{"id":77672,"date":"2023-03-05T00:01:42","date_gmt":"2023-03-04T23:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=77672"},"modified":"2025-03-11T05:06:14","modified_gmt":"2025-03-11T04:06:14","slug":"karl-marx-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/05\/karl-marx-revisited\/","title":{"rendered":"Karl Marx &#8211; Revisited"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fst\" style=\"text-align: justify;\">Drei\u00dfig Jahre sind es her, da\u00df der Mann seine Augen f\u00fcr immer geschlossen hat, dem die moderne Arbeiterklasse mehr verdankt all irgendeinem sterblichen. Das Werk, dem Marx sein Leben gewidmet hat, kann nur aus der geschichtlichen Perspektive richtig gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als das Ideal einer Gesellschaft, die auf Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit der Menschen beruht, ist der Sozialismus Jahrhunderte alt. In allen gr\u00f6\u00dferen sozialen Krisen und revolution\u00e4ren Bewegungen des Mittelalters und der Neuzeit leuchtet er im Feuerschein als Ausdruck des \u00e4u\u00dfersten Radikalismus auf, um zugleich die un\u00fcberwindliche geschichtliche Schr\u00e4nke und den Punkt jeder dieser Bewegungen anzuzeigen, von dem die r\u00fcckl\u00e4ufige Welle, die Reaktion und der Zusammenbruch unvermeidlich erfolgen mu\u00dften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch gerade als ein Ideal, das zu jeder Zeit, in jeder geschichtlichen Entwicklungsphase empfohlen werden konnte, war der Sozialismus nichts als ein sch\u00f6ner Traum vereinzelter Menschenfreunde, unerreichbar wie der luftige Schein des Regenbogens an der Wolkenwand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ausgang des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts tritt die sozialistische Idee mit Kraft und Nachdruck auf, diesmal schon als eine Antwort auf die Schrecken und Verw\u00fcstungen, die der aufkommende industrielle Kapitalismus in der Gesellschaft anrichtete. Aber auch jetzt ist der Sozialismus im Grunde genommen nichts andres als das leuchtende ideal einer Gesellschaftsordnung, die einzelne k\u00fchne Geister ersannen und dem grauenhaften Bilde der kapitalistischen Gesellschaft entgegenstellten. H\u00f6ren wir den ersten Vork\u00e4mpfer des modernen revolution\u00e4ren Proletariats, Babeuf, der w\u00e4hrend des Niedergangs der Gro\u00dfen Franz\u00f6sischen Revolution einen Handstreich zur gewaltsamen Einf\u00fchrung der kommunistischen Ordnung vorbereiten wollte, so ist die einzige Tatsache, auf die er sich zu st\u00fctzen wei\u00df, die schreiende Ungerechtigkeit der bestehenden Gesellschaftsordnung. Diese in den d\u00fcstersten Farben auszumalen und mit den bittersten Worten zu gei\u00dfeln, wird er nicht m\u00fcde in seinen leidenschaftlichen Artikeln, Pamphleten wie in seiner Verteidigungsrede vor dem Tribunal der Revolution. Nach Babeuf gen\u00fcgte die Tatsache, da\u00df die bestehende Gesellschaft ungerecht und wert sei, da\u00df sie zugrunde geht, damit sie auch durch die Machtergreifung einer entschlossenen Handvoll Mensch gest\u00fcrzt und abgeschafft werden konnte. Es gen\u00fcgte aber leider auch nur ein Zufall, der Verrat eines Mitverschworenen, um Babeuf auf Schafott und seinen ganzen Plan zum Scheitern zu bringen. Babeuf ging in die reaktion\u00e4re Sturzwelle unter wie ein schwankes Schifflein, ohne zun\u00e4chst eine andre Spur zu hinterlassen als eine leuchtende Zeile in den Annalen der Zeitgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wesentlich auf derselben Grundlage beruhen die sozialistischen Ideen, die von Saint-Simon, Fourier und Owen\u00a0in den 20er und 30er Jahren mit viel mehr Genie und Glanz vertreten wurden. Freilich, an eine revolution\u00e4re Machtergreifung zur Verwirklichung des Sozialismus dachte auch nicht entfernt einer von den drei gro\u00dfen Denkern mehr. Im Gegenteil waren sie ausgesprochene Anh\u00e4nger friedlicher Propagandamittel. Wie sehr sie jedoch von dem Revolution\u00e4r Babeuf in ihrer politischen Stellung und wie sehr sie voneinander in der Richtung und den Einzelheiten ihrer Ideen abweichen mochten, das Entscheidende f\u00fcr die Schicksale der sozialistischen Idee war bei allem ihnen dasselbe: der Sozialismus der St-Simonisten, Fouriers und Owens wie der von Babeuf war in seinem Wesen nur <em>Projekt,<\/em> Erfindung eines genialen Kopfes, der ihn der