenten von wissenschaftlichem Leben erkl\u00e4rt, darum ist die Kritik der freistudentischen und der ihr nahestehenden Ideen notwendig und soll mit Worten aus einer Rede geschehen, die vom Verfasser vor Studenten gehalten wurde, als er f\u00fcr die Erneuerung zu wirken gedachte. \u201eEs besteht ein sehr einfaches und sicheres Kriterium, den geistigen Wert einer Gemeinschaft zu pr\u00fcfen. Die Frage: findet die Totalit\u00e4t des Leistenden in ihr einen Ausdruck, ist der ganze Mensch ihr verpflichtet, ist der ganze Mensch ihr unentbehrlich? Oder ist jedem in gleichem Ma\u00dfe die Gemeinschaft entbehrlich als er ihr? Es ist so einfach, diese Frage zu stellen, so einfach, sie f\u00fcr die jetzigen Typen sozialer Gemeinschaft zu beantworten, und diese Antwort ist entscheidend. Jeder Leistende strebt nach Totalit\u00e4t, und der Wert einer Leistung liegt eben in ihr, wieweit das ganze und ungeteilte Wesen eines Menschen zum Ausdruck kommt. Die sozial begr\u00fcndete Leistung aber enth\u00e4lt, wie wir sie heute vorfinden, nicht die Totalit\u00e4t, sie ist etwas v\u00f6llig Bruchst\u00fcckhaftes und Abgeleitetes. Nicht selten ist die soziale Gemeinschaft der Platz, wo heimlich und in gleicher Gesellschaft gek\u00e4mpft wird gegen h\u00f6here W\u00fcnsche, eigenere Ziele, tiefer eingeborene Entwicklung aber verdeckt wird. Die soziale Leistung des Durchschnittsmenschen dient in den allermeisten F\u00e4llen zur Verdr\u00e4ngung der urspr\u00fcnglichen und unabgeleiteten Strebungen des inneren Menschen. Hier ist vom Akademiker die Rede; Menschen, die von Berufs wegen jedenfalls in irgendeiner inneren Verbindung mit geistigen K\u00e4mpfen, mit Skeptizismus und Kritizismus des Studierenden stehen. Diese Menschen bem\u00e4chtigen sich eines v\u00f6llig fremden, dem ihrigen weltweit abgelegenen Milieus als ihres Arbeitsplatzes, sie schaffen sich dort an entlegener Stelle eine begrenzte T\u00e4tigkeit, und die ganze Totalit\u00e4t solchen Tuns ist, da\u00df es einer oft abstrakten Allgemeinheit zugute kommt. Keine innere und urspr\u00fcngliche Verbindung besteht zwischen dem geistigen Dasein eines Studierenden und seinem f\u00fcrsorglichen Interesse f\u00fcr Arbeiterkinder, ja selbst f\u00fcr Studierende. Keine Verbindung als ein mit seiner eigenen und eigensten Arbeit unverbundener Pflichtbegriff, der ein mechanisiertes Gegen\u00fcber: ,hie Stipendiat des Volkes\u2018 \u2013 ,da soziale Leistung\u2018 setzt. Hier ist das Pflichtgef\u00fchl errechnet, abgeleitet und umgebogen, nicht aus der Arbeit selbst geflossen. Und jener Pflicht wird gen\u00fcgt: nicht im Leiden f\u00fcr erdachte Wahrheit, nicht im Ertragen aller Skrupel eines Forschenden, \u00fcberhaupt nicht in irgendwie mit dem eigenen geistigen Leben verbundener Gesinnung. Sondern in einem krassen und zugleich h\u00f6chst oberfl\u00e4chlichen Gegensatz, vergleichbar dem: ideell-materiell \u2013 theoretisch-praktisch. Jene soziale Arbeit mit einem Wort ist nicht die ethische Steigerung, sondern die \u00e4ngstliche Reaktion eines geistigen Lebens. Nicht dies aber ist der eigentlichste und tiefste Einwand, da\u00df die soziale Arbeit im wesentlichen unverbunden, abstrakt der eigentlich studentischen Arbeit gegen\u00fcbersteht, darin ein h\u00f6chster und verwerflichster Ausdruck des Relativismus, der jedes Geistige vom Physischen, jede Setzung von ihrem Gegenteil \u00e4ngstlich und sorgsam begleitet sehen will \u2013 unverm\u00f6gend synthetischen Lebens \u2013, nicht dies ist das Entscheidende, da\u00df ihre ganze Totalit\u00e4t in Wirklichkeit leere, allgemeine N\u00fctzlichkeit ist, sondern: da\u00df trotz alledem sie die Geste und Haltung der Liebe fordert, wo nur mechanische Pflicht, ja oft nur ein Abbiegen