{"id":76108,"date":"2009-05-19T00:01:55","date_gmt":"2009-05-18T22:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=76108"},"modified":"2021-07-11T17:25:17","modified_gmt":"2021-07-11T15:25:17","slug":"vierte-wurzel-aus-zwitschermaschine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/05\/19\/vierte-wurzel-aus-zwitschermaschine\/","title":{"rendered":"Vierte Wurzel aus Zwitschermaschine"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Kunststudenten Cornelia Schleime und Ralf Kerbach lernten sich an der Dresdner Hochschule f\u00fcr bildende K\u00fcnste kennen. Nach einer missgl\u00fcckten Kunstausstellung im Radeburger Heimatmuseum, die Michael Rom organisiert hatte, beschloss man, gemeinsam Musik zu machen. Ralf Kerbach war von den Sex Pistols und den Stranglers inspiriert und \u00fcbernahm die Gitarre. Cornelia Schleimes Gesang wurde zus\u00e4tzlich von Matthias Zeidler am Bass begleitet. Als letzter stie\u00df Wolfgang Grossmann als Schlagzeuger zu der Band. Nachdem man zun\u00e4chst unter den Bandnamen <i>Ende<\/i> und <i>Schwarz\/Wei\u00df<\/i> experimentiert hatte, nannte man sich zun\u00e4chst <i>Vierte Wurzel aus Zwitschermaschine<\/i>, was im normalen Sprachgebrauch zu Zwitschermaschine als dem eigentlichen Bandnamen wurde. Der Bandname resultierte entweder aus Ralf Kerbachs Vorliebe f\u00fcr Paul Klees <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/04\/15\/die-zwitschermaschine\/\">gleichnamiges Bild<\/a> oder durch eine Vorf\u00fchrung von Luis Bu\u00f1uels Film <i>Ein andalusischer Hund<\/i>, die Schleime besucht hatte. Im Winter 1980\/81 stieg schlie\u00dflich Michael Rom als zweiter S\u00e4nger ein. Man spielte auf diversen studentischen Sommerfeiern und im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen auf. Die avantgardistischen Songexperimente trafen den Geschmack des Publikums. Ohne offizielle Erlaubnis gestalteten sich die Auftritte schwierig, man trat in Ateliers, in der Schauspielschule Ernst Busch und in der Erfurter \u201eGalerie im Flur\u201c auf. Einige Konzerte wurden von der Staatsmacht abgebrochen. Musikalisch charakterisierte man sich als Neue Musik, der Dilettantismus der Anfangstage f\u00fchrte zu einer Art dadaistischem Konzept, das irgendwo in der Schnittmenge von anspruchsvoller Musik und Drei-Akkorde-Punk angesiedelt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1981 stie\u00df Sascha Anderson zur Gruppe und wurde zur treibenden Kraft. Er bem\u00fchte sich, die Gruppe aus ihrer selbstgew\u00e4hlten Ecke herauszuholen und ein eher professionelles Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Musik zu wecken. Durch seinen Status als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit gelang es ihm, Westkontakte aufzubauen und die Band im Underground der DDR zu etablieren. Die Musik erlangte nun mehr Rock-Elemente, und auch der Aufbau der einzelnen St\u00fccke wurde nachvollziehbar. Zusammen mit Rosa Extra spielte man einige Konzerte, die aus einer Mischung aus Musik und Performance bestanden. 1982 stieg Ralf Kerbach, der nach West-Berlin auswanderte, aus. Lothar Fiedler vertrat ihn bei sp\u00e4teren Aufnahmen. Zus\u00e4tzlich stieg als Trompeter Helge Leiberg ein. \u00dcber die von Ralf Kerbach vermittelten Westkontakte gelangten Aufnahmen der Band in den Westen, die dann als Split-Ver\u00f6ffentlichung mit Schleim-Keim (unter dem Decknamen <i>Sau-Kerle<\/i>) von Karl-Ulrich Walterbach (<i>Aggressive Rockproduktionen<\/i>) unter dem Titel <i>eNDe<\/i> (<i>DDR von unten<\/i>) in der Bundesrepublik Deutschland erschienen. Die Aufnahmen, teilweise noch mit Kerbach, wurden von Andeck Baumg\u00e4rtel in dessen Privatstudio produziert. Anschlie\u00dfend l\u00f6ste sich die Gruppe auf, Teile der Band machten unter dem Namen Fabrik weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>1983: <i>DDR von unten<\/i> (Splitalbum mit Schleim-Keim)<\/p>\n<p>1998: <i>Alles Geld der Welt kostet Geld<\/i> (Splitalbum mit Fabrik)<\/p>\n<p>1998 erschien ein Splitalbum von Fabrik und Zwitschermaschine. 2006 wirkte Cornelia Schleime an der Dokumentation <i>ostPunk! \u2013 too much future<\/i> mit und erz\u00e4hlte von ihren damaligen Erlebnissen mit der Gruppe<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_76112\" style=\"width: 617px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Zwitschermaschine-e1610632431187.