{"id":77451,"date":"2023-01-15T00:01:09","date_gmt":"2023-01-14T23:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=77451"},"modified":"2023-01-13T20:00:58","modified_gmt":"2023-01-13T19:00:58","slug":"die-ordnung-herrscht-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/15\/die-ordnung-herrscht-in-berlin\/","title":{"rendered":"Die Ordnung herrscht in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fst\" style=\"text-align: justify;\"><em>Ordnung herrscht in Warschau!\u201c<\/em> teilte der Minister Sebastiani im Jahre 1831 in der Pariser Kammer mit, als Paskiewitschs Soldateska nach dem furchtbaren Sturm auf die Vorstadt Praga in der polnischen Hauptstadt einger\u00fcckt war und ihre Henkerarbeit an den Aufst\u00e4ndischen begonnen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eOrdnung herrscht in Berlin!\u201c<\/em> verk\u00fcndet triumphierend die b\u00fcrgerliche Presse, verk\u00fcnden Ebert und Noske, verk\u00fcnden die Offiziere der \u201esiegreichen Truppen\u201c, denen der Berliner kleinb\u00fcrgerliche Mob in den Stra\u00dfen mit T\u00fcchern winkt, mit Hurra! zujubelt. Der Ruhm und die Ehre der deutschen Waffen sind vor der Weltgeschichte gerettet. Die j\u00e4mmerlich Geschlagenen von Flandern und den Argonnen haben ihren Ruf wiederhergestellt durch den gl\u00e4nzenden Sieg \u2013 \u00fcber die 300 \u201eSpartakisten\u201c im <em>Vorw\u00e4rts<\/em><strong>.<\/strong> Die Zeiten des ersten ruhmreichen Eindringens deutscher Truppen in Belgien, die Zeiten Generals von Emmich, des Bezwingers von L\u00fcttich, erblassen vor den Taten der Reinhardt und Gen. in den Stra\u00dfen Berlins. Niedergemetzelte <em>Parlament\u00e4re,<\/em> die \u00fcber die \u00dcbergabe des <em>Vorw\u00e4rts<\/em> verhandeln wollten und von der Regierungs-Soldateska mit Kolben bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet wurden, so da\u00df die Rekognoszierung ihrer Leichen unm\u00f6glich ist, Gefangene, die an die Wand gestellt und in einer Weise hingemordet werden, da\u00df Sch\u00e4del und Hirn herumspritzen: Wer denkt da noch angesichts so glorreicher Taten an die schm\u00e4hlichen Niederlagen vor den Franzosen, Engl\u00e4ndern und Amerikanern? \u201eSpartakus\u201c hei\u00dft der Feind und Berlin der Ort, wo unsere Offiziere zu siegen verstehen. Noske, der \u201eArbeiter\u201c, hei\u00dft der General, der Siege zu organisieren wei\u00df, wo Ludendorff versagt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer denkt da nicht an den Siegesrausch der \u201eOrdnungs\u201cmeute in Paris, an das Bacchanal der Bourgeoisie auf den Leichen der Kommunek\u00e4mpfer, derselben Bourgeoisie, die eben erst vor den Preu\u00dfen erb\u00e4rmlich kapituliert und die Hauptstadt des Landes dem \u00e4u\u00dferen Feinde preisgegeben hatte, um selbst, wie die letzten Feiglinge, Fersengeld zu geben! Aber gegen die schlecht bewaffneten ausgehungerten Pariser Proletarier, gegen ihre wehrlosen Weiber und Kinder \u2013 wie flammte da wieder der Mannesmut der Bourgeoiss\u00f6hnchen, der \u201egoldenen Jugend\u201c, der Offiziere auf! Wie tobte sich da die Tapferkeit der vor dem \u00e4u\u00dferen Feind zusammengeknickten Marss\u00f6hne in bestialischen Grausamkeiten an Wehrlosen, an Gefangenen, an Gefallenen aus!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eOrdnung herrscht in Warschau!\u201c \u201eOrdnung herrscht in Paris!\u201c \u201eOrdnung herrscht in Berlin!