{"id":71984,"date":"1999-07-04T00:01:53","date_gmt":"1999-07-03T22:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71984"},"modified":"2020-11-25T16:59:21","modified_gmt":"2020-11-25T15:59:21","slug":"soest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/07\/04\/soest\/","title":{"rendered":"Soest"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" style=\"text-align: justify\" title=\"Page 97\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesundheit, auch wenn dabei schon mal zu viel Wein getrunken wird. Aber eigentlich ist dagegen nichts zu machen, denn er schmeckt mit Freunden einfach immer gut. Fatal wird es h\u00f6chs- tens, wenn keine Chance mehr gesehen wird, eigenst\u00e4ndig ins Bett zu finden, weil nie gewusst wird, welcher der beiden vor einem liegenden Wege gegangen werden sollte. Wahrscheinlich w\u00fcrden beide Wege zum Ziel f\u00fchren, das sagt schon die Erfahrung der letzten Jahre. Mit gro\u00dfer Anstrengung kann die Optik denn auch justiert werden, den rechten Weg zu sehen, dies allerdings nur f\u00fcr Momente, um daraufhin in die gewohnte Fehlstellung zur\u00fcck zu rutschen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Herr Nipp hatte an diesem Abend in dieser vertr\u00e4umten Klein- stadt namens Soest sogar \u00fcbernachtet, unverantwortlich w\u00e4re es gewesen noch den Z\u00fcndschl\u00fcssel zu drehen, sich und anderen der Gefahr auszusetzen. Soviel Vernunft besa\u00df er inzwischen, lie\u00df schon nach zwei genossenen Gl\u00e4sern Wein den Wagen stehen, machte sich meist zu Fu\u00df auf den Heimweg. Er hatte sich nun aber in das gro\u00dfz\u00fcgige G\u00e4stezimmer zur\u00fcckgezogen und war sofort in einen traumlosen und tiefen Schlaf gefallen, morgens mit dicken Kopf fr\u00fch aufgewacht, hatte er Wasser getrunken und den Kopf mit einem kalten Schwall derselben Fl\u00fcssigkeit \u00fcbergossen, dann hatte er seinen Gastgebern einen Abschieds- und Dankbrief geschrieben und war hinaus getreten, in die Idylle einer historisch wertvollen Stadt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Er war durch all die kleinen G\u00e4sschen gelaufen und hatte sich schnell verfranst, kam an Orten heraus, die nicht absehbar gewesen waren. Trotzdem alles sch\u00f6n. Hatte diese besondere Architektur genossen, die Kleinparzellen betrachtet, renovierte M\u00e4uerchen begutachtet, den freigelegten Soestbach, der nur zum Teil Wasser<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 98\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>f\u00fchrte. Die wundervollen Kirchen unter Augenschein genommen und sich gewundert dass alles sauber war. Auch der Wallweg, ab- gesehen von den Hundeschissen, ein kleines Paradies. Morgendlich taufrisch. Nur Menschen waren ihm in der stillen Idylle nicht begegnet. Schade eigentlich, sie h\u00e4tten ihn wissen lassen, dass er kein Geist in einer Geisterstadt war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gesundheit, auch wenn dabei schon mal zu viel Wein getrunken wird. Aber eigentlich ist dagegen nichts zu machen, denn er schmeckt mit Freunden einfach immer gut. 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