geplagten Menschheit zur Verwirklichung empfahl, um sie aus der H\u00f6lle der b\u00fcrgerlichen Gesellschaftsordnung zu retten. Die Kritik, die von den drei gro\u00dfen Utopisten an den bestehenden Verh\u00e4ltnissen ge\u00fcbt wurde, war unendlich sch\u00e4rfer, gr\u00fcndlicher, sch\u00e4rfer, reicher an Ideen und Beobachtungen, fruchtbarer und t\u00f6dlicher als bei Babeuf. Ein Vierteljahrhundert der ersten ungez\u00fcgelten Entwicklung der kapitalistischen Industrie hatte der sozialen Kritik ein ganz andres reiches Material geboten, als es mitten in den heftigen Geburtswehen der modernen Gesellschaft, w\u00e4hrend der gro\u00dfen Revolution, deren geistiges Kind Babeuf war, erst sichtbar werden konnte. Allein auch diese Kritik war im wesentlichen eine Anklage gegen die bestehende Gesellschaftsordnung, ihre Beurteilung und Verurteilung vom Standpunkte der Moral und der Vernunft. Und gerade deshalb schwebten alle diese sozialistischen Lehren in der Luft. Denn gegen die abstrakte Idee der Gleichheit, der Menschenliebe vers\u00fcndigten sich die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse seit Jahrtausenden, seit das Privateigentum und die Klassenherrschaft bestanden. Die Ausbeutung und die Knechtung behaupteten sich, gediehen, wuchsen und wechselten anscheinend blo\u00df mit der Fortschritt der Zeiten ihre besonderen formen, ohne sich im geringsten um die Gerechtigkeit, Vernunft und dergleichen sch\u00f6ne Dinge zu k\u00fcmmern. Und je gr\u00fcndlicher, je eingehender die gro\u00dfen Apostel des Sozialismus die Grundlagen und die Einzelheiten der geplanten neuen Gesellschaftsordnung Ausbauten, je tiefer sie an die Wurzeln der bestehenden Ordnung in ihren Pl\u00e4nen griffen, um so drohender erhob sich die Frage: Wer und wie soll denn diese gewaltige Umw\u00e4lzung vollbringen, die ganze Welt umst\u00fclpen? An die Masse des Proletariats dachten und wendeten sich weder Fourier noch St-Simon, die es auch nur zu kleinen Sekten gebracht hatten. Und auch der Einflu\u00df Owens, der an einer Wiedergeburt der proletarischen Masse arbeitete, ging bald spurlos verloren. Zwischen den elementaren revolution\u00e4ren Erhebungen des Proletariats in den 30er und 40er Jahren und der sozialistischen Propaganda bestand kein wesentlicher Zusammenhang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht viel anders wurde es im Wesen der Sache, als in den 40er Jahren eine neue Generation sozialistischer Theoretiker auftrat, als in Deutschland Weitling, in Frankreich Proudhon, Louis Blanc, Blanqui\u00a0diesmal an die Arbeiterklasse wendeten, um ihr das sozialistische Evangelium zu predigen. Der Sozialismus blieb bei allen ihnen ein Zukunftsplan, dessen Hauptst\u00fctze die Nichtsw\u00fcrdigkeit der bestehenden Gesellschaftsordnung und der jederzeit realisierbar war, sei es durch gewisse schlau ersonnene wirtschaftliche Einrichtungen mit Staatshilfe, sei es durch eine geheim vorbereitete politische Machtergreifung durch eine entschlossene revolution\u00e4re Minderheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Jahr 1848 sollte der Gipfelpunkt der spontanen revolution\u00e4ren Erhebungen der proletarischen Massen und zugleich die Kraftprobe des \u00e4lteren Sozialismus in all seinen Spielarten werden. Als das Pariser Proletariat, aufgew\u00fchlt in seinen breiten Schichten durch die Idee einer gerechten Gesellschaftsordnung, durch Traditionen der fr\u00fcheren Revolutionsk\u00e4mpfe und durch die verschiedenen sozialistischen Systeme, seine Machtstellung in der Februarrevolution benutzte, um die Realisierung einer neuen \u201eOrganisation der Arbeit\u201c, einer \u201esozialen Republik\u201c zu fordern, als es zur Durchf\u00fchrung dieser unklaren Zukunftsprojekte der provisorischen Regierung die ber\u00fchmte Frist von \u201edrei Monaten Hunger\u201c zugestand, da endet der Versuch nach Monaten geduldigen Harrens mit einer furchtbaren Niederlage des Proletariats. In der unverge\u00dflichen Junischl\u00e4chterei wurde die Idee einer jederzeit realisierbaren \u201esozialen Republik\u201c im Blute des Pariser Proletariats ertr\u00e4nkt, um einen ungeahnten Aufschwung der Kapitalherrschaft unter dem zweiten Kaiserreich Platz zu machen. auf den zerschmetterten Barrikaden des Juni 1848, unter den Leichenh\u00fcgeln der hingemordeten Pariser Proletarier schien das Ideal der sozialistischen Gesellschaftsordnung