{"id":72376,"date":"2020-01-18T00:01:13","date_gmt":"2020-01-17T23:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=72376"},"modified":"2022-03-07T12:56:42","modified_gmt":"2022-03-07T11:56:42","slug":"dienstleistung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/18\/dienstleistung\/","title":{"rendered":"Dienstleistung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Name ist Dirk V\u00f6lkl. Bin Caddie. Seit meinem 11. Lebensjahr. Zu der Zeit konnten sich meine Alten keinen Urlaub leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbKomm&#8217;se mal &#8217;n bissken an de frische Luft\u00ab, erkl\u00e4rte Mam, die den Greenkeeper kannte. Die ersten Sommerferien auf&#8217;m Fairway. Mitten inne Natur. Sch\u00f6ner als bei uns auf&#8217;m Spielplatz. Viele B\u00e4ume, Str\u00e4ucher, Teiche. &#8218;Ne Unmenge von Hasen und V\u00f6geln. Versteh&#8216; \u00fcberhaupt nich&#8216;, warum die \u00d6kos immer so&#8217;n Trara um de Umweltverschandlung machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War in Sport immer &#8217;n As. Konnte was wuppen. Hatte keine Problem, die schwere Karre durch&#8217;s Bergische zu ziehen. Lohnte sich. War gegen Ende der Ferien 1300 M\u00e4use reicher. Trinkgelder eingerechnet. Hat sich meine Mam unter&#8217;n Nagel gerissen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBin schliesslich die Erziehungsberechtigte!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mam brauchte dat Geld f\u00fcr die Scheidung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fing als C\u2013Caddie an. Gab damals noch keine \u00f6ffentlichen Golfpl\u00e4tze. Die lokalen H\u00e4uptlinge ham&#8216; et nich&#8216; geschnallt, dat Golf echt Kohle inne Kasse bringt. War damals &#8217;n Sport f\u00fcr die oberen 10.000. Mein Club war Hubbelrath. Die verlangten &#8217;n horrenden Mitgliedsbeitrag. Selbst der reichte nie. Vitamin B war angesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hatte Gl\u00fcck. Arbeitete f\u00fcr Heiner Zelmer als Stammcaddie. Puschte mich in die B\u2013Stufe. Kam so: Die Schlange im Sandbunker. Schlug f\u00fcr Zelmer zu. Sein Titleist im Bunker. Dort lag zuf\u00e4llig &#8217;ne Papiert\u00fcte. War die Pille reingerollt. Schlug Zelmer vor, die T\u00fcte anzuz\u00fcnden. Tat er auch. Durfte den Ball straffrei weiterspielen. War ausser sich, weil er &#8217;n Birdie spielte. Brachte ihm &#8217;ne Flasche Schampus und &#8217;n besseres Handikap.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wurde zum B\u2013Caddie bef\u00f6rdert. Musste keine B\u00e4lle mehr auf der Driving Range einsammeln. Karl, der Caddie\u2013Master, merkte mich f\u00fcr bessere Kundschaft vor. Besonders f\u00fcr die alten Ladies. Kamen immer am Vormittag. Konnte denen sogar raten, welches Holz oder Eisen. Musste nich&#8216; viel reden. Brauchte nur noch anzureichen. Fand jeden Ball. Jedes Tee. Bildete mich weiter. Las alles \u00fcber Golf. Konnte alle 34 Regeln herbeten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heiner Zelmer f\u00f6rderte mich. Durfte als erster B\u2013Caddie mit auf&#8217;n Turnier. War spannend. Zelmer legte als Longhitter die B\u00e4lle vom Abschlag extrem weit vor, landeten teilweise im Semi\u2013Rough, also knapp neben dem Fairway. War wegen dem Klee fast unm\u00f6glich, die B\u00e4lle zu finden. Hatte den Adlerblick, deshalb nahm er mich wohl auch mit. Wenn der Golfball sein Ziel verfehlt und im dichten Strauchdickicht verschwindet, ist bei der Suche ein Golfball mit auff\u00e4lligem Mantel in schrill\u2013pink oder quietsch\u2013neongr\u00fcn n\u00fctzlich. Manche k\u00f6nnen sogar auf