{"id":72513,"date":"1990-08-26T00:01:09","date_gmt":"1990-08-25T22:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=72513"},"modified":"2022-02-27T14:02:15","modified_gmt":"2022-02-27T13:02:15","slug":"das-happening","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/08\/26\/das-happening\/","title":{"rendered":"Das Happening"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eiskalter Herbstabend. Beschlagene Fensterscheiben markieren nicht nur eine \u00fcberheizte Wohnung. Rough&#8217;n&#8217;Roll aus den Lautsprechern l\u00e4sst die Scheiben wackeln. Ein Pulk l\u00e4rmender G\u00e4ste, teilweise in ein tanzendes Kn\u00e4uel verstrickt. Abseits davon wortfetzige Gespr\u00e4che \u00fcber Kino, Kunst, vor allem \u00fcber die laufende Qualifikation zur Fussballmeisterschaft und die bevorstehende Pokalrunde. Gehetzte Superlative. Erbauliche Wiederholungen des h\u00fcbsch Gesicherten, Best\u00e4tigten, Wohlvertrauten. Es gibt unter dieser Sippschaft mehr Kulturheuchler als wirklich kulturelle Menschen, anscheinend ist Kulturheuchelei aber zur Aufrechterhaltung von Kultur unerl\u00e4sslich, weil die bereits organisierte Kulturaneignung der hypermodernen Menschen nicht f\u00fcr diese Leistung ausreichen w\u00fcrde. Die Richterskala ist nach oben hin offen. Ernies 30. Geburtstag, eine grosse Party mit fast allen bisherigen Wegbegleitern. Geleerte Gl\u00e4ser. Gef\u00fcllte B\u00e4uche. Schweiss und Zigarettenqualm. Der Kohlenmonoxidgehalt in der Luft zeigt Alarmstufe rot im Smog\u2013Bereich an. Angelina \u00f6ffnet das Fenster. Saugt die kalte Luft bis tief in die Lungenspitzen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbYou got the news \/ I have got the foolish blues\u2026\u00ab, singt der Fremde mit dem ganzen K\u00f6rper. Schnippt mit Mittelfinger und Daumen den Takt dazu. Er flaniert durch die Nordstadtstrassen und die Lockenwicklerwitwe hinter der leicht zur\u00fcckgezogenen Gardine weiss genau: \u201eDieser Gangster passt nicht hierhin. Schon gar nicht in diesen Stadtteil. Aber, zum Teufel, was macht er hier?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angelina ist frei, schwerelos, f\u00fchlt sich, als w\u00fcrde sie in der Luft schwimmen. Sie kommt ihm, ganz gedankenverlorene Schlafwandlerin, auf der anderen Strassenseite entgegen. Als sie die vom Frost aufgerissene Strasse \u00fcberqueren will, sich nach dem amoklaufenden Verkehr umsieht, bemerkt sie die Augen der alten Frau zwischen den Eisblumen an der Fensterscheibe. Die ertappte Voyeurin blickt sie erschrocken an. Nestelt mit den Fingerspitzen am Gitter. L\u00e4sst den Vorhang abrupt zur\u00fcck gleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim n\u00e4her kommen geht es um die spurentechnische Problematik handgen\u00e4hter Schuhe und die textile Semantik von gut sitzenden Anz\u00fcgen. Der Atem gefriert in der Luft. Es ist keine Waschk\u00fcche des Nebels, die an der Hausecke mit dem Neonlicht ihr kaltes Spiel mit dem sich aufl\u00f6senden Ozon treibt. Es ist der Zigarettenqualm, der sich aus einer Eckkneipe, die ein paar Treppen tiefer ihren gierigen Hals aufsperrt, in den Novemberabend verfl\u00fcchtigt. Angelina vermutet, dass der Fremde, wenn er \u00fcberhaupt real ist, in das Souterrain hinab gestiegen ist. Als sie sich dem Schauplatz auf Schrittweite angen\u00e4hert hat und das kalte Licht den Nebel seziert, sieht sie ihn an den Laternenpfahl gelehnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pixel purzeln. Angelina nimmt an einem Bild teil, das einer gerasterten Fotografie gleicht. Ein schwarz\/weiss\u2013Bildnis, \u00fcberlagert von Graut\u00f6nen und einer Staubschicht. Zwei faltige H\u00e4nde, die geschickt ein H\u00e4ufchen Tabak in ein l\u00e4ngliches St\u00fcck Papier einrollen. Eine Zunge befeuchtet die Gummierung. Eine Drehbewegung. Eine weitere Handbewegung. Das Klopfen der linken auf die rechte Hand. Ein Moment der Schwerelosigkeit. Die L\u00f6te klemmt im rechten Mundwinkel. Angelina sieht in zwei braune Augen, die vorher durch die Hutkrempe abgeschirmt wurden. Eine Stimme reisst sie aus ihrer Gedankenwelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbHave you got a match?