{"id":74082,"date":"2024-06-06T00:01:48","date_gmt":"2024-06-05T22:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=74082"},"modified":"2022-02-23T06:46:34","modified_gmt":"2022-02-23T05:46:34","slug":"nicht-weniger-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/06\/06\/nicht-weniger-nicht-mehr\/","title":{"rendered":"Nicht weniger nicht mehr"},"content":{"rendered":"<p class=\"small\" align=\"right\">\u201eDie Poesie\u201c, hat der Dichter Paul Celan gesagt,<br \/>\n\u201edie Poesie zwingt sich nicht auf, sie setzt sich aus.\u201c<br \/>\n\u00dcbersetzen Sie das Wort Celans ins Franz\u00f6sische,<br \/>\nund Sie verstehen, wie sehr der Satz in der Romanit\u00e4t zu Hause ist:<br \/>\n<span lang=\"FR\" xml:lang=\"FR\">la po\u00e9sie ne s\u2019impose pas, elle s\u2019expose \u2013<\/span><br \/>\nsofort verr\u00e4t sich seine Herkunft aus einem geistreichen Sprachspiel,<br \/>\nund wie so oft im Franz\u00f6sischen<br \/>\nwerden die Gefahren des Tiefsinns durch Eleganz pariert.<br \/>\nPeter Sloterdijk,<br \/>\nZur Welt kommen \u2013 Zur Sprache kommen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Juskowiak, Juskowiak, da wird Juskowiak vom Platz gestellt \u2013<\/em> Herbert Zimmermanns Stimme \u00fcberschl\u00e4gt sich beim Halbfinale 1958 Schweden gegen Deutschland im G\u00f6teborger Nya-Ullevi-Stadion \u2013 wie sie sich schon \u00fcberschlug beim <em>Aus! Aus! Aus! \u2013 Aus! \u2013 Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!<\/em> im Berner Wankdorf-Stadion 1954. (Letzteres kenne ich von Ohrenzeugen sowie sp\u00e4teren Sportschaueinblendungen, die ja l\u00e4ngst im Netz abrufbar sind.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im elterlichen Herrensalon schlug Zimmermanns Stimme, die an Frontberichterstattung erinnerte, ein wie eine Granate. Aus dem klobigen <em>Schaub-Lorenz<\/em>-Ger\u00e4t auf dem breiten Regalbrett an der Wand \u00fcber der Kundschaft, die an jenem Dienstagabend im Juni nach Gesch\u00e4ftsschluss noch geblieben war, dr\u00f6hnt es mir bis heute in den (damals achtj\u00e4hrigen) Ohren. Ein Satz mit all seinen Begleitumst\u00e4nden, der Nazihetze, den aufpeitschenden <em>Heja-, Heja-, Sverige-<\/em>Rufen, die ich nicht verstand, nicht verstehen konnte, waren wir doch Weltmeister und Titelverteidiger, und so wurde Vaters Meinung \u2013 <em>die Dreckschpatze!<\/em> <em>Des isch die gr\u00f6scht Sauerei!<\/em> \u2013 zu meiner. Die \u201eSchlacht von G\u00f6teborg\u201c, nicht direkt verschw\u00e4gert, aber immerhin gef\u00e4hrlich wortverwandt mit der \u201eSchlacht von Stalingrad\u201c, bei der mein Vater verwundet, \u201avom Platz gestellt\u2018 und mit einer der letzten Maschinen aus dem Kessel, aus der H\u00f6lle, geflogen wurde, \u00fcberlebte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Paul Celan \u00fcberlebte. \u00dcberlebte die Nazih\u00f6lle anderer \u2013 uns\u00e4glicher \u2013 Art. Verlor \u2013 <em>trotz allem<\/em> \u2013 die Muttersprache nicht. Meine erste Begegnung mit Paul Celan erfolgte bei einer Ausstellung. Andreas Wiertz, in St. Georgen im Schwarzwald lebender K\u00fcnstler, stellte im Kunstverein Mittleres Kinzigtal in Haslach i. K. seine <em>Celan-Mappe<\/em> (Examensarbeit an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf 1977) mit u. a. <em>7 Farbholzschnitten nach Gedichten von Paul Celan <\/em>aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie sich der Juskowiaksatz \u00fcber die Jahrzehnte in das gemeinschaftstiftende Geh\u00f6r brannte, konnten meine individualisierten Augen nicht ablassen von Wiertz\u2019 Kunstwerken. \u201eZu dem Verb zusammenge<em>h\u00f6ren <\/em>h\u00e4lt das Wortfeld \u201asehen\u2018 keine Entsprechung bereit.