{"id":72872,"date":"2022-06-15T00:01:44","date_gmt":"2022-06-14T22:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=72872"},"modified":"2022-06-08T17:45:16","modified_gmt":"2022-06-08T15:45:16","slug":"der-sammler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/06\/15\/der-sammler\/","title":{"rendered":"Der Sammler"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nostalgischer Mythomane. Dr. h.c. Paul Pozozza begeht mit der Galeristin Grazia Terribile eine Maschinenhalle, erbaut aus Backstein, Glas und einem grazi\u00f6sen Stahlskelett. Die Museumsarchitektur als begehbare Skulptur ist selbst ein Kunstwerk und hat sich von ihrem Inhalt emanzipiert. Dem Kunsttempel wird damit die Pathosformel genommen, ihn aber nicht negiert hat. Hier bewiesen die rauchenden Obelisken der Dampfmaschinen, dass ein Kirchturm nichts gegen den Schornstein einer Fabrik war. Diese Fabrik stammt aus einer Zeit, als die Schwerindustrie grenzenlos zu wachsen schien, und der Gott, der darin wohnte, nannte sich Kapitalismus. Der entkernte Raum der <em>Industriekultur<\/em> wartet darauf, von einer neuen spirituellen Kraft erf\u00fcllt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Pozozza hat um das geschichtlich kontaminierte Areal k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Politiker, Richter, Konzern\u2013Lobbies und Regierungsbeamte pflegen untereinander diskrete, clever verzahnte wechselseitige Beziehungen und unterminieren dadurch die laterale Balance der Gewaltenteilung zwischen Verfassung, Gerichten, Parlament, Regierung und den unabh\u00e4ngigen Medien als struktureller Basis der parlamentarischen Demokratie. Zunehmend wird bei dieser Verzahnung auf Subtilit\u00e4t oder sorgf\u00e4ltig erdachte Verschleierung verzichtet. Als pensionierter Bundestagsabgeordneter begreift er Demokratie als heilige Kuh der hypermodernen Welt. Sie ist die Hure der freien Welt, bereit, sich herauszuputzen und andere niederzumachen, bereit, ein breites Geschmacks\u2013Spektrum zu befriedigen, verf\u00fcgbar, um nach Belieben benutzt und missbraucht zu werden. Mit ihrer gezielten Konzernglobalisierung haben die Multis das System geknackt. Freie Wahlen, eine freie Presse und eine unabh\u00e4ngige Justiz bedeuten wenig, wenn sie durch den freien Markt zu verk\u00e4uflichen G\u00fctern verh\u00f6kert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine schmale Gestalt wirkt zart. Der edle Kopf mit dem silbernen Haar und das ebenm\u00e4ssige Gesicht von grosser Intensit\u00e4t dr\u00fccken Ernst und W\u00fcrde aus. Er hat die \u00e4ussere Erscheinung eines feinnervigen Gelehrten. Sein Blick ist forschend. Sein Wesen atmet Licht und Helligkeit. Paul Pozozza scheint unnahbar und ist von zur\u00fcckhaltender H\u00f6flichkeit, lebt in einer anderen Welt, kompromisslos, integer und geradezu puritanisch in seinem Verantwortungsbewusstsein. Es vergeht kein Tag, an dem er sich nicht mit dem Kauf von Kunst besch\u00e4ftigt. Dabei folgt er der Faustregel: lieber das Beste von nicht so bekannten K\u00fcnstlern erwerben als drittklassige Werke von grossen Namen. Als Sammler sucht er nicht den Dialog zwischen mir und dem Werk, sondern zwischen den Werken, er will Beziehungen zwischen \u00e4lteren und j\u00fcngeren Positionen, zwischen Kulturen und Generationen schaffen. Paul Pozozza liebt die Kunst. Und er liebt die K\u00fcnstler. Sie sind seine wahren Freunde. Er sammelt die Momente, in denen er K\u00fcnstlern begegnet; und deshalb sucht er die N\u00e4he zu ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grazia besinnt sie sich auf ihre Rolle als Inkubatorin der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, die Galeristin m\u00f6chte ihn zu einer Pr\u00e4sentation mit Arbeiten von Vera Strange bewegen. Sie vertraut auf die Wirkung ihrer Galerie mit sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlten Exponaten. Als sie \u00fcber ihre Ausstellungen spricht, entspannen sich die Z\u00fcge. Sie redet \u00fcber die K\u00fcnstler wie \u00fcber Freunde, liebt untergr\u00fcndige Bewegungen, stellt Erinnerung neben Ausl\u00f6schung, und serviert im n\u00e4chsten Augenblick beil\u00e4ufig ein Werk, das aus einer offenen Wahrnehmung der Realit\u00e4t kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahrnehmung ist eine Tochter der Zeit. Und der Lebensumst\u00e4nde. Vera ist die einzig wahre Eklektikerin in der gegenw\u00e4rtigen Kunstszene. Eine Stilistin ohne eindeutigen Stil. Sie analysiert, kommentiert und karikiert auf bildhaft\u2013sinnliche Weise. Eine K\u00fcnstlerin, die ihre Vision stets ganz in den Dienst des Sujets stellt, es durchdringt und analysiert, seine Stofflichkeit ermittelt und schliesslich in Bilder r\u00fcckprojiziert. Die Galeristin pr\u00e4sentiert dem Sammler eine Arbeit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Frau sitzt auf einem freischwingenden Stuhl. Sie hat das linke \u00fcber das rechte Bein gezirkelt. Ihr Fuss, der in einem roten hochhackigen Schuh steckt, zeigt nach unten. Die in der Farbe des Schuhes lackierten Zehenn\u00e4gel ihres rechten nackten Fusses ber\u00fchren den Linoleumfussboden. Neben der Ferse liegt der andere Schuh. Die Hacke ist abgebrochen und zeigt mit dem spitzen Ende in Richtung des Betrachters. \u00dcber dem Kn\u00f6chel umreift ein goldenes Kettchen den Unterschenkel. Der schwarze Seidenstrumpf hat ein Loch, aus dem die in der Farbe des Schuhes lackierten Zehenn\u00e4gel obsz\u00f6n herauslugen. Der rechte Unterarm liegt auf dem linken Oberschenkel. Die linke Hand umfasst die Kniescheibe. Die Farbe der lackierten Fingern\u00e4gel gleicht der Farbe der lackierten Fussn\u00e4gel. \u00dcber den linken Ringfinger hat sie einen Diamantring gesteckt. Der Daumennagel ist eingerissen. Das Nagelbett ist entz\u00fcndet. Hinter der blassen Hand befindet sich, nicht ganz verdeckt, ein grosses Loch im schwarzen Seidenstrumpf. Um die Oberschenkel pellt sich ein lederner Minirock. Am rechten Oberschenkel ist der Rock zur\u00fcckgerutscht. Die Frau tr\u00e4gt Straps. Im freiliegenden Bauchnabel glitzert ein Hauch Strass. Ihr Oberk\u00f6rper ist leicht vorgebeugt. Von den Schultern h\u00e4ngt eine seidene Bluse herab. Die Bluse ist nicht zugekn\u00f6pft und gibt den Blick auf den roten BH frei. Der rechte Arm ist angewinkelt. Ihre rechte Hand liegt auf dem linken Schulterblatt. Um den Schwanenhals h\u00e4ngt ein goldenes Kettchen. An dem Kettchen h\u00e4ngt ein Emblem. Darauf ist ein Adler zu erkennen, der eine Schlange in den Krallen h\u00e4lt. Das Kinn fliesst in einer eleganten Rundung in die gepuderten Wangen \u00fcber. Die Ohrl\u00e4ppchen sind angewachsen. Die Farbe des sinnlichen Mundes gleicht der Farbe der Fingern\u00e4gel. Die spitze Nase ist ihr einziger Makel. Das raffinierte Arrangement des Lidschattens lenkt geschickt davon ab. Die gr\u00fcnen Augen sind weit aufgerissen. Das Fragment der Augenbrauen besteht aus einem Strich. Ihr langes kupferrotes, nach rechts gescheiteltes Haar f\u00e4llt glatt auf die Schultern herab. An der Schl\u00e4fe