Knopfdruck piepsen! In Hubbelrath verzichten sie auf so &#8217;n Schnickschnack. Wir spielen mit dem weissen Klassiker. Allerdings hat die urspr\u00fcngliche Gl\u00e4tte des Balls wegen aerodynamischer Flugeigenschaften den Vertiefungen an der Oberfl\u00e4che weichen m\u00fcssen. Bringt &#8217;n besseres Spielgef\u00fchl, &#8217;ne h\u00f6here Geschwindigkeit und mehr Kontrolle. Die kann aber auch nich&#8216; verhindern, dass die Spieler am 18. Loch h\u00e4ufiger ihre B\u00e4lle im See versenken. Ich fisch&#8216; die Golfb\u00e4lle mit &#8217;nem Kescher wieder raus und geb&#8216; sie gegen ein kleines Trinkgeld an die Besitzer zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbLass deinen K\u00f6rper den Swing ausf\u00fchren!\u00ab, ist das Motto von Zelmer, der 5 Hole\u2013in\u2013one geschafft hatte, also f\u00fcnfmal den Ball vom <em>Tee<\/em> weg mit einem Schlag in et Loch gespielt. Der Golfschwung ist &#8217;ne Bewegung des ganzen K\u00f6rpers, die Kraft kommt jedoch aus den Beinen. Zelmer ging immer auf den Big Draw los: Dat rechte Bein hatte er beim Schlag leicht zur\u00fcckgezogen, so erhielt der Ball bei ihm &#8217;nen Seitw\u00e4rtsdrall und flog auf einer leichten Linkskurve. Normalerweise is&#8216; der erste Schlag an jedem Loch der Drive, mit ihm fliegt der Ball weit. Bei &#8217;nem Paar\u2013Loch sollte man mit dem Approach, also dem zweiten Schlag, auf dem Gr\u00fcn landen, damit man eine reelle Chance hat, dat Loch auch in vier Schl\u00e4gen zu meistern. Jedes Gr\u00fcn wird durch Sandbunker, B\u00e4che oder Teiche gesch\u00fctzt. Liegt der Ball genau vor dem Gr\u00fcn, gibt&#8217;s kein Problem. Liegt er jedoch seitlich, muss der n\u00e4chste Schlag eines dieser Hindernisse \u00fcberfliegen. Dazu muss man den Ball hoch oder mit Unterschnitt schlagen, damit er auf dem Gr\u00fcn nicht zu weit rausrollt. Jede dieser Situationen verlangt &#8217;ne spezielle Schl\u00e4gerwahl. Dat kannt&#8216; ich nach &#8217;ner Weile. Man muss die Distanzen richtig absch\u00e4tzen und auch das Gr\u00fcn lesen k\u00f6nnen. Eigentlich is&#8216; Golf easy, man schl\u00e4gt den Ball zum Gr\u00fcn und locht dann ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War zu meiner besten Zeit fast ausschliesslich mit Heiner Zelmer unterwegs. Der alte Knabe war in guter Form. Lag an seiner Partnerin. Der Prinzessin von Thurn und Taxis. Scharfe Perle. Muss den Alten angemacht ham. Versuchte zu zaubern. Klappte auch, aber anders als geplant. Ein Ball landete im Dekollet\u00e9 von &#8217;ner alten Lady, die zuschaute. Zelmer musste nich&#8216; droppen. Dat kannt&#8216; ich aus&#8217;m Regelbuch. Der Backspin ist eine seiner Schw\u00e4chen, aber den beherrschen ohnehin nur die Profis. Auch im Wind war Zelmer nich&#8216; besonders gut. Sein Ball hat die Tendenz, im Wind zu segeln. Kam noch schwieriger. Auf&#8217;m Gr\u00fcn war et vorbei, ob et daran lag, dat et auf exakt 3,23 Millimeter runtergeschnitten war? Oder war et falsch gew\u00e4ssert? Spielt man in Richtung des Schnitts, rollt der Ball schneller. Den Schnitt erkennt man am besten um das Loch herum. Hat man dat Gr\u00fcn im Gef\u00fchl, unterscheiden die Golfer zwei Schlagvarianten: Entweder man spielt direkt auf&#8217;s Loch, muss treffen, weil der Ball sonst zu weit rollt. Oder man spielt den Ball auf einer leichten Kurve gegen das Loch. Auch Bodenwellen und der Wind beeinflussen die Bahn eines Putts. Am 17. hat Zelmer normalerweise kein Problem. An diesem Tag spielte er &#8217;n Doppelbogey\u2026 und redete fortw\u00e4hrend \u00fcber seine Schl\u00e4ge, \u00fcber grauenvolle Lagen, grossartige