stattfindet, um den Konsequenzen geistigen kritischen Daseins, dem der Student verpflichtet ist, auszuweichen. Denn wirklich ist er zu dem Zwecke Student, da\u00df ihm das Problem des geistigen Lebens mehr am Herzen liegt, als die Praxis der sozialen Frage. Endlich \u2013 und dies ist ein untr\u00fcgliches Zeichen: es ist von jeher studentisch sozialen Arbeit keine Erneuerung des Begriffs und der Sch\u00e4tzung sozialer Arbeit \u00fcberhaupt erwachsen. Noch immer ist der \u00d6ffentlichkeit soziale Arbeit jenes eigent\u00fcmliche Gemenge von Pflicht- und Gnadenakt des Einzelnen geblieben. Studenten haben ihre geistige Notwendigkeit nicht auspr\u00e4gen, und daher nie eine wahrhaft ernst gesinnte Gemeinschaft in ihr gr\u00fcnden k\u00f6nnen, vielmehr nur eine pflichteifrige und interessierte. Jener Tolstoische Geist, der die ungeheure Kluft zwischen dem B\u00fcrger- und Proletarierdasein aufri\u00df, der Begriff, da\u00df den Armen dienen eine Menschheitsaufgabe, nicht Sache des Studenten im Nebenamt sei, der hier, gerade hier alles, oder nichts forderte, jener Geist, der in den Ideen der tiefsten Anarchisten und in christlichen Klostergemeinschaften erwuchs, dieser wahrlich ernste Geist einer sozialen Arbeit, der aber der kindlichen Versuche der Einf\u00fchlung in Arbeiter- und Volkspsyche nicht bedurfte, ist in studentischen Gemeinschaften nicht erwachsen. An der Abstraktheit und Beziehungslosigkeit des Objekts scheiterte der Versuch, den Willen einer akademischen Gemeinschaft zu einer sozialen Arbeitsgemeinschaft zu organisieren. Die Totalit\u00e4t des Wollenden fand keinen Ausdruck, weil sein Wille in dieser Gemeinschaft nicht auf die Totalit\u00e4t gerichtet sein konnte.\u201c Die symptomatische Bedeutung der freistudentischen Versuche, der christlich-sozialen und vieler anderen ist, da\u00df sie den Zwiespalt, den die Universit\u00e4t mit dem Staatsganzen bildet, mikrokosmisch innerhalb der Universit\u00e4t wiederholen, im Interesse ihrer Staats- und Lebenst\u00fcchtigkeit. Sie haben nahezu allen Ego- und Altruismen, jedweder Selbstverst\u00e4ndlichkeit des gro\u00dfen Lebens eine Freistatt in der Universit\u00e4t erobert; nur dem radikalen Zweifel, der grundlegenden Kritik und dem Notwendigsten: dem v\u00f6lligem Neuaufbau gewidmeten Leben ist sie versagt. Es steht in diesen Dingen nicht der Fortschrittswille der freien Studenten gegen die reaktion\u00e4re Macht der Korps. Wie es zu zeigen versucht wurde und wie es zudem aus der Uniformit\u00e4t und Friedfertigkeit des gesamten Zustandes der Universit\u00e4t hervorgeht, sind die freistudentischen Organisationen selbst weit entfernt, einen durchdachten geistigen Willen auf den Plan zu f\u00fchren. In keiner der Fragen, die in dem vorliegenden Versuch zur Sprache kommen, hat sich bisher ihre Stimme entscheidend bemerkbar gemacht. Aus Unentschiedenheit bleibt sie unvernehmlich. Ihre Opposition verl\u00e4uft in den geebneten Bahnen der liberalen Politik, die Entwicklung ihrer sozialen Prinzipien ist auf dem Niveau der liberalen Presse stehengeblieben. Die eigentliche Frage der Universit\u00e4t hat das freie Studententum nicht durchdacht, insofern ist es bitteres historisches Recht, da\u00df bei den offiziellen Gelegenheiten der Korpsstudent als unw\u00fcrdiger Repr\u00e4sentant der studentischen Tradition erscheint. Denn in den letzten Fragen bringt der Freistudent gar keinen ernsteren Willen, keinen h\u00f6heren Mut auf als das Korps, und seine Wirksamkeit ist fast gef\u00e4hrlicher als die des Korps, weil t\u00e4uschender und irref\u00fchrender: indem diese bourgeoise, disziplinlose und kleinliche Richtung den Ruf des K\u00e4mpfers und Befreiers im Leben der Universit\u00e4t beansprucht. Wer \u00fcber die