{"id":76923,"date":"2021-02-19T00:01:34","date_gmt":"2021-02-18T23:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=76923"},"modified":"2021-02-17T15:00:54","modified_gmt":"2021-02-17T14:00:54","slug":"paul-ernst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/02\/19\/paul-ernst\/","title":{"rendered":"Die \u0441hinesische Kultur im Spiegel der deutschen Mentalit\u00e4t: Paul Ernst"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In seinen zahlreichen imagologisch gef\u00e4rbten Ausf\u00fchrungen in Bezug auf fremde Kulturen ging der deutsche Schriftsteller der Jahrhundertwende, der Neuklassiker Paul Ernst (1866\u20131933),<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> von der Anerkennung der Priorit\u00e4t der nationalen Spezifik jeder Kultur aus, die, obwohl Teil der Weltkultur, niemals mit ihr verschmelzen k\u00f6nne. Dies bedeutet keineswegs, Ernst stelle die Originalit\u00e4t des Geisteslebens anderer V\u00f6lker in Frage. Im Gegenteil: Als Deutscher, der die Einzigartigkeit des nationalen weltanschaulichen und \u00e4sthetischen Weltbildes anerkennt, wei\u00df er den nat\u00fcrlichen Prozess des Kulturtransfers (der entsprechende Begriff wird erst in 100 Jahren emergieren) sehr hoch zu sch\u00e4tzen. Er studiert die Kultur verschiedener Zeiten und V\u00f6lker, weil er unerm\u00fcdlich nach Kunstformen sucht, die seiner Meinung nach, die deutsche Literatur bereichern k\u00f6nnten, und weil er sich darum bem\u00fcht, in der Schatzkammer der Weltkultur philosophische, ethisch-religi\u00f6se und \u00e4sthetische Konstanten zu finden, deren Bedeutung auch der deutsche Rezipient nicht au\u00dfer Acht lassen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon in der Jugend hatte das Buch des franz\u00f6sischen Diplomaten und ehemaligen Konsuls in China Gabriel Eug\u00e8ne Simon (1829\u20131896) <em>Das mittlere Reich<\/em> (<em>La Cit\u00e9 chinoise<\/em>, 1886) auf Ernst einen tiefen Eindruck gemacht. Simon reiste viel durch das Land und lernte es gut kennen. Das Buch gibt eine glaubw\u00fcrdige Vorstellung von den Eigent\u00fcmlichkeiten der chinesischen Zivilisation, enth\u00e4lt reichliche Informationen \u00fcber die chinesische Landeskunde, die wichtigsten Bereiche des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens in China sowie \u00fcber seine Philosophie und Religion. Der Verfasser vergleicht die chinesischen Realien mit den europ\u00e4ischen Priorit\u00e4ten, und oft f\u00e4llt dieser Vergleich nicht zugunsten der Europ\u00e4er aus. Ernst zeigt sich mit Simon durchaus solidarisch und baut auf dieser Basis seine eigenen, allerdings eher imagin\u00e4r-subjektiven, Erw\u00e4gungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Essay <em>Ostasiatische Lyrik<\/em> (1896) stellt Ernst seine f\u00fcr die damalige Zeit recht fundierten Kenntnisse auf dem Gebiet der chinesischen Literatur, insbesondere in der Poesie, unter Beweis. Seine Bekanntschaft mit der chinesischen Dichtung erfolgte durch \u00dcbersetzungen aus dem Franz\u00f6sischen, Englischen und Lateinischen.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ernst meinte, dass die Europ\u00e4er bei den Chinesen \u201eeine grunds\u00e4tzlich neue Stellung des Menschen zu dem, was er als Zweck seines Lebens empfindet, kennenlernen\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, und zwar: \u201eAlle Kulturen, von denen wir wenigstens etwas Wesentliches wissen, haben als letzte Einheit den Einzelmenschen, die chinesische Kultur aber nimmt als Einheit immer die Gesellschaft an\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Der deutsche Schriftsteller ist \u00fcberzeugt: \u201eMan mu\u00df sich diesen grundlegenden Unterschied klarmachen, wenn man die merkw\u00fcrdigen Erscheinungen der chinesischen Kultur gerecht w\u00fcrdigen will: die Bindung durch die Form, den Konservatismus, die andere Art von Wahrhaftigkeit, die Beschr\u00e4nkung auf das Diesseitige und das Ablehnen des Metaphysischen, die Hochachtung der H\u00f6flichkeit u.a.m.