\u201c (Herbert M. Hurka: <em>Das Buch vom Sehen<\/em>, Freiburg 1999) Seither h\u00e4ngt der Holzschnitt, der sich auf <em>DIE SCHWERMUTSSCHNELLEN HINDURCH, am blanken Wundenspiegel vorbei:\u2026 <\/em>bezieht, in meinem Arbeitszimmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Post kam dieser Tage Theo Breuers neues Gedichtbuch NICHT WENIGER NICHT MEHR. Von Anbeginn des Jahres 2020 \u2013 dem Jahr des 100. Geburtstags und 50. Todestags Paul Celans \u2013 ist Breuer offenbar wieder einmal gefangen vom Gesamtwerk Celans (den Gedichten, den Briefen, der Prosa). Zudem liest er zahlreiche B\u00fccher von Autoren, die in ihren jeweiligen Dunkelkammern \u2013 via Roman, Erz\u00e4hlung, Sachbuch \u2013 ihr jeweiliges Bild Celans entwickeln, und h\u00f6rt \u2013 wieder und wieder \u2013 Michael Denhoffs Kompositionen <em>Atemwende<\/em> bzw. <em>Hauptweg und Nebenwege<\/em>. Bei Breuer kommen nach Monaten intensiven Lesens und H\u00f6rens vielschichtige \u203aGedichte\u2039 aus dem Fixierbad, ein komplex strukturierter siebenteiliger Zyklus, erstes Kapitel des im Pop Verlag anl\u00e4sslich des 100. Geburtstags Paul Celans erschienenen Buchs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">NICHT WENIGER NICHT MEHR ist ein hundertdreiunddrei\u00dfig Seiten umfassendes Gedichtbuch mit fabelhaftem Cover: Schwarze Buchstaben auf weinrotem Grund springen in den Blick, die Buchstaben verwandeln sich \u2013 <em>ein gantz abc <\/em>(Johann Michael Moscherosch) <em>\u2013 <\/em>zunehmend in Zeichen, und jetzt bin <em>ich<\/em> gefangen in diesem numinosen Zustand, dieser <em>splendid isolation \u2013 ich allein mit einem Buch<\/em> (Hans Bender) \u2026 <em>den zeichen folgend und nichts als ihnen<\/em> (wie es in meinem Gedicht <em>zeichen<\/em> aus <em>Gek\u00e4mmte Zeit<\/em> hei\u00dft).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitgerissen mithin schon vom Blick aufs Buch \u2013 und gepackt von den Zitaten auf der R\u00fcckseite:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche unersch\u00f6pfliche Menge von Materialien<br \/>\nzu neuen individuellen Kombinationen<br \/>\nliegt nicht umher!<br \/>\nNovalis<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 und auch heute schreibe ich nur<br \/>\ninfolge eines Zufalls.<br \/>\nFranz Kafka<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, die Gedichte in H\u00e4nden, ein Hineintauchen mit Brille \u2026 <em>am blanken Wundenspiegel vorbei \u2026, ein <\/em>Umherschwimmen \u2026 <em>IN DEN FL\u00dcSSEN n\u00f6rdlich der Zukunft \u2026, <\/em>ein H\u00e4ngenbleiben \u2026 <em>mit von Steinen geschriebenen Schatten. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und immer weiter mit gro\u00dfen Augen durch Breuers \u201aZettelraum\u2018, diese schier unersch\u00f6pfliche Zitatenwerkstatt, aus der heraus er <em>seine<\/em> Gedichte, sozusagen (sozuschreiben \u2026), aus dem OFF einf\u00fchrt, ihnen eine B\u00fchne gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spontan begeistert, will ich die Herren Novalis und den Kafka Franz an jenem sonnigen Herbsttag schon zum Kaffee auf dem Balkon einladen, als ich sie, immer noch ohne WLAN da oben, zuf\u00e4llig des Wegs kommen seh \u2026 Sie bleiben \u2026 etliche andere \u2013 <em>wer &#8230; nennt die Namen, die gastlich hier zusammen kamen <\/em>(Friedrich Schiller, <em>Die Kraniche des Ibykus<\/em>) \u2013 gesellen sich hinzu (stellvertretend benenne ich J\u00fcrgen Becker) \u2013 und der Tag ward lesend, laut lesend zum Fest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bitte den guten Becker mehrfach um Wiederholung \u2026 er tut mir den Gefallen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 ,da\u00df ein Autor, wenn er schreibt,<br \/>\ngewisserma\u00dfen nicht allein schreibt.