\u201c So laufen die Meldungen der H\u00fcter der \u201eOrdnung\u201c jedes halbe Jahrhundert von einem Zentrum des weltgeschichtlichen Kampfes zum anderen. Und die frohlockenden \u201eSieger\u201c merken nicht, da\u00df eine \u201eOrdnung\u201c, die periodisch durch blutige Metzeleien aufrechterhalten werden mu\u00df, unaufhaltsam ihrem historischen Geschick, ihrem Untergang entgegengeht. Was war diese letzte \u201eSpartakus-Woche\u201c in Berlin, was hat sie gebracht, was lehrt sie uns? Noch mitten im Kampf, mitten im Siegesgeheul der Gegenrevolution m\u00fcssen sich die revolution\u00e4ren Proletarier \u00fcber das Geschehene Rechenschaft ablegen, die Vorg\u00e4nge und ihre Ergebnisse am gro\u00dfen historischen Ma\u00dfstab messen. Die Revolution hat keine Zeit zu verlieren, sie st\u00fcrmt weiter \u2013 \u00fcber noch offene Gr\u00e4ber, \u00fcber \u201eSiege\u201c und \u201eNiederlagen\u201c hinweg \u2013 ihren gro\u00dfen Zielen entgegen. Ihren Richtlinien, ihren Wegen mit Bewu\u00dftsein zu folgen, ist die erste Aufgabe der K\u00e4mpfer f\u00fcr den internationalen Sozialismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War ein endg\u00fcltiger Sieg des revolution\u00e4ren Proletariats in dieser Auseinandersetzung, war der Sturz der Ebert-Scheidemann und eine Aufrichtung der sozialistischen Diktatur zu erwarten? Gewi\u00df nicht, wenn man alle Momente reiflich in Betracht zieht, die \u00fcber die Frage entscheiden. Die wunde Stelle der revolution\u00e4ren Sache in diesem Augenblick: die politische Unreife der Soldatenmasse, die sich immer noch von ihren Offizieren zu volksfeindlichen gegenrevolution\u00e4ren Zwecken mi\u00dfbrauchen l\u00e4\u00dft, ist allein schon ein Beweis daf\u00fcr, da\u00df ein <em>dauernder<\/em> Sieg der Revolution in diesem Zusammensto\u00df nicht m\u00f6glich war. Andererseits ist diese Unreife des Milit\u00e4rs selbst nur ein Symptom der allgemeinen Unreife der deutschen Revolution.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das platte Land, aus dem ein gro\u00dfer Prozentsatz der Soldatenmasse stammt, ist nach wie vor noch von der Revolution kaum ber\u00fchrt. Berlin ist bislang noch vom Reich so gut wie isoliert. Zwar stehen in der Provinz die revolution\u00e4ren Zentren \u2013 im Rheinland, an der Wasserkante, in Braunschweig, in Sachsen, in W\u00fcrttemberg \u2013 mit Leib und Seele auf seiten des Berliner Proletariats. Doch fehlt vorerst noch der unmittelbare Gleichschritt des Vormarsches, die direkte Gemeinsamkeit der Aktion, die den Vorsto\u00df und die Schlagfertigkeit der Berliner Arbeiterschaft unvergleichlich wirksamer gestalten w\u00fcrde. Sodann sind \u2013 was nur der tiefere Zusammenhang jener politischen Unfertigkeiten der Revolution \u2013 die wirtschaftlichen K\u00e4mpfe, die eigentliche vulkanische Quelle, die den revolution\u00e4ren Klassenkampf fortlaufend speist \u2013 erst im Anfangsstadium begriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus alledem ergibt sich, da\u00df auf einen endg\u00fcltigen dauernden Sieg in diesem Augenblick noch nicht gerechnet werden konnte. War deshalb der Kampf der letzten Woche ein \u201eFehler\u201c? Ja, wenn es sich \u00fcberhaupt um einen absichtlichen \u201eVorsto\u00df\u201c, um einen sogenannten \u201ePutsch\u201c handeln w\u00fcrde! Was war aber der Ausgangspunkt der letzten Kampfwoche? Wie in allen bisherigen F\u00e4llen, wie am 6. Dezember, wie am 24. Dezember: eine brutale Provokation der Regierung! Wie fr\u00fcher das Blutbad gegen wehrlose Demonstranten in der Chausseestra\u00dfe, wie die Metzelei gegen die Matrosen, so war diesmal der Anschlag gegen das Berliner Polizeipr\u00e4sidium die Ursache aller weiteren Ereignisse. Die Revolution operiert eben nicht aus freien St\u00fccken, in einem offenen Blachfeld, nach einem schlau von \u201eStrategen\u201c zurechtgelegten Plan. Ihre Gegner haben <em>auch<\/em> die Initiative, ja, sie \u00fcben sie in der Regel viel mehr, als die Revolution selbst, aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor die Tatsache der frechen