{"id":72522,"date":"2023-02-18T00:01:29","date_gmt":"2023-02-17T23:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=72522"},"modified":"2022-02-25T11:20:12","modified_gmt":"2022-02-25T10:20:12","slug":"der-assistenzarzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/02\/18\/der-assistenzarzt\/","title":{"rendered":"Der Assistenzarzt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch schmeiss den Job\u00ab, nuschelt Willbert Neumann undeutlich vor sich hin. Zuckt zusammen. Wacht von einem Alb durchgesch\u00fcttelt schweissgebadet neben No\u00ebmi auf. Reibt sich die Hautausd\u00fcnstungen von der Stirn. Sieht sich aufgew\u00fchlt um. Das Moment der Wahrheit scheint als Erinnerung durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas ist los?!? \u2026 Aufstehen?\u00ab, murmelt sie. Richtet sich auf. Reibt sich die Augen und dreht sich blinzelnd zu ihrem Mann herum. Willi sitzt am Bettrand. Er kneift dabei die Augen zusammen und schaut in die Nacht, als m\u00fcsse er einen schwer entzifferbaren Text lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbFrag&#8216; mich, ob meine Mutter noch zu retten gewesen ist\u00ab, murmelt er halblaut vor sich hin. Sie h\u00f6rt den Rauch unz\u00e4hliger Zigaretten, der sich auf die Stimmb\u00e4nder gelegt hat. Er greift nach den Glimmst\u00e4ngeln auf dem Nachttisch. Schl\u00e4gt eine aus dem P\u00e4ckchen. Z\u00f6gert mit dem Anz\u00fcnden. Steckt sie hinter das Ohr. Steht auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbVielleicht h\u00e4tte ich sie nach Mexiko fliegen lassen sollen\u2026\u00ab, wirft er sich vor. Schleicht pantherhaft durch den Raum. Stellt sich ans Fenster. \u00d6ffnet es. Lehnt sich heraus. Reckt die Arme auf und nieder, atmet die k\u00fchle Nachtluft ein und versucht, klar im Kopf zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSie hatte Alzheimer, hast du das vergessen?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bb\u2026da gibt es Behandlungsmethoden. Nein, ich h\u00e4tte\u2026\u00ab, bricht er ab. Willi z\u00f6gert mit der Spekulation. \u201eEine Transplantation ist die Verpflanzung eines gesunden Organs auf einen anderen Menschen als Ersatz f\u00fcr dessen gesch\u00e4digtes Organ. Das Ziel der Verpflanzung ist, die Funktion des gesch\u00e4digten Organs wieder herzustellen\u201c, geht es ihm durch den Kopf. Willi z\u00fcndet sich die Zigarette an. Bl\u00e4st den Rauch in die Nacht hinaus. \u00bb\u2026mit einer Hirnstransplantation\u2026\u00ab, versucht er medizinische mit menschlichen Unw\u00e4gbarkeiten aufzurechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willbert und No\u00ebmi Neumann leben seit 7 1\/2 Monaten zusammen. Sie haben sich auf dem Betriebsausflug des Marienhospitals unsterblich ineinander verliebt und sich zwei Wochen sp\u00e4ter kamikazegleich in das Eheleben gest\u00fcrzt. Edelgard, seine Mutter, starb vor 26 Tagen. Seitdem schlafwandelt Willi. No\u00ebmi hat sich inzwischen auf diese Wanderungen vorbereitet. Seitdem man den Zeitpunkt des Todes in Frage stellen kann, hat der tote K\u00f6rper f\u00fcr sie nichts Be\u00e4ngstigendes mehr. Sein Anblick verhilft ihr zur n\u00f6tigen Reflexion \u00fcber Gesundheit, Krankheit, das Sterben und den Tod. Leichen f\u00fchren No\u00ebmi die eigene Verletzlichkeit eindringlich vor Augen, gleichzeitig \u00f6ffnen sie ihr die Sinne f\u00fcr die Nat\u00fcrlichkeit und wundersame Komplexit\u00e4t des Organismus. Nun sieht sie den Moment gekommen und gibt ihr Wissen weiter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDie Hirntoddefinition ist eben ins Gerede gekommen. 