befindet sich ein Einschussloch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDer Raum hat die Zeit als dominante Kategorie der Weltwahrnehmung abgel\u00f6st. Raum\u2013Mataphern spriesen pilzegleich aus dem Boden\u00ab, interessiert Grazia Terribile weniger, wie sich ein Mensch auf einer visuellen Ebene selbst entwirft. Eher fragen sie sich, ob sich auch durch Handlungen, Verhaltensweisen, Kommunikationsformen so etwas wie Subjektivit\u00e4t weiter gestalten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz egal was man macht, so die feste \u00dcberzeugung von Vera Strange, es ist bereits ein Sinn darin angelegt. Was weniger kalkulierte Wurstigkeit ist, als vielmehr das Vertrauen in die eigenen Bilder, die nicht im Kopf entstehen. Kunst hat zur Voraussetzung, dass sie n\u00f6tigenfalls nicht nur wohlgef\u00e4llig scheint, sondern ertragen werden muss. Sie zeichnet eine exorbitante Sturheit und eine erdverwurzelte Biestigkeit aus. Ihre Aufgabe als K\u00fcnstlerin liegt in der Verst\u00f6rung oder sogar in der Provokation, sie interessiert das Leben auch in seiner unsinnigen Erscheinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Pozozza sch\u00e4tzt K\u00fcnstler, die irrwitzige Gegenwelten zum herrschenden Rationalit\u00e4tsprinzip aufbauen und sich nicht dem Diktat der political correctness f\u00fcgen, deren Kunst grotesk, witzig und unbequem ist. Der Sammler ist ein Dissident des Zeitgen\u00f6ssischen, er ist von der k\u00fcnstlerischen Arbeit \u00fcberzeugt, m\u00f6chte Vera Strange in der Maschinenhalle pr\u00e4sentieren und will die K\u00fcnstlerin kennen lernen. Grazia Terribile gibt dem Chauffeur die Adresse des Ateliers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vera schaltet die Flex aus. Besieht sich das Resultat auf dem Stahlblech. Bei ihr kommunizieren zwei verschiedene Seiten des Gehirns. Das literarische Denken okkupiert eine Gehirnh\u00e4lfte, das visuelle Denken eine andere. Auch Bilder sind Ideen. Sie sind nicht so pr\u00e4zise wie Worte, aber sie sind Ideen. Vera will den Druck der Radierung vorbereiten, als die T\u00fcrglocke l\u00e4utet. Als der Sammler so unverhofft vor der T\u00fcr steht, hat sie keine Zeit, sich Gedanken dar\u00fcber zu machen, ob sie nerv\u00f6s ist. Sie bittet ihre Galeristin und Paul Pozozza herein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbM\u00f6chten Sie auch einen Milchkaffee?\u00ab, entzieht sie sich mit einer profanen Frage der Anspannung. Sie vermeidet es, ihm dabei in die Augen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWenn Sie die Milch auf der Herdplatte erw\u00e4rmen, gerne\u00ab, sieht sich Pozozza in ihrem Atelier um, geht zielsicher zu dem Stahlblech und versucht in den Zeichen zu lesen. Erkennt den Remix als Reflexion, der Strom der Bilder der Erinnerung verdichtet zu einer Betriebsanleitung f\u00fcr die Zeit zwischen gestern und morgen. Das Manual einer anspornenden Melancholie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbMich besch\u00e4ftigt die Frage, wie ich als K\u00fcnstler in den politischen Diskurs hineinwirken kann, ohne selbstgerecht und belehrend sein\u00ab, kommentiert sie ihr Tun, reicht dazu dem Sammler und der Galeristin den Milchkaffee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDie globale Gesellschaft versucht, die aus ihrer Dynamik resultierenden Probleme auf Kosten ihrer menschlichen Umwelt zu l\u00f6sen\u00ab, best\u00e4tigt Paul Pozozza, dass ohne tief greifende Strukturreformen Museen und Galerien nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig sind. Sie brauchen den Mut, Neues zu wagen und sich von den alten Sicherheiten zu verabschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSeid ihr heimliche Antikapitalisten?