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angelina kramt in der Manteltasche. Reicht ihm eine Streichholzschachtel. Der Fremde entz\u00fcndet ein Streichholz. H\u00e4lt es geschickt hinter seiner Hand verborgen, damit der Wind die Flamme nicht ausblasen kann. F\u00fcr einen Moment sieht sie das Gesicht des Fremden, das auf diese Weise eigent\u00fcmlich beleuchtet wird. Falten zerfurchen die Stirn. Grinsende Kr\u00e4henf\u00fcsse unter den Augen. Er ist tough, gef\u00fchlvoll und idealistisch, die Inkarnation von Coolness, und er besitzt die F\u00e4higkeit, sich richtig zu verhalten und dabei seine Identit\u00e4t zu bewahren. Sein k\u00fchl\u2013ironischer Bezug zur Welt und seine puritanische Moral ihn aus. Angelina klaut so, dass alles ihr geh\u00f6rt. Sputnik umkreist weitere M\u00f6glichkeitsformen. Eine Erinnerung regt sich in ihren Gedankenschichten, ohne ganz in ihr Bewusstsein zu dringen. Reproduktionen sind tonerabh\u00e4nig. Mit einer l\u00e4ssigen Bewegung entledigt er sich des Streichholzes. Gl\u00fchw\u00fcrmchengleich leuchtet seine Zigarette.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWann&#8217;a drink?\u00ab, wieder eine gepeitschte Frage. Eine Handlungsanweisung in einen kurzen Satz gekleidet. Es ist, wie einer der magischen Augenblicke in Kinofilmen, in denen sich in einem Blick die Seele eines Menschen offenbart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wortloser Weg um den Block. Am Elfenfeld, sein Wagen. Geparkt unter dem schummerigen Licht einer Gaslaterne. Fiktionsr\u00e4ume einer gegenw\u00e4rtigen Zukunft. Ein amerikanischer Strassenkreuzer aus den 1950\u2013ern mit symbolischen Raketenleitwerken am Kofferraumdeckel. Die Oberfl\u00e4che erinnert sie an glatt schimmernde Haut und erzeugt haptische Lust, die Rundungen lassen sich als weich interpretieren. Diese Ambivalenz macht das Auto anpassungsf\u00e4hig und geschmeidig, ohne eindeutige sexuelle Konnotation bewahrt die Form ihre Unschuld. Sie determiniert nichts und signalisiert: Alles steht noch bevor und l\u00e4sst sich noch entscheiden. Es ist das Paradox einer wieder erkennbaren visuellen Sprache, bei der sich Angelina fragt, was sich denn, ausser der eigenen Kunstfertigkeit, einzig in ihr und nicht auch anders ausdr\u00fccken l\u00e4sst. Wenn Pop\u2013Art ein Widerschein der Waren\u2013 und Medienwelt war, ist dieser Minimalismus eine Antwort auf die Formensprache des Alltags \u2013 weg von der Stromlinienform, hin zur seriellen Kl\u00f6tzchenbauweise in Architektur und Gestaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T\u00fcren schnacken zu. Sicherheitsgurte fehlen. Der Fremde f\u00e4hrt routiniert die engen Strassen entlang. Verfranst sich nicht im stadtplanerischen Labyrinth der Einbahnstrassen. <em>\u201eWenn du hier \u00fcber\u2018n Berg bist, kommste raus, sonst musste immer im Tal bleiben!\u201c<\/em>, erinnert sie sich an das Axiom eines Bekannten. Der Fahrer fingert mit der rechten ein Zigarettenetui aus dem Handschuhfach. Die Bewegung, mit der er es aufklappt, ist pr\u00e4zise auf den Effekt berechnet. Er steckt eine ovale Zigarette in Flammen. Stellt im Radio einen englischen Soldatensender an. Scheibenwischer kratzen Schmutz von der Windschutzscheibe. Der Nachrichtensprecher endet mit dem Wetterbericht. Ein relaxter Dee Jay begr\u00fcsst die H\u00f6rer und spielt Sinatras Version von <em>Raindrops keep falling on my head<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Synchronizit\u00e4t der laufenden Ereignisse bei mysteri\u00f6sen Reisenden. Der Wirtschaftszweig