1967 wurde zum ersten Mal ein menschliches Herz transplantiert. Ein Jahr sp\u00e4ter bestimmt die Ethikkommission, dass der Mensch tot ist, wenn alle Funktionen seines Gehirns vollst\u00e4ndig und unwiderruflich erloschen sind, seitdem kann man Organe transplantieren. Der Ausfall der gesamten Hirnfunktion signalisiert das Ende des Organismus in seiner funktionalen Ganzheit\u00ab, rezitiert sie etwas h\u00f6lzern aus einem imagin\u00e4ren medizinischen W\u00f6rterbuch. Man nimmt an, dass auf dem OP\u2013Tisch ein seelenloser Leib liegt. Eine durchblutete Organkonserve.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs gibt Hirntote, Herztote, Ganzhirntote, Teilhirntote, NHB\u2013Kadaver\u2026\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas bedeutet das?\u00ab, erkundigt sich No\u00ebmi, weil sie die Abk\u00fcrzung noch nicht geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbNon\u2013Heart\u2013Beating\u2013Kadaver. \u2013 Seit Todkranke k\u00fcnstlich beatmet werden k\u00f6nnen, kann jedes Organ einzeln sterben. Der Tod als Fortsetzungsgeschichte. Das ist moderner Kannibalismus\u00ab, schnoddert er dahin. Bei ihm regen sich Zweifel. \u201eWarum\u2026\u201c, so fragt er sich abermals, \u201ewird ein Patient in Narkose versetzt, wenn er doch tot ist? Warum h\u00e4lt der An\u00e4sthesist die lebenswichtigen Funktionen aufrecht, wenn der Hirntote nicht mehr lebt?\u201c, seit Wochen gehen ihm diese Fragen nicht mehr aus dem Kopf. Die \u00d6konomisierung der Medizin ist das Grund\u00fcbel im Gesundheitswesen, so scheint es ihm von Tag zu Tage immer klarer zu werden. Sanatorien verwandeln sich zu Etatposten, deren Kunden in betriebswirtschaftliche Kosten. Die Kardiologen stellen den Krankenkassen mit Rabatt eingekaufte Herzkatheter \u00fcberteuert in Rechnung, warum soll es anders als anderswo sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willi schnippt die Zigarette aus dem Fenster. Geht in die K\u00fcche. Klappt den K\u00fchlschrank auf. Nimmt den Whisky aus der Seitentasche und die Eisw\u00fcrfel aus dem Fach. Mixt sich mit wenig Soda einen starken Drink.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbHirntote sind tot, das ist wissenschaftlich erwiesen. Allm\u00e4hlich glaube ich, dass die \u00c4rzte\u2026\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDu bist doch selber einer\u00ab, stellt No\u00ebmi verwundert fest. Fremdbestimmtes Schicksal steht bei Demarkationssubjekten in Abh\u00e4ngigkeit einander gegen\u00fcber. Sie ist ihm besorgt gefolgt und hat sich im T\u00fcrrahmen platziert. L\u00e4ssig lehnt sie sich an den Rahmen. Der volle Mond strahlt sie von hinten an und l\u00e4sst ihre Rundungen im durchsichtigen Nachthemd verf\u00fchrerisch erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAssistenzarzt\u2026 was soll die Wortklauberei\u2026\u00ab, er zieht die n\u00e4chste Zigarette aus dem P\u00e4ckchen. Klopft den Tabak auf dem Tisch fest. \u00bb\u2026w\u00e4hrend ein Hirntoter versorgt wird, ist bei <em>Eurotransplant<\/em> schon die Maschinerie angeworfen, die Tote ausschlachtet. Dort ist der Tote bereits aufgeteilt; die Nieren sind f\u00fcr Dialysepatienten in Aachen bestimmt, die Leber f\u00fcr einen Hannoveraner im Leberkoma, das Herz f\u00fcr eine Patientin mit Herzmuskelschw\u00e4che in M\u00fcnster. Auch f\u00fcr Augenhornh\u00e4ute, Lunge, Bauchspeicheldr\u00fcse, Knochen und Darm liegen Vorbestellungen bereit\u00ab, kommt er sich als Henker vor, der seine Opfer pflegt. Fragt sich auf einer anderen gedanklichen Ebene, wie sich das Gesch\u00e4ft erweitern wird, wenn Xeno\u2013Transplantationen, also Organentnahmen von gentechnisch manipulierten Schweinen m\u00f6glich sind. Das Hauptproblem der Transplantation scheint ihm weniger der chirurgische Eingriff, als vielmehr die immunologische Akzeptanz des Transplantates durch die Empf\u00e4nger. Im Gegensatz zur Nierentransplantation, sind Verpflanzungen von Herz, Leber und Lunge aufgrund der medizinischen Voraussetzungen beim Empf\u00e4nger komplizierter. Es gibt leider noch keinen <em>langlebigen<\/em> Organersatz. Er z\u00fcndet sich die Zigarette an. Raucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAber was unterscheidet den Menschen ohne Gehirn noch vom Tier?