Befreiungsschl\u00e4ge, ungl\u00fcckliche Bounces, 280 Meter lange Abschl\u00e4ge, zehn Meter breite Drivezonen, grandiose Scores und furchterregende Spiegeleier im Sand\u2026 er hatte &#8217;n Yips. Spooky. Hatte es vor den H\u00e4nden, konnte es nicht greifen. Golf ist der einzige Sport, bei dem man nicht gegeneinander, sondern gegen den Platz spielt. Bekam die Pille einfach nicht in die 101,6 Millimeter tiefe Bodensenke. Dat machte ihn per se fertig. Hat <em>elendich jeflucht<\/em>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWelch ein sch\u00f6ner Tag. Welch eine sch\u00f6ne Umgebung. In welch guter Luft ich mich befinde!\u00ab, atmete aus. Konzentrierte sich. Zerbrach den Putter \u00fcber dem Knie. Warf die Enden in den Bunker. Schritt beleidigt von dannen. Vergass mich zu bezahlen. Machte die Prinzessin. Schlug mich beim Heimatclub auch als A\u2013Caddie vor. Weil sie ihm bei der Unterredung reichlich Koketterie und livrierte Unterhaltung bot, konnte Karl, der Caddie\u2013Master, der Prinzessin den Wunsch selbs&#8217;verst\u00e4ndlich nich&#8216; abschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">A\u2013Caddie is&#8216; ab\u2013g\u00f6ttisch\u2013gut. Bekam zu Weihnachten &#8217;ne Clubjacke. Regenfest. Lernte die Stammvorgabe. Verinnerlichte Begriffe wie <em>Slope System<\/em> oder <em>Course Rating<\/em>. Bei der Auswahl des <em>Pros<\/em> achte ich auf Qualit\u00e4t. Wer Up\u2013to\u2013date sein will, setzt auf Titanium, klassischen Eisen\u2013Look, superleichte Tragebags und Rain Flex\u2013Handschuhe. Rutschende Schl\u00e4ger sind pass\u00e9. Konnte Zelmer f\u00fcr einen neuen Putter aus Carbon\u2013Stahl begeistern. Als Insert in der Schlagfl\u00e4che sch\u00e4tzt er das extrem weiche Material, das auch die \u00e4usserste Schale der Softfeelb\u00e4lle bildet. Der alte Herr kam in den dritten Fr\u00fchling. Bekam das fr\u00fche Winkeln der Handgelenke in den Griff. Als kleiner Spieler muss Zelmer die zur Verf\u00fcgung stehenden Kraftquellen n\u00fctzen. Die Hebel sind kurz, deshalb m\u00fcssen Rotation und Gelenke, in Verbindung mit der Schnellkraft, optimal arbeiten. In Verbindung mit der Rotation seines K\u00f6rpers entsteht die perfekte Verz\u00f6gerung des Schl\u00e4gerkopfs. Im Finish befindet er sich wieder im Gleichgewicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hatte nie richtig Urlaub gemacht. Kam nun &#8218;rum. Son Vida auf Mallorca. Duftes Klima, sogar im Dezember. Die K\u00fcstenlinie wird unterbrochen von ungez\u00e4hlten kleinen, sandigen und den wenigen grossen Buchten der Flussm\u00fcndungen, in denen sich seit vielen Jahrhunderten Fischerei und Industrie angesiedelt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Boca Raton is&#8216; wohl dat sch\u00f6nste Rattenloch in Palm Beach mit &#8217;nem Luxus\u2013Hotel im maurischen Stil, prachtvollen G\u00e4rten, schattigen Innenh\u00f6fen und einem perfektem Golfplatz. Beeindruckend, die alten B\u00e4ume auf dem welligen Gel\u00e4nde und die vielen Blumen, die man gepflanzt hat, um den Kurs noch mehr aufzuh\u00fcbschen. Ein Kleinbus bringt die G\u00e4ste nach der Runde zum Countryclub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Edel is&#8216; Muirfield. Die Schotten sind wat ganz Besonderes. Richtige Gentlemen Golfers. H\u00f6hepunkt meiner Karriere war dat Turnier auf dem <em>Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews<\/em> auf dem legend\u00e4ren <em>Old Course<\/em> in den sturmumtosten Nordsee\u2013D\u00fcnen. Dat is&#8216; Mekka, escht. Da gib&#8217;et nur ein Erlebnis, wat sch\u00f6ner is. War zu jung daf\u00fcr. H\u00e4tt&#8216; \u00fcbrigens