{"id":71994,"date":"1999-09-04T00:01:38","date_gmt":"1999-09-03T22:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71994"},"modified":"2020-11-25T17:04:49","modified_gmt":"2020-11-25T16:04:49","slug":"die-uebliche-frage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/09\/04\/die-uebliche-frage\/","title":{"rendered":"Die \u00fcbliche Frage"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 101\">\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>Egal auf welcher Ausstellung oder in welchem Atelier man sich befindet und den Gespr\u00e4chen zwischen Besuchern und K\u00fcnstler zuh\u00f6rt, irgendwann wird die gr\u00f6\u00dfe Unversch\u00e4mtheit kommen, die vorstellbar ist: &#8222;K\u00f6nnen sie davon eigentlich leben?&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>Da ist es sogar noch ertr\u00e4glicher, wenn der K\u00fcnstler mit bekannten Gr\u00f6\u00dfen verglichen wird. Jeder wei\u00df, dass 98 Prozent nicht von ihrer Kunst leben k\u00f6nnen, sie gebrauchen einen Brotberuf oder leben von Hartz VI. Bei einem Durchschnittseinkommen von 300? ist alles andere Illusion, die restlichen zwei Prozent k\u00f6nnten tats\u00e4chlich nur von der Kunst leben, auch sie haben allerdings einen festen Brotberuf und \u00fcben eine Funktion als Professor aus. Machen wir uns nichts vor, um frei Kunst machen zu k\u00f6nnen, gebraucht man irgendeinen finanziellen R\u00fcckhalt. Entweder eine Anstellung, ein Gesch\u00e4ft, eine Firma, Erbschaft oder einen sol- venten Lebensgef\u00e4hrten. Halt, es soll au\u00dferdem auch noch wirklich freie K\u00fcnstler geben&#8230;Aber bitte schauen Sie doch mal genau hin&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>Herr Nipp belauschte solche Gespr\u00e4che liebend gerne, erfuhr man doch vor allem etwas \u00fcber die Souver\u00e4nit\u00e4t des K\u00fcnstlers.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>&#8222;Kommen Sie vom Finanzamt?&#8220; ist eine recht gute Gegenfrage, aber unbefriedigend, weil sofort mit Fragewiederholung zu rechnen ist. Besser ist da schon die ehrliche Antwort, man habe tats\u00e4chlich au\u00dferdem noch einen Brotberuf. Eine Spezifizierung muss hier gar nicht erfolgen. Letztens h\u00f6rte Herr Nipp nach dem Zugeben des K\u00fcnstlers eine sch\u00f6ne Spiegelung, der Atelierinhaber fragte die Frau des Fragers ganz unvermittelt:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>&#8222;K\u00f6nnen Sie eigentlich von ihrer Hausarbeit leben oder schlafen sie auch mit Ihrem Mann?&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify\">Das emp\u00f6rte Paar verlie\u00df umgehend das Atelier&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Egal auf welcher Ausstellung oder in welchem Atelier man sich befindet und den Gespr\u00e4chen zwischen Besuchern und K\u00fcnstler zuh\u00f6rt, irgendwann wird die gr\u00f6\u00dfe Unversch\u00e4mtheit kommen, die vorstellbar ist: &#8222;K\u00f6nnen sie davon eigentlich leben?&#8220; Da ist es sogar noch ertr\u00e4glicher, wenn&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/09\/04\/die-uebliche-frage\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":161,"featured_media":71748,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1334],"class_list":["post-71994","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-herr-nipp"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/161"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71994\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}