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76112\" class=\"wp-image-76112 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/Zwitschermaschine-e1610632431187.jpg\" alt=\"\" width=\"607\" height=\"368\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-76112\" class=\"wp-caption-text\">von links: Cornelia Schleime, Wolfgang Grossmann, Ralf Kerbach<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"ecm0bbzt e5nlhep0 a8c37x1j\">\n<div class=\"kvgmc6g5 cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql\">\n<div dir=\"auto\" style=\"text-align: justify;\">Meine erste Schallplatte: \u201eHeart of glass\u201c von Blondie, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/30\/6282\/\">vorgestellt<\/a> von Martina Haimerl. <span data-offset-key=\"eaie5-0-0\">Life circles at 33rpm!, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/16\/meine-erste-schallplatte-2\/\">postulierte<\/a> Mischa Kuball. <\/span><span data-offset-key=\"3f7gr-0-0\">Wer sich hinter \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/09\/meine-erste-schallplatte-oder-mister-b\/\">Mister B<\/a>\u201c verbirgt, beschreibt Christine Kappe. Erg\u00e4nzen ein Artikel zum <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/05\/01\/kassettenuntergrund\/\">Kassettenuntergrund<\/a>. <\/span><span data-offset-key=\"ajv9h-0-0\">\u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/18\/meine-erste-schallplatte-%e2%80%9edon-juan-von-dave-dee-dozy-beaky-mick-and-tich\/\">Don Juan<\/a>\u00ab von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich, vorgestellt von Joachim Feldmann. <\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/02\/5165\/\">Eine Reise ins Gl\u00fcck<\/a> von den Lilians, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ju Sophie Kerschbaumer<\/span><\/span>. \u201eThis charming man\u201c von den Smiths <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/01\/meine-erste-platte-this-charming-man-von-den-schmidts\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Haimo Hieronymus<\/span><\/span>. The Fall \u2013 Big New Prince <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/08\/25\/mein-klassiker-the-fall-big-new-prince\/\">vorgestellt<\/a> von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Enno Stahl.\u00a0<\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/04\/12\/dschaeaeaezz\/\">Dsch\u00e4\u00e4\u00e4zz<\/a>!!!, geh\u00f6rt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Eva Kurowski. Helge Schneider ist wahrscheinlich der bislang einzige Solo-K\u00fcnstler, der gleich mit seiner ersten Platte den Titel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/04\/02\/die-singende-herrentorte\/\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a> gab. Begleitet wurde er bei den Aufnahmen durch Tonmeister Tom T\u00e4ger im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tonstudio an der Ruhr<\/a>.<\/span><\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/12\/28\/meine-ersten-drei-platten\/\">Meine ersten drei Platten<\/a>, vorgestellt von\u00a0<span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Marcus Baltzer. <\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/06\/meine-musik\/\">Meine Musik<\/a>, vorgestellt von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Ulrich Bergmann. <\/span><\/span><span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Mit etwas Versp\u00e4tung erschien <\/span><\/span>Pia Lunds zweites Solo-Album <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/10\/21\/ein-geschenk-von-pia-lund\/\">Gift<\/a>. <\/em><em>Smile<\/em> war f\u00fcr A.J. Weigoni ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/06\/12\/meine-erste-schallplatte\/\">Versprechen<\/a>. Eine Generation sp\u00e4ter wurde es eingel\u00f6st. Selbstverst\u00e4ndlich auf Vinyl. Und in Mono. Eine Wiederver\u00f6ffentlichung der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/21\/das-herz-des-motorik-beats\/\"><em>Neu!<\/em>-Studioalben<\/a> ist auf dem Label Gr\u00f6nland erschienen. in 1999 ging KUNO der Frage <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/01\/01\/label-oder-available\/\">Label oder available?<\/a> nach. Einen <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/letternmusik.htm\">Remix<\/a> zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der \u201cLetternmusik\u201d gemacht. \u201e<em>Wenn es Videoclips gibt, muss auch die Literatur auf die ver\u00e4nderten <\/em><em>medialen Verh\u00e4ltnisse reagieren.\u201c, <\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/01\/18\/literaturclips-2\/\">postulierte<\/a> A.J. Weigoni 1991 und erfand mit Frank Michaelis das H\u00f6rbuch. Erweiternd zum Medium der <em><span lang=\"en\">Compact Disc<\/span><\/em> auch der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=33102\">Press\/Play<\/a>. Dar\u00fcber hinaus eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6P4dXJ_Tvns\">Film-Empfehlung<\/a>, wenn die L\u00e4den zumachen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die beiden Kunststudenten Cornelia Schleime und Ralf Kerbach lernten sich an der Dresdner Hochschule f\u00fcr bildende K\u00fcnste kennen. Nach einer missgl\u00fcckten Kunstausstellung im Radeburger Heimatmuseum, die Michael Rom organisiert hatte, beschloss man, gemeinsam Musik zu machen. Ralf Kerbach war&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/05\/19\/vierte-wurzel-aus-zwitschermaschine\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":76112,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2753,2755,2754],"class_list":["post-76108","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-cornelia-schleime","tag-ralf-kerbach","tag-wolfgang-grossmann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}