gerne 1974 dem Amerikaner Alan Shepard als Caddie auf&#8217;m Mond gedient. Er schlug damals zwei B\u00e4lle. Machte allerdings &#8217;nen Fehler, der mir garantiert nich&#8216; passiert w\u00e4r&#8216;. Hat nach&#8217;m Rausgeh&#8217;n aus&#8217;m Bunker dat Harken vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hatte nach den H\u00f6henfl\u00fcgen die optimale Fallh\u00f6he erreicht und fiel voll auf die Schnauze. Als Taschentr\u00e4ger bis&#8217;te auch Seelentr\u00f6ster. Da is&#8216; &#8217;n Mensch, den du nach vielen Runden genau kennst, du weisst genau, was du wann sagen oder nicht sagen darfst, wann du etwas zu tun oder zu lassen hast. \u201eEhepaare, deren beide Partner Golf spielen, haben nie viele Kinder\u201c, sagt man. Die Alte det Inhabers von Auto Borgward brauchte &#8217;nen Scheidungsgrund. Verf\u00fchrte mich am Teich hinter&#8217;m 5. Loch. Die erste Frau in meinem Leben. War entt\u00e4uscht. Hatte mir die Liebe anders vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dat hat jemand beobachtet. Wurd&#8216; &#8217;n irrer Skandal. Fristlose K\u00fcndigung. Ohne Abfindung. Winston Churchill meinte, Golf sei das gr\u00f6sste Vergn\u00fcgen, das dem Menschen verg\u00f6nnt ist, ohne dass er sich ausziehen muss. Hatte Recht, der Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Musste fr\u00fchmorgens zum Arbeitsamt. Voll der Horror. Musste auf&#8217;m langen d\u00fcsteren Flur &#8217;n ganzen Vormittag &#8218;rumsitzen, bis ich drankam. Kurz vor zw\u00f6lf, der Beamte hatte bereits sein Butterbrot ausgepackt und war im Begriff, sich Kaffee aus&#8217;se Kanne einzuschenken, als ich zur T\u00fcr reinlugte. Boah, hat der mich angestiert. War aber noch nich&#8216; ganz Pause, muss&#8217;ter mich annehmen und &#8217;n Fragebogen f\u00fcr mich anlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWelche Schulbildung haben Sie?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBin von&#8217;ne Schule geflogen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas haben Sie denn gelernt.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBin Caddie.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDas ist doch kein Beruf.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWieso dat denn? Bringt doch ehrliches Geld!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbHaben Sie das gelernt?!?\u00ab \u2013 So in dem Verh\u00f6rstil. Der Beamte war voll krass. F\u00fcr Fragen liess er kaum Raum. Hat seine Antwort bereits gefunden, bevor er sie sucht. Weil ihn das Gespr\u00e4ch an\u00f6dete, flegelte er sich auf dem Stuhl, als l\u00e4ge er am Strand. Wippte ungeduldig mit dem Fuss, um zu zeigen, wie sehr ihn das Ganze langweilte. Wollt&#8216; grad&#8216; die Biege mach&#8217;n, fand&#8216; er wat in der Ablage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staatsbedienstete liess ein versonnenes, seidiges Grinsen um die Mundwinkel spielen. Strahlte, als wolle er beweisen, dass alles zum Besten steht, weil es anders nicht stehen kann. Bekam als voller Vermittlungserfolg &#8217;ne Lehrstelle bei der <em>Deutschen Lehranstalt f\u00fcr Agrartechnik<\/em>\u2026 auch so eine Namensperle, darauf muss man erstmal kommen. Dauerte <em>in Echt<\/em> zwei Jahre, bis ich mich bei der Landwirtschaftskammer zum Examen anmelden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darf mich <em>Fachagrarwirt Golfplatzpflege<\/em> nennen. Ohne mein Fachwissen, von der Gr\u00e4serkunde bis zur Kostenberechnung, vom Pflanzenschutz bis hin zur Vermessungstechnik, w\u00e4r&#8216; der Court nicht bespielbar. Morgens um sechs muss ich den Tau vom