Studentenschaft das strengste und verneinende Urteil spricht, der tut auch der Freistudentenschaft nicht unrecht, der schlie\u00dft sie in dies Urteil ausdr\u00fccklich ein. Das heutige Studententum ist keineswegs an den Stellen zu finden, wo um den geistigen Aufstieg der Nation gerungen wird, keineswegs auf dem Felde seines neuen Kampfes um die Kunst, keineswegs an der Seite seiner Schriftsteller und Dichter, keineswegs an den Quellen religi\u00f6sen Lebens. N\u00e4mlich das deutsche Studententum als solches \u2013 das existiert nicht. Und dies alles nicht etwa, indem es nicht jeweils die neuesten, \u201emodernsten\u201c Str\u00f6mungen mitmacht, sondern indem es als Studentenschaft alle diese Bewegungen in ihrer Tiefe \u00fcberhaupt ignoriert, indem diese Studentenschaft st\u00e4ndig und st\u00e4ndig im Schlepptau der \u00f6ffentlichen Meinung, in ihrem breitesten Fahrwasser sich dahinziehen l\u00e4\u00dft, indem sie das von allen Parteien und B\u00fcnden umschmeichelte und verdorbene Kind ist, von jedem gelobt, weil jedem irgendwie geh\u00f6rig, aber ganz und gar ohne den Adel, der bis vor hundert Jahren deutsches Studententum sichtbar machte und es an sichtbare Stellen als Verteidiger des besten Lebens treten lie\u00df.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jene Verf\u00e4lschung des Sch\u00f6pfergeistes in Berufsgeist, die wir \u00fcberall am Werke sehen, hat die Hochschule ganz ergriffen und sie vom unbeamteten sch\u00f6pferischen Geistesleben isoliert. Die kastenhafte Verachtung des staatsfremden, oft staatsfeindlichen freien Gelehrten- und K\u00fcnstlertums ist hiervon ein schmerzhaft deutliches Symptom. Einer der ber\u00fchmtesten deutschen Hochschullehrer sprach vom Katheder \u00fcber \u201edie Kaffeehausliteraten, nach denen das Christentum schon lange abgewirtschaftet habe\u201c. Ton und Richtigkeit dieser Worte halten sich die Wage. Deutlicher als gegen die Wissenschaft, die durch \u201eAnwendbarkeit\u201c unmittelbar staatliche Tendenzen vort\u00e4uscht, mu\u00df eine so organisierte Hochschule ganz und gar mit baren H\u00e4nden den Musen gegen\u00fcberstehen. Sie mu\u00df, indem sie auf den Beruf hinlenkt, notwendig das unmittelbare Schaffen als Form der Gemeinschaft verfehlen. Wirklich ist die feindselige Fremdheit, die Verst\u00e4ndnislosigkeit der Schule gegen das Leben, welches die Kunst bedingt, deutbar als Ablehnung des unmittelbaren, nicht aufs Amt bezogenen Schaffens. Ganz von innen heraus erscheint dies in der Unm\u00fcndigkeit und Sch\u00fclerhaftigkeit des Studenten. Vom \u00e4sthetischen Gef\u00fchl aus ist vielleicht das Auffallendste und Peinigendste an der Erscheinung der Hochschule die mechanische Reaktion, mit der die H\u00f6rerschaft dem Vortragenden folgt. Dies Ma\u00df von Rezeptivit\u00e4t k\u00f6nnte nur durch eine wahrhaft akademische oder sophistische Kultur des Gespr\u00e4chs aufgewogen werden. Davon sind auch die Seminarien durchaus entfernt, die sich vorz\u00fcglich ebenso der Vortragsform bedienen, wobei es wenig verschl\u00e4gt, ob Lehrer oder Sch\u00fcler sprechen. Die Organisation der Hochschule beruht nicht mehr auf der Produktivit\u00e4t der Studenten, wie es im Geiste ihrer Gr\u00fcnder lag. Sie dachten den Studenten wesentlich als Lehrer und Sch\u00fcler zugleich; als Lehrer, weil Produktivit\u00e4t g\u00e4nzliche Unabh\u00e4ngigkeit bedeutet, Hinblick auf die Wissenschaft, nicht mehr auf den Lehrenden. Wo die beherrschende Idee des Studentenlebens Amt und Beruf ist, kann sie nicht Wissenschaft sein. Sie kann nicht mehr in der Widmung an eine Erkenntnis bestehen, von der zu f\u00fcrchten ist, da\u00df sie vom Wege der b\u00fcrgerlichen Sicherheit abf\u00fchrt. Sie kann so wenig in der Widmung an die