des Sounddesigns arbeitet an der Tonspur ihres Daseins. L\u00e4ssig lenkt der Fahrer das <em>Raumschiff<\/em> auf die Hauptstrasse, legt einen Gang zu. Nach einer Zigarettenl\u00e4nge biegen sie von dem nach einem idealistischen Fabrikanten benannten Boulevard in ein Gr\u00fcnderzeitviertel ein. Protzige Villen erz\u00e4hlen Geschichten aus einer Zeit, als sich Handwerker f\u00fcr aufw\u00e4ndige Arbeiten ohne Tarifvertrag honorieren liessen. Elektrische Z\u00e4une erz\u00e4hlen Geschichten aus einer Gegenwart, in der man sich Bodyguards leisten muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer scharfen S\u2013Kurve biegen sie in ein Privatgrundst\u00fcck ab. Angelina wohnt schon eine geraume Zeit in der Stadt im Tal, hier ist sie nie zuvor gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBig party tonight\u00ab, nuschelt der Fremde in einem langgezogenen West\u2013Coast\u2013Akzent. Seine behaarte Hand deutet auf die Villa im Jugendstil. Das Haus erinnert von weitem an die Bauten von Gaudi in Barcelona. Momentaufnahme, 18 Frames. Bei nachgezogener Tiefensch\u00e4rfe an Xanadu. Doch hier ist mehr als ein Fenster beleuchtet. Reifen malen Kieselsteine breit. Laub pflastert den Weg. Unsichere Schritte auf modrigem Untergrund. Die Eingangst\u00fcr besteht aus massivem Eichenholz. Deutsche Wertarbeit. In Brusth\u00f6he ist ein T\u00fcrknopf angebracht, der einen kunstvoll geschmiedeten L\u00f6wenkopf darstellt, mit tiefliegenden Augen, die smaragdgleich leuchten. Der Fremde schl\u00e4gt mit dem Ring auf das gusseiserne L\u00f6wenmaul. Metallisches Mautzen. Der L\u00f6we br\u00fcllt durch den Flur. Nach einer Weile \u00f6ffnet sich die T\u00fcr mit einem leichten Brummger\u00e4usch. Sie treten ein. Der erste Blick von Angelina bleibt an einem kolossalen Kronleuchter h\u00e4ngen, dessen Geh\u00e4nge schimmernde Muster auf die Grastapete werfen. Ihr Begleiter gibt dem Butler seinen Hut und fragt ihn in akzentfreiem Deutsch beil\u00e4ufig:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSind bereits G\u00e4ste da, James?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbNein, Mr. Bogart. Sie sind \u00fcberp\u00fcnktlich!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angelina schwindelt. M\u00f6chte raus aus diesem Traum, als sie realisiert, dass es Humphry Bogart ist, der sie auf einer Nordstadtstrasse aufgegabelt hat. Den Butler stellt niemand anders dar, als der Schauspieler James Dean. Das ist zuviel f\u00fcr Angelina, sie kreischt hysterisch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWollt ihr mich verarschen, wenn ich mir einen Film ansehen will, gehe ich\u2026\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAber bitte, Miss Angelina, sie wecken am Ende Mrs. West auf. Sie hat einen schmetterlingsleichten Schlaf!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWen?\u00ab, der Butler runzelt die Stirn. Zieht die weissen Handschuhe glatt. Dreht sich, weist auf den T\u00fcrrahmen am Ende des Flurs, in dem Mae West, das Sexidol der 1930\u2013er steht. Sie sieht aus wie in ihrer besten Zeit und f\u00fchrt ein Abendkleid mit einem atemberaubenden Ausschnitt spazieren. Mae West ist eine wirkungsbewusste, zugleich auch wirkungsm\u00e4chtige Frau. Ihre ungeheure Attraktivit\u00e4t beruht nicht auf Hexenk\u00fcnsten, sondern auf der Definitionsmacht der M\u00e4nner, die sie sich immer zunutze macht. Stars achten nicht nur auf sich, sie achten auch darauf, was die Menschen in ihnen sehen. Genau das ist die Last, die sie erdr\u00fcckt. Elegant st\u00f6ckelt sie auf den High Heels heran. Schwenkt lasziv ihre Zigarettenspitze. \u00d6ffnet ihr Privatleben, mit einem gezielten Sud aus Halb\u2013Informationen, Fast\u2013Wahrheiten und nach Bedeutung klingenden S\u00e4tzen. Mae k\u00f6nnte auch ein Telefonbuch vorlesen, es w\u00fcrde ihrer Ausstrahlung keinen Abbruch