<br \/>\nSein Bewu\u00dftsein ist aufgeladen mit<br \/>\nErinnerungen, Hoffnungen und Erfahrungen;<br \/>\nsein Ich kann zerfallen sein<br \/>\nin verschiedene Identit\u00e4ten. \u2026<br \/>\nJ\u00fcrgen Becker<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Volltreffer! C\u2019est moi! C\u2019est pour moi! <em>\u2026 der gast sur la terrasse, c\u2019est moi<\/em> (<em>strasbourg n\u00e9glig\u00e9<\/em> aus <em>Gek\u00e4mmte Zeit<\/em>) \u2026 Ja, auch meine Art, meine Art, bildnerisch zu arbeiten, meine Art zu schreiben, ja, oft genug: zu leben \u2026 Doch zur\u00fcck zur R\u00fcckseite \u2013 zum dort abgedruckten Gedicht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>zeit der schl\u00fcsse<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">steinzerspellende fl\u00fcsse<br \/>\nund : d\u00e4mmerige gluterg\u00fcsse<br \/>\n\u203awir\u2039 stehn fast am \u203afenster\u2039 <sup>( wir trinken \u2013 nein : wir gicken durchs glas )<\/sup><br \/>\ndu m\u2219u\u2219r\u2219m\u2219e\u2219l\u2219s\u2219t \u2026 s-c-h-l-e-i-c-h-h-\u00f6-r-n-c-h-e-n \u2026 s-c-h-m-e-i-c-h-e-l-h-\u00e4-h-e-r<br \/>\nnebelkr\u00e4llende katze im gras<br \/>\n<em>wir sehen uns an<\/em> \u2013 \u2013 \u2013 s\/t\/a\/m\/m\/e\/l\/n<br \/>\n( wie moll ) : <em>unrast<\/em> \u2013 <em>mund<\/em> \u2013 <em>geschriebene k\u00fcsse<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem Off Novalis\u2019 und Kafkas Regieanweisung \u2013 und dann zaubert der b:r:uchst\u00e4blich wortbeseelte, zeichenbegeisterte Breuer seine ganze visuell verdichtete semantische Kraft hier wie andern(w)orts aufs Papier \u2026 l\u00e4sst <em>sein Ich zerfallen<\/em>, zerfallen in belebte, befl\u00fcgelte, beseelte Zeichen, ist Musikus, ist Alchimist, der lesend, h\u00f6rend, sehend vorgefundene <em>Materialien<\/em> <em>zu neuen individuellen Kombinationen<\/em> formen, gleichsam in \u201asein\u2018 lyrisches Feingold und Quecksilber, \u201aseine\u2018 poetische Bronzeplastik verwandeln will. (Ohne daf\u00fcr die entsprechenden Medaillen zu erwarten \u2013 denk ich nur an seine seit Dezember 2013 nach Petersburger Art geh\u00e4ngten zeitgen\u00f6ssischen \u203aGem\u00e4ldegedichte\u2039 im virtuellen <em>Roten Haus im Park<\/em>. \u2013Zustimmend schlie\u00dfe ich mich im \u00fcbrigen <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/autoren\/literatur\/feuilleton\/crauss\">Crauss<\/a> an, der sich zu Breuers Art so \u00e4u\u00dfert: <em>teil seiner ganzen lebensarbeit ist ja wohl auch, durch \u00fcbersteigerte ordnung<\/em> <em>subversive unordnung und verwischung der grenzen<\/em> <em>zu schaffen.<\/em>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wundersam schlie\u00dft das in Kapitel IV platzierte Gedicht <em>zeit der schl\u00fcsse<\/em> diese \u201aunsere\u2018 Zeit mit ein \u2026 ein Satz Peter Handkes aus dem St\u00fcck <em>Zden\u011bk Adamec<\/em>, das dieser Tage am DT Berlin seine deutsche Urauff\u00fchrung hatte, wird von der Au\u00dfenlinie eingeworfen: <em>Je apokalyptischer das Drau\u00dfen, desto sicherer f\u00fchle ich mich an Ort und Stelle \u2026 <\/em>und weiter, schon halb im Abseits<em> \u2026bei Weltuntergang wachsen mir Fl\u00fcgel.