Wissenschaft bestehen, als in der Hingabe des Lebens an eine j\u00fcngere Generation. Und doch ist dieser Beruf: zu lehren \u2013 wenn auch unter ganz anderen Formen als heutigen \u2013 mit jeder eigensten Erfassung der Wissenschaft geboten. Solche gefahrvolle Hingabe an Wissenschaft und Jugend mu\u00df als F\u00e4higkeit zu lieben schon im Studenten leben und die Wurzel seines Schaffens sein. Dagegen steht sein Leben im Gefolge der Alten, er lernt dem Lehrer seine Wissenschaft ab, ohne ihm im Beruf zu folgen. Er verzichtet leichten Mutes auf die Gemeinschaft, die ihn mit den Schaffenden verbindet und die ihre allgemeine Form allein von der Philosophie her erhalten kann. An einem Teil soll er zugleich Schaffender, Philosoph und Lehrer sein und dies in seiner wesentlichen und bestimmenden Natur. Von hier aus ergibt sich Form des Berufes und Lebens. Die Gemeinschaft sch\u00f6pferischer Menschen erhebt jedes Studium zur Universalit\u00e4t: unter der Form der Philosophie. Solche Universalit\u00e4t gewinnt man nicht, indem man dem Juristen literarische, dem Mediziner juristische Fragen vortr\u00e4gt (wie manche Gruppe von Studenten versucht), sondern indem die Gemeinschaft sorgt und von selbst es bewirkt, da\u00df vor aller Besonderung des Fachstudiums (die sich doch nur mit Hinsicht auf den Beruf erhalten kann), \u00fcber allem Betriebe der Fachschulen, sie selbst, die Gemeinschaft der Universit\u00e4t als solche, Erzeugerin und H\u00fcterin der philosophischen Gemeinschaftsform sei, wiederum nicht mit den Fragestellungen der begrenzten wissenschaftlichen Fachphilosophie, sondern mit den metaphysischen Fragen des Platon und des Spinoza, der Romantiker und Nietzsches. Dies n\u00e4mlich, nicht aber F\u00fchrungen durch F\u00fcrsorgeinstitute, w\u00fcrde tiefste Verbindung des Berufes mit dem Leben, allerdings einem tieferen Leben bedeuten. W\u00fcrde die Erstarrung des Studiums zu einem Haufen von Wissen verh\u00fcten. Es h\u00e4tte diese Studentenschaft die Universit\u00e4t, die den methodischen Bestand des Wissens samt den vorsichtigen k\u00fchnen und doch exakten Versuchen neuer Methoden mitteilt, zu umgeben, gleichwie das undeutliche Wogen des Volkes den Palast eines F\u00fcrsten, als die St\u00e4tte der best\u00e4ndigen geistigen Revolution, wo zuerst die neuen Fragestellungen weitausgreifender, unklarer, unexakter, aber manchmal vielleicht auch tiefer ahnend als die wissenschaftlichen Fragen sich vorbereiten. Die Studentenschaft w\u00e4re in ihrer sch\u00f6pferischen Funktion als der gro\u00dfe Transformator zu betrachten, der die neuen Ideen, die fr\u00fcher in der Kunst, fr\u00fcher im sozialen Leben zu erwachen pflegen als in der Wissenschaft, \u00fcberzuleiten h\u00e4tte in wissenschaftliche Fragen durch philosophische Einstellung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heimliche Herrschaft der Berufsidee ist nicht die innerlichste jener Verf\u00e4lschungen, deren Furchtbarkeit es ist, da\u00df sie alle das Zentrum sch\u00f6pferischen Lebens treffen. Eine banale Lebenseinstellung handelt Surrogate gegen den Geist ein. Es gelingt ihr, immer dichter die Gef\u00e4hrlichkeit des geistigen Lebens zu verschleiern und den Rest der Sehenden als Phantasten zu verlachen. Die erotische Konvention verbildet tiefere Schichten des unbewu\u00dften Lebens in den Studenten. Mit der gleichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der die Berufsideologie das intellektuelle Gewissen fesselt, lastet die Vorstellung der Heirat, die Idee der Familie als eine dunkle Konvention auf dem Eros. Er scheint verschwunden aus einer Epoche, die zwischen dem Dasein des Familiensohnes und Familienvaters sich leer und unbestimmt erstreckt. Wo die Einheit im Dasein des