tun. Die Diva schenkt Angelina ein L\u00e4cheln und haucht her\u00fcber:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAber Sch\u00e4tzchen, beruhige dich doch. Komm, lass uns einen Cocktail trinken und \u00fcber die neuen italienischen Modetrends plauschen\u00ab, l\u00e4sst sie mit einer herrlich verruchten Selbstverst\u00e4ndlichkeit fallen, bei der jedes Wort scharf wie eine Rasierklinge in \u00d6l f\u00e4llt. Glamour statt Gram. Lametta sticht Larmoyanz. Es nimmt sie keiner ernst, weil sie sich selbst nicht ernst nimmt. Liebe als Skandal und nicht als schmerzlich\u2013s\u00fcsse Vision heisst ihr Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mae West ist von einer bizarren Entourage umgeben. Angelina starrt auf ihre Perlen\u2013Ohrringe, w\u00e4hrend James Dean ihr den Duffelcoat von den Schultern bugsiert. Humphry hakt sich bei Mae und Angelina ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie flanieren durch eine Bibliothek mit alexandrinischen Ausmassen. Eine erquickliche Ansammlung von geistigen Konserven in einem Zeichenwald mit unbegrenztem Frischhaltedatum. S\u00e4mtliche Szenarien um die zuk\u00fcnftige Rolle der Kultur haben ihren Ausgangspunkt in der Tr\u00e4gheit des Bewusstseinsapparats und den begrenzten Ressourcen an Zeit. Die Menschheitsgeschichte oberfl\u00e4chlich streifend betreten sie durch den Notausgang einen Ballsaal von ungew\u00f6hnlicher Gr\u00f6sse. Der Boden besteht aus dezentem Mahagoni. Die W\u00e4nde sind bespannt mit einer chinesischen Seidentapete. An der Glaskuppel, die den Blick auf den Vollmond freigibt, h\u00e4ngt ein Kronleuchter, der den in der Eingangshalle bei weitem an Sch\u00f6nheit \u00fcbertrifft. Ein dekadent skulpturales Ereignis. Klunkeriges Licht mischt sich unter die seidenen Lichtf\u00e4den der Mondin. Ein in seiner provozierenden Schlichtheit an ein Museum der Moderne erinnernder multifunktionaler Raum. Spielfl\u00e4che f\u00fcr gedankliche M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Gegenst\u00e4nde passen nicht zum Interieur: Ein Podest mit einem Marshall\u2013Verst\u00e4rker, flankiert von Fender\u2013Gitarren und dem einem Pearl\u2013Schlagzeug + einer P.A., davor ein 48\u2013Kanal\u2013Mischpult. Die Gegenst\u00e4nde sind so arrangiert, als wolle man Musik auf offener B\u00fchne zers\u00e4gen und neu verl\u00f6ten. Vor der B\u00fchne ein Tisch mit einer Leselampe, die fluoreszierendes Licht wirft. Dahinter, als Sitzgelegenheit, ein weinrotes Pl\u00fcschsofa, das den Eindruck vermittelt, als h\u00e4tte noch nie jemand darauf gesessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Trio steuert auf das kalte Buffet zu, das gegen\u00fcber dem Mischpult gedeckt wird. Dazwischen stehen Tische, die zum Inventar eines Pariser Strassencaf\u00e9s geh\u00f6rt haben k\u00f6nnten. Stilsichere Stilbr\u00fcche. Mae schnippt mit den Fingern. Im n\u00e4chsten Moment erscheinen zwei devote Kellner. Angelina fragt sich, ob \u201eMenschenw\u00fcrde einen w\u00fcrdelosen Nichtmenschen impliziert\u201c. Als Kellner hat die Gastgeberin den Glasperlenspieler Hermann Hesse und den Doktrin\u00e4r des epischen Theaters und Katheder\u2013Sozialisten, Eugen \u201eBert\u201c Brecht, engagiert. Es bleibt den b\u00fcrgerlichen Bestsellern nurmehr die Wahl zwischen unfreiwilliger Komik und freiwilliger Parodie. Dienstbeflissen eilen sie herbei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSeid ihr aber heruntergekommen. Der Verleger hat euch wohl um eure Tantiemen beschissen!?