\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Da es f\u00fcr Ernst als Tr\u00e4ger einer anderen Kultur nicht so leicht ist, das Neue und Fremde auf einen Schlag zu verstehen, schl\u00e4gt er vor, \u201esich in diese ganz andere Art von Wertsch\u00e4tzungen und Empfindungen hineinzuf\u00fchlen, bis man das Wunderliche und Fremdartige als organisch und nat\u00fcrlich empfindet\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Belege f\u00fcr Ernsts Besch\u00e4ftigung mit China findet man im bekannten Werk des Schriftstellers <em>Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus<\/em> (1918). Im Aufsatz unter dem Titel <em>Das Maschinenherz. Eine Predigt \u00fcber einen altchinesischen Text <\/em>(\u00fcber die Geschichte von <em>Der Ziehbrunnen<\/em> des chinesischen Philosophen Tschuangts) analysiert Ernst die Unterhaltung von Tschuangts mit einem Bauern, der auf die Vorz\u00fcge moderner Technik verzichtet. Der Schriftsteller bem\u00e4ngelt die westeurop\u00e4ische Zivilisation und res\u00fcmiert, alle Schwierigkeiten der Menschheit entstammten nicht dem System der sozialen Beziehungen, sondern entspr\u00e4ngen dem System der Ansichten, die diese Beziehungen generieren. Auf der Suche nach einem Ersatz f\u00fcr das bestehende kapitalistische System wendet sich Ernst an China. Er fragt sich, warum sich in diesem Land der Kapitalismus noch nicht etabliert habe, und gibt darauf folgende Antwort: \u201e[\u2026] weil der Chinese die Landarbeit liebt und ehrt, sich immer das kleine St\u00fcckchen Land beschaffen kann, das er braucht und auf ihm immer das erzeugen kann, was er bei seinen einfachen Bed\u00fcrfnissen n\u00f6tig hat\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Demzufolge, schlie\u00dft Ernst, wenn \u201edieselbe Gesinnung in Europa herrschte, dann w\u00e4re nicht nur der f\u00fcrchterliche Krieg (der Erste Weltkrieg. <em>\u2014 <\/em><em>\u0422<\/em><em>.<\/em><em>\u041a<\/em>.) nicht n\u00f6tig gewesen, dann s\u00e4he Europa auch in eine gl\u00fcckliche und ruhige Zukunft [\u2026]\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Mit anderen Worten ruft der Schriftsteller seine Landsleute auf, den sittlichen Geboten der Chinesen zu folgen und nur nach essentiellen Bed\u00fcrfnissen zu leben. Dieser Gedanke ist auch in seinem Essay <em>Eine chinesische Novelle<\/em> (1919) nachvollziehbar. Ernst imponiert die Anh\u00e4nglichkeit der chinesischen Gesellschaft an die soziale Rangordnung: Jeder kenne seinen Platz im System der gesellschaftlichen Hierarchie, jeder denke und lebe im Einklang mit seinen st\u00e4ndischen Interessen und Bed\u00fcrfnissen.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Weisheit, w\u00fcrdig zu folgen, findet Ernst in der chinesischen Volksdichtung. In einer Anzeige in der Zeitschrift <em>Das literarische Echo<\/em> (1911) r\u00fchmt Ernst an den Geschichten des chinesischen Autors P\u00fa S\u014dngl\u00edng (1640\u20131715), von Martin Buber als <em>Chinesische Geister- und Liebesgeschichten<\/em>\u00fcbersetzt, ihre \u201eanmutige, leichte und klare Poesie\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> und schreibt begeistert von einer \u201eKultur und Delikatesse\u201c, mit der \u201eirgendwelche alten Vorstellungen und Erz\u00e4hlungen [\u2026] durch einen auf das h\u00f6chste gebildeten Geist als k\u00fcnstliche Fabeln dargestellt\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> sind. Die Fabel seines Kaiserbuch-M\u00e4rchens <em>K\u00f6nig Weisel<\/em><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> geht \u00fcbrigens auch auf eine dieser <em>Geschichten aus dem Liao Chai<\/em>zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nicht weniger interessant ist die Reaktion von Paul Ernst auf das Buch <em>Chinesische Volksm\u00e4rchen<\/em>(1914).