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich nun voll in Theo Breuers Aufstellung, ohne Torh\u00fcter, Abwehr usw., vier offensive, eigen-sinnige KapitelSt\u00fcrmer, r\u00f6misch nummeriert (vom 4\u20132\u20134 der Brasilianer anno 1958 w\u00e4ren das \u2013 klar: Garrincha \u2013 Didi \u2013 Vav\u00e1 \u2013 Pel\u00e9):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">I \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 NICHT WENIGER NICHT MEHR<br \/>\nII \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 NICHT DIE BOHNE<br \/>\nIII \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 THIS ISN\u2019T THE WHOLE TRUTH<br \/>\nIV \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 AUF DIE SCHWEINE HELFEN<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Coach in Kapitel I \u2013 <em>ich schwimmeschwimme sch\/webe in lesensgefahr<\/em> \u2013: Paul Celan. (Celan ist der Zyklus mit den sieben \u201aGedichten\u2018 gewidmet, das wird klar, ohne da\u00df es explizit geschrieben st\u00fcnde.) Celan gibt demnach durchweg die \u201aAnweisungen\u2018 (OFFs), ruft sie von drau\u00dfen hinein in die hier langzeiligen, dort kurzversigen Gedichte: <em>Ich bin du, wenn ich ich bin<\/em>. Den Kader, der den Gedichten mit zum Leben verholfen hat, pr\u00e4sentiert Breuer im verbl\u00fcffenden biblioGraphischen \u203aGedicht\u2039 <em>unverloren <\/em><em>\u2219 trotz allem<\/em><em>, <\/em>bestehend aus sieben Strophen, f\u00fcnf \u00e0 sechs, zwei \u00e0 drei Versen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber einem Gedicht steht kein Celan-Vers \u2013 hier sprechen Friedrich H\u00f6lderlin und Roland Barthes, aus gutem Grund, von hintoben: In <em>scherben saufen<\/em> (eine Art Celansches, Bachmannsches \u201aSterbenlaufen\u2018?)<em>, <\/em>auch Titel des vorhergehenden Gedichtbuchs, spielt Breuer noch einmal \u2013 dylanlike \u2013 die lyrics auf andere Art arrangiert, zieht das kompakte Paket von ehedem auseinander in sieben Dreierp\u00e4ckchen mit fulminantem <strong>mu\u00df<\/strong>-Punkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 Mir geht es auf meine Weise \u00e4hnlich wie dem Ich in <em>zeit<\/em> <em>der<\/em> <em>schl\u00fcsse<\/em> \u2026 am \u203a<em>fenster<\/em>\u2039 stehend \u2026 mit Kohlweisen am Futterh\u00e4uschen, im Ohr Dylans <em>Gates of Eden<\/em> <em>\u2026 and I try to harmonize with songs the lonesome sparrow sings \u2026<\/em> \u2026 \u2026 Die <em>unersch\u00f6pfliche Menge von Materialien zu neuen individuellen Kombinationen liegt \u2026 umher \u2013 <\/em>wie Vogelfutter: In Kapitel II bricht Breuer mit\u00a0<em>nicht die bohne, <\/em>einem Gedicht in zehn Strophen \u00e0 sieben Versen, konjunktivistisch\u00a0<em>zu strandneuen ufern auf<\/em>, als g\u00e4be es kein Morgen, w\u00e4hrend in den neun parodistischen Langgedichten in Kapitel III titelgerecht um wahr oder nicht wahr gestritten wird und es an einer Stelle mit Anne Tyler hei\u00dft: <em>as soon as i wrote it \/ i started to believe it. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Spiel \u2013 auch wenn die kurz vor Schluss von Kapitel IV eingewechselten Kurzgedichte <em>gierzeiler<\/em>, <em>globuskrawall<\/em>, <em>hitstorm<\/em> es noch so sehr fordern \u2013 vertr\u00e4gt keine Verl\u00e4ngerung: Hereingeflankt, nehm ich die runde F\u00fclle mit der Brust auf, lasse sie vom rechtn KlingKnie aufs linke, vice versa, tropfen, dann, wo doch das Tor leer, das Spiel l\u00e4ngst gewonnen, nicht lange \u00fcberlegen, kurz, nach einem Augen<em>blick<\/em> in Richtung Verlierer \u2013 <em>ferenc pusk\u00e1s unter anderem <\/em>(noch einmal:<em> Gek\u00e4mmte Zeit<\/em>) <em>\u2013 <\/em>dann nach Gerd-M\u00fcller-Art, nur nicht nachdenken, geht mir, dem Bewunderer <em>Edson