Schaffenden und des Zeugenden liegt und ob diese Einheit in der Form der Familie geschaffen ist, diese Frage durfte nicht gestellt werden, solange es die heimliche Erwartung der Heirat galt, eine illegitime Zwischenzeit, in der man h\u00f6chstens Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Versuchungen trefflich bew\u00e4hren k\u00f6nne. Der Eros der Schaffenden \u2013 wenn \u00fcberhaupt eine Gemeinschaft ihn zu erblicken und um ihn zu ringen verm\u00f6chte, so w\u00e4re es die studentische. Aber noch dort, wo alle \u00e4u\u00dferen Bedingungen der B\u00fcrgerlichkeit fehlten, wo b\u00fcrgerliche Zust\u00e4nde, das hei\u00dft Familien, zu gr\u00fcnden aussichtslos war, wo in vielen St\u00e4dten Europas eine tausendk\u00f6pfige Menge von Frauen ihre \u00f6konomische Existenz nur auf die Studierenden gr\u00fcndet \u2013 die Prostituierten \u2013, noch da hat er sich nach dem Eros, der ihm urspr\u00fcnglich eignete, nicht gefragt. Ihm mu\u00dfte es fraglich werden, ob Zeugung und Sch\u00f6pfung in ihm getrennt bleiben sollten, ob die eine der Familie, die andere dem Amte zukomme, und in ihrer Trennung beide verbildet, keines aus seinem eigent\u00fcmlichen Dasein entspringen sollte. Denn so hohnvoll und schmerzhaft es ist, eine solche Frage an das Leben heutiger Studenten heranzuf\u00fchren, so mu\u00df es geschehen, weil in ihnen \u2013 dem Wesen nach \u2013 diese beiden Pole menschlichen Daseins in der Zeit zugleich liegen. Es handelt sich um die Frage, die keine Gemeinschaft ungel\u00f6st lassen kann und die doch seit den Griechen und fr\u00fchen Christen kein Volk mehr in der Idee gemeistert hat; immer lastete sie auf den gro\u00dfen Schaffenden: wie sie dem Bilde der Menschheit gen\u00fcgen sollten und Gemeinschaft mit Frauen und Kindern erm\u00f6glichten, deren Produktivit\u00e4t anders gerichtet ist. Die Griechen, wie wir wissen, \u00fcbten Gewalt, indem sie den zeugenden Eros dem schaffenden nachstellten, so da\u00df endlich ihr Staat, aus dessen Inbegriff Frauen und Kinder verbannt waren, zerfiel. Die Christen gaben die m\u00f6gliche L\u00f6sung f\u00fcr die <tt>civitas dei<\/tt>: sie verwarfen die Einzelheit in beiden. Die Studentenschaft hat es in ihren fortgeschrittensten Teilen immer bei unendlich \u00e4sthetisierenden Betrachtungen \u00fcber Kameradschaftlichkeit und Studiengenossinnen gelassen; man scheute sich nicht, eine \u201egesunde\u201c erotische Neutralisierung der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen zu erhoffen. In der Tat ist mit Hilfe der Dirnen die Neutralisierung des Eros in der Hochschule gelungen. Und wo sie ausblieb, ist jene so ganz haltlose Harmlosigkeit, jene schw\u00fcle Heiterkeit ausgebrochen, und die burschikose Studentin wird als Nachfolgerin der h\u00e4\u00dflichen alten Lehrerin jubelnd begr\u00fc\u00dft. Hier dr\u00e4ngt sich die allgemeine Bemerkung auf, wieviel mehr furchtsamen Instinkt die katholische Kirche f\u00fcr die Macht und Notwendigkeit des Eros hat, als das B\u00fcrgertum. Es liegt an den Hochschulen eine ungeheure Aufgabe versch\u00fcttet, ungel\u00f6st, verleugnet; gr\u00f6\u00dfer als die zahllosen, an denen die soziale Gesch\u00e4ftigkeit sich reibt. Es ist die, aus dem geistigen Leben heraus zur Einheit zu bilden, was an geistiger Unabh\u00e4ngigkeit des Schaffenden \u2013 im Korpsstudententum \u2013 und an Liebe des Schaffenden zur Frau \u2013 in der Prostitution \u2013 verzerrt und zerst\u00fcckelt als Torso des einen geistigen Eros uns traurig ansieht. Die notwendige Unabh\u00e4ngigkeit des Schaffenden und die notwendige Einbeziehung der Frau, welche nicht produktiv im Sinne des Mannes ist, in eine einzige Gemeinschaft Schaffender \u2013 durch Liebe \u2013, diese Gestaltung mu\u00df