\u00ab, wendet No\u00ebmi eine Spekulation ein, weil ihr klar wird, dass jede Leiche tot ist aber nicht jeder Tote eine Leiche ist. Sie geht zum K\u00fchlschrank. Mixt sich gleichfalls einen Drink. Riecht daran. St\u00fcrzt das Gebr\u00e4u in den Schlund. Respektvoll und vorsichtig umkreisen sich ihre Seelen auf der Suche nach Einklang und Wahlverwandtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbPhilosophie ist nicht meine St\u00e4rke. Ich war gestern im Beichtstuhl und hab&#8216; Priester Ludgerius einen Mord gestanden\u00ab, gesteht er ihr dumpf. Nichts kann in dieser Phase seines Lebens sein Herz erfreuen. Die Opiate der Natur sind ihm zu schwach, der Nervenkitzel des kriegerischen Menschenmetzelns will sich bei ihm nicht einstellen, die Lust an Gosse, Saufgelage und Prollerei scheint ihm unendlich banal. Also helfen Willbert nur noch k\u00fcnstliche Paradiese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbUnd\u2026 wie hat er reagiert?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEr meinte, dass \u00c4rzte nicht den Mut aufbr\u00e4chten vor sich zuzugeben, dass sie Organspender bei lebendigem Leib zerschneiden. Ein Hirntoter sei ein Lebender minus Gehirn.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas hast du ihm gesagt?\u00ab, erkundigt sie sich entsetzt. Nimmt ihn in die Arme. Reibt ihre Br\u00fcste sacht an seinem R\u00fccken. Umf\u00e4ngt ihn. L\u00e4sst ihre Zunge in seine Ohrmuschel gleiten. Und ist sich bewusst dar\u00fcber, dass es ironischer Frivolit\u00e4t und eines besonderen Sinns f\u00fcr Parallelverschiebungen im romantischen Bed\u00fcrfnishaushalt bedarf, um seine kalkulierte Schr\u00e4gheit aufgehen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch bin aus der Kirche ausgetreten\u00ab, geriert er sich als Welthasser, dem die liberale Mitte wegen ihrer emotionalen Unangreifbarkeit auf die Nerven geht. Dreht sich herum. Beugt sich zu ihr her\u00fcber. Nimmt sie schnell, hart und kurz auf dem K\u00fcchentisch. Setzt sich halbwegs entspannt auf die Eckbank, nimmt sie in den Arm und f\u00e4llt wieder ins Gr\u00fcbeln zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der letzten Zeit sind zuviel Kunstfehler \u00fcber die Presse an die \u00d6ffentlichkeit gedrungen, das hat f\u00fcr den Ruf des Hauses fatale Folgen. Die teuersten Sch\u00e4den entstehen in der Chirurgie, Orthop\u00e4die und An\u00e4sthesie. Oft werden Fremdk\u00f6rper wie Kompressen, Tupfer, Schere oder Nadelhalter bei der Operation vergessen. Die eigentlich selbstverst\u00e4ndliche Z\u00e4hlkontrolle wird meist nicht durchgef\u00fchrt. Nur, wenn seine Kollegen die Arbeitsabl\u00e4ufe optimieren, Kostenfaktoren sichtbar machen und die medizinische Leistung verbessern, k\u00f6nnen sie das Kliniksterben \u00fcberleben. Nach wie vor kommen die Patienten freiwillig, und letztlich tragen sie auch das Risiko einer gescheiterten Intervention.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSchon nach kurzzeitigem Aussetzen des Herzschlags, noch vor dem Erl\u00f6schen s\u00e4mtlicher Hirnfunktionen, k\u00f6nnen die Chirurgen mit dem Ausnehmen der K\u00f6rper beginnen, so will es eine Todesdefinition aus Amerika.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas bringt das?