\u00ab, strahlt Angelina in frappierender Aufrichtigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Humphry kann sich sein Wolfsl\u00e4cheln nicht verkneifen. Er zieht eine Benson &amp; Hedges aus dem Etui. Reicht sie Mae, die etwas entr\u00fcstet scheint. Sie f\u00e4chert sich Luft zu. Wenn die M\u00e4nner auf diese Frau hereinfallen, fallen sie in Wahrheit auf sich selbst herein. Wenn hier \u00fcberhaupt jemand leidet an der Liebesunordnung der Welt, dann ist sie es. Sie wirft die Zigarettenspitze achtlos weg. Steckt sich selber eine Filterlose in den rechten Mundwinkel und reisst mit einer typischen Handbewegung ein Streichholz an. Sie rauchen. Warten. Angelina ist von weissen Flecken in Seelenlandschaften magisch angezogen, sie trinkt den zweiten Martini, knabbert an der Olive und fragt sich ob J.C. auch auftauchen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chster Gast betritt den Raum ein langm\u00e4hniger Typ mit Vollbart, bekleidet mit einer Pumphose und einem verwaschenen T\u2013Shirt. Seine braungebrannten F\u00fcsse stecken in abgewetzten Latschen. Der Oldfarth stellt seine Jutetasche ab. Greift sich daraus eine Packung Zigaretten. Z\u00fcndet sich eine Bastos an. Er raucht wie jemand, der einen schweren Arbeitstag hinter sich hat. Setzt sich an das Mischpult. \u00dcberpr\u00fcft die Fantomspannung. Zieht die Regler hoch. Angelina sp\u00fclt ihr neuerliches Erstaunen mit einem weiteren Cocktail herunter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diener \u00f6ffnen die T\u00fcren und machen Zug\u00e4nge frei. Verlotterte Damen tragen Kleider, die sich wie Bl\u00fctenbl\u00e4tter um ihre H\u00e4lse und H\u00fcften schliessen. Sinistre Herren flanieren in eitler Selbstgewissheit \u00fcber das Parkett. Jeder ein Widerg\u00e4nger des anderen. Diese Party gibt ihnen den Ort in der Realit\u00e4t. Angelina mortifiziert, sie schaut auf Lebendes, als w\u00e4re es tot. Glaubt Anwesende wiederzuerkennen. Bleibt von Erstaunen gepeinigt stehen. Mit ihren Blicken folgt sie den leblosen Gestalten. Zombies, die kein Menschenfleisch mehr essen m\u00fcssen, weil sie sich vom Bewusstsein der Lebenden ern\u00e4hren. Sie nimmt dies nicht mit gellendem Triumph zur Kenntnis, sondern mit dem leise traurigen Am\u00fcsement des T\u00e4ters, der weiss, dass er mit seinen Opfern mehr gemein hat, als diese ahnen. Angelina fragt sich, warum Zombies etwas Negatives sind. Sie empfindet die eine oder andere Frau an der Supermarktkasse als lumineszierenden Zombie. \u201eFunktioniert nicht das ganze System \u00fcberhaupt nur, wenn wir gen\u00fcgend Zombies haben, die sich aber wohl f\u00fchlen, zufrieden sind, Urlaub haben, krankenversichert sind und ansonsten den ganzen Laden am Laufen halten?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Furien der Ver\u00e4nderung. \u00dcbung in angewandter Seelenphysik: der Schwerpunkt liegt st\u00e4ndig zu hoch, die Basis zu schmal; deshalb muss das Gleichgewicht labil sein. Angelina verliert die Untoten im Strudel der vielf\u00e4ltigen Menge aus dem Auge. Das Licht des Kronleuchters erlischt stufenweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein schlacksiger Typ kommt von Backstage auf die B\u00fchne. Sein Irrwitz ist hell genug f\u00fcr beide Welten. Mit malmenden Kiefern und langen Schritten betritt er den Raum. Er tr\u00e4gt ein bl\u00fctenweisses Hemd, schwarze Lederhosen und bewegt sich aufreizend l\u00e4ssig auf das Sofa zu. Setzt sich. Schl\u00e4gt die Beine \u00fcbereinander. Er ist James Douglas Morrison, der sich lasziv auf dem Pl\u00fcschsofa r\u00e4kelt und die Spannung ausdehnt. Eine andachtvolle Stille erf\u00fcllt den Raum. Kult und Religion, eine unheilige Allianz, radikal antirealistisch und ungeheuer modern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbKennt ihr den irrlichternden Fortschritt unter den Sternen \/ wisst ihr, dass wir existieren?