\u00ab, ist die Galeristin \u00fcber die metaphorischen Verweigerungsgesten erstaunt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBei aller unvermeidbaren Ungerechtigkeit ist unser System der individuellen Selbstentfaltung am zutr\u00e4glichsten. Ich bin Teil des kapitalistischen Kreislaufs und verdiene Geld mit Kunst. Als Bildproduzentin arbeite ich an der Verfeinerung und Auff\u00e4cherung der visuellen Kultur und schaffe Ideale, auch Sch\u00f6nheitsideale, an die ich nach bestem Wissen und Gewissen glaube. Letzten Endes k\u00f6nnte man zynisch sagen, dass auch ich Wasser auf die M\u00fchlen einer \u00fcbervisualisierten Kultur schaufle\u00ab, entgegnet die K\u00fcnstlerin gelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs gibt im Gekl\u00fcft der Globalisierung nicht nur imperiale Markenwaren. Es bl\u00fcht auch ein Welthandel mit kulturellen Werten. Dabei schickt die Dritte Welt ihr Echo in die Erste, und die Erste antwortet der Dritten ebenso. So fliegen endlos Echos hin und her\u00ab, beugt sich der Sammler \u00fcber die Reihe mit ihren Radierungen. Als er den schwebenden Farbvliesen gegen\u00fcbertritt, \u00f6ffnet sich eine Welt aus Farbe, die anziehend fremd ist und in ihrer Wirkung ebenso geheimnisvoll wie der Titel, der diese Werke schm\u00fcckt. Dem feinen Netz der Adern vergleichbar, das unter der Haut des menschlichen K\u00f6rpers verborgen liegt, durchweben unendlich differenzierte Farbschleier die bewegte Textur des Papiers und verdichten sie zu einer Farbhaut voller Kostbarkeit und Sinnlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Pozozza interessiert die Komplexit\u00e4t in den simplen Dingen, weil das Einfache n\u00e4her dran an der Realit\u00e4t ist. Er denkt an seinen Bruder, der immer in Munk\u00e1cs gelebt hat, sein Leben lang Munk\u00e1cs nicht verlassen hat, und dennoch mal Ungar, mal Tschechoslowake, mal Sowjetb\u00fcrger, und schliesslich ukrainischer Staatsb\u00fcrger ist. Auf diese Weise wurde er ein Kosmopolit. Pozozza flieht den festen Ort, als Virtuose der Wahrnehmungssch\u00e4rfe gewinnt er die Kraft aus dem Augenschein. Er will die Wahrnehmung ausk\u00fchlen, den Menschen mit einer Verhaltenslehre der K\u00e4lte gegen Schmerz und Leidenschaft wappnen. Allein die Kunst bietet dem Sammler Heimat, f\u00fchlt er sich einsam, kann er an jedem Ort der Welt ein Museum besuchen, und schon ist er zu Hause. Kultur war der entscheidende Betriebsstoff b\u00fcrgerlicher Emanzipation, sie ist die individuelle menschliche W\u00fcrde, die F\u00e4higkeit des Menschen ein autonomes Leben zu f\u00fchren. Vernunftwesen handeln nur nach Maximen, die verallgemeinerbar sind. Diese Verallgemeinerbarkeit macht nicht an den Staatsgrenzen halt. Jede Gesellschaft weltweit bildet heute eine Vielzahl von Kulturen, Ethnien und Traditionen ab. Um diese multikulturelle Form des Zusammenlebens human zu gestalten, bedarf es der R\u00fccksichtnahme und der Empathie, und damit auch des Interesses f\u00fcr andere Kulturen und andere Sprachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEine Zeitdiagnose besagt, dass wir uns in den transkontinentalen Privatgesellschaften zu hybriden, nomadenhaften, flexiblen Menschen entwickeln. Diese Identit\u00e4t hat den K\u00fcnstler zum Vorbild. Kunstschaffende sind