\u00ab, erkundigt sie sich verwirrt. Bisher hat sie ihn mit Sex immer ablenken k\u00f6nnen. Seine Sexualit\u00e4t ist jedoch nicht beherrschbar, weil die N\u00e4he zum Leben auch die N\u00e4he zur Verg\u00e4nglichkeit ist. In dieser Spannung bleibt ihre Sexualit\u00e4t lebendig, anders als in einem Wissen von ihr, das Lust von Last zu trennen sucht und dabei den Tod einplant. Er sitzt wieder hinter dem K\u00fcchentisch. Kippt einen Drink und ist bereits im Begriff, einen weiteren zu mixen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEile soll bessere Erfolge bei Transplantationen bringen und bessere Ausbeute bei Organen selber. Das w\u00e4re angesichts der wachsenden Nachfrage angezeigt. Bleibt zu kl\u00e4ren, ob Menschen im Koma Leichen sind\u00ab, setzte er seine lauten Gedanken mit einem leichten Lallen fort. Schenkt nach. Setzt an. Kippt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbK\u00f6nnen sich die Patienten nicht dagegen wehren?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbNur wer sich ausdr\u00fccklich dagegen ausspricht, kann verhindern, dass ihm Organe entnommen werden.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbGibt es keine postmortalen Eigentumsrechte auf den eigenen K\u00f6rper?\u00ab, geht ihr auf, dass nichts weniger Erkl\u00e4rung braucht als das Unglaubliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEigentum ist nichts anderes als verdinglichte Unfreiheit\u00ab, spottet er und lacht geh\u00e4ssig. Willi erkennt, dass vom Menschen nichts mehr bleibt als Staub, geklumpt zu Lehm, mit dem man Spundl\u00f6cher verschliessen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbL\u00e4sst sich dieses Eigentum vererben?\u00ab, kommt sie auf eine Idee. Vielleicht sollten sie sich ausserhalb des Definitionszentrums selbstst\u00e4ndig machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWahrscheinlich.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDann geh\u00f6rt der K\u00f6rper den Verwandten. Die k\u00f6nnen ihn dann weiterverkaufen und die Beerdigung damit bezahlen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas f\u00fcr ein Trost\u00ab, h\u00f6hnt er mit der k\u00fchlen Strenge seines analytischen Blicks. Man senkt die Anspr\u00fcche, um die Moral zu heben; das ist zwar zynisch, jedoch die herrschende Praxis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAuch Sperma, Blut und Eizellen k\u00f6nnen weiterverkauft werden, das ist legal. Deshalb ist der Pr\u00e4parator Manfred Schulz entlassen worden. Er hat auf eigene Rechnung verkauft\u00ab, erkundet sie mit einem irritierenden erotischen Unterton, inwiefern man dem K\u00f6rper und seinen Gel\u00fcsten trauen kann, wie weit Lust und Wahrheit, Begehren und Erkenntnis verbunden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch h\u00f6r&#8216; auf\u00ab, wiederholt er sich. Kippt einen weiteren Drink. Raucht die n\u00e4chste Zigarette. Hat sich seine Gedanken gemacht, spekuliert ernsthaft damit, sich entweder selbstst\u00e4ndig zu machen oder in die Plastination zu gehen, um an einer revolution\u00e4ren Methode zur Herstellung biologischer Pr\u00e4parate zu arbeiten. Hier gebe es solche Bedenken nicht. Wenn der Bestatter einen frisch Verstorbenen anliefert, ist die Leiche Gegenstand von Piet\u00e4t, W\u00fcrde und Respekt. Sobald der Pr\u00e4parationsprozess beginnt, erf\u00e4hrt die Leiche einen Wertewandel. Sie wird zu einem anonymen Pr\u00e4parat, das in nichts mehr an die Individualit\u00e4t des Verblichenen erinnert. Fortan ist er ihr vor allem \u00c4sthetik schuldig. Sch\u00f6nheit vertreibt den Ekel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDu wolltest nach deinem Studium doch in die Transplantationsabteilung. Werd&#8216; doch Entwicklungsarzt. Ich gehe mit dir \u00fcberall hin\u00ab, schmiegt sie sich in seinen Arm und