{"id":7428,"date":"2012-09-30T00:01:55","date_gmt":"2012-09-29T22:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7428"},"modified":"2022-02-19T14:42:40","modified_gmt":"2022-02-19T13:42:40","slug":"gesetzmaessigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/30\/gesetzmaessigkeiten\/","title":{"rendered":"Gesetzm\u00e4ssigkeiten menschlichen Verhaltens"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wir m\u00fcssen uns fragen: Was ist Intelligenz eigentlich? Was ist das Wesen von K\u00fcnstlicher Intelligenz? Welche KI wollen wir, was soll sie leisten, wie selbst\u00e4ndig kann sie sein? Und wie kann der Mensch sich zu ihr verhalten?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Jan St. Werner<\/span><span style=\"color: #999999;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann jedes dieser B\u00fccher f\u00fcr sich lesen. Erz\u00e4hlung f\u00fcr Erz\u00e4hlung. Novelle f\u00fcr Novelle. Bei einem geeigneten Flow kann der Leser aber auch durch 600 Seiten hybrider Prosa surfen, und sie als Kommentar zur\u00a0 Zeit der totalen Kommunikation lesen. Die Mechanismen der digitalen Ger\u00e4te\u00a0entsprechen den Mechanismen, wie Menschen ihr Leben gestalten; es ist eine sogenannte Globalisierung, die einerseits von Geldgier, andererseits von der Hoffnung vieler auf spirituelle Erl\u00f6sung gepr\u00e4gt wird. Diese Prosa spiegelt eine Welt, die von Wertezerfall, Moralverlust und einem enthemmtem Kapitalismus gepr\u00e4gt ist. Die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12913\"><em>Zombies<\/em><\/a> akzeptieren die Normen einer heruntergekommenen Lemming\u00ad-Gesellschaft, die Humanismus und Aufkl\u00e4rung aufgegeben hat und nur noch egoistische Vorteilsnahme als Wert ausgibt. Sie leben in einer <em>real virtuality<\/em> nur noch im Konkurrenzkampf, der l\u00e4ngst die Seele zerfressen hat. Keine Poesie f\u00fcr die Spa\u00dfgesellschaft, aber wer predigt gern vor Bekennenden?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die messerscharfe Prosa von A.J. Weigoni ist in Welthaltigkeit getaucht.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7460\" style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ZombiesCover1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7460\" class=\"wp-image-7460 size-full\" title=\"ZombiesCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ZombiesCover1.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"207\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7460\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">A.J. Weigonis Erz\u00e4hlungen haben keine Vampirz\u00e4hne, Biss haben diese Zombies allemal. Sprachlich auf das Wesentliche reduziert, Erz\u00e4hlungen, die ihrem Namen gerecht werden. Dieser Romancier f\u00fchrt den Leser durch ein abgr\u00fcndiges Bestiarium menschlicher Leidenschaften und zeigt mit irritierender Illusionslosigkeit die menschliche Grausamkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ein seiner Seele beraubtes, willenloses Wesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Schn\u00f6rkel zelebriert A.J. Weigoni die Magie des Alltags. Seine Erz\u00e4hlungen sind ein Spiegelbild der allt\u00e4glichen Monstrosit\u00e4ten, Untergangsgeschichten, gepr\u00e4gt vom melancholischen Sound des globalen Niedergangs, wachsender Amoral und ausgefranster Tradition. Diese Erz\u00e4hlungen sind voller Humor \u2013 und streckenweise so schwarz, dass sie unter der Kohlenkiste noch einen Schatten werfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Die Novelle, ein Bastard der Erz\u00e4hlung<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_44223\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44223\" class=\"wp-image-44223 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz-194x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz-194x300.jpeg 194w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Cyberspasz.jpeg 657w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-44223\" class=\"wp-caption-text\">Covermontage: Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den drakonischen Gesetzen des Sortiergewerbes ist die Novelle ein Bastard der Erz\u00e4hlung. Folgt man der sortenreinen Klassifikation der Germanisten, dann variiert Weigoni in seinen neuen Novellen <em>Cyberspasz, a real virtuality<\/em> die Erz\u00e4hlungen seiner <em>Zombies<\/em>. Er setzt Figuren und Figurationen in einen \u00fcbergreifenden Zusammenhang, parodiert die Stilmittel des Cyberpunk und unterl\u00e4uft subtil das Zopfmuster so genannten Kriminal-Romans.