allerdings vom Studenten verlangt werden, weil sie die Form seines Lebens ist. Hier aber herrscht so m\u00f6rderische Konvention, da\u00df noch nicht einmal das Studententum sein Schuldbekenntnis an der Prostitution abgelegt hat; da\u00df man diese ungeheure blasphemische Verw\u00fcstung mit Keuschheitsempfehlungen einzud\u00e4mmen denkt, weil man wiederum nicht den Mut hat, dem eigenen sch\u00f6neren Eros ins Auge zu blicken. Diese Verst\u00fcmmelung der Jugend trifft ihr Wesen zu tief, als da\u00df mit mehreren Worten auf sie gewiesen werden k\u00f6nnte. Sie ist dem Bewu\u00dftsein der Denkenden zu \u00fcberliefern und der Entschlossenheit der Mutigen. Der Polemik ist sie nicht erreichbar.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sieht eine Jugend sich selbst an, welches Bild tr\u00e4gt sie von sich im Innern, die solche Verfinsterung ihrer eignen Idee, solche Beugung ihrer Lebensinhalte zul\u00e4\u00dft? Dieses Bild ist im Korpsgeist ausgepr\u00e4gt, und er ist noch immer der sichtbarste Tr\u00e4ger des studentischen Jugendbegriffes, dem die anderen, voran freistudentischen Organisationen ihre sozialen Schlagworte entgegenschleudern. Das deutsche Studententum ist, bald mehr bald minder, von der Idee besessen, es m\u00fcsse seine Jugend genie\u00dfen. Jene ganz irrationale Wartezeit auf Amt und Ehe mu\u00dfte irgendeinen Inhalt aus sich herausgeb\u00e4ren und das mu\u00dfte ein spielerischer, pseudo-romantischer, zeitvertreibender sein. Es ist ein furchtbares Stigma auf aller ger\u00fchmten Heiterkeit der Kommerslieder, auf der neuen Burschenherrlichkeit. Es ist Angst vor dem Kommenden und zugleich ein gem\u00fctsruhiges Paktieren mit dem unvermeidlichen Philisterium, das man sich als \u201ealten Herrn\u201c sehr gerne vor Augen h\u00e4lt. Weil man dem B\u00fcrgertum die Seele verkauft hat, samt Beruf und Ehe, h\u00e4lt man streng auf jene paar Jahre b\u00fcrgerlicher Freiheiten. Dieser Tausch wird im Namen der Jugend eingegangen. Offen oder heimlich, \u2013 auf der Kneipe oder in bet\u00e4ubenden Versammlungsreden wird der teuer erkaufte Rausch erzeugt, der ungest\u00f6rt bleiben soll. Es ist das Bewu\u00dftsein verspielter Jugend und verkauften Alters, das nach Ruhe d\u00fcrstet, und an ihm sind die Versuche der Beseelung des Studententums zuletzt gescheitert. Aber wie diese Lebensform jeder Gegebenheit spottet und von allen geistigen und nat\u00fcrlichen M\u00e4chten gestraft wird, von der Wissenschaft durch den Staat, vom Eros durch die Hure, so vernichtend von der Natur. Denn die Studenten sind nicht die j\u00fcngste Generation, sondern die Alternden. Es ist ein ersch\u00fctternder Entschlu\u00df, das Alter zu erkennen, f\u00fcr solche, die ihre J\u00fcnglingsjahre auf deutschen Schulen verloren, und denen das Studium endlich das Leben des J\u00fcnglings zu er\u00f6ffnen schien, das sich von Jahr zu Jahr ihnen versagte. Dennoch gilt es zu erkennen, da\u00df sie Schaffende, also Einsame und Alternde sein m\u00fcssen, da\u00df ein reicheres Geschlecht von J\u00fcnglingen und Kindern schon lebt, dem sie sich nur als Lehrende weihen k\u00f6nnen. Von allen Gef\u00fchlen ist dies ihnen das fremdeste. Eben darum finden sie sich nicht in ihr Dasein und sind nicht bereit, von Anfang an mit den Kindern zu leben \u2013 denn das ist lehren \u2013, weil sie nirgends in die Sph\u00e4re der Einsamkeit hineinragen. Weil sie ihr Alter nicht erkennen, gehen sie m\u00fc\u00dfig. Nur die eingestandene Sehnsucht nach einer sch\u00f6nen Kindheit und w\u00fcrdigen Jugend ist die Bedingung des Schaffens. Ohne dies wird keine Erneuerung ihres Lebens m\u00f6glich sein: ohne die Klage um vers\u00e4umte Gr\u00f6\u00dfe. Die Furcht vor Einsamkeit ist es, die ihre erotische