sieht ihn bewundernd von unten an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willbert Neumann arbeitet nach dem Studium mit seinem Onkel, Professor Lurk, zusammen. Beim Vorstand der <em>Deutschen Stiftung Organspende<\/em> wirbt er um Organe von Toten und damit um das Vertrauen der Lebenden. Sein Onkel legt deutsches Recht und Gesetz nach eigenem Gutd\u00fcnken aus, sucht f\u00fcr seine Privatpatienten passende Organgeschenke. Nach dem deutschen Transplantationsgesetz d\u00fcrfen Lebende nur dann Organe abtreten, wenn sie dem Empf\u00e4nger &#8222;in besonderer pers\u00f6nlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen&#8220;. Professor Lurk r\u00fchrt auf Fachkonferenzen die Werbetrommel f\u00fcr die Lebendspende zwischen Verwandten oder engen Freunden. Er spornt beide Patienten an, einander kennen zu lernen. Der Nierentausch l\u00f6st unter den Beteiligten innige Gef\u00fchle f\u00fcreinander aus. Auf seiner Station r\u00fccken Kranke auf der Warteliste nach oben, wenn einer ihrer Angeh\u00f6rigen eine Niere spendet. &#8222;Hoffnung durch Teilen&#8220; heisst seine Aktion, hinter der nicht nur die Sorge um die Kranken stehen k\u00f6nnte, sondern auch finanzielles Interesse. Seit alle Organe von Leichen \u00fcber Eurotransplant vergeben werden, haben deutsche Kliniken nur eine M\u00f6glichkeit, am Verpflanzen von Innereien gut zu verdienen: indem sie lebende Organe akquirieren. Diese Marktl\u00fccke hat sein Onkel kristallklar erkannt: Sie leben in einer Welt ohne Moral, in der nur noch das Materielle z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch m\u00f6chte nicht vom Regen in die Jauche kommen und an Strategien der Verfestigung arbeiten\u00ab, geriert er sich als Medizyniker f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Hermeneutik, dessen Sprechgeschwindigkeit der Entwicklung der eigenen Gedanken den Rang abl\u00e4uft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWarum das denn?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch k\u00f6nnte ja zum Beispiel zur Mutter Theresa nach Kalkutta gehen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was es f\u00fcr eine Organ\u2013Mafia in der 3. Welt gibt. Indien ist der f\u00fchrende Organbazar der Welt, da verkaufen Spender ihre Niere f\u00fcr 1700,\u2013 Euro, nicht selten handeln sie sich daf\u00fcr als Zugabe auch noch Hepatitis oder Aids ein. Es ist wie bei der Zusammenarbeit zwischen Huhn und Schwein. Das Huhn spricht von Kooperation, von Fusion und es schw\u00e4rmt von den Chancen, die darin stecken \u2013 nach einer gewissen Durststrecke am Anfang freilich. Das Schwein h\u00f6rt sich die Sache schweigend an und fragt, wie denn das genau aussieht. &#8222;Wir gr\u00fcnden die Firma <em>ham and eggs<\/em>&#8222;, sagt das Huhn. Darauf das Schwein irritiert: &#8222;Du bist verr\u00fcckt, das bedeutet doch meinen sicheren Tod!&#8220; Das sei ja der Sinn einer Kooperation, bemerkt das Huhn trocken\u00ab, erl\u00e4utert Willi sarkastisch, wie die Menschwerdung der Ware von der Warenwerdung des Menschen gekontert wird, und entlarvt damit beil\u00e4ufig den anti\u2013humanen Grundzug des Kapitalismus. Sie leben in einer sich drastisch wandelnden Konjunktur, nachdem die Zahl der Unfalltoten durch die Anschnallpflicht und den Airbag zur\u00fcckgegangen ist. In s\u00fcdindischen D\u00f6rfern gilt die Faustregel: Wer ein Fahrrad besitzt, tr\u00e4gt eine 25 Zentimeter lange Narbe in der Nierengegend. Seit je war die menschliche Gesellschaft gespalten: in Besitzende und Besitzlose, M\u00e4chtige und Ohnm\u00e4chtige, Eliten und Mehrheiten. Immer neue Gr\u00fcnde fanden die Wenigen, um den Vielen ihre Ungerechtigkeiten aufzuzwingen. Rasse, Religion, Sprache und Nationalit\u00e4t sind altbekannte Kriterien f\u00fcr eine Kategorisierung von Menschen. Doch diese Welt ist nicht zeichenhaft, sondern auf unerbittliche Weise real, nicht mehr zu \u00e4ndern, nur noch zu ertragen. Die hypermodernen Menschen haben verlernt, dass zur Liebe Treue und Nachsicht geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWir sollten versuchen, diese Widerspr\u00fcche auszuhalten, ohne sie aufl\u00f6sen oder austragen zu m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen aktiv die Lebenszukunft erwarten!