endg\u00fcltig erdr\u00fcckt und niedergestampft, die Aussichtslosigkeit des Sozialismus vor aller Welt erwiesen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allein um dieselbe Zeit, wo der Sozialismus alter Schulen eine endg\u00fcltige Niederlage erlitten hatte, wurde die sozialistische Idee von <em>Marx<\/em> und <em>Engels<\/em> bereits auf eine ganz neue Basis gestellt: Das Kommunistische Manifest brachte der Welt der Ausgebeuteten eine neue Kunde. Marx und Engels suchten St\u00fctzpunkte f\u00fcr das sozialistische Ideal weder in der moralischen Verwerflichkeit der heutigen Gesellschaft noch im Auskl\u00fcgeln eine m\u00f6glichst verlockenden Zukunftsprojekts. Sie wendeten sich an die Untersuchung der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. hier entdeckten sie den Punkt, an dem der Hebel der sozialistischen Umw\u00e4lzung angesetzt werden kann. In den Gesetzen des kapitalistischen Wirtschaft deckte Marx die wirkliche Quelle der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung des Proletariats auf, denen es nimmermehr entrinnen kann, solange kapitalistisches Privateigentum und Lohnsystem bestehen werden. Hier deckte er aber auch die Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Produktion auf, die durch ihre eigne eherne Logik dazu f\u00fchren, bei einem gewissen Reifegrad den Untergang der Kapitalherrschaft und die Verwirklichung des Sozialismus unvermeidlich zu machen, wenn anders die ganze Kulturgesellschaft nicht ihrer Vernichtung entgegengehen soll. Damit wurde das sozialistische Ideal zum erstenmal auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt und als <em>geschichtliche Notwendigkeit<\/em> aufgezeigt. Zugleich Wiesen Marx und Engels als ein Ergebnis derselben \u00f6konomischen Untersuchung nach, da\u00df das moderne Lohnproletariat aller L\u00e4nder, die internationale Arbeiterklasse, geschichtlich dazu berufen ist, diese gro\u00dfe soziale Umw\u00e4lzung als ihre eigne revolution\u00e4re Tat durchzuf\u00fchren, wenn die \u00f6konomische Entwicklung des Kapitalismus die erforderliche Reife erreicht haben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch mit diesen epochemachenden Gedanken, die er im <em>Manifest<\/em><strong>,<\/strong> im <em>Kapital<\/em><strong>,<\/strong> in den zahlreichen andern Schriften niedergelegt hat, ist das Werk Marxens wie seines Freundes und Mitk\u00e4mpfers nicht ersch\u00f6pft. In der materialistischen Geschichtsauffassung und ihrem fruchtbarsten St\u00fcck, der Lehre vom Klassenkampf, hat Marx dem Proletariat einen untr\u00fcgliche Wegweiser f\u00fcr seine Tagesk\u00e4mpfe mitten durch die Wirrnis der Politik und durch den tr\u00fcgerischen Mummenschanz der Parteien gegeben. Die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber sie machen sie nicht aus freien St\u00fccken. Mit diesen Worten verwies Marx die revolution\u00e4re Arbeiterklasse auf die objektiven gesellschaftlichen Bedingungen ihres Tuns, auf das geschichtlich M\u00f6gliche, an das ihr Streben jederzeit gebunden ist. Mit dieser Lehre hat er ihr auch die Orientierung \u00fcber die wirklichen Interessen, Bestrebungen, Wege und ziele ihrer Gegner, der b\u00fcrgerlichen Klassen und Parteien, erm\u00f6glicht. Endziel wie Tageskampf des Proletariats, Programm wie Taktik des Sozialismus sind durch Marx zum erstenmal auf die eherne Basis des Prinzips des wissenschaftlichen Erkenntnis gestellt, der Gesamtbewegung der internationalen Arbeiterklasse dadurch die Festigkeit, Wucht und Stetigkeit verliehen worden, die sie zur gewaltigsten, beispiellosen Massenbewegung der Weltgeschichte machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch die erste tapfere Vorhut dieser Weltgeschichtlichen Massenbewegung selbst organisiert zu haben ist das unsterbliche Verdienst von Marx und Engels. Durch die Gr\u00fcndung der Internationale haben sie zu der F\u00fclle ihrer theoretischen Lehren an das Proletariat auch noch ein gl\u00e4nzendes praktisches Muster gef\u00fcgt, an dem die Ausgebeuteten lernen konnten, sich gegen eine Welt zu schlagen, den Blick stets auf das unverr\u00fcckbare Endziel gerichtet und aus jeder \u00e4u\u00dferen Niederlage nur Kr\u00e4fte sammelnd zu weitern Schlachten \u2013 bis zum endg\u00fcltigen, entscheidenden Siege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Marx und Engels die Proletarier aller L\u00e4nder vereinigt haben, so hat f\u00fcr die deutsche Arbeiterklasse Lassalle\u00a0diese Fahne als Sammelzeichen zu einer entschlossenen politischen Tat vorausgetragen. Hat Marx dem internationalen Proletariat die Grunds\u00e4tze des Klassenkampfes als wissenscchaftliche Verm\u00e4chtnis hinterlassen, so hat Lassalle das deutsche Proletariat als Klasse zuerst politisch von der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft geschieden und f\u00fcr den revolution\u00e4ren Kampf organisiert. und hatte Marx der Revolutionsmacherei alten Stils den Riegel vorgeschoben mit den Worten, die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber sie machen sie nicht aus freien St\u00fccken, so legte Lassalle mit umgekehrter Betonung, aber mit gleichem Recht den Nachdruck auf die befruchtende Initiative, auf die revolution\u00e4re Energie und Entschlossenheit, indem er den deutschen Arbeitern mit flammenden Worten predigte: Die Menschen machen ihre Geschichte nicht aus freien St\u00fccken, aber sie machen sie selbst!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Jahre, wo zum drei\u00dfigsten Male der Todestag Marxens und zum f\u00fcnfzigsten Male die Geburtsstunde der Lassalleschen Agitation wiederkehrt, hat die deutsche Arbeiterklasse allen Grund, ihrer drei gro\u00dfen Meister, deren historisches Werk nicht voneinander zu trennen ist, in Dankbarkeit zu gedenken. Die verflossenen Jahrzehnte haben unser Kampffeld unendlich erweitert, unsre Reihen hundertfach vermehrt, aber auch unsre Aufgaben ins riesenhafte gesteigert. Die kapitalistische Reife, die Marx in den 60er Jahren an der Hand der englischen Verh\u00e4ltnisse studierte und beschrieb, erscheint als unbeholfene, lallende Kindheit, gemessen an der heutigen weltumspannenden Herrschaft des Kapitals und an der verzweifelten Waghalsigkeit seiner jetzigen imperialistischen Schlu\u00dfphase. Und der letzte Lebensodem der kapitalistischen Welt, der b\u00fcrgerliche Liberalismus, dessen greisenhaften H\u00e4nden Lassalle vor 50 Jahren das Zepter in der F\u00fchrung der Arbeiterklasse entri\u00df, erscheint als eine Art kraftstrotzender Titan, verglichen mit seinem heutigen verwesenden Kadaver. Den theoretischen und politischen Lehren der Meister des wissenschaftlichen Sozialismus hat der Gang der geschichtlichen Entwicklung in allen St\u00fccken ein gl\u00e4nzendes Zeugnis gegeben. Und Heute, mitten in den blutigen Delirien und Konvulsionen des waffenstarrenden und v\u00f6lkermordenden Imperialismus naht immer sichtbarer die Stunde, wo die Schlu\u00dfworte des Marxschen Kapitals in die Erf\u00fcllung gehen m\u00fcssen:<\/p>\n<p class=\"quoteb\" style=\"text-align: justify;\">Mit der best\u00e4ndig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, w\u00e4chst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Emp\u00f6rung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgebl\u00fcht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unvertr\u00e4glich werden mit ihrer kapitalistischen H\u00fclle. sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schl\u00e4gt. Die Epropriateurs werden expropriiert.<\/p>\n<p class=\"fst\" style=\"text-align: justify;\">Mehr als je tut uns deshalb beute not, in der Praxis miteinander zu verbinden, was jene Meister als teuerste Hinterlassenschaft vermacht haben: theoretische Vertiefung, um unsern Tagesk\u00e4mpfe nach dem festen Steuer des Prinzips zu lenken, und entschlossene revolution\u00e4re Tatkraft, damit die gro\u00dfe Zeit, der wir entgegengehen, nicht ein kleines Geschlecht findet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Leipziger Volkszeitung, Nr.\u00a060 vom 14. M\u00e4rz 1913<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Karl_Marx_0012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11317 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Karl_Marx_0012-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Karl_Marx_0012-210x300.jpg 210w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/220px-Karl_Marx_0012.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong><\/h5>\n<p class=\"note\" style=\"text-align: justify;\">Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Drei\u00dfig Jahre sind es her, da\u00df der Mann seine Augen f\u00fcr immer geschlossen hat, dem die moderne Arbeiterklasse mehr verdankt all irgendeinem sterblichen. 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