\u00ab, sind die ersten Worte, die er von sich st\u00f6sst. Danach liest er aus <em>The lords and the new creatures<\/em>. \u00dcppige Bilder, funkelnder Sprachwitz und herbe Melancholie. Berauschte Worte eines trunkenen Dichters. Eine \u00dcberdosis Rimbaud in den Adern. Er versucht fortw\u00e4hrend, in einem vorgelagerten Zeitkontinuum ein anderer zu sein. Muss sich jedoch mit der schn\u00f6den Gegenwart begn\u00fcgen. Urquell narzisstischer Poesie. Das Gewicht seiner Performance h\u00e4ngt mehr von der st\u00e4ndig zunehmenden Handlungsintensit\u00e4t als von seinem rhetorisch\u2013rhythmischem Sprach\u2013Glanz ab. Innen und Aussen kommen in seinen Gedichten zur Deckung im ekstatischen Augenblick, nicht im Ergebnis einer gestalteten Interaktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Morrisons Rezitation schliesst mit der \u00dcberleitung zu der Band, die bereits im Hintergrund die B\u00fchne betreten hat. Soundscratching mit inszenatorischer Energie. Das erste St\u00fcck, das sie spielen, ist eine mit punkiger Attit\u00fcde schnoddrig dahingerotzte Cover\u2013Version von <em>Imagine<\/em>. Die Kapelle spielt in folgender Besetzung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">James Marshall Hendrix \u2013 Solo Guit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eddie Cokran \u2013 Rhyth&#8217;m Guit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sid Vicious \u2013 Bass<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keith Moon \u2013 Drums<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ian Curtis \u2013 Voc<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgemischt von Lee <em>Sratch<\/em> Perry sch\u00fctteln sie ein tumultu\u00f6ses Cluster aus dem Handgelenk, das als gequ\u00e4lter Aufschrei nachhallt. Schmirgelpapierene Lust auf elektrischen Saiten und pulsierend pumpende Grooves. F\u00fcr die 1960\u2013er Generation wurde die Stromgitarre zum Maschinengewehr. Sie zerlegen den Rock&#8217;n&#8217;Roll bis an die Schmerzgrenze, aber nie, um ihn zu denunzieren, sondern immer nur, um diese Musik als das erscheinen zu lassen was sie sein k\u00f6nnte, w\u00e4re sie nicht, was sie ist. Diese Rock&#8217;n&#8217;Roll\u2013Bande verzehrt sich im Feuer der Kreativit\u00e4t und bedient sich gekonnt aus dem Fundus der Historie, ohne mit den Insignien der Hochkultur zu kokettieren. Neben brutalen Riffs fr\u00f6nen sie ausgiebig ihrem Hang zu Atonalit\u00e4t und Off\u2013Beats, \u00fcberzeugen aber gleichermassen mit unter die Haut gehenden Balladen von beklemmendem Reiz. Ein Powerpack mit \u00e4tzenden Kontrapunkten, poetischen Todesfugen und gellenden R\u00fcckkopplungen. Kunstvolle Naturbelassenheit, roh und intensiv. Ein Schock f\u00fcr die artifiziell durchgeistigte Avantgarde. Am Ende des Konzerts folgt ruhiger, von kurzen Ovationen und keinem Buh unterbrochener Beifall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Erfrischung servieren Kellner neben einem leichten Wein Artischocken, Paprikaschoten, eingelegte Schalotten und einen franz\u00f6sischen K\u00e4se, der auf der Zunge prickelt. Der Wirt spitzt die Lippen, verdreht die Augen, reibt Daumen, Zeige\u2013 und Mittelfinger vor dem Mund, hellauf begeistert von der Thymianw\u00fcrze. Derart gest\u00e4rkt, goutiert man als letzten Programmpunkt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Digitales Daumenkino&#8220; widmet sich der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung von Filmen. Kein Wort darf verschwendet werden, was auf die Nerven geht. Auf die B\u00fchne kommen &#8222;Bild\u2013zu\u2013Worte&#8220;\u2013Wandelnde, die \u00fcber den d\u00fcnnen Faden der Handlung balancierend, st\u00e4ndig vom Absturz ins Detail bedroht sind, und immer verstrickt in Parallelhandlungen. Manchmal geht den Erz\u00e4hlern dabei ihr Gegenstand verloren, wenn sie ihn allzu sehr auf Augenh\u00f6he mit ihren Zuschauern bringen wollen. Dieses durchg\u00e4ngig unachtsame Interesse an ihrem Sujet macht die Betrachtung zu einer Abfolge der ausgeschlagenen Herausforderungen. Die Erz\u00e4hler versuchen, den gesehenen Film in gesprochene Sprache zu konvertieren. Wie viel \u00c4hnlichkeiten dieser Film mit dem Original