<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Der Sinologe Richard Wilhelm (1873\u20131930) hat sie im Gegensatz zu Buber, der sich schon damals vorhandener \u00dcbersetzungen von einzelnen Texten bediente,<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> direkt aus dem Chinesischen \u00fcbertragen. In seinem gleichnamigen Essay (<em>Chinesische M\u00e4rchen<\/em>, 1915) w\u00fcrdigt Ernst die Einzigartigkeit der zu einer der \u00e4ltesten Zivilisationen angeh\u00f6renden chinesischen Kultur und erkl\u00e4rt ihre Eigent\u00fcmlichkeit und ihren Wert (im Unterschied zur europ\u00e4ischen Kultur) durch eine geringe Einwirkung von fremden Einfl\u00fcssen, was, nach Ernst, ihre \u201eeigent\u00fcmliche Seele\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> am besten zu verstehen erlaube.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernst st\u00fctzt sich auf ihm bekannte, \u201evertrauensw\u00fcrdige Schilderungen\u201c und preist das hohe Niveau der chinesischen Zivilisation (welche der europ\u00e4ischen \u201enicht sehr nachsteht\u201c). Im Unterschied zum \u201eVolk von Hause\u201c, das \u201esicher prosaischer gesinnt ist wie die meisten V\u00f6lker unseres Kulturkreises\u201c, habe diese fremde Zivilisation \u201eoffenbar doch nicht prosaisch machend gewirkt\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Dies m\u00fcsse, so der deutsche Schriftsteller, \u201ewohl damit zusammenh\u00e4ngen, da\u00df sie so ganz organisch aus dem Volk entstanden ist\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Jene Besonderheit chinesischer Kultur werde \u201eunter Umst\u00e4nden [\u2026] in der reizendsten Weise persifliert; so zum Beispiel, wenn in der Geisterwelt eine richtige Beamtenhierarchie mit b\u00fcrokratischen Formen dargestellt wird\u201c, wogegen in Europa \u201edas M\u00e4rchen sehr selten fr\u00fchere gesellschaftliche Zust\u00e4nde verlassen\u201c habe, \u201edie vor unserer zivilisierten Zeit liegen\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Ernst will damit klar machen, dass im poetischen Bewusstsein der Chinesen das Fabelhafte und Fantastische weiterleben: \u201eDas M\u00e4rchen, als das h\u00f6chste Poetische, wird nicht in eine ferne Zeit verlegt, in welche wir uns mit sehns\u00fcchtiger Phantasie hineinversetzen m\u00fcssen, sondern es lebt noch heute mitten unter dem Volk als geschehend\u201c. Und \u201edaraus ergibt sich eine eigent\u00fcmliche innige Poesie\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Ernst f\u00fchrt unter anderem folgendes Beispiel an: \u201eEin Gelehrter sieht, wie ein Drache als kleiner Wurm aus seinen B\u00fcchern kriecht, zwischen denen er \u00fcberwintert hat; er nimmt ihn auf die Hand, tr\u00e4gt ihn vor die T\u00fcr; der Drache schwillt an und entfliegt ihm\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einem anderen Beispiel wird ein Gelehrter \u201evon den Elfen aus den Blumen seines Gartens besucht (wahrscheinlich war im chinesischen Original die Rede von Feen. <em>\u2014 T.K.)<\/em> die sich bei ihm \u00fcber ihre b\u00f6sen Tanten beklagen\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Ernst glaubt, solche Geschichten h\u00e4tten die Menschen in ihrem t\u00e4glichen Leben begleitet. Dies h\u00e4tte gestern geschehen k\u00f6nnen und \u201ekann morgen wieder sein\u201c,<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>und zwar als organischer und integraler Bestandteil des Ganzen, d.h. der menschlichen Existenz in ihrer historischen Dauer. Das Gestern gehe in dasjenige Heute \u00fcber, das sich in der Zukunft immer wieder manifestieren werde. Im Prinzip beschreibt Ernst, wie der Mechanismus des kulturellen Ged\u00e4chtnisses eines bestimmten Volkes funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Allerdings, schreibt Ernst, erfolgte in Europa die Kulturperzeption alter Epochen auf eine andere Weise:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wo bei uns \u00dcberreste fr\u00fcherer poetischer Naturbetrachtung und religi\u00f6sen Denkens noch im Volk vorhanden sind, da empfinden wir Aberglauben und m\u00fcssen eben rohe \u00dcberbleibsel empfinden, die oft nicht mehr verstanden sind und sicher auf Tiefstand der Bildung deuten; nur bei zur\u00fcckgebliebenen Teilen des Volkes haben sich solche Glauben erhalten\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der chinesischen Kultur seien solche \u201e\u00dcberreste\u201c der Vergangenheit hingegen wichtige Elemente des k\u00fcnstlerischen Bewusstseins gro\u00dfer K\u00fcnstler. Die Erinnerung an die Vergangenheit werde nun zum Kern der positiven Erfahrung, die ihre Bedeutung f\u00fcr die Gegenwart sorgf\u00e4ltig bewahre und kultiviere: \u201eDie Erz\u00e4hlungen des vorliegenden Buches sind aber mit der h\u00f6chsten, kultiviertesten Kunst geschrieben; die poetische Gesinnung ist bei den H\u00f6chstgebildeten, und zwar nicht in mi\u00dfverstandenen Bruchst\u00fccken, sondern in der sch\u00f6nsten Ausbildung\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Dies kann man, so Ernst, nur dann verstehen, wenn man sich klar mache, \u201eda\u00df ein gro\u00dfes gebildetes Volk noch ganz naiv in einer poetischen Welt lebt\u201c und \u201eda\u00df ihm das Geistige immer noch eine gr\u00f6\u00dfere Macht ist wie das Materielle\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Das mit Poesie (Fantasie) durchtr\u00e4nkte Leben (in diesen Ausf\u00fchrungen von Ernst l\u00e4sst sich das von ihm intuitiv erratene Wesen des zu seiner Zeit noch nicht beschriebenen Ph\u00e4nomens des magischen Realismus erkennen) birgt in sich philosophische bzw. metaphysische Elemente. Die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits scheint derart verschwommen zu sein, dass man nicht mehr Angst vor dem Tod habe. Denn die Schatten der Vergangenheit (in diesem Fall in Form von fabelhaften Bildern) seien im wirklichen Dasein mit den Lebenden gleichzustellen. Mehr noch: Sie bereicherten die Lebenserfahrung der Letzteren mit der ihrer Vorfahren, die die Welt (auf deren physischer Ebene) schon verlassen haben. Denn diese in einigen Geschichten vorkommenden Geister von Verstorbenen seien \u201efreundlich und freundschaftlich\u201c. \u201eNichts D\u00fcsteres, Unheimliches ist in diesen M\u00e4rchen\u201c, schlie\u00dft Ernst, \u201ediese Beziehungen sind ruhig und nat\u00fcrlich wie alle anderen Beziehungen\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Erschlie\u00dfung einer fremden Kultur scheint Ernst \u201ein Zeiten allgemeiner Umbildung aller Verh\u00e4ltnisse und Zust\u00e4nde\u201c umso wichtiger zu sein, als die \u201eEinwirkungen fremder V\u00f6lker und Verh\u00e4ltnisse sich st\u00e4rker geltend zu machen pflegen als in ruhigen Zeiten\u201c,<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> d.h. gerade in Europa um 1900. Dar\u00fcber schreibt er in seinem Essay <em>Chinesische Weisheit<\/em> (1926): \u201eDie Menschheit, die neue Gesetze und Formen sucht, hofft mit Hilfe der fremden Anregungen schaffen zu k\u00f6nnen, was sie braucht.