{"id":71990,"date":"1999-08-04T00:01:28","date_gmt":"1999-08-03T22:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71990"},"modified":"2020-11-25T17:01:33","modified_gmt":"2020-11-25T16:01:33","slug":"palmenstrand","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/08\/04\/palmenstrand\/","title":{"rendered":"Palmenstrand"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 99\">\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wasser ist wohl unbestritten das Lebenselexier schlechthin. Nun ist Deutschland normalerweise auch reichlich damit gesegnet, abgesehen von gewissen D\u00fcrreperioden, die allerdings vor allem in das fr\u00fche Fr\u00fchjahr fallen, kann man sich \u00fcber ein Mangel an diesem Urelement nun wirklich nicht beklagen. Das mag im S\u00fcden der Republik manchmal noch ganz anders aussehen. So haben die Bayern seit Jahrzehnten ihre gro\u00dfen Ferien in den gef\u00fchlten Herbst verpflanzt und sind recht gut damit gefahren. Kleine L\u00e4nder wie Nordrheinwestfalen m\u00fcssen dagegen ihre Ferientermine immer wieder verschieben und kommen so in den fragw\u00fcrdigen Genuss, mal im Fr\u00fchsommer einige Wochen marodierenden Sch\u00fclerhorden, die sich bis mittags im Bett l\u00fcmmeln und dann die die Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen bev\u00f6lkern, zu ertragen, mal im Fr\u00fchherbst. Problematisch wird es, wenn die gesamten Ferien dann auch noch ins Wasser fallen, weil der gute Petrus der Meinung ist, dass alles, was die W\u00fcstenl\u00e4nder gerade gut gebrauchen k\u00f6nnten, hier abgeladen werden soll. Und zwar alles, was auch auf Jahre h\u00e4tte verteilt werden k\u00f6nnen, in wenigen Wochen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify\">Herr Nipp hatte sich zun\u00e4chst nat\u00fcrlich \u00fcber diesen Segen ge- freut, denn der Boden war vorher \u00fcber die Ma\u00dfen ausgetrocknet worden, bedeckter Himmel einerseits und dazu immer starker Wind ohne Niederschlag. Die Dicken Bohnen waren dadurch in k\u00fcrzester Zeit notreif geworden. Jetzt aber nahm die Nieder- schlagsmenge inzwischen Ma\u00dfe an, die niemand gut finden konnte. Das Gem\u00fcsebeet glich inzwischen einen Hochmoor und durch den Garten konnte er nur noch mit Stiefeln waten. Inzwischen war die Situation bedenklich, denn der Mutterboden unter dem Rasen drohte weggeschwemmt zu werden. Das Nachbarhaus hatte eine bedenkliche Neigung angenommen und w\u00fcrde wohl in den n\u00e4chsten Stunden versinken&#8230;<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 100\">\n<div class=\"layoutArea\" style=\"text-align: justify\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Fl\u00fcsse stiegen wieder bedenklich an, daran zu erkennen, dass wieder Boote auf der oberen Ruhr sogar in den renaturierten Gebieten fuhren. Dass abgerissene Baumst\u00e4mme sich tummelten und die Br\u00fcckendurchl\u00e4sse verstopften, selbst die Enten M\u00fche hatten, gegen den Strom zu schwimmen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify\">Erstaunlich zumute allerdings war ihm, als Herr Nipp auf einem seiner Spazierg\u00e4nge an der Ruhr eine Palme entdeckte, die ein v\u00f6llig anderes Wettergef\u00fchl vermittelte. So watete er schnell nach Hause und holte sich ein Badetuch, Sonnenmilch und eine verdunkelte Brille. Wo eine Palme war, konnte die Sonne nicht weit sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasser ist wohl unbestritten das Lebenselexier schlechthin. 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