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Romancier h\u00e4lt eine Spannung aufrecht, damit die Leser ihm in die Abgr\u00fcnde des Menschlichen folgen. Seine Prosa durchwehen eiskalte Feuerwinde, f\u00fchren in ein Bestiarium von Gestalten, die unter einem enormen Beschleunigungsdruck agieren und deren so genannte Beziehungen dadurch das \u00e4u\u00dferste Ausma\u00df von Beziehungsarmut zeigen. Dabei moralisiert Weigoni nicht, er erz\u00e4hlt notwendige Geschichten des beginnenden 21. Jahrhunderts. Das macht die Kraft dieser Novellen aus, deren Dichte zuweilen den Lyriker verr\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni beherrscht die Sprache so souver\u00e4n, dass er keine gro\u00dfen Worte machen muss. Als Erforscher von Trivialmythen interessiert er sich f\u00fcr die Fragen jenseits des whodunnit: Soziales, Politisches, und Ethisches. Verbrechen passieren \u00fcberall und werden zu Unterhaltung gemacht. Es liegt in der Logik des tiefgefrorenen Kapitalismus, alles zu Entertainment zu machen. Weigonis B\u00fccher sind ein vehementer Widerstand dagegen, er setzt weiterhin auf die Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Detektiv lebt von Zusammenh\u00e4ngen, daher gleichen wir Leser einem Kriminalisten, der annehmen muss, dass sein Weltbild durch Lekt\u00fcre einen Sinn erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Cyberspasz, a real virtuality<\/strong>, Novellen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A. J. Weigoni, Edition Das La\u00adbor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vignetten<\/strong>, Novelle von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2009.<\/p>\n<div id=\"attachment_47142\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/VignettenCover.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47142\" class=\"wp-image-47142 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/VignettenCover-196x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/VignettenCover-196x300.jpeg 196w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/VignettenCover.jpeg 623w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-47142\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Schreibstab von Peter Meilchen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO \u00fcbernimmt Artikel von Jo Wei\u00df aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/05\/turbokapitalistischer-realismus\/\">Kultura-extra<\/a>, von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/09\/alles-klappt-in-ihrem-leben-doch-nichts-gluckt\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von <span class=\"vcard author\"><span class=\"fn\">Christine Kappe<\/span><\/span> <span data-offset-key=\"cphj4-0-0\">aus der vom Netz gegangenen<\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/01\/ein-buch-ist-eine-stadt\/\">fixpoetry<\/a>. Betty Davis sieht in <em>Cyberspasz<\/em> eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/12\/26\/eine-ebenso-poetische-wie-praezise-geschichtsprosa\/\">pr\u00e4zise Geschichtsprosa<\/a>. Margaretha Schnarhelt erkennt in der <em>real virtuality<\/em> eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/30\/cyberzomb\/\">hybride Prosa<\/a>. Enrik Lauer deutet diese Novellen als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/01\/der-cyberspace-als-wille-und-vorstellung\/\">Schopenhauer<\/a>s Nachwirken im Internet. In einem Essay betreibt KUNO <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/16\/dystopische-zukunftsforschung\/\">dystopische Zukunftsforschung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir m\u00fcssen uns fragen: Was ist Intelligenz eigentlich? Was ist das Wesen von K\u00fcnstlicher Intelligenz? Welche KI wollen wir, was soll sie leisten, wie selbst\u00e4ndig kann sie sein? Und wie kann der Mensch sich zu ihr verhalten? Jan St. Werner\u00a0&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/09\/30\/gesetzmaessigkeiten\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":38,"featured_media":98173,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,1545],"class_list":["post-7428","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-margaretha-schnarhelt"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/38"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7428"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98554,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7428\/revisions\/98554"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98173"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}