\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Ernst weist dabei weitblickend auf ein wichtiges Prinzip der Komplementarit\u00e4t in der imagologischen Auffassung bei der Erschlie\u00dfung fremder Kulturr\u00e4ume hin. Was k\u00f6nnen die Deutschen von den Chinesen lernen? Vieles \u2013 meint Ernst \u2013 obwohl auch China \u201ein den allgemeinen Zerst\u00f6rungswirbel der heutigen Welt hineingezogen\u201c<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> sei. Doch er ist \u00fcberzeugt, \u201eda\u03b2 es wieder zu neuer Ordnung kommt, denn die Grundlagen seines Lebens sind so sicher und fest, da\u00df der n\u00f6tige Neubau auf ihm keine Schwierigkeiten machen wird\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> In Europa hingegen \u201ewird man viel mehr Arbeit gebrauchen, wird viel mehr Zeit vergehen, ehe eine neue Ordnung wieder kommen kann\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>Die chinesische Zivilisation ist viel \u00e4lter als die europ\u00e4ische und deswegen sei sie, so Ernst, standfester allerlei Ersch\u00fctterungen gegen\u00fcber. Solch eine Standsicherheit ruhe auf einem stark ausgepr\u00e4gten \u201esittlich-religi\u00f6sen Ideal\u201c.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Unterschied zu der europ\u00e4ischen Philosophie h\u00e4tten, so Ernst, die Welt-und Menschvorstellungen der Chinesen keinen so starken Einfluss des historischen Determinismus erlebt. Den Chinesen liege n\u00e4mlich die Idee des Zwangs zu einem System von Ansichten nicht nahe. Aufgrund einer tausendj\u00e4hrigen Geschichte werden traditionelle Anschauungen von den Chinesen als etwas von der Natur Gegebenes, von der Zeit Erprobtes und daher Glaubw\u00fcrdiges wahrgenommen. Ernst hat dabei die beiden wichtigsten philosophischen Str\u00f6mungen vor Augen \u2013 Taoismus und Konfuzianismus \u2013 die, wie er glaubt, einander dialektisch erg\u00e4nzen, indem sie ein einheitliches System religi\u00f6ser und moralischer Ansichten der Chinesen bilden und ihnen helfen, sich selbst als untrennbaren Teil eines homogenen \u00f6ffentlichen Organismus zu erkennen.<a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Im Gegensatz zum europ\u00e4ischen Individualismus involviert der chinesische \u201eKollektivismus\u201c das Verst\u00e4ndnis des Lebens als sich evolution\u00e4r, ohne Risse entwickelndes Ganzes. Die rechtzeitig bemerkten \u201eBr\u00fcche\u201c werden m\u00fchelos korrigiert, ohne dem Jahrhunderte alten System zu schaden Ein Jahrhundert sp\u00e4ter kann man sich nun \u00fcber die Weitsicht des deutschen Schriftstellers nur wundern, dessen Gedanken in der chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts weitestgehend best\u00e4tigt wurden. China war weder von \u00e4u\u00dferen Einwirkungen frei gewesen noch von globalen Tendenzen unber\u00fchrt geblieben Es wurde gewisserma\u00dfen \u201egezwungen\u201c, den Weltentwicklungstrends zu folgen. Letztendlich wurde es jedoch zum Land, dem es gelang, seine ehemalige Gr\u00f6\u00dfe wiederherzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>***\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_76928\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Charles_Jaeckle_-_Bueste_des_Dichters_Paul_Ernst_2-e1613570346957.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76928\" class=\"wp-image-76928 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Charles_Jaeckle_-_Bueste_des_Dichters_Paul_Ernst_2-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-76928\" class=\"wp-caption-text\">Charles Jaeckl\u00e9 &#8211; B\u00fcste des Dichters Paul Ernst<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Buber, Martin: <em>Schriften zur chinesischen Philosophie und Literatur<\/em>. G\u00fctersloh: G\u00fctersloher Verlag-Haus 2013.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernst, Paul: <em>Konfuzius<\/em>. \u201eDer Tag\u201c. 7.05.1911.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernst Paul: <em>Pu-Sung-Ling. Chinesische Geister- und Liebesgeschichten<\/em>. In: \u201eDas literarische Echo\u201c. 1911. Jg. 14, Sp. 1668\/9.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernst, Paul: <em>Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus<\/em>. M\u00fcnchen: G. M\u00fcller 1918.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernst, Paul: <em>Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em>. G\u00fctersloh: C. Bertelsmann 1959.