{"id":71812,"date":"2004-09-24T00:01:11","date_gmt":"2004-09-23T22:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=71812"},"modified":"2021-10-31T13:55:01","modified_gmt":"2021-10-31T12:55:01","slug":"im-rueckwaertsgang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/09\/24\/im-rueckwaertsgang\/","title":{"rendered":"Im R\u00fcckw\u00e4rtsgang"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 60\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie haben sich Fotos angesehen, einige hundert, immerhin meinte einer, da seien gute Bilder dabei. Das aus berufenem Munde, er ist Fotograf &#8211; und kein schlechter. Seine letzten Arbeiten haben beein- druckt, einen Eindruck davon vermittelt, was heute mit den Mitteln der digitalen Fotografie in Verbindung von sehr guten Bildideen m\u00f6glich ist. Da schweben Figuren t\u00e4nzerisch durch den irreal be- leuchteten Wald, der zur Naturb\u00fchne einer ungreifbaren Auf- f\u00fchrung wird und hinterlassen Leuchtspuren ihrer Vergangenheit als scriptural komplexe Zeichensysteme, erkennbar, aber immer ein St\u00fcck weit unerkl\u00e4rbar. Was auf den ersten Blick als deutliches Wort erscheint, offenbart auf den ber\u00fchmten zweiten eine F\u00fclle von widerspr\u00fcchlichen M\u00f6glichkeiten, irgendwann kommt man vielleicht zu der Erkenntnis, dass tats\u00e4chlich gar nichts gemeint war, aber sicher kann man sich nicht sein. Leonard Billekes Arbeiten heben sich klar hervor aus der Masse uninspirierter Abklatsche verbrauchter Ideen der Adepten gro\u00dfer Meister. Er entwickelt seine eigene visuelle Welt und Sprache, ein klares \u00e4sthetisches Konzept, hier besteht die Forderung einer Hochzeit von Idee und Sch\u00f6nheit in der Fotografie ihre Feuertaufe. Diese Arbeiten sind keine Dokumente zuf\u00e4lligen Zeitgeschehens, sondern komponierte Verdichtungen verschiedener Seinszust\u00e4nde. Immer perfekt und gleich- zeitig immer eine Befragung dieser Perfektion auf G\u00fcltigkeit. Trotz all der sch\u00f6nen Bilder, die diesen Abend angeschaut wurden, bleibt man schlie\u00dflich an einem alten r\u00f6mischen Wortspiel h\u00e4ngen, das Herr Nipp an einer Hauswand in Italien entdeckt hatte:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>SATOR<\/p>\n<p>AREPO<\/p>\n<p>TENET<\/p>\n<p>OPERA<\/p>\n<p>ROTAS<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 56\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 57\">\n<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 61\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Letztlich drehen sich \u00fcber zwei Stunden lang die Gespr\u00e4che und Gedanken um diese f\u00fcnf W\u00f6rter, die eine unglaubliche Sch\u00f6nheit entwickeln. Und schlie\u00dflich versucht man sich darin, auch im Deutschen ein solches Spiel zu schaffen. Sie finden echte und falsche Palindrome, setzen diese zusammen und m\u00fcssen immer wieder erkennen, dass die Ergebnisse weder sch\u00f6n, noch aber sinnvoll, in keinem Fall vollst\u00e4ndig sind. Leben &#8211; Nebel, Regen &#8211; Neger, neben &#8211; neben, und weitere&#8230; Man verk\u00fcrzt Imperative: beleb. Gegen viertel vor eins nachts geben alle auf:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&#8222;Und ich werde doch noch eine M\u00f6glichkeit finden, die Sinn macht.&#8220;, sagt einer von ihnen und dr\u00fcckt den Knopf f\u00fcr den Aufzug. Pl\u00f6tzlich ist es ganz still.<\/p>\n<\/div>\n<div title=\"Page 61\"><\/div>\n<div title=\"Page 61\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Mittelma\u00df der Welt<\/strong>, unerh\u00f6rte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 &#8211; 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-71748\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild.jpg 217w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/Herr-Nipp-Frontbild-160x169.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>unerh\u00f6rten Geschichten<\/em> von Herrn Nipp sind glossierende Anmerkungen die sich schnoddrig mit dem Zeitgeist auseinandersetzen. Oft wird in diesen Kolportagen ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben. Wir lesen sowohl \u00fcberraschendes und unerwartetes, potentiell ungew\u00f6hnliches, das Geschehen verweist auf einen sich real ereigneten (oder wenigstens m\u00f6glichen) Ursprung des Erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Papier ist autonomes Kunstmaterial, daher ein vertiefendes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sie haben sich Fotos angesehen, einige hundert, immerhin meinte einer, da seien gute Bilder dabei. Das aus berufenem Munde, er ist Fotograf &#8211; und kein schlechter. 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