Ungebundenheit verschuldet, Furcht vor Hingabe. Sie messen sich an den V\u00e4tern, nicht an den Nachgeborenen, und retten den Schein ihrer Jugend. Ihre Freundschaft ist ohne Gr\u00f6\u00dfe und Einsamkeit. Jene expansive, auf das Unendliche gerichtete Freundschaft der Schaffenden, die auch dann noch auf unendliche geht, wenn sie zu zweien oder ihre Sehnsucht allein bleibt, hat keine Stelle in der Jugend der Hochschulen. Ihre Statt hat die pers\u00f6nlich zugleich beschr\u00e4nkte und z\u00fcgellose Verbr\u00fcderung, die sich gleich bleibt auf der Kneipe und bei der Vereinsgr\u00fcndung im Caf\u00e9. Diese Lebensinstitutionen alle sind ein Markt von Vorl\u00e4ufigem, wie das Treiben in Kollegien und Caf\u00e9s, Ausf\u00fcllungen leerer Wartezeit, Ablenkung vom Ruf der Stimme, ihr Leben aus dem einigen Geiste von Schaffen, Eros, Jugend aufzubauen. Es gilt eine keusche und verzichtende Jugend, die von der Ehrfurcht vor den Folgenden erf\u00fcllt ist. Aus Mutlosigkeit ist das Leben der Studenten solcher Ehrfurcht fern ger\u00fcckt. Es folgt aber jede Lebensform und ihr Rhythmus aus den Geboten, die das Leben Schaffender bestimmen. Solange sie sich dem entziehen, wird ihr Dasein sie mit H\u00e4\u00dflichkeit strafen und noch den Stumpfen wird Hoffnungslosigkeit ins Herz treffen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch geht es um die \u00e4u\u00dferste gef\u00e4hrdete Notwendigkeit, es bedarf der strengen Richtung. Jeder wird seine eigenen Gebote finden, der die oberste Forderung an sein Leben herantr\u00e4gt. Er wird das K\u00fcnftige aus seiner verbildeten Form im Gegenw\u00e4rtigen erkennend befreien.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} --><\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"linkDestination\":\"custom\"} --><\/p>\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-98124\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Walter_Benjamin-e1645553136487.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"300\" \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO erinnert an Walter Benjamin. Er ist ein undogmatischer Denker und l\u00e4\u00dft die Originalit\u00e4t und Einzigartigkeit seiner Gedanken aufscheinen. Bei KUNO pr\u00e4sentieren wir in diesem Jahr Essays \u00fcber den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu l\u00f6sen ist. Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n<\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es gibt eine Geschichtsauffassung, die im Vertrauen auf die Unendlichkeit der Zeit nur das Tempo der Menschen und Epochen unterscheidet, die schnell oder langsam auf der Bahn des Fortschritts dahinrollen. Dem entspricht die Zusammenhanglosigkeit, mangelnde Pr\u00e4zision und Strenge der&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/11\/29\/das-leben-der-studenten\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":72,"featured_media":98124,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[428],"class_list":["post-77832","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-walter-benjamin"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77832","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/72"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77832"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77832\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106554,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77832\/revisions\/106554"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98124"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77832"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77832"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77832"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}