aufweist, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab. Widerspr\u00fcchlichkeiten, Unverst\u00e4ndnis, alternierende Vorlieben und Abneigungen erzeugen ein Spektakel der Subjektivit\u00e4t, in welcher der urspr\u00fcngliche Film an Bedeutung verliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbNur solide Unschuldsl\u00e4mmer glauben so felsenfest ans Gute, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, an irgend etwas zu leiden\u00ab, frotzelt Friedrich von Hardenberg. Wie andere Affacinados vermisst er an diesem Abend echte Tragik und bewundert die Sinnlichkeit des Vorgetragenen. Angelinas Traum war es, Stars zu treffen, wohl wissend, dass die Magie in der Illusion liegt. Friedrich von Hardenberg erscheint als Psycho\u2013Wrack, in dessen ausgebranntem Gesicht auch das pr\u00e4potenteste Macho\u2013Grinsen zur verzerrten Grimasse gerinnt. Ein Ritter der traurig geb\u00fcckten Gestalt, Frauen und seine Todfreunde nimmt er ebenso mit, ohne sich jemals ernsthaft f\u00fcr sie zu interessieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Transzendentale Perfektion. Augenblickswirkungen tragen den Schleier der subjektiven Wahrnehmung. Idyllen sind in Aufl\u00f6sung begriffen. In dieser Zauberh\u00f6hle werden Tote wieder zum Leben gebracht, wenn die Seiten ihrer Lebensb\u00fccher ge\u00f6ffnet werden. Angelina trifft auf eine Intelligenzija, die fetzt und flirtet, sich bedauert und betr\u00fcgt, sich sehnt und streitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem offiziellen Programm l\u00f6st sich die Abendgesellschaft langsam auf. Als w\u00e4ren die Figuren aus den grossen Bilderrahmen an der Wand herausgetreten, stehen hier und da kleine Gruppen, um \u00fcber das Nichts, die Unendlichkeit und andere Belanglosigkeiten zu diskutieren. Eine Verfallsgeschichte, aus philosophischen Tr\u00e4umern wurden Salonrevolution\u00e4re. Sie plaudern intelligent, zuweilen ostentativ brillant. Die Typen auf dieser Party sind tot lebendiger als alle lebenden Mainstream\u2013Erz\u00e4hler zusammen. Zu ihrer Art von Authentizit\u00e4t z\u00e4hlt ein Kometenschweif verloren gegangener Selbstverst\u00e4ndlichkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Egon\u2013Erwin Kisch interviewt Ian Curtis, der sich gewohnt zickig gibt und meistens <em>next question<\/em> oder <em>ask my agent <\/em>n\u00f6lt. Hendrix streitet sich mit Arnold Sch\u00f6nberg \u00fcber die Soli von Miles Davis. Alfred Hitchcock und Orson Welles er\u00f6rtern Cyberspass und die M\u00f6glichkeiten in der virtuellen Realit\u00e4t. Humphry Bogart und Greta Garbo l\u00e4stern \u00fcber Charlie Chaplin, der versucht, ein Drehbuch von Heinrich von Kleist an David Warner zu verkaufen. Morrison ist es wieder einmal gelungen ist, sich zwischen alle St\u00fchle zu setzen. Seine Kunst besteht weniger im Neu\u2013Erfinden als in der F\u00e4higkeit, das bereits vorliegende Material anzuordnen, im Stegreifspiel in neue Handlungsgef\u00fcge einzubauen. Er sitzt immer noch auf dem Sofa. Neben ihm haben Friedrich Nietzsche, ein Dandy namens Oscar Wilde und eine Flasche Absynth seinen Platz eingenommen. Sie streiten \u00fcber vorsokratische Philosophie, verheddern sich in ihren Spekulationen \u00fcber die Preisgabe der kontextuellen Funktion und die des Wesens des Wortes. Walter Serner duelliert sich mit Tristan Tzara. Ihre Sekundanten sind Andy Warhol und Hugo Ball. Arthur Rimbaud beschwert sich tuntig bei Picasso, dass Morrison alles bei ihm abgekupfert hat. Pablo ist unkonzentriert, h\u00f6rt kaum zu, weil er scharf auf Virginia Woolf ist, die aber mit der mond\u00e4nen Sylvia Plath und der flirrend intelligenten Ingeborg Bachmann \u00fcber das Ende der Gutenberg\u2013Galaxis und neue Formen in der Literatur debattiert. Gottfried Benn verarztet Tzara. Hugo Ball setzt sich zu Wolferl ans Klavier und l\u00e4sst sich von seiner Musik vor