kulturelle Mischwesen, die von \u00fcberall kommen, \u00fcberall hinfliegen und ihre Einfl\u00fcsse permanent allerorts herholen\u00ab, widerspricht ihm Vera scheinbar. So k\u00fcnstlich wie die dargestellten Ereignisse, so artifiziell sind auch die darin ausgedr\u00fcckten Emotionen. Sie legt die Bilder der virtuellen Welt so lange \u00fcbereinander, bis sie zu sich selbst finden. Seit Kolumbus gibt es ein globales Weltsystem, mit den hypermodernen Kommunikationsmitteln hat sich der Globalisierungsprozess ungeheuer beschleunigt. Zeit und Distanz sind abgeschafft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbL\u00e4ngst sind alle Skandale ausgekostet, und das Prinzip des sch\u00e4rferen Reizes ist an seine Grenzen gestossen. Was gestern noch f\u00fcr grosse Aufregung sorgte, geh\u00f6rt heute zur Konvention\u00ab, best\u00e4tigt die Galeristin, dass es Erweiterung von Optionen der Freiheit gibt. Grazia Terribile kann in der Menschheit eine Tendenz zum Fortschritt in der Wissenschaft und der Technologie ausmachen, in der Kontrolle des Menschen \u00fcber die Natur. Aber eine Tendenz zum Fortschritt in geistigen und moralischen Dingen kann sie nicht feststellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs ist notwendig, k\u00fcnstlerische Arbeiten in einen Raum des M\u00f6glichen einzutragen, in dem Handlungsm\u00f6glichkeiten zwar begrenzt sind, der aber gleichzeitig als offen und ver\u00e4nderbar zu begreifen ist\u00ab, betrachtet Paul Pozozza eine im Rostbraun verschwindende Gestalt. Sie scheint nur noch der mit Hammer und Sichel eingemeisselte Umriss einer geschichtlichen Figur zu sein. Diese Bewegung ging davon aus, dass diese inneren und \u00e4usseren Feinde in einem Endkampf besiegt werden w\u00fcrden und dass aus diesem blutigen Krieg dann jene unver\u00e4nderbare endg\u00fcltige Gesellschaft der Zukunft hervorgehen werde. Tiere handeln, Menschen taktieren, sie versuchen ihr Inneres hinter sozialem Verhalten zu verstecken. Das Tier ist eins mit seinem K\u00f6rper, eine unschuldige Bestie; der Mensch f\u00fchlt sich seines K\u00f6rpers enthoben, er ist der Schauspieler und Zuschauer seiner selbst. Das Tier lebt; der Mensch macht nurmehr Kunst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\n<div id=\"attachment_20097\" style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-image-20097 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"207\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong> KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von Jo Wei\u00df von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/18\/turbokapitalistischer-realismus\/\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Nostalgischer Mythomane. Dr. h.c. Paul Pozozza begeht mit der Galeristin Grazia Terribile eine Maschinenhalle, erbaut aus Backstein, Glas und einem grazi\u00f6sen Stahlskelett. Die Museumsarchitektur als begehbare Skulptur ist selbst ein Kunstwerk und hat sich von ihrem Inhalt emanzipiert. Dem&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/06\/15\/der-sammler\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":97950,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628],"class_list":["post-72872","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72872"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103544,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72872\/revisions\/103544"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97950"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}