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kudryavtseva, Tamara (\u041a\u0443\u0434\u0440\u044f\u0432\u0446\u0435\u0432\u0430, \u0422\u0430\u043c\u0430\u0440\u0430): <em>\u041d\u0435\u0438\u0437\u0432\u0435\u0441\u0442\u043d\u044b\u0439<\/em> <em>\u041f\u0430\u0443\u043b\u044c<\/em> <em>\u042d\u0440\u043d\u0441\u0442<\/em><em> (<\/em><em>\u043a<\/em><em> 150-<\/em><em>\u043b\u0435\u0442\u0438\u044e<\/em> <em>\u0441\u043e<\/em> <em>\u0434\u043d\u044f<\/em><em>\u0440\u043e\u0436\u0434\u0435\u043d\u0438\u044f<\/em><em>)<\/em> (<em>Der unbekannte Paul Ernst. <\/em><em>Zum<\/em><em> 150. <\/em><em>Geburtstag<\/em>). In: \u201e\u0410\u043a\u0442\u0443\u0430\u043b\u044c\u043d\u044b\u0435 \u043f\u0440\u043e\u0431\u043b\u0435\u043c\u044b \u0442\u0435\u043e\u0440\u0435\u0442\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u043e\u0439 \u0438 \u043f\u0440\u0438\u043a\u043b\u0430\u0434\u043d\u043e\u0439 \u043b\u0438\u043d\u0433\u0432\u0438\u0441\u0442\u0438\u043a\u0438 \u0438 \u043e\u043f\u0442\u0438\u043c\u0438\u0437\u0430\u0446\u0438\u044f \u043f\u0440\u0435\u043f\u043e\u0434\u0430\u0432\u0430\u043d\u0438\u044f \u0438\u043d\u043e\u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u043d\u044b\u0445 \u044f\u0437\u044b\u043a\u043e\u0432\u201d. Toljatti 2017, S. 273\u2013279.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kudryavtseva, Tamara: <em>Zur Rezeption des Werkes von Paul Ernst in Russland<\/em>. \u201e\u0424\u0438\u043b\u043e\u043b\u043e\u0433\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0439\u043a\u043b\u0430\u0441\u0441\u201d. \u2116 3, 2019, S. 134\u2013142.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wilhelm, Richard (Hg.): <em>Chinesische Volksm\u00e4rchen<\/em>. Jena: Eugen Diederich 1914.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Woronski, Alexander: <em>Die Kunst, die Welt zu sehen: Ausgew\u00e4hlte Schriften 1911\u20131936<\/em>. Aus dem Russischen \u00fcbersetzt von I. Schr\u00f6der und E. Arndt. Essen: Arbeiterpresse Verlag 2003.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Siehe: \u041audryavtseva, Tamara: <em>\u041d\u0435\u0438\u0437\u0432\u0435\u0441\u0442\u043d\u044b\u0439 \u041f\u0430\u0443\u043b\u044c \u042d\u0440\u043d\u0441\u0442 (\u043a 150-\u043b\u0435\u0442\u0438\u044e \u0441\u043e \u0434\u043d\u044f \u0440\u043e\u0436\u0434\u0435\u043d\u0438\u044f). <\/em>In: <em>\u0410\u043a\u0442\u0443\u0430\u043b\u044c\u043d\u044b\u0435 \u043f\u0440\u043e\u0431\u043b\u0435\u043c\u044b \u0442\u0435\u043e\u0440\u0435\u0442\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u043e\u0439 \u0438 \u043f\u0440\u0438\u043a\u043b\u0430\u0434\u043d\u043e\u0439 \u043b\u0438\u043d\u0433\u0432\u0438\u0441\u0442\u0438\u043a\u0438 \u0438 \u043e\u043f\u0442\u0438\u043c\u0438\u0437\u0430\u0446\u0438\u044f \u043f\u0440\u0435\u043f\u043e\u0434\u0430\u0432\u0430\u043d\u0438\u044f \u0438\u043d\u043e\u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u043d\u044b\u0445 \u044f\u0437\u044b\u043a\u043e\u0432<\/em>. Toljatti: \u0422\u043e\u043b\u044c\u044f\u0442\u0442\u0438\u043d\u0441\u043a\u0438\u0439 \u0433\u043e\u0441\u0443\u0434\u0430\u0440\u0441\u0442\u0432\u0435\u043d\u043d\u044b\u0439 \u0443\u043d\u0438\u0432\u0435\u0440\u0441\u0438\u0442\u0435\u0442 2017, S. 273\u2013279; Kudryavtseva, Tamara: <em>Zur<\/em> <em>Rezeption<\/em> <em>des<\/em> <em>Werkes<\/em> <em>von<\/em> <em>Paul<\/em> <em>Ernst<\/em> <em>in<\/em> <em>Russland<\/em>. In: \u201e\u0424\u0438\u043b\u043e\u043b\u043e\u0433\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u0438\u0439 \u043a\u043b\u0430\u0441\u0441\u201c. Nr. 3. 2019, S. 134\u2013142.