Rasen wedeln, um Pilze auszutrocknen. Gelegentlich die Gr\u00fcns aufschlitzen, um die Wurzeln zu bel\u00fcften, Drainagen anlegen und Maschinen reparieren. Die technischen Schwierigkeiten des flachen Gel\u00e4ndes liegen neben Wasserhindernissen, dichtem Rough abseits der Bahnen, vor allem im Gr\u00fcnanspiel. Das Gr\u00fcn wird von mir t\u00e4glich aus zwei Richtungen auf ein Gardemass von exakt 2,5 \u2013 3,0 mm gestutzt, die Fairways werden nicht vom Schnittgras am Atmen gehindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Greenkeeping is&#8216; dem Streichen von Br\u00fccken nich&#8216; un\u00e4hnlich. Wenn man hinten angekommen ist, kann man vorne wieder anfangen. Der Volksgolfplatz wurde von &#8217;ner Betreibergesellschaft gebaut. Damit ist der Sport wat f\u00fcr die Mittelklasse, gute und schlechte Golfer k\u00f6nnen miteinander auf die Runde gehen, ohne dat sie einander behindern, und aufgrund des Vorgabesystems, das Leistungsunterschie\u00adde ausgleicht, k\u00f6nnen sie sogar miteinander konkurrieren. Golf vermittelt Lebensqualit\u00e4t \u00adund darauf sind in &#8217;ner Freizeitge\u00adsellschaft immer mehr Menschen aus. Einige nerven allerdings mit ihren Feldtelefonen. Die V\u00f6gel imitieren bereits die Klingelzeichen dieser indiskreten Technologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas, wenn das n\u00e4chste Fr\u00fchjahr ohne die Lerchen anf\u00e4ngt?\u00ab, erkundige ich mich bei Heiner Zelmer, der aus alter Verbundenheit auf &#8217;ne Runde vorbeischaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWir werden sie wahrscheinlich kaum vermissen, wenn diese Ger\u00e4tschaften f\u00fcrderhin so zwitschern, wie einstmals die Nachtigall?\u00ab, gibt er zu bedenken. Auf seine Anregung hab&#8216; ich die Benutzung dieser Apparate bei Entzug der <em>Platzreife<\/em> untersagt. H\u00e4lt sich seither auch jeder dran, nachdem wir es in die Clubsatzung aufgenommen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man et in schlechten Momenten gut meint, kommt dat dabei raus: F\u00fcr mich is&#8216; et &#8217;n ruhiger Job. Brauch&#8216; den Geruch von frisch gem\u00e4htem Gras in &#8217;ner Nase einfach. Is&#8216; &#8217;n janz gepflegter Court. Lege Wert darauf, dat &#8218;et Gr\u00fcn so kurz is&#8216; wie mein Haarschnitt. Caddies gib&#8217;et hier nich&#8216;, dat is&#8216; Demokratie. Echt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor zehn Jahren erschienen die\u00a0<strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen von A. J. Weigoni, Edi\u00adtion Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\n<div id=\"attachment_20097\" style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-image-20097 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ZombiesCover3.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"207\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-20097\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong> KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von Jo Wei\u00df von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/18\/turbokapitalistischer-realismus\/\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Holger Benkel beobachtet <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Kleine D\u00e4monen auf Tour<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mein Name ist Dirk V\u00f6lkl. Bin Caddie. Seit meinem 11. Lebensjahr. Zu der Zeit konnten sich meine Alten keinen Urlaub leisten. \u00bbKomm&#8217;se mal &#8217;n bissken an de frische Luft\u00ab, erkl\u00e4rte Mam, die den Greenkeeper kannte. 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