{"id":76610,"date":"2016-06-08T00:01:36","date_gmt":"2016-06-07T22:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=76610"},"modified":"2021-09-20T13:29:09","modified_gmt":"2021-09-20T11:29:09","slug":"autorengespraeche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/06\/08\/autorengespraeche\/","title":{"rendered":"Autorengespr\u00e4che"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Das einzige, was ich mir wirklich w\u00fcnsche, ist, zur\u00fcckgezogen zu leben. Ich will nur in Ruhe gelassen werden.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Elfriede Jelinek<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Carsten Gansel ist ein umtriebiger Mann. Er ist Autor von Monographien, Herausgaben, Editionen zur deutschen Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts. Er ist Mitherausgeber der wissenschaftlichen Reihen Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien, G.E. Lessing im kulturellen Ged\u00e4chtnis. Zudem hat er mehr als 250 wissenschaftliche Aufs\u00e4tze verfasst, die sich mit Autoren wie Gotthold Ephraim Lessing, Hermann Hesse, Erich K\u00e4stner, Hans Fallada, Johannes R. Becher, Erich Loest, Hans Werner Richter, Uwe Johnson, Christa Wolf, Brigitte Reimann, G\u00fcnter Grass, Erwin Strittmatter oder Jenny Erpenbeck besch\u00e4ftigen. Dar\u00fcber hinaus hat er in Beitr\u00e4gen unterschiedliche Literatursysteme untersucht, ist dem Verh\u00e4ltnis von Literatur und Ged\u00e4chtnis nachgegangen oder hat sich auf der Grundlage der systemtheoretischen Arbeiten von Niklas Luhmann seit 2008 mit der Rolle von St\u00f6rungen in Literatur- und Mediensystemen auseinandergesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">F\u00fcr mich hat jedes Buch eine andere Tonart. Und ich muss diese Tonart finden.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Peter H\u00e4rtling<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Band \u201eLiteratur im Dialog\u201c vermittelt anregende Einblicke in die Werkstatt der Schriftsteller. Herausgeber des Bandes ist Norman \u00c4chtler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Germanistik der Universit\u00e4t Giessen, also ein Kollege von Carsten Gansel. Er liefert eine sehr gute Einleitung, in der er u.a. die Einw\u00e4nde gegen das Interview als Praxis der Erkenntnisgewinnung anspricht, selbstverst\u00e4ndlich um sie zu dekonstruieren: Das Problem der Authentizit\u00e4t wird \u00fcberwunden, indem die Zuverl\u00e4ssigkeit selbst zum expliziten Thema der Gespr\u00e4che gemacht wird; dem Problem der Autorintention, der bekannten Gefahr, die \u201ePolyvalenz literarischer Texte vermeintlich leichtfertig auf die Selbstaussagen des Autors\u201c zu reduzieren, wird entgangen, indem auf den augenf\u00e4lligen Unterschied zwischen Theorie (Tod des Autors) und Praxis (Lesehaltung der meisten Leser) verwiesen wird. Diese \u201eLiteratur im Dialog\u201c f\u00e4llt in den jeweiligen Antworten auf die wiederholt gestellte Frage nach dem Schreibprozess und der Bedeutung des Anfangs unterschiedlich aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Meine Texte sind ja auch Lesetexte. Also ich schreibe sie auch laut, ich schreibe ja nicht still, sondern ich spreche sie und korrigiere und h\u00f6re, wie sie klingen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Jutta Richter<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gespr\u00e4che mit Autorinnen und Autoren 1989\u20132014 liest KUNO als Gegenst\u00fcck zu den <em>Kollegengespr\u00e4chen, die<\/em> A.J. Weigoni zum 30. Jahrestag der VS gemacht hat. Zwischen 1995 und 1999 hat A.J. Weigoni im Rahmen seiner Arbeit f\u00fcr den VS <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25436\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a> mit Schriftstellern aus Belgien, Deutschland, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich und der Schweiz gef\u00fchrt. Sie arbeiteten am gleichen \u201eProdukt\u201c, an der deutschen Sprache. Die Publikation ist zum 30. Jahrestag des VS erschienen. Eines der wichtigsten Medien, die Aufschlu\u00df \u00fcber Intentionen, Erfahrungen und Einstellungen von Autorinnen und Autoren gibt, ist heute beinahe v\u00f6llig verschwunden. An die Stelle der Briefpost ist weitgehend die elektronische Mail getreten. Der Briefwechsel aus der Reihe <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kollegen.htm\"><em>Kollegengespr\u00e4che<\/em><\/a> demonstriert die kommunikative Bedeutung einer untergegangenen Kulturtechnik. Diese Dialoge sind zugleich literarische Dialoge und dialogische Literatur, wir lesen Dialoge der Schriftsteller auf die Spur dieser Beziehungen und Interaktionen in doppeltem Sinne. Die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> sind eine lesenswerte Parallelerz\u00e4hlung zu Biografie und literarischem \u0152uvre.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literatur im Dialog<\/strong>. Gespr\u00e4che mit Autorinnen und Autoren 1989\u20132014 von Carsten Gansel. Herausgegeben und mit einer Einleitung von Norman \u00c4chtler. Verbrecher Verlag, Berlin 2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Carsten_Gansel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-76614 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Carsten_Gansel.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"160\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den B\u00fccherberg nicht zu vergr\u00f6ssern waren die <em>Kollegengespr\u00e4che <\/em>1999 als Printing on demand erh\u00e4ltlich. Dieser Band ist als bibliophile, limitierte Vorzugsausgabe erh\u00e4ltlich vergriffen. Aus Recherchegr\u00fcnden hat der vordenker die <em>Kollegengespr\u00e4che<\/em> zuerst ins Netz gestellt. Sie k\u00f6nnen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kollegen.htm\">hier<\/a> abgerufen werden. Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) haben diese Reihe in loser Folge ab 2011 fortgesetzt. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das einzige, was ich mir wirklich w\u00fcnsche, ist, zur\u00fcckgezogen zu leben. Ich will nur in Ruhe gelassen werden. Elfriede Jelinek Carsten Gansel ist ein umtriebiger Mann. 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