Provokation seitens der Ebert-Scheidemann gestellt, war die revolution\u00e4re Arbeiterschaft <em>gezwungen,<\/em> zu den Waffen zu greifen. Ja, es war <em>Ehrensache<\/em> der Revolution, sofort den Angriff mit aller Energie abzuschlagen, sollte nicht die Gegenrevolution zu weiterem Vordringen ermuntert, die revolution\u00e4ren Reihen des Proletariats, der moralische Kredit der deutschen Revolution in der Internationale ersch\u00fcttert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der sofortige Widerstand kam auch spontan mit einer so selbstverst\u00e4ndlichen Energie aus den Berliner Massen heraus, da\u00df gleich im ersten Anlauf der moralische Sieg auf seiten der \u201eStra\u00dfe\u201c blieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist es inneres Lebensgesetz der Revolution, nie beim erreichten Schritt in Unt\u00e4tigkeit, in Passivit\u00e4t stehenzubleiben. Die beste Parade ist ein kr\u00e4ftiger Hieb. Diese elementare Regel jeden Kampfes beherrscht erst recht alle Schritte der Revolution. Es versteht sich von selbst und zeugt von dem gesunden Instinkt, von der inneren frischen Kraft des Berliner Proletariats, da\u00df es sich nicht bei der Wiedereinsetzung Eichhorns in sein Amt beruhigte, da\u00df es spontan zur Besetzung anderer Machtposten der Gegenrevolution: der b\u00fcrgerlichen Presse, des offizi\u00f6sen Nachrichtenb\u00fcros, des <em>Vorw\u00e4rts<\/em> schritt. Alle diese Ma\u00dfnahmen ergaben sich bei der Masse aus der instinktiven Erkenntnis, da\u00df sich die Gegenrevolution ihrerseits bei der davongetragenen Niederlage nicht beruhigen, sondern auf eine allgemeine Kraftprobe ausgehen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier stehen wir vor einem der gro\u00dfen historischen Gesetze der Revolution, gegen die alle Kl\u00fcgeleien und Besserwissereien jener kleinen \u201eRevolution\u00e4re\u201c vom Schlage der USP zerschellen, die in jedem Kampfe nur nach Vorw\u00e4nden zum R\u00fcckzug haschen. Sobald das Grundproblem der Revolution klar aufgestellt worden ist \u2013 und das ist in <em>dieser<\/em> Revolution der Sturz der Regierung Ebert-Scheidemann als des ersten Hindernisses f\u00fcr den Sieg des Sozialismus \u2013, dann taucht dieses Grundproblem immer wieder in seiner ganzen Aktualit\u00e4t auf, und jede einzelne Episode des Kampfes rollt mit der Fatalit\u00e4t eines Naturgesetzes das Problem in seinem vollen Umfang auf, mag die Revolution zu seiner L\u00f6sung noch so unvorbereitet, mag die Situation noch so unreif sein. \u201eNieder mit Ebert-Scheidemann!\u201c \u2013 diese Losung taucht unausweichlich in jeder Revolutionskrise auf, als die einzig ersch\u00f6pfende Formel aller partiellen Konflikte, und treibt dadurch von selbst, durch ihre innere objektive Logik, ob man es will oder nicht, jede Kampfepisode auf die Spitze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Widerspruch zwischen der Zuspitzung der Aufgabe und den mangelnden Vorbedingungen zu ihrer L\u00f6sung in einer anf\u00e4nglichen Phase der revolution\u00e4ren Entwicklung ergibt sich, da\u00df die Einzelk\u00e4mpfe der Revolution formell mit einer <em>Niederlage<\/em> enden. Aber die Revolution ist die einzige Form des \u201eKrieges\u201c \u2013 auch dies ihr besonderes Lebensgesetz \u2013, wo der Endsieg nur durch eine Reihe von \u201eNiederlagen\u201c vorbereitet werden kann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was zeigt uns die ganze Geschichte der modernen Revolutionen und des Sozialismus? Das erste Aufflammen des Klassenkampfes in Europa: der Aufruhr der Lyoner Seidenweber 1831, endete mit einer schweren Niederlage. Die Chartistenbewegung in England \u2013 mit einer Niederlage. Die Erhebung des Pariser Proletariats in den Junitagen 1848 