\u00ab, versucht sie ihn zu ermuntern. Nimmt ihn in den Arm. Streichelt \u00fcber sein Haar. Denkt nach. \u201eWas ist denn die Alternative? Das ist ein typisches Frauen\u2013Problem, \u00fcberhaupt dar\u00fcber nachzudenken, ob man sich streiten soll.\u201c Sie streiten sich selten, weil sie sich sowieso nie einig werden, und folgen der Erkenntnis, dass man gelegentlich auch mal mit sich einverstanden sein muss. Streit birgt eine grosse Gefahr: Je \u00f6fter man streitet, desto mehr verliert man das Vertrauen. Je weniger Vertrauen man hat, desto gr\u00f6sser wird der Wunsch nach Kontrolle. Als Kontroll\u2013Freak will sie nicht enden. No\u00ebmi macht sich lieber locker, setzt sich mit einem Eis oder einer Pizza ins Bett und denkt nach, ob es das wert ist. Wenn es ihr wirklich wichtig ist, k\u00f6nnen ruhig die Fetzen fliegen. Voller Einsatz. Nicht nur f\u00fcr sich selbst, sondern auch f\u00fcr andere, f\u00fcr eine wichtige Sache. Sie streitet prinzipiell dann, wenn es darum geht, dass Frauen ihr Recht bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs wird noch schlimmer. Die h\u00e4ufigsten Spender sind Frauen mittleren Alters. Nachdem sie ihrem Mann die S\u00f6hne geboren und grossgezogen haben, besteht ihr Nutzen in der Organspende\u00ab, rudert er gegen die \u00dcberschwemmung seiner Wahrnehmung und versucht den Dammbruch in der Seele zu kitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbTut denn die Religion nichts dagegen?\u00bb schiebt sie rhetorisch nach. Knabbert an seinem Ohrl\u00e4ppchen. L\u00e4sst die Zunge in die Ohrmuschel gleiten und vergleicht sein Verhalten mit einer Schar Tauben aus einem ber\u00fchmten Experiment des Sozialpsychologen Burrhus Skinner aus den 40\u2013er Jahren des 20. Jahrhunderts. Skinner hatte seine Labortiere zuerst ausgehungert, um ihnen dann in festen Zeitintervallen von 15 Sekunden kleine Mengen Futter zu geben. Die V\u00f6gel glaubten daraufhin, dass ihr eigenes Verhalten die pl\u00f6tzliche Nahrungszufuhr ausgel\u00f6st habe. Eine Taube, die sich zu Beginn der F\u00fctterung gerade umgedreht hatte, begann fortw\u00e4hrend zu rotieren, eine andere hackte auf einer bestimmten Stelle des K\u00e4figs herum, im Glauben, das weitere K\u00f6rnerangebot zu steuern. <em>Magical thinking<\/em>nennen das die Experten. Und auch ihr gelingt es immer wieder, ihn zu verzaubern. Wenn sie die bitters\u00fcssen Zwischenbereiche wie Melancholie und Sehnsucht in seinem Herzen anschl\u00e4gt, hat sie ihn schnell gewonnen. Es geht No\u00ebmi um das Eintauchen in Illusionen. Beobachten schafft Distanz. Sie versucht ihn dar\u00fcber zu verunsichern, in welcher Wirklichkeit sie sich befinden, indem sie die Informationen, die seine Sinne erreichen, durcheinander bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBuddhisten oder Hindus haben nichts dagegen, derartige Spenden gelten als h\u00f6chste Form, Verdienste f\u00fcr das n\u00e4chste Leben zu erwerben! Warum soll der Skeptizismus gegen\u00fcber der Zukunft in einen Fetischismus der Vergangenheit m\u00fcnden? \u2013 Ehy, das kitzelt\u00ab, beschwert er sich. Je mehr er sich der eigenen Sterblichkeit bewusst wird, desto wichtiger wird der Sex. Das Einfache ist schwer zu leben: Den Tod nicht zu verdr\u00e4ngen, sondern mit ihm freundschaftlich umzugehen, weil der von Anfang an zur Geburt geh\u00f6rt. Sterben zu lernen ohne deswegen aufzuh\u00f6ren, sich des Lebens zu freuen \u2013 im Gegenteil<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbUnd wir?