{"id":74699,"date":"2011-07-31T00:01:31","date_gmt":"2011-07-30T22:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=74699"},"modified":"2024-05-04T11:30:41","modified_gmt":"2024-05-04T09:30:41","slug":"handschuhe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/07\/31\/handschuhe\/","title":{"rendered":"HANDSCHUHE"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Ekel vor Tieren ist die beherrschende Empfindung die Angst, in der Ber\u00fchrung von ihnen erkannt zu werden. Was sich tief im Menschen entsetzt, ist das dunkle Bewu\u00dftsein, in ihm sei etwas am Leben, was dem ekelerregenden Tiere so wenig fremd sei, da\u00df es von ihm erkannt werden k\u00f6nne. \u2013 Aller Ekel ist urspr\u00fcnglich Ekel vor dem Ber\u00fchren. \u00dcber dieses Gef\u00fchl setzt sogar die Bemeisterung sich nur mit sprunghafter, \u00fcberschie\u00dfender Geberde hinweg: das Ekelhafte wird sie heftig umschlingen, verspeisen, w\u00e4hrend die Zone der feinsten epidermalen Ber\u00fchrung tabu bleibt. Nur so ist dem Paradox der moralischen Forderung zu gen\u00fcgen, welche gleichzeitig \u00dcberwindung und subtilste Ausbildung des Ekelgef\u00fchls vom Menschen verlangt. Verleugnen darf er die bestialische Verwandtschaft mit der Kreatur nicht, auf deren Anruf sein Ekel erwidert: er mu\u00df sich zu ihrem Herrn machen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-68588 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-223x300.jpg 223w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-260x350.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe-160x216.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Einbahnstra\u00dfe.jpg 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die<em> Einbahnstra\u00dfe<\/em> ist eine entscheidende Gelenkstelle in Benjamins Gesamtwerk, in der \u00dcberlegungen des Fr\u00fchwerks transformiert werden, um sie dann in sp\u00e4teren Arbeiten weiterzuf\u00fchren. Dies veranschaulicht insbesondere die 43 Texte umfassende \u00bbNachtragsliste zur Einbahnstra\u00dfe\u00ab, die Benjamin Anfang bis Mitte der drei\u00dfiger Jahre zusammenstellte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum 70. Todestag von Walter Benjamin erinnert KUNO an diesen undogmatischen Denker und l\u00e4\u00dft die Originalit\u00e4t und Einzigartigkeit seiner Gedanken aufscheinen. Bei KUNO pr\u00e4sentieren wir Essays \u00fcber den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu l\u00f6sen ist. Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>.<\/p>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Beim Ekel vor Tieren ist die beherrschende Empfindung die Angst, in der Ber\u00fchrung von ihnen erkannt zu werden. 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