endete mit einer niederschmetternden Niederlage. Die Pariser Kommune endete mit einer furchtbaren Niederlage. Der ganze Weg des Sozialismus ist \u2013 soweit revolution\u00e4re K\u00e4mpfe in Betracht kommen \u2013 mit lauter Niederlagen bes\u00e4t. Und doch f\u00fchrt diese selbe Geschichte Schritt um Schritt unaufhaltsam zum endg\u00fcltigen Siege! Wo w\u00e4ren wir heute <em>ohne<\/em>jene \u201eNiederlagen\u201c, aus denen wir historische Erfahrung, Erkenntnis, Macht, Idealismus gesch\u00f6pft haben! Wir fu\u00dfen heute, wo wir unmittelbar bis vor die Endschlacht des proletarischen Klassenkampfes herangetreten sind, geradezu auf jenen Niederlagen, deren <em>keine<\/em> wir missen d\u00fcrfen, deren jede ein Teil unserer Kraft und Zielklarheit ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist da mit Revolutionsk\u00e4mpfen das direkte Gegenteil der parlamentarischen K\u00e4mpfe. Wir hatten in Deutschland binnen vier Jahrzehnten lauter parlamentarische \u201eSiege\u201c, wir schritten geradezu von Sieg zu Sieg. Und das Ergebnis war bei der gro\u00dfen geschichtlichen Probe am 4. August 1914: eine vernichtende politische und moralische Niederlage, ein unerh\u00f6rter Zusammenbruch, ein beispielloser Bankerott. Die Revolutionen haben uns bis jetzt lauter Niederlagen gebracht, aber diese unvermeidlichen Niederlagen h\u00e4ufen gerade B\u00fcrgschaft auf B\u00fcrgschaft des k\u00fcnftigen Endsieges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings unter <em>einer<\/em> Bedingung! Es fragt sich, unter welchen Umst\u00e4nden die jeweilige Niederlage davongetragen wurde: Ob sie sich dadurch ergab, da\u00df die vorw\u00e4rtsst\u00fcrmende Kampfenergie der Massen an die Schranke der mangelnden Reife der historischen Voraussetzungen geprallt, oder aber dadurch, da\u00df die revolution\u00e4re Aktion selbst durch Halbheit, Unentschlossenheit, innere Schw\u00e4chen gel\u00e4hmt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klassische Beispiele f\u00fcr beide F\u00e4lle sind einerseits die franz\u00f6sische Februarrevolution, andererseits die deutsche M\u00e4rzrevolution. Die heldenm\u00fctige Aktion des Pariser Proletariats im Jahre 1848 ist der lebendige Quell der Klassenenergie f\u00fcr das ganze internationale Proletariat geworden. Die J\u00e4mmerlichkeiten der deutschen M\u00e4rzrevolution hingen der ganzen modernen deutschen Entwicklung wie eine Fu\u00dfkugel an. Sie wirkten durch die besondere Geschichte der offiziellen deutschen Sozialdemokratie bis in die j\u00fcngsten Vorg\u00e4nge der deutschen Revolution \u2013 bis in die eben erlebte dramatische Krise nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie erscheint die Niederlage dieser sogenannten \u201eSpartakuswoche\u201c im Lichte der obigen historischen Frage? War sie eine Niederlage aus st\u00fcrmender Revolutionsenergie und unzul\u00e4nglicher Reife der Situation, oder aber aus Schw\u00e4chlichkeit und Halbheit der Aktion?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Beides!<\/em> Der zwiesp\u00e4ltige Charakter dieser Krise, der Widerspruch zwischen dem kraftvollen, entschlossenen offensiven Auftreten der Berliner Massen und der Unentschlossenheit, Zaghaftigkeit, Halbheit der Berliner F\u00fchrung ist das besondere Kennzeichen dieser j\u00fcngsten Episode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F\u00fchrung hat versagt. Aber die F\u00fchrung kann und mu\u00df von den Massen und aus den Massen heraus neu geschaffen werden. Die Massen sind das Entscheidende, sie sind der Fels, auf dem der Endsieg der Revolution errichtet wird. Die Massen waren auf der H\u00f6he, sie haben diese \u201eNiederlage\u201c zu einem Glied jener historischen Niederlagen gestaltet, die der Stolz und die Kraft des internationalen Sozialismus sind. Und darum wird aus dieser \u201eNiederlage\u201c der k\u00fcnftige Sieg erbl\u00fchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eOrdnung herrscht in Berlin!