\u00ab, haucht sie abwesend. Er befindet sich in einer Zerrissenheit, die gepr\u00e4gt ist von Fragen zu seiner Geschichte, seiner Identit\u00e4t, seinem Wollen. Denkt an eine Liebeserkl\u00e4rung zwischen Unschuld und Raffinesse nach. Den Liebenden ist nur die wahre Liebe Balsam f\u00fcr Leib und Seele. Nur mit reiner Liebe kann sie ihn von einem Fluch erl\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWir machen mit, weil bei uns die Spender r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Da werden Organ\u00fcbertragungspauschalreisen f\u00fcr rund 60000,\u2013 Euro angeboten. Es kann nicht Aufgabe von \u00c4rzten sein, bestehendes Recht durch selbstdefinierten \u00e4rztlichen Ehrgeiz auszuh\u00f6hlen\u00ab, fehlt ihm das Talent zur Selbstzufriedenheit. Willi scheitert er an einer Gesellschaft, deren Fehler er beschriebt, deren Unentrinnbarkeit er ein Schnippchen schlagen wollte. Ihm ist klar, dass er die Welt nicht ver\u00e4ndern kann, das hindert ihn nicht, sie so hinzunehmen, wie sie ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">No\u00ebmi erw\u00e4gt eine Diskussion dar\u00fcber zu f\u00fchren, ob ein Organ der am meisten Bed\u00fcrftige bekommen soll oder der, der am meisten daf\u00fcr bezahlen kann. Will Wahrheiten jenseits pers\u00f6nlicher Motive anstreben und Zeitbilder schaffen. Das Gef\u00fchl von Unsicherheit ist eine Folge dieser Verwechslung. Sinnliche Gewissheit f\u00fchrt zum konzeptionellen Trugschluss. Perfektion ist ein rares Gut \u2013 man muss nett zu ihr sein, sonst verfl\u00fcchtigt sie sich wieder. No\u00ebmi reduziert ihre Verst\u00e4ndigung mit einem Kuss auf ein Minimum, weil f\u00fcr sie stillschweigendes \u00dcbereinkommen und K\u00f6rperlichkeit der Beweis von Liebe ist. Verkrallt sich in seine Brusthaare. L\u00e4sst ihre andere Hand in den Schlitz seiner Schlafanzughose gleiten. Bringt den Pint auf Stand. Fl\u00fcstert ihm lasziv ins Ohr:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbKomm ins Bett. Schlaf erstmal dr\u00fcber. Morgen ist auch noch ein Tag.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\n<div id=\"attachment_20097\" style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-image-20097 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"207\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong> KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von Jo Wei\u00df von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/18\/turbokapitalistischer-realismus\/\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00bbIch schmeiss den Job\u00ab, nuschelt Willbert Neumann undeutlich vor sich hin. Zuckt zusammen. Wacht von einem Alb durchgesch\u00fcttelt schweissgebadet neben No\u00ebmi auf. Reibt sich die Hautausd\u00fcnstungen von der Stirn. Sieht sich aufgew\u00fchlt um. Das Moment der Wahrheit scheint als&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/02\/18\/der-assistenzarzt\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":97950,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628],"class_list":["post-72522","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72522"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72522\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100458,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72522\/revisions\/100458"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97950"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}