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ernst entdeckte die chinesische Poesie (<em>Chinesische Lyrik<\/em>, 1929), indem er das ber\u00fchmte Buch von Judith Walter (Gautier) <em>Le livre de Jade<\/em> (par Judith Walter, Paris, Alphonse Lemerre 1867} las, das auf \u00dcbersetzungen der chinesischen Poesie basiert, die mit Hilfe des chinesischen Dichters und Gelehrten Tin Tung Ling gemacht wurden (dieser wohnte in der Familie Ihres Vaters, Theodore Gautier). Siehe: Ernst, Paul:<em> Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em> G\u00fctersloh: Bertelsmann 1959, S. 406\u2013409.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ernst, Paul. <em>Konfuzius. <\/em>In: \u201eDer Tag\u201c. 7.05.1911.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0 Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ernst, Paul: <em>Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus<\/em>. M\u00fcnchen: G. M\u00fcller 1918, S. 407. Auf diese Stelle im Text von Ernst bezieht sich in seinem bekannten Buch\u00a0<em>Die Kunst, die Welt zu sehen <\/em>der sowjetische Kunstforscher\u00a0Alexander<em>\u00a0<\/em>Woronski (18841937). Sieh: \u00a0Woronski Alexander<em>. Die Kunst, die Welt zu sehen (Ausgew\u00e4hlte Schriften 1911\u2013193<\/em>6). Essen: Mehring Verlag 2003, S. 68.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Siehe: Ernst, Paul. <em>Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em>, S. 397\u2013402.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ernst Paul. <em>Pu-Sung-Ling. (Chinesische Geister- und Liebesgeschichten). <\/em>In: \u201eDas literarische Echo\u201c. 1911. Jg. 14, Sp. 1668\/9, hier: 1668.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Sieh: Ernst Paul <em>Das Kaiserbuch: (Volksausgabe. Die Schwabenkaiser) <\/em>M\u00fcnchen: Langen-M\u00fcller 1936, S. 638.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Wilhelm, Richard (Hg.): <em>Chinesische Volksm\u00e4rchen<\/em>. Jena: Eugen Diederich 1914.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Sieh dazu: Buber Martin. <em>Schriften zur chinesischen Philosophie und Literatur. <\/em>G\u00fctersloh: G\u00fctersloher Verlag-Haus. 2013, S. 358\u2013359.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Zit. nach:\u00a0 Ernst Paul<em>. Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em>, S. 393\u2013396, hier: S. 394.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Ebd. S. 394\u2013395.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Ebd. S. 395.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Ernst, Paul:<em> Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em>, S. 403\u2013409.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Ebd., S. 403.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"\/\/79A99EBE-E9A0-408F-8DC8-2979E116E1E0#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Ebd. S. 404. In diesem Aufsatz schreibt Ernst nichts \u00fcber den Buddhismus, dem er sich jedoch in anderen Werken, die der fern\u00f6stlichen Kultur gewidmet sind, zuwendet. Siehe z.B. sein Essay <em>Buddhas Wandel<\/em> (1921): Ernst, Paul. <em>Gedanken zur Weltliteratur (Aufs\u00e4tze)<\/em>, S. 381\u2013382.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In seinen zahlreichen imagologisch gef\u00e4rbten Ausf\u00fchrungen in Bezug auf fremde Kulturen ging der deutsche Schriftsteller der Jahrhundertwende, der Neuklassiker Paul Ernst (1866\u20131933),[1] von der Anerkennung der Priorit\u00e4t der nationalen Spezifik jeder Kultur aus, die, obwohl Teil der Weltkultur, niemals&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/02\/19\/paul-ernst\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":127,"featured_media":76928,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2812,1477],"class_list":["post-76923","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-paul-ernst","tag-tamara-kudryavtseva"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/127"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76923\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}