Gl\u00fcck bet\u00e4uben. Mit l\u00e4ssiger Arroganz legt der Meister eine Serenade hin, die ein Wunder an Pr\u00e4zision und formaler K\u00f6nnerschaft ist. Mae flirtet derweil mit dem diabolisch schillernden Cary Grant, worauf Marilyn Monroe eifers\u00fcchtig ist, zumal sie bei Jean Paul Sartre abgeblitzt ist, der bereits betrunken in der Ecke liegt. Die blitzgescheite, nerv\u00f6s\u2013brillante und immer humane, fast immer taktvolle und meist zum Lachen aufgelegte Janis Joplin schafft eben den st\u00e4rksten Mann. Daneben stehen Hans Henny Jahnn und Robert Musil, die \u00fcber Thomas Mann herziehen, der einem muskul\u00f6sen B\u00fchnenarbeiter fasziniert beim Abbau der Anlage zusieht. Friedrich von Hardenberg und die v\u00f6llig betrunkene Angelina poetisieren \u00fcber das Erz\u00e4hlen von Geschichten als Selbstbefriedigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSelbstbefriedigung ist die R\u00fcckholung versunkener Menschen und Momente, eine vor allem geistige Leistung, die Zeit und Tod aufhebt\u00ab, denkt Novalis nicht \u00fcber Pointen nach, die das Leben leichter machen, sondern \u00fcber die eine Pointe, die das Leben aufhebt. Es ist ihm ein Vergn\u00fcgen, sie im Morgengrauen mit seinem himmelblauen Karman\u2013Ghia nach Hause zu fahren. Ernst Willem steht im Badezimmer. Putzt sich die Z\u00e4hne. Betrachtet mit blutunterlaufenen Augen seine Grimasse im Spiegel. Sieht Angelina, die verkatert ins Badezimmer kommt und sich auf die Toilette setzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbErnie, koch&#8216; nich&#8216; mehr so fett, ich tr\u00e4um&#8216; danach immer so seltsam.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monster<\/strong>, Short-Stories von A.J. Weigoni. Krash-Verlag 1990<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a class=\"image-anchor\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/01\/Monster_Cover.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-48067\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1990\/01\/Monster_Cover.jpeg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"281\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Dem Begriff <em>Trash<\/em> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26047\">Deutscher Trash<\/a> ebenso eindr\u00fccklich empfohlen wie Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die <strong>Monster<\/strong> Short-Stories waren die Vorstufe zu <strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A.J. Weigoni, Edition Das Labor 2010<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> KUNO \u00fcbernimmt zu <strong>Zombies<\/strong> einen Artikel von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/05\/turbokapitalistischer-realismus\/\">Kultura-extra<\/a> aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fixpoetry.com\/feuilleton\/kritiken\/andrascz-j-weigoni\/zombies-0\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>. Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Eiskalter Herbstabend. Beschlagene Fensterscheiben markieren nicht nur eine \u00fcberheizte Wohnung. Rough&#8217;n&#8217;Roll aus den Lautsprechern l\u00e4sst die Scheiben wackeln. Ein Pulk l\u00e4rmender G\u00e4ste, teilweise in ein tanzendes Kn\u00e4uel verstrickt. Abseits davon wortfetzige Gespr\u00e4che \u00fcber Kino, Kunst, vor allem \u00fcber die&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/08\/26\/das-happening\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":98402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628],"class_list":["post-72513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72513"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100999,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72513\/revisions\/100999"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98402"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}