Arantes do Nascimentos,<\/em> ein Licht auf: mit Theo Breuer, in jungen Jahren technisch versierter Spielmacher, mit Theo, dem Buchstaben<em>d<\/em>ballk\u00fcnstler, dem ZeichenJongleur schlechthin, den Spielzug zu Ende bringen, ihm den Vogelfutterball durch seinen Feuerwerksreifen auf den Spann zur\u00fcckk\u00f6pfen:<em>\u2026 \u00e9 ou s\u00e9ria tamb\u00e9m uma possibilidaatschi <\/em>\u2026 (portugu\u00eas \u00e0 brasileira), der dann: volley \u2026 trocken \u2026 exakt \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 die Seine oder leere R\u00e4nge erreicht \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O meu Theo! OBRIGAD\u00cdSSIMO!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>nicht weniger nicht mehr. <\/strong>Gedichte von Theo Breuer, Pop-Verlag, Reihe Lyrik Bd. 151, 2020<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><a class=\"image-anchor\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Breuer_Gedichte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-71134 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Breuer_Gedichte-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" \/><\/a>W<strong>eiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kein Gedicht nach Auschwitz (Adorno): was wird hier als Vorstellung von ,Gedicht` unterstellt? Der D\u00fcnkel dessen, der sich untersteht hypothetisch-spekulativerweise Auschwitz aus der Nachtigallen- oder Singdrossel-Perspektive zu betrachten oder zu berichten, <\/em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/27\/erscheinungsform\/\">schrieb<\/a> Paul Celan als Erwiderung auf Theodor W. <em>Adorno<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/12\/09\/der-sprache-aufs-maul-schauen\/\">Forensiker<\/a> der deutschsprachigen Lyrik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"X-NONE\">Theo Breuer gelingt es, dem<\/span> Mythos nachzusp\u00fcren, <span lang=\"X-NONE\">eine angemessenere <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=62988\">W\u00fcrdigung<\/a> Rolf Dieter Brinkmanns<\/span> wird man kaum finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Essay \u00fcber das Tun von Theo Breuer als\u00a0Herausgeber, Essayist und nicht zuletzt als Lyriker lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12773\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Poesie\u201c, hat der Dichter Paul Celan gesagt, \u201edie Poesie zwingt sich nicht auf, sie setzt sich aus.\u201c \u00dcbersetzen Sie das Wort Celans ins Franz\u00f6sische, und Sie verstehen, wie sehr der Satz in der Romanit\u00e4t zu Hause ist: la po\u00e9sie&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/06\/06\/nicht-weniger-nicht-mehr\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":112,"featured_media":99016,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[84,2720],"class_list":["post-74082","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-theo-breuer","tag-werner-k-bliss"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74082","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/112"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74082"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74082\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":99714,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74082\/revisions\/99714"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99016"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74082"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74082"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74082"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}