\u201c Ihr stumpfen Schergen! Eure \u201eOrdnung\u201c ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon \u201erasselnd wieder in die H\u00f6h\u2019 richten\u201c und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verk\u00fcnden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich war, ich bin, ich werde sein!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-100406\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rosa_Luxemburg-e1645775421929.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" \/>Am 15. Januar 1919 nahm eine \u201eWilmersdorfer B\u00fcrgerwehr\u201c, die \u00fcber genaue Steckbriefe verf\u00fcgte, sie und Karl Liebknecht in einer Wohnung der Mannheimer Stra\u00dfe 27 in Berlin-Wilmersdorf fest und brachte sie in das Eden-Hotel. Dort residierte der Stab der Garde-Kavallerie-Sch\u00fctzen-Division unter dem Ersten Generalstabsoffizier Hauptmann\u00a0Waldemar Pabst, der die Verfolgung von Spartakisten in Berlin organisierte. Befehlshaber dieser Division war Generalleutnant Heinrich von Hofmann, der, gesundheitlich stark eingeschr\u00e4nkt, die operative F\u00fchrung Pabst \u00fcberlie\u00df.\u00a0<sup id=\"cite_ref-:0_54-4\" class=\"reference\"><\/sup>Die Gefangenen wurden nacheinander \u00fcber mehrere Stunden verh\u00f6rt und dabei schwer verletzt.<sup id=\"cite_ref-:0_54-5\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pabst beschloss mit seinen Offizieren, sie zu ermorden; der Mord sollte nach einer spontanen Tat Unbekannter aussehen. Er begriff dies bis zu seinem Lebensende nicht als Mord, sondern als Hinrichtung im nationalen Interesse.<sup id=\"cite_ref-:0_54-6\" class=\"reference\"><\/sup> Der am Haupteingang bereitstehende J\u00e4ger Otto Wilhelm Runge schlug Rosa Luxemburg beim Verlassen des Hotels mehrfach mit einem Gewehrkolben, bis sie bewusstlos war. Sie wurde in einen bereitstehenden Wagen geworfen. Der Freikorps-Leutnant Hermann Souchon sprang bei ihrem Abtransport auf das Trittbrett des Wagens auf und erschoss sie mit einem aufgesetzten Schl\u00e4fenschuss etwa an der Ecke N\u00fcrnberger Stra\u00dfe\/Kurf\u00fcrstendamm (heute Budapester Stra\u00dfe).<sup id=\"cite_ref-tatort_58-0\" class=\"reference\"><\/sup> Kurt Vogel lie\u00df ihre Leiche in den Berliner Landwehrkanal in der N\u00e4he der heutigen Lichtensteinbr\u00fccke werfen.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ordnung herrscht in Warschau!\u201c teilte der Minister Sebastiani im Jahre 1831 in der Pariser Kammer mit, als Paskiewitschs Soldateska nach dem furchtbaren Sturm auf die Vorstadt Praga in der polnischen Hauptstadt einger\u00fcckt war und ihre Henkerarbeit an den Aufst\u00e4ndischen&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/15\/die-ordnung-herrscht-in-berlin\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":216,"featured_media":100406,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1247],"class_list":["post-77451","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-rosa-luxemburg"